Pilgerreise Israel 2017 – Noch zwei Worte zur Technik

Fotoausrüstung
Lange musste ich suchen, bis ich für das Fotografieren und Bloggen eine Lösung hatte, mit der ich zufrieden war.

Ich konnte vor 17 Jahren in meinem ersten Blog nur Bilder aus der Canon EOS 350D verarbeiten, indem ich die Bilder auf den Laptop spielte und dann im Blog verwendete.

Als dann Smartphones auf kamen, konnte man einfacher und leichter bloggen, wenn man die Bilder vom Smartphone verwendete. Die von der großen Canon konnte man weiter nur in den Blog bekommen, wenn man seinen Laptop dabei hatte. Das mit dem Smartphone war schon okay, aber ich wollte nicht immer und nur weitwinklige Aufