Sa 15.01.2022 – Tag #15 – Heimreise

Abschlußsonnenfrühstück. Da Boarding FNC-CGN erst um 16:00h ist, haben wir Zeit. So verläuft der Tag auch erstmal gemütlich.
Dann brechen wir auf. Ein letztes Mal meistern wir die Garagenausfahrt und den steilen Hang ohne Feindberührung, dann geht es zur Tanke – wir müssen den Fiesta halbvoll zurück geben. Ich tanke für 7 Euro. Dann geht es auf die Autobahn und nach Santa Cruz. Wir schauen uns nochmal die Wellen an und ich esse nochmal Prego Especial und da M* nah am Meer sitzt, nimmt sie den Prego mit Fisch.
Die Autorückgabe ist leicht. Niemand ist da. Auto parken, Schlüssel drin lassen fertig. M* macht noch ein paar Bilder. Man kann nie wissen.
Jetzt kommt Schlange-stehen. Da drei Eurowings nach Hamburg, Düsseldorf und Köln starten ist es recht voll. Wir zeigen Ausweise, digitale Bordkarte und Einreiseanmeldung und sind durch. Wir besuchen die Terrasse, schauen unserer Boing 737-800 bei der Landung zu und sind kurze Zeit später an Bord. Es ist ca halbvoll, also was mehr als auf dem Hinflug, ganz okay so weit.
Die Flugzeit wird 3:35h betragen. Das ist schnell. Offenbar haben wir Rückenwind.
Ich versuche herauszufinden, warum die Zeit im Schlaf schneller verläuft. Trivial ist das nicht. M* nimmt sich gleich die leere Reihe drei vor uns und forscht auch daran. Wir landen, holen unser Gepäck und werden von Claudia abgeholt. Vielen Dank! Das wars. Wir sind gut zu Hause.

Ja warum schreibt er denn nicht mehr weiter?
Weiter geht es hier im Blog, wenn ich wieder verreise oder Gastautorin Thea wieder verreist. Bis dahin müsst ihr euch meine Tagesvideos im Status von WhatsApp anschauen.

Dank
Wir sagen Dankeschön an die zahlreichen Leserinnen und Seher von Blog und Tagesvideos. Wir danken den Kommentator:innen! Zuerst geht da der Dank an J*, D* und B*. Jeden Tag gab es einen (oder mehr) positive Kommentar(e)! Super! Dankeschön auch an Peterr und Thea, Johanna und Christine.
Herzlichen Dank an die Sängerinnen und Sänger von Miriam und die lieben Worte. Dankeschön an Gabi für die Hinfahrt.
Dankeschön an die beste Claudia für das Versorgen von Haus und Hof, Tirza und Hinze und das Abholen.
Dankeschön an Madaira und die Sonne und an den Urlaub den mir das Land NRW und die Sporthochschule gewährte.

Nachtrag Reiserätsel.
Steffen, Claudia und Nora bekommen auch 10 Punkte. Ebenso Bleicke.
J* und Bruno sind noch dran. Viel Glück. Ihr zwei müsst den Bildschirm jetzt aus machen.

sqrt() steht für Quadratwurzel. Benutzt man bei vielen Programmiersprachen so. An Lösungen sind mir eingefallen oder wurden mir geschickt:

(0! + 0! + 0!)! = 6
(1 + 1 + 1)! = 6
2 + 2 + 2 = 6
2*2+2=6
3 * 3 – 3 = 6
3! + 3 – 3 = 6
4! / ( Sqrt 4 + Sqrt 4) = 6
4! / sqrt(4*4) = 6
(4-4/4)! = 6
4+4-sqrt(4) = 6
5 + 5/5 = 6
6 + 6 – 6 = 6
6*6/6 = 6
7 – 7/7 = 6
Sqrt(8+8/8)! = 6
8-sqrt(sqrt(8+8)) = 6
Sqrt (9*9) – sqrt(9) = 6
Sqrt(10-10/10)! = 6

