17.01.2017 Anaga-Gebirge

Tag #6

Während M* Yoga macht und die Sonne vom Himmel lacht, erforsche ich die Abhängigkeit des Brotpreises vom Wochentag. Señor ist da, aber er flüchtet, als ich komme. Es gibt im Roque noch zwei Brote (hurra!), ich nehme eins. Und? Genau 60 Cent. Ich notiere Dienstag-60. Ich muss unbedingt mal nen Fachmann von Merzenich dazu befragen. Der Markt schwankt mit den Preisen.

Beim Leckerfrühstück tagt die Planungskommission. Es wird das Anaga-Gebirge vorgeschlagen. 3:0. Okeeee machen wir.

Der Meisterfahrer Diego fährt bis zum Mirador de Jardina. Hier hat es einen Blick über fast die ganze Insel und sogar El Teide gibt sich die Ehre und zeigt sich. Frühlinghaftes Grün, gelbe Blumen, Sonnenschein, ein schöner Tag.

Bis zum Parkplatz La Ensillada an der TF123 fährt nun M*, sie kann das geöchels einfach besser.

Hier startet nun die Tour Rother-No60. Eine Wanderung durch den Lorbeerwald und die schönste Waldwanderung überhaupt. Der Lorbeerwald war im Tertiär in Europa verbreitet und so sieht er auch aus. Moos und Flechten an den Bäumen, Feen und Elfen, wenn man ruhig ist und den Atem anhält, dichtes Unterholz, riesige Farne, Lorbeerbäume und Erika.

Wir steigen den Pfad Ensillada hoch, bis zum Gipfel Roque Chinobre (909m). Eine tolle Aussicht belohnt uns. Kantige Gipfel, grüne Rücken, Licht- und Schattenspiele, kleine bunte Dörfchen kleben am Fels, tief unter uns rauscht das Meer, Felsen mit weißen Schaumringen in tiefem Blau. Wir übersehen die ganze nordöstliche Inselspitze.

Durch das dichte Grün gehen wir auf schmalem, manchmal glitschigem Pfad weiter und weiter. Flechten und Moose an den Bäumen erinnern an Zauberwelten, über Echsen, Schlangen und riesige Insekten wunderte man sich nicht.

Wir erreichen den Aussichtspunkt Cabezo del Tejo. Unendliche Weiten, eine fantastische Sicht auf das Gebirge, die Felsen und das Meer. Zum Niederknien schön.

Nun ist der Weg eine Forstpiste und die Felswand zur Rechten ist durchweg grün bemost, befarnt oder bewachsen. Hin und wieder Löwenzahn canariensis oder Glockenblumen. Sogar „Lianen“ aus Brombeer. Was für eine Welt!

Nach 14.1 km, 15600 Schritten oder 3h sind wir zurück am Auto. Schade! Der beste Wald meines Lebens!

Jetzt geht es runter vom Berg, aber nach Süden. Wir fahren nach San Andrés. Hier hat es weißen Sandstrand, Sand extra von der Sahara angekarrt (das ist Marketing). Alle sonstigen Strände der Insel sind schwarz. Wir machen ein gemütliches Auslaufen mit den Füßen im Wasser.

Vor der Küste von San Andrés liegen (nach der Klassifikation von A.Cremer) Spezialschiffe, dazu eine Ölbohrplattform. Bohren die hier nach Öl? Was ist hier los? Sieht jedenfalls mächtig beeindruckend aus. Hoffen wir mal, dass nichts schief geht!

Über Santa Cruz, Puerto Cruz und Einkaufsstopp geht es zurück nach Las Aguas.

Ein toller Tag! Wir sind sehr dankbar.

Aussicht von Mirador de Jardina. El Teide im Dunst.

Lorbeerwald.

Aussicht vom Roque Chinobre.

Moos, Flechten und schweres Grün.

Aussicht vom Cabezo del Tejo die Nordküste entlang.

Farne und Prinzessin im Zauberwald.

San Andrés zum Sonnenuntergang.

Spezialschiff vor der Küste.

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16.01.2017 Punta de Teno

Tag #5

Als ich mich erhebe, strahlt die Sonne und M* ist verschwunden. Als ich Kaffee fertig habe, sehe ich Yoga-Schatten an der nachbarlichen Hauswand. Aha. Alles im Lot.

Ich mache die Morgenrunde mit Meer und Brotpreiskunde. „Fin“. Alt widder? Jo. Señora erklärt es dem weißhaarigen Señor, der mit Kumpel wohl auf ein Schwätzchen da ist. Er erklärt es mir dann auf Englisch: „We have no bread, because we have no bread!“. Und dann strahlt er, als hätte er das Kuhrennen gestern gewonnen und eine Umarmung von Letizia Ortiz Rocasolano erhalten. Ah! Das verstehe ich. Ich nehme nochmal zwei Anisbrote, die aber heute kein Anis enthalten. Dafür zahle ich 94 Cent. Ich freue mich auf morgen 🙂 So ein Brotkauf ist auch ein Abenteuer und will abgefreut werden.

Die Planungskommission stimmt bei einer Enthaltung mit zwei Stimmen für Punta de Teno. (M* hat heute zwei Stimmen, ich eine).

Nach leckerem Frühstück in der Sonne, geht es an unserer Nordküste zum westlichsten Punkt der Insel. Dort steht der Leuchtturm Punta de Teno.

Aber zuvor gibt es eine klein geplante Wanderung (also eher ein Spaziergang), man kann ja nicht nur im Auto sitzen und rumstehen. M* hat Rother-No24 als Tour ausgesucht, die ist praktisch gleich vor dem Teno. Als ich sehe, dass das gedachte flache Land ein steiler Berg ist, flaut es mir in den Magen. Ich beiße die Zähne zusammen und es geht steil bergan. Und dann bergauf und dann hoch. Tolle Aussichten auf den Teno hat es ja von hier oben. Schön schön. Der Abzweig, den wir nehmen wollten kommt irgendwie nicht, dafür kommt ein Paar, welches einem Volk der Alpen angehört und sie geben gerne Auskunft. Bisch zur Kanten, geht’s noch n Stündchen stäl bergaufi :-). Und fröhlich klappern sie mit ihren Stöcken zu Tal. Ach jeeeee.

Wir drehen um. (Aber so, dass es die Zwei nicht merken). Alles wieder zurück. M* ist ganz zerknirscht, es sollte doch ne schöne Wanderung werden. War es doch, nur halt anders als gedacht.

Immerhin sind wir gut durchgewärmt.

Ich mache Bilder von den Teno-Leuchttürmen (alt und neu) und von der fantastischen Aussicht auf Acantilados de los Gigantes, die Steilküste, die hier 450 Meter ins Meer fällt.

Dank Yoga haben wir Kaiserinnenwetter und warm ist uns auch, so nutzen wir die Gelegenheit, um an der Teno-Bucht ein Bad zu nehmen. Ich denke, das schwer-klare Wasser hat 18 Grad und wir paddeln ein bisschen in der Bucht. Ich meine auch meinen alten Freund, den Paten zu sehen, ist er von Malle bis hierher geschwommen? Auch B* sehe ich, sanftes Wassertreten ist ja gut für die Schulter. 🙂

Wir halten unsere schönen Körper noch ne Weile in die Sonne und schauen den Glitzerfischen, den Wellen, dem Blau und dem Atlantik bei der Arbeit zu.

Dann geht es heim. Jedoch zuvor legen wir eine Pause am Mirador de la Monja ein. Ein Aussichtspunkt an einer kleine Traumstraße, die hier mutige Arbeiter in den Fels und in die Berge gebaut haben. Hoch über den Wellen, senkrecht fällt die Wand nach unten und es gibt tolle Ausblicke vom Mirador. Die Straße war früher eine üble Piste, jetzt ist sie neu geteert. Kann man nicht meckern!

In Las Aguas ist es wolkig. Super, wieder mal alles richtig gemacht heute.

Aufstieg. Erst sanft.

Blick auf Punta de Teno von weiter oben.

Der Leuchtturm.

Badebucht und Acantilados de los Gigantes dahinter.

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15.01.2017 Tacoronte, Punta del Hidalgo und Bajamar

Tag #4

Ich bin erstaunt, dass Yoga heute im Wohnzimmer stattfindet. Wie soll da die Sonne wissen, wo wir hinwollen und wo ein paar Sonnenstrahlen doch nett wären?

Als ich mir die Beine vertrete und nach dem Meer schaue, ist der Himmel wolkig. Kein Wunder, denke ich mir. Kein Sonnenterrassen-Yoga, keine Sonne. Tssss. (Ich hoffe, Sonne ist bei Euch!)

Im Roque will ich Brot kaufen, aber es ist „fin“. Ich muss Croissants und Anisbrot nehmen. 1,27€. Da geht unser Brotpreis-Ratespiel erst morgen weiter.

Wir frühstücken drinnen, da muss man auch nicht so weit laufen, um die Leckereien auf dem Tisch zu haben.

Wir entschließen uns, nach Tacoronte zu fahren. Da trifft sich sonntags die Insel, denn dann ist Markt. Vor Verkehrschaos warnt die Reiseführerin. Okeeee. Ich hatte Chaostheorie bei Prof. Eilenberger, da kann man was aushalten …

Es geht die Autobahn nach Norden, dann links ab nach Tacoronte. Es ist voll, aber kein Chaos. Parkplätze sind eng, aber M* hat Gespür für Seiten-Seiten-Straßen und wir finden ein hübsches Plätzchen für das Wägelchen.

Der Markt ist garnicht die Attraktion, sondern ein Kuh- und Stierwettbewerb. 50-80 braune, z.T. riesige Kühe und Stiere sind angebunden. Viele paarweise unter einem Joch. Dazu gibt es ein Feld mit Parcours, wo jeweils ein Gespann einen Holzschlitten mit Sandsäcken zieht. Offenbar wird die Zeit für eine Runde gestoppt. Jeweils eine Hirtin oder ein Hirt dirigieren mit Stock und Geschrei ihr Gespann. Es ist fantastisch. Eine Ernsthaftigkeit liegt über allem, als ginge es ums Überleben, nicht um Spiel.

Eine wahnsinns Kraft geht von den Tieren aus. Da sind Bullen, die am Rücken bis zu 2m hoch sind. Gigantische Muskeln. Toll anzusehen. Und alle Tiere ganz ruhig, ganz friedlich. Fast noch besser sind die Hirten (eine Hirtin unter ca. 30-50 Männern). Sie strahlen ruhige Kompetenz aus und vor allem Stolz. Sie dirigieren ihre Muskeltiere mit ihrem Stock und dem Seil am Nasenring, als wäre es ganz leicht und einfach. Wenns leicht aussieht ist es schwer!

Die alten Hirten vor allem haben Gesichter, die aussehen, als wären sie viel draußen, viel allein und nur der Horizont oder der Atlantik wäre ihre Grenze. Ich hätte gerne Aufnahmen von ihnen gemacht, also Bilder, richtige Bilder … Tolle Menschen!! Ich bin von allem schwer beeindruckt. Rein zufällig sind wir auf dieses Fest gestoßen.

Nach genug Gespannen, gehen wir dann doch in die Markthalle. M* kauft ein paar Teile, auf die ich nicht so achte, die aber grün waren.

Dann nochmal zu den Stieren und Kühen. Jetzt ist plötzlich auch Galopp zu sehen. Was für großes Kino!

Wir reißen uns schließlich los und fahren noch bis zum Punta del Hidalgo. Wir parken am Meer und gehen zum Leuchtturm und weiter bis zum Ende des Wegs. Eine Motocrossanlage hier ist neu.

Wir konzentrieren uns aber auf das Meer, das Spiel der Wellen, das Blau und Grün, die Sonnenstrahlen und neue Vögel. Wir sehen einen Seidenreiher mit (riesigen) grünen Füßen und einen Regenbrachvogel. Ob die hier nur über Winter zu Besuch sind?

Dann geht es nach Bajamar. Da es gestern etwas windig war, schlägt hier eine schwer-gute Brandung an. Und weil es hier eine Kaimauer und einen kleinen Leuchtturm gibt, donnern Schaumfontänen krachend daran in die Höhe und man kann gute Bilder einfangen. M* geht Kaffee trinken, ich banne großartige Natur auf Speicherkarten. Was für ein Vergnügen. Alle so 10-15 Minuten kommen drei riesige Brecher hintereinander. Hei, was für ein Spektakel. Dazu Gegenlicht, Wolken mit Sonnenstrahlen in der diesigen Luft. Das hat alles das Zeug für wirkliche Meisterwerke. Ich hoffe ich habe ein paar dabei heute.

Vielleicht will ich hier mal ein paar Monate verbringen!?

Dann geht es zurück nach Las Aguas.

Was für ein schöner Tag heute!

Hirtin mit Gespann.

Punta del Hidalgo.

Welle bricht an der Kaimauer von Bajamar.

Noch eine.

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14.01.2017 Icod de los Vinos und Garachico

Tag #3

Es sieht wieder schwer nach Sonne aus. Wahrscheinlich ist Yoga nichts anderes, als der Sonne sagen, was sie tun soll. Und das macht M* gründlich. So gründlich, dass ich mir gleich mal die Beine vertreten möchte. Und wenn ich schon mal draußen bin, kann ich ja auch nach dem Meer schauen – ist noch da – und Brot kaufen. Heute kostet ein Brot 63 Cent. Gestern kosteten zwei Brote 120 Cent. Jetzt ist die spannende Frage: Was kostet ein Brot morgen?

Als ich zum Frühstück zurück bin, ist von Frühstück nichts zu sehen und mein Sternchen säuselt, ob sie wohl mal mein Smartphone zum telefonieren haben könne, ihres sei wegen eines Whatsapp-IP-Schadens 404 gerade — hach Schatzebobbes, das ist alles furchtbar kompliziert und der Markt fliegt mit den Preisen — und jedenfalls, Jaha!!? geht das? Säusel?

Ich bin mal großzügig.

Was mache ICH jetzt?

Kaffee!

Noch ne Kanne. Und wo ich schonmal hier auf der Speiseterrasse bin, kann ich ja auch gleich den Tisch decken. Alpha und Omega hole ich auch noch aus der Küche, während oben auf der Sonnenterrasse süße Worte über süße Babys und glückliche Mütter durch mein Smartphone rauschen.

Am frühen Nachmittag ist es dann soweit und meine liebste Lebenskameradin säuselt um mich rum und schenkt MIR (mal) ihr liebstes Sternelächeln und ich bekomme mein halbleeres Smartphone wieder und es gibt juchee endlich Frühstück. Das wärmt mir Herz und Magen! Kann ein Tag schöner beginnen?

Leider muss ich jetzt doch noch ne kleine IT-Pause einlegen. Router, Alarmanlage und Heizungssteuerung erwarten meinen Besuch und meine Befehle. Und meine 12kg IT-Geräte wollen ja auch mal ihre Wichtigkeit zeigen.

Nur Minuten später ist das fast positiv erledigt (ja SOO macht man das!) und wir brechen auf.

Diego (also ich) geometrisiert das Leihwägelchen aus der Garage rückwärts auf das schmale Gässchen, wärend M* begeistert durch Winken und internationale Zeichen die schlimmsten Kollisionen zu vermeiden sucht. Erfolgreich versteht sich! Danke M*!