Von Susanne habe ich das Rätsel:
https://youtu.be/V1F8nsK95P4

Das hat B* gefunden:
https://m.youtube.com/watch?v=ah_rUehALMc


Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Fr 14.01.2022 – Tag #14 – Levada do Norte

Letzter Tag. Keine Wolke am blauen Himmel. Levada? Levada!
Wir nehmen die noch unbekannte Levada do Norte. Sie liegt hoch über Ribeira Brava.
Wir starten im Eukalyptuswald und lassen Häuser, Wäscheleinen und eine junge schwarze Katze hinter uns. Die Levada ist breit und tief und führt viel Wasser. Das ist immer ein Zeichen, dass die Levada noch genutzt wird. Es kommen uns heute auch zwei Arbeiter mit Hacke und Rechen entgegen. Sie fischen Äste und Blätter raus, prüfen und halten den Kanal instand.
Wir gehen mal im Schatten des Berges, dann auf der anderen Talseite in der Sonne. Jede Menge kleine schwarze Eidechsen flitzen hier rum. Entweder mögen sie die Nähe des Wassers oder die Sonnenstrahlen auf den Steinen. Es ist sagenhaft still hier oben, trotz der VR3 unten im Tal. Man hört nur das gelegentliche Glucksen des Wassers und hier und da das Rascheln von Blättern.
Nach einer Stunde wird es mir zu steil. Neben der Levada geht es tief runter. Nix für mich. Ich drehe um. M* hüpft weiter, sie schickt mir dann Koordinaten, wo ich sie abhole.
M* sieht einen Adler kreisen. Ein Zwergadler – Hieraaetus pennatus. Wir wußten nicht, dass es Adler auf Madeira gibt. Aber super.

Ich fahre Maren holen. Supersteile Straßen. Ich bin froh, dass der Fiesta das im ersten Gang schafft. Der Hoppek vom letzten Jahr wäre gescheitert.

An der Villa do Sol gibt es Kaffee, den Sonnenuntergang und wir fangen an zu packen.
Nützt ja nix. Morgen geht es nach Hause. Die Hürden von einreiseanmeldung.de und Eurowings mit Hochladen von Zertifikaten und Dokumenten können wir erfolgreich meistern.


Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Do 13.01.2022 – Tag #13 – Teleférico

Ihr glaubt es nicht. Schon wieder prachtvolles Wetter. Was für ein Glück!
Bei schönem Wetter soll es heute Teleférico, die Seilbahn werden. Michael hatte die empfohlen und wir hatten schon letztes Jahr Freude an dem Tipp.
Wir kurven ans westliche Ende der Insel. Da geht es mit der Seilbahn fast senkrecht die Steilküste nach unten ans Meer. Bei Sonne und gutem Wetter ist das besonders schön.
Es ist nicht so voll, wie befürchtet. Wir kommen schnell dran. Wir sind zu viert in der kleinen Kabine. Es ist atemberaubend, wie nah wir der Felswand sind und wie steil es abwärts geht. Wäre das Heckfenster offen, könnten wir Blumen pflücken.
Das kleine Areal unten wurde offenbar mal heftig und nun kaum landwirtschaftlich genutzt. Was muss das für eine Plackerei gewesen sein von der Arbeit hier unten zu leben. Auch jetzt gibt es Hütten hier und eine Lastenseilbahn. Wie gut habe ich es doch mit weichen Flingern auf einer Tastatur rumtippen zu dürfen!
Wellen brechen auf das steinige Ufer. Besonders schön ist es, wenn die Gischt einen kleinen Regenbogen befeuert. Aber die Sonne muss gerade wolkenfreie Sicht haben und die Wellen im richtigen Winkel anlaufen. Das klappt nicht immer.
Wir wandern das kleine Fleckchen hier unten ab. Großartige Felsen begrenzen es. Schilf wächst hier. Hin und wieder kommt die Sonne durch die Wolken. Salzige Gischt zieht die Steilküste hoch. Ein Arbeiter liegt auf einer Matte und schläft.
Wir kehren zur Talstation zurück und fahren hoch. M* gibt noch einen Kaffee aus. Dann soll es zurück gehen.
Aber M* hat noch nicht genug. Ich setze sie an einer Levada aus und sammle sie eine Stunde später im Wald wieder ein. Jetzt ist genug! Auch für M*. Kurz Einkaufen, dann zurück zur Villa do Sol.
Um 19 Uhr habe ich noch zwei Stunden Sitzung mit dem Vorstand des Pfarrgemeinderats. Das ist gut und konstruktiv. Ohne Pandemie hätten wir die Möglichkeit nicht erarbeitet, die Sitzung online zu machen und ich hätte nicht teilnehmen können. (Man muss auch das Positive sehen!).

Nachtrag Reiserätsel.
Die erste vollständige Lösung ist eingetroffen. Meine Schwester V* bekommt 10 Punkte. M*’s Onkel B* knabbert noch an der 10. Ich bin gespannt.
Wenn ich zu Hause bin, zeige ich hier alle gefundenen Lösungen und verweise, auf den Ursprung des Rätsels.
Vielleicht als Tipp: Es reicht auf 3 oder 9 zu kommen. Mit ein oder zwei Operationen kommt man von da jeweils zur 6.


Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Mi 12.01.2022 – Tag #12 – Levada Nova

Es hat doch tatsächlich Wolken. Wie ungewöhnlich. Wir lassen uns davon nicht lange verwirren und frühstücken trotzdem auf der Terrasse. Das überzeugt offenbar die Sonne und sie schaut ab und zu vorbei.
Nach der langen Wanderung gestern, soll es was leichtes sein heute und wir nehmen die Levada Nova. Die ist nicht weit weg und wir kennen sie schon vom letzten Jahr.
Wir gehen vom Mittelpunkt am Ende des Tals erst die eine Seite ab, dann die andere. Die Levada ist doch was ausgesetzter, als ich in Erinnerung habe. Ein paar Meter geht es hier und da doch ungeschützt in die Tiefe. Nicht lebensgefährlich, aber doch unangenehm tief. Aber ich meistere die Stellen gut. M* macht das nichts, sie schwebt dahin.
Die Levada bietet hier und da schöne Blicke ins Tal und hinaus aufs Meer, was weiter hinten leuchtet.
Eine Hummel strammpelt in der schnell fließenden Levada. Ich habe nur einen Versuch. Es gelingt. Ich fische sie raus. Kaum will ich sie absetzen, startet sie mit tiefem Brummen grußlos an mir vorbei in den Tag. Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.
Wir fahren Tanken und dann runter in unser Heimdörfchen Ponta do Sol. Hier wird gerade die Weihnachtsbeleuchtung abmontiert. Leitern, Akkuschrauber und viele Männer sind im Einsatz. Die riesige Krippe steht noch und ich finde, warum nur legt Maria das Kind so offen und wenig bedeckt in eine Krippe, statt es im Arm zu halten, es zu wärmen und zu beschützen? Meine Mutter hat mich jedenfalls nicht fast nackt zur Schau gestellt. Warum sollte Maria es tun?
(Ich habe schon ein paarmal Krippen „umgebaut“, damit Jesus nicht frieren muss und Maria ihr Kind bei sich hat, aber hier geht es gerade nicht.) Aber wir kommen wieder!
Wir fahren hoch zur Villa do Sol, trinken Kaffee und schauen aufs Meer und den wolkigen Sonnenuntergang.


Weihnachtsmann im Abbau.

Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Di 11.01.2022 – Tag #11 – Ponta de São Lourenço