Wir fahren nach Icod del Vino, wo es Drago den Drachenbaum gibt. Über den Trubel um den Drago schrieb ich einst (https://flohblog.wordpress.com/2014/02/20/icod-de-los-vinos-tag-12/). Es ist was leerer heute, als vor drei Jahren, aber der Drago steht, wie ne Eins, alle Touris smartphonen das Teil und niemand zahlt Eintritt, um den Drago von nahem zu sehen, weil die beste Aussicht vom Kirchplatz gegeben ist.

Wir durchstreifen das Städtchen und erfreuen uns an der kanarischen Bauweise und den hübschen Häusern.

Viel Neues ist nicht zu sehen und so fahren wir weiter nach Garachico (https://flohblog.wordpress.com/2014/02/14/garachico-tag-6/) und auch hier finden wir alles angenehm wieder. Nach Bummel und einer kulinarischen Kleinpause, wenden wir uns nach Hause, nicht ohne zwei Supermärkte geplündert zu haben.

Es folgt ein Sterneabendessen unter Sternhimmel (nur Venus zeigt sich), ein Telefonat (darf ich nochmal Dein Smartphone – aber gerne) mit Mama E* und Vorlesen über den ersten Walfisch von Lorenz Petersen de Haan.

Das Meer ist noch da.

Der Drago. Ca. 300-400 Jahre alt.

Garachico.

Ein Päuschen. M* wählt Kuchen.

Das Café liegt in einem hübschen Innenhof.

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13.01.2017 Barranco de los Caballos

Tag #2

Ruhig! Ruhig, ganz ruhig. Das ist das Motto für den Effzeh und unser Motto für den ersten Tag.

M* begrüßt mit Yoga den neuen Tag und die Sonne, die über den Barranco de la Arena steigt. Nachdem ich schon Kaffee gemacht und alle Knöpfe am Smartphone gedrückt habe, ist der Sonnengruß immer noch nicht fertig. Na sowas. Ich klettere also ins Erdgeschoss runter, kurve um zwei Ecken und kaufe im Minimarket el Roque frisches Brot (Brötchen sind aus oder sowas gibt’s hier nicht).

Da die Sonne nun was höher steht, hat M* sie wohl losgelassen und so ist die Sonne schnell geeilt, um auf die richtige Position zu kommen.

Dann gibt es jetzt also Frühstück mit allem Alpha und Omega, was schwer seine Zeit braucht, aber auch solide Startrampe ist für alle Abenteuer des Tages. Nach Spülen, Zwischennickerchen und nochmal Kaffee rüsten wir uns zur ersten kleinen Wanderung.

Es geht am Meer lang nach Norden, ein kleiner Pfad nennt sich Camino Ribera del Mar, den geht es lang.

M* begrüßt Blumen, Sträucher, Bäume (wie alte Bekannte), ich lasse Kamera und Smartphone Aufnahmen machen und freue mich an Sonne und 21 Grad. Eine schöne Dünung kommt von Amerika herüber und spielt Trommel auf den schwarzen Lavafelsen.

Wir durchsteigen den Barranco de los Caballos und gehen noch einige hundert Meter weiter, wo es steil zum Meer hin abfällt. Hier im Barranco ist es still und so hört man das lustige Geträller von kleinen Gruppen von Kanarienvögeln, die grün, braun, gelb in den Sträuchern sitzen und uns den Tag verschönern. Da heute Weitwinkel-Tag ist, kommen sie leider nicht auf die Speicherkarte. Pech.

Der Rückweg ist so schön, wie der Hinweg, nur umgekehrt.

Im el Roque erstehen wir für 5€ eine Flasche Vino Tinto die von Santa Úrsula kommt, das ist nicht weit von hier. Der spanische Festlandsvino kostet nur 1,99€.

Wir versenden nun Nachrichten und Postkarten auf moderne Art und erfahren so, dass es kalt, kälter und nicht so angenehm ist in den deutschen Landen. Hihihihi. Neidisch sind wir nicht und freuen uns an 20 Grad und Sonne im Gesicht.