Das Wetter ist schön und beständig und wir schicken eine Prise davon zu C* südlich von München!
Bei gutem Wetter wollen wir heute nochmal die Wanderung an der Ponta de São Lourenço probieren. Letztes Jahr war es da nass, rutschig, voller Wasser und dann kamen auch noch Regen und Wind.
Heute sieht es viel besser aus, aber der volle Parkplatz sagt: viele Touris sind unterwegs. Wir sind am äußersten Ostende von Madeira. Hier ist es steil, felsig, grün und es sieht aus, wie in Schottland.
Der Weg ist trocken und gut, wir kommen gut voran. Den meisten Menschen, die entgegen kommen kann man gut mit Abstand ausweichen, aber ein paar sind penetrant oder ignorant. Ich ziehe dann meine Maske an.
Die Aussicht ist atemberaubenden. In jeder Richtung. Das Meer glitzert, die Vulkanfelsen leuchten rot, mal gelb, mal braun. Dazu kommt das fette Grün. Wunderbare Kontraste. Silberne Skelette von Disteln stehen hier und da am Weg. Magentafarbene Blumen tupfen das Wiesengrün. Noch nie gesehen.
Ein paar Stellen sind eng, steil geht es hundert Meter nach unten. Es gibt aber Sicherungsseile, auch die drei Mitglieder der Badelatschenfraktion, die wir sehen kommen hier problemlos weiter.
Wir erreichen die Halbinsel Ponta de São Lourenço. Etwas abseits nehmen wir von den leckeren, geschenkten Plantagenbananen. Dann geht es zurück. Neue Aussichten, neue Schönheiten. Die Wolken, der Himmel und die Landschaft strengen sich an, alle paar Schritte ganz neu auszusehen. Wir sind schon privilegiert und dankbar, das erleben zu dürfen!
Vor uns rüttelt plötzlich ein Falke in der Luft. Unfassbar nah. Die Kamera ist gerade im Rucksack. Pech. Ich nehme das iPhone. Toller Vogel. Er stürzt sich auf etwas. Aber als er sich wieder erhebt, sind seine Fänge leer. Das Glück des Einen ist das Pech des Anderen. Etwas abgekämpft sind wir dann schließlich zurück am Auto.
Es geht die VR1 zurück nach Ribeira Brava, kurz Einkaufen, dann zur Villa do Sol. Zum Sonnenuntergang sitzen wir auf der Terrasse. Was für ein schöner Tag!


Nachtrag Reise Rätsel!

Vor ein paar Tagen bin ich im Internet auf folgendes mathematische Rätsel gestoßen. Heute bei der Wanderung habe ich die letzten Gleichungen lösen können. Probiert es auch mal!

Als kleine Hilfe: 2+2+2 = 6 (ist ja leicht). Und das !- Zeichen ist der Operator für Fakultät. Mit z.B. 5! = 5*4*3*2*1 = 120. Und 0! = 1.

Viel Spaß!

Für vollständige Lösung meiner ehemaligen NachhilfeschülerInnen gebe ich einen aus.

Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Mo 10.01.2022 – Tag #10 – Monte

Schon wieder prächtiges Wetter. Wir haben ein Leben!
Ich schreibe ein paar dienstliche Mails, aber in Ruhe und mit Kaffee in der Sonne.
Nach dem Frühstück wollen wir zu Vereda dos Balcões. Das ist eine viel besuchte Aussichtsplattform, die mit einem knappen Spaziergang erreichbar ist. Wir kreuzen über die Autobahn VR1 nach Funchal und dann steil den Berg hoch. Dann geht es durch Fichtenwald und durch leeres, wohl verbranntes Gelände. War hier der Waldbrand 2016?
Wir parken und laufen 20 Minuten zur Vereda dos Balcões. Der ‚Balkon‘ liegt auf einem so steilen Felsen, dass ich mir die Konstruktion lieber nicht anschauen mag. Den Eingang bewacht eine Katze, die sich Streicheleinheiten bei Touris abholt. Klappt gut.
Viele Madeira-Buchfinken (Fringilla coelebs maderensis) bevölkern den Balcões. Sie sind scharf auf Vogelfutter, was wohl ein paar Touris mitbringen. Man kommt nah genug heran, um gute Aufnahmen zu bekommen. Die Aussicht ist auch super. Aber es kommen weitere Gruppen und wir trollen uns.
Vom Parkplatz fahren wir nach Monte. Der Wallfahrtsort liegt hoch über Funchal und wir besichtigen die Kirche Nossa Senhora do Monte – unsere liebe Frau von Monte. In dem kleinen noch ganz weihnachtlichen Kirchlein ist das Grab des letzten Kaisers von Österreich – Karl I. Hier heißt er Carlos d’Áustria.
Unterhalb der Kirche ist der Startplatz der Korbschlitten – Carro de cesto. Zwei Männer – Carreiros lenken den Schlitten die steilen Straßen hinab nach Funchal. Es gibt kein Steuer. Die Carreiros stehen hinten auf dem Schlitten und bremsen und schieben entsprechend.
Das ist nix für mich. Ich bin mehr Astronom, nicht Astronaut. Wenn ihr versteht, was ich meine.
Wir besichtigen noch den schönen Garten Parque Municipal Leite Monteiro. Dann geht es zum Einkaufen und nach Hause. Das Meer und die Sonne verwöhnen uns mit einem weiteren schönen Sonnenuntergang.


Madeira-Buchfink

Nossa Senhora do Monte

Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

So 09.01.2022 – Tag #9 – Levada da Ribeira da Janela

Wir freuen uns, dass wir bis jetzt jeden Tag auf der Terrasse frühstücken konnten. So auch heute. Es ist sonnig und warm genug.
Um 12 Uhr sind wir in Prazeres und der Sonntags-Markt hat diesmal offen. Es gibt lokale Produkte und M* ersteht Avocado, Rübchen, eine Blüte, Sternfrucht, Maracuja und Papaya. Mango, also DIE Lecker-Mango gibt es nicht. Bisher haben wir nur Importe aus Brasilien gesehen. Sowas kaufen wir aber nicht.
Wir fahren über die Hochebene. Kühe grasen hier neben der Straße und man will langsam fahren. Wir halten dann an der Levada da Ribeira da Janela. Die kennen wir noch nicht. Also los!
Auch hier geht es in den tiefen Urwald von Madeira. Die Levada ist fast überall in den steilen Hang gegraben und ich muss mich ein paarmal am Schwindel vor der Tiefe vorbei konzentrieren. Aber es geht. M* kann das besser. Sie springt wie ein junges Reh dahin. Ein Hoch auf die Bautrupps und Ingenieure, die diese Levada schufen.
Die Vegetation ist feucht, knallig grün, es gibt Lorbeer und am Anfang auch Eukalyptus. Die Levada ist tief, voller Wasser und ich setze meine Füße sorgfältig. Wer da reinfällt, hat nicht nur nasse Schuhe.
Nach 5 km erreichen wir das Ende. Ein wildes Tal. Hier möchte man nicht bei einem Unwetter sein. Es geht noch ein Tunnel weiter, aber nicht mehr der Kanal.
Wir wenden und wandern zum Auto zurück.
Tolle Levada. Kommt auf einen Spitzenplatz. Wirklich wunderschön!

Zum Sundowner sind wir zurück in der Villa. Ein Dunstschleier liegt vor der Sonne. Ist das Calima, also Saharastaub?


Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Sa 08.01.2022 – Tag #8 – Ponta do Sol

Heute ist es ruhig. Also so richtig ruhig. Pause. Nixi. Gar nixi.

Wir frühstücken gemütlich in der Sonne.

Da M*, die Fleißige ein paar Verwaltungsarbeiten macht, mache ich auch ein bisschen was und schreibe Mails. Dann schaue ich wieder aufs blaue Meer.

Dann wird es plötzlich hektisch. EINKAUFEN!

Wir fahren nach Ribeira Brava zu dem großen Supermarkt. Vorher entsorgen wir Papier und Leergut.

Ich schaue hauptsächlich, was es hier für spannende Dinge gibt. Z.b. Stockfisch aus Norwegen. Sieht aus, wie der aus Kjøllefjord. Oder Bier, was immer einen deutsch klingenden Namen braucht: Adlerbrau oder Gutbier (ein ziemlich doofer Feldwebel in Neumünster hieß so – O* und S* werden sich erinnern). DAS Bier kaufe ich schon mal nicht!

Das Anstehen an der Kasse braucht Geduld. Die haben wir – schon fast.

Ab nach Hause. Es gibt Kaffee und Teilchen und Sonnenuntergang.