Nach dem Abendessen kommt Vorlesen. Wir sind bei Margarete Boie: Der Sylter Hahn. Eine Geschichte von Marens VorfahrInnen auf Sylt. Schön zu lesen (und bald auch fertig digitalisiert und als gemeinfreies eBook zu haben 🙂

Da der Himmel recht klar schien, will ich nochmal raus und schauen, ob ein paar Sterne auf die Speicherkarte wollen.

Blick nach Norden, die Küste entlang.

Las Aguas, unser Dörfchen.

Barranco de los Caballos

Bougainvillea vor Las Aguas.

M* bannt Datura auf die Speisekarte.

PS. Dank an D*, Datura hätte ich nicht gewusst.

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12.01.2017 Las Aguas

Das geübte Räderwerk eines vertrauten Miteinander greift ineinander und ohne viele Worte sitzen wir um 8:30h im Auto und fahren nach Troisdorf. Dort ist der Parkplatz. Ein schwerer Mercedesfahrer schließt auf, wir parken und er mercedest uns zu Terminal 2. Das hat schonmal geklappt. Checkin geht auch gut, obwohl meine Kamera und ich auf Sprengstoff getestet werden.

Cappuccino und Brötchen nehmen wir bei Kamps – Merzenich jiddet he nit. Danke J*!

Man lässt bei Airberlin in Gruppen A bis D einsteigen (wir sind in Gruppe D – logisch, also ganz hinten), aber die Ü60-Party der Mitteisenden erweckt den Eindruck, dass keine organisatorische Maßnahme geeignet ist, das Einsteigen zu beschleunigen. Wir üben uns in Geduld und hoffen, dass das kleine Baby mit seinen Eltern, gleich vor uns in der Karawane, irgendwie weit weg von uns sitzt.

Baby sitzt vorne, wir in Reihe 29. Super! Dafür sitzt ein Säugling mit Eltern gleich neben uns und ein genervtes Paar mit einem kleinen Hundchen gleich vor uns. Die Töle quietscht und jault zum herzerweichen. Armes Vieh. Wir bleiben ruhig, die Umgebung der Ü60er regelt das Hörgerät runter oder es stört sie nicht, wie Klein-Töle den strebenden Wauwau gibt.

Als wir in der Luft sind, ist Töle tot oder schläft, jedenfalls ist Ruhe an Bord. Gut so.

Ein ruhiger Flug, der auch nicht durch eine Mahlzeit gestört wird. Airberlin muss sparen, leider auch an uns. Doof nur, dass das immer im Kleingeschriebenen so versteckt wird, dass es Friedanormalkundin nicht vorher weiß. Sonst wären wir mit Picknickkorb an Bord gegangen. Tja.

Wir haben zwei Fensterplätze (aber nur, weil M* sich eine leere Reihe ergattert). So können wir beide aus dem Fenster schauen und das Licht und die unglaubliche Vielfalt von Wasserdampf in Luft genießen. Da wir bei -50Grad auf 37.000Fuß fliegen, kann man Spiegelungen der Sonne in Eiskristallen sehen, dazu Halos, Splitter von Regenbögen und Manigfaltigkeiten von Blau und Weiß. Wir sind sehr privilegiert das sehen zu dürfen!

Als ich mit Würdigungen und Fotos dazu fertig bin, haben wir Frankreich hinter uns, die Biskaya überflogen, Spanien durchquert und springen bei Lissabon ins Meer. (Lissabon? Da war doch was? Huhu D*!!!)

Jetzt geht es strack nach Süden und fast pünktlich gibt sich der 3700m hohe Pico del Teide die Ehre und zeigt sich über den Wolken. Das will sich auch die arme Töle nicht entgehen lassen und sie quietscht und bellt gegen den Lärm der Maschine an. Diese Auferstehung hätte nicht sein müssen, denke ich gelassen.

Wir umrunden den Teide, halten auf Tenerife Sud zu und landen sauber in Wärme und Sonne. Urlaub bereitet sich in uns aus.

Checkout und Mietwagen sind schnell erledigt, obwohl ein Mitglied des Teams erstmal den falschen Kleinwagen mit M*’s 23kg-Köfferchen und F*’s 12kg-Technikkistelchen belädt. Wrks.

Das richtige Auto findet sich dann doch noch und wir brausen los. Inselautobahn TF1 Richtung Santa Cruz.

Ein spanischer Lidl ist M*’s ganzes Glück und – na logisch, wir halten und bunkern Lebensmittel und Getränke.

Weiter geht’s nach Norden, dann die tricky Abfahrt auf die TF2 und rüber zur TF5. Da wir den Teil schon kennen, klappt das gut. Jetzt geht es südlich bis zum Autobahnende hinter Puerto de la Cruz und noch ein Stück. Problemlos finden wir unser Häuschen im Dorf Las Aguas. Der Meerblick könnte fantastischer sein, ja, aber er ist fantastisch genug.

Ein Picknick und ein Abendrundgang am Meer beschließen den Tag.

Alles hat gut geklappt. Super.

Ich bin feddich und muss früh ins Bett.

PS.

Danke für schöne Urlauswünsche an: M+S*, V+S*, T+H* (danke für den Gladbachwitz, den Du in nen FC-Witz umgebaut hast). An J*, D* besonders, morgen ist das Bier kalt!

An Hille! Wo bist Du denn?

An B*, gute Besserung und BvF*

An Manni! Gute Reise!

An Optimisc, schonmal im Voraus 🙂

Der Rhein zwischen Köln und Bonn.

Eine Sonnenspiegelung an (ausgerichteten) Eiskristallen in einer Eiswolke unter uns.

Tenerife mit Pico del Teide.

Der Blick an der Küste nach Süden von Las Aguas aus.

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12.01.2017 Auf nach Tenerife

Hurra! Hurra! Es geht los. M* und ich sind auf dem Weg nach Tenerife Sud. Parken und Transfer zum Flughafen hat sauber geklappt, über Rangelei am Schalter nett gelächelt, Cappuccino und Brötchen verspeist. Gleich ist Boarding. Wir freuen uns.

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Tag #16 – Passau

Und plötzlich ist es vorbei. Die MS BOLERO hat in Passau fest gemacht. Gut eine Stunde zu früh.
Beim Frühstück ist die Hölle los. Als ob sie nicht schnell genug von Bord kämen.

Wir sind da was gemütlicher. Und wir haben Zeit.

Um 9:15h gehen dann auch wir. Wir wuchten das Gepäck zum Hotel Residenz. Hier ist man so nett und großzügig uns Unterschlupf zu gewähren. Herzlichen Dank! Die Prinzessinnen ziehen nochmal los, ich bleibe zurück, wegen einer Erkältung ist mir mehr nach Ruhe.

H* kommt Mittags zurück und wir nehmen ein Taxi zum Bahnhof. Das Gepäck passt knapp rein. Alles paletti.

Der ICE ist pünktlich und schließlich sitzen wir gut.

Um 19:42 sind wir in Bonn und verabschieden H*. Claudia holt uns ab und fährt uns nach Hause.

Die Heizung läuft nicht. Die Steuerung per App „klemmt“. Dabei will ich doch ins Bett. Neue Abenteuer.

Das war die Reise der drei Prinzessinnen und mir ins Donaudelta und zurück. Es war wunderschön und wir haben viele neue Eindrücke gewonnen.
Ich danke den stillen Leserinnen und Lesern und besonders den KommentatorInnen. Ich freue mich über Kommentare immer besonders. Ein herzliches Dankeschön auch an J* und D*, die irgendwie auch dabei waren und mich via Threema unterstützten.
Den drei unvergleichlichen Prinzessinnen danke ich besonders. Es war mir ein Vergnügen!

DbmbsssSpuiwinkkk

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Tag #15 – Weißenkirchen

Flüssige Sonne nennt der Cruise-Director den Regen. Als wir kurz vor Weißenkirchen sind, gibt es diese von oben. Wir legen an. Frühstück.
Die Weihnprobenausflugsabteilung muss von Bord, um den frühen Morgen mit Wein zu begießen. Sachen gibt’s.

Wir gemütlichen das Frühstück zu Ende und starten dann einen Spaziergang in die Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau/Österreich.

Glanzlichter sollen sein: Sparkasse und Wehrkirche. Wir schauen uns die Wehrkirche an. Was ist eine Wehrkirche? Alle haben Angst vor Menschen, die nicht zu ihrer engeren Sippe gehören: sie bauen eine Mauer um die Kirche, um diese „Burg“ zu Not gemeinsam verteidigen zu können. Das gibt es hier in Weißenkirchen und Angst hatte man vor den Türken.

Eine tolle, lebendige Kirche ist zu entdecken. Gold, Bilder, Kronleuchter, Statuen, Ausgrabungen. Es gibt eine Knochenrutsche in die Krypta! Wow!

Und eine Schule, gleich an der Kirche. Freundliche Kinder winken uns zu.

Die Prinzessinnen und ich machen einen Spaziergang durch die Weinberge. Zum Teil hängen noch Trauben an den Weinstöcken.

Schön herbsten die Farben überall. Hier lohnte sicher ein längerer Aufenthalt.

Das letzte Ablegemanöver. Zum letzten Mal für uns: An der Schönen blauen Donau, die Auslaufmusik.

Ein paar Burgen, Schleusen, Klöster (Melk), zieren die Fahrt. Mittagessen, Abendessen, der 15te Tag. Wir schauen auf die Reise zurück: Es war sehr gut!

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Tag #14 – Bratislava

Ein ruhiger Morgen im gemütlich, ruhigen Rahmen. Eine Brücke, eine Schleuse in der Slowakei.

Nach dem Mittagessen geht es von Bord, wir besichtigen Edinburgh. So sieht es jedenfalls aus.

Überall Schotten in Kilt und Schmuck. Was ist hier los?
Ich frage die nächste Gruppe. Yes Soccer. Today in Trnava (diesen Ortsnamen weiß ich weder auszusprechen, noch kann ich ihn verstehen, wenn ein Schotte ihn ausspricht – Aber google hilft).
Ein respektabler, älterer Schotte mit Kilt, Jacket und Glengarry geht auf eine Gruppe KoreanerInnen zu, schüttelt der ersten (etwas verdutzten) Dame der Gruppe die Hand und sagt: „Welcome to Scotland!“ Ich liebe die Schotten!

Wir gehen weiter durch Edinbra. Schotten, Flaggen, Gesänge aus Kneipen, aber alles, nett und fröhlich. Toll. Fußball verbindet.

All the best Scotland!! (Nützt aber nichts, Slowakei-Schottland 3:0)

Ich besuche kurz die Universitätsbibliothek von Bratislava (Dienst ist Dienst), aber Eduroam der Sporthochschule Köln tuts nicht. Mist!

Während M* und E* weitergehen zu Tante Lidl, kehren H* und ich zum Schiff zurück, nicht ohne noch ein paar Glanzlichter mitzunehmen.

Abends gibt’s Empfang beim Kapitän Todor Arsenov (er hatte Urlaub und hat Ivan Kirilov abgelöst) mit Dank und Sekt.

Dann folgt das Abschiedsgaladiner. Wohl weil es morgen nicht so lange dauern soll. Aber wir haben morgen noch einen ganzen Tag an Bord.
Wir halten in Weißenkirchen in der Wachau. In Passau sind wir früh am Donnerstag.

Die gesamte Crew wird vorgestellt. 10 Nationen, die hier seit 7 Monaten gut zusammen arbeiten. Das gibt viel Beifall für alle! Ganz zu recht.

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