Und ich schaue auf das Meer und frage mich, ob man früher wirklich dachte, die Erde ist eine Scheibe? Ist es mit etwas Beobachtung nicht viel einfacher eine Kugel anzunehmen, um die Fakten zur erklären?

Und ich verstehe Cristoforo Colombo der nach Westen wollte, immer in den Sonnenuntergang. Was liegt hinter dem Horizont und was dahinter? Und was kommt dann?

Was für eine Leistung, in den Sonnenuntergang zu segeln. Immer weiter. Und nicht groß zu fragen, was passiert, wenn es immer noch einen Horizont über dem Meer gibt, wenn das Wasser endet?

Die Sonne versinkt hinter Wolken. Wunderschön! M* ruft zum Abendessen.

https://youtu.be/WInr38_Fu4U

Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Fr 07.01.2022 – Tag #7 – Fanal und Ausrüstung

Ausrüstung ist keine Schande. Sie hilft in Notsituationen Deine Handlungsmöglichkeiten zu erweitern!
Daran muss ich denken, als wir Olaf (Name von der Redaktion geändert), einen Skandinavier einladen. Es regnet stark, der Wind pfeift, 10 Grad. Olaf’s Frau und zwei Kinder stehen auch an der Straße, kurze Hosen, dünne T-Shirts und Plastikregencape. Sie hatten das Anhalterzeichen gemacht und wir hatten kurz überlegt, dann aber gedacht, vier Personen passen nicht auf die Rückbank. Als M* sagt, eine Person mitnehmen reicht doch, wir fahren sie zu deren Auto, sind wir schon vorbei. Ich wende und wir laden Olaf ein. Mutter und die zwei Teenager bleiben zurück. Olaf muss sich erst auf einer Karte orientieren, er hat zwar ein Handy, aber darauf keine Karte, kein GPS, er rät ein bisschen, wo er hin muss. Sie sind schon eine Weile unterwegs, haben dann im schlechten Wetter die Orientierung verloren. Und sie haben keinerlei Ausrüstung dabei. Kein Rucksack, keine Jacken für die Kinder (sie sind hart im nehmen, sagt Olaf), kein Wasser, kein GPS auf dem Smartphone.
Tja und ich denke mir da: Ausrüstung ist keine Schande. GoogleMaps (und Konsorten), ein Rucksack mit Pullovern, Wasser und was zu essen kann man doch mühelos dabei haben.
Immerhin war die Strategie zu einer Straße zu gehen gut und erfolgreich. Und hätten wir nicht angehalten, bis zum Einbruch der Dunkelheit, wären schon noch ein paar Autos gekommen!
Wir fahren ziemlich lange, bis wir Olaf absetzen. Du meine Güte, die sind heute ordentlich weit gelaufen! Thank you und Olaf geht zu seinem Fiat 500.
M* und ich diskutieren ein bisschen. Warum sind sie nicht umgekehrt, als das schlechte Wetter kam? Warum kein GPS, was auch bei Nebel und Nacht zum Auto zurück weisen kann? Warum nicht gegen Kälte ausgerüstet? Kälte bedroht am heftigsten! Nur ein oder zwei unglückliche Umstände mehr und sowas geht ins Auge.

Es klingelt heute früh an der Haustür, eine Dame überreicht M* erntefrische Bananen aus der Plantage von gegenüber. Ofenfrisch sozusagen. Das ist aber nett! Obrigada!
Beim Frühstück denken wir: Die Regenwahrscheinlichkeit ist nicht so hoch, wir probieren den Zauberwald. Lass uns hoch zum Posto Florestal und von Fanal nach Fio wandern.
Wir fahren also auf das Dach von Madeira. Die Strecke, wo unser Fiat 500 letztes Jahr so jaulen musste, nimmt der Fiesta deutlich besser. Erster Gang, aber ich muss ihn nicht so quälen.
Hier oben stehen uralte Lorbeerbäume. Groß, windschief knorrig mit Moos und Farn bewachen. Hier wohnen Elfen und Trolle, es ist der Zauberwald.
Es ist neblig und die Feuchtigkeit des Nebels geht jetzt in Nieselregen über, der von allen Seiten zugleich zu kommen scheint. Doof wird es an der Abbruchkante zur Küste. Hier pfeift ein ordentlicher Wind und meine Hose ist nach 30 Sekunden triefnass. M* hat ihre Fahrradregenhose an, sie hat nur nasse Schuhe.
Wir wenden. So macht das keinen großen Spaß. Wir testen noch zwei andere Wege, aber es ist zu viel Wind. Wir werden nur noch nässer. Frei laufende Kühe schauen uns an. Ihnen macht das Wetter nix. Okay. Abbruch. Was ist Plan B?
Runter ans Meer und in die Sonne. Auf nach Madalena do Mar.
Es regnet die ganze Zeit ganz ordentlich. Da winken plötzlich zwei kurzhosige Erwachsene an der Straße. Olaf und Familie.

Wir fahren sehr steil nach unten zum Meer. Zum Teil hat es 32% Gefälle. Ich bleibe vorsichtig.
Wir drehen eine Runde am Meer entlang. Draußen scheint die Sonne und es ist gut 10 Grad wärmer, als oben bei Fanal. Wir lassen ein paar Bars und Restaurants an der Promenade liegen. Zu wenig Einheimische. Wir kaufen noch ein und fahren mit Kuchen im Gepäck zur Villa do Sol.
Ein schöner Sonnenuntergang beendet den Tag und ich denke über mein Leben nach und was man wann im Leben an Ausrüstung dabei haben sollte und was nicht.


Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Do 06.01.2022 – Tag #6 – Funchal

Nach der heftigen Wanderung gestern lassen wir es erstmal ruhig angehen. Kaffee, Yoga und Frühstück in der Sonne. Ein paar kleine Boote tummeln sich auf dem Meer und ein paar Kanarienvögel besuchen unsere Stromleitung am Haus.
Um 14:30h ist genug ausgeruht. Auf geht’s. Ein paar Gärten in Funchal und die Weihnachtsbeleuchtung wollen besichtigt werden.
Der Drachenbaumgarten ist ein Witz. Winzig, kein Zugang und eher ein Privatgrundstück mit drei Drachenbäumen. Wir fahren sofort wieder. Jetzt geht es zum Palheiro Garden. Da ist alles okay. Eintritt, groß, gepflegt und es gibt ein Teahouse. Wir nehmen Earl Grey und ein Stück Kuchen.
Die Sonne senkt sich und wir wollen noch die Weihnachtsbeleuchtung in Funchal sehen. Heute ist Epiphanias und sie wird bald abgebaut. Wir starten also wieder, halten aber nochmal an der Snackbar der Estrada da Boa Nova. Nur Einheimische sitzen hier (ein gutes Zeichen), der Fernseher zeigt Fußball, Copa del Ray. Also spanischen Fußball, nicht portugiesischen.
Wir nehmen wieder Prego especial und sind glücklich. Diesmal kommt zum Steak (wir sind hier oben weit genug weg vom Meer und müssen keinen Prego mit Fisch essen!) noch gebratener Speck dazu. Ein Gedicht! Ich liebe Snackbars auf Madeira!
Wir stürzen uns satt und voller Knoblauch den Hang runter zur Marina. Wir parken bei CR7. Zwei fette Kreuzfahrer liegen hier am Kai. Die Vasco da Gama und die Marella Explorer. Passagiere sehen wir nicht. Sind die alle an Bord? Oder sind es so wenige, dass sie nicht auffallen?
Wir drehen eine ausführliche Runde durch den Parque Santa Catarina und durch die Altstadt von Funchal. Die Weihnachtsbeleuchtung ist fantastisch, klar besser als in Vigo. Sie ist immer noch prachtvoll und großartig. Aber so überwältigt, wie letztes Jahr sind wir nicht mehr.
Wir drehen eine ausführliche Runde, genießen das Spektakel, gehen zweimal durch den Lichttunnel ‚Natal Madeira‘ und kehren zum Auto und zur Villa do Sol zurück.


Veröffentlicht unter Madeira | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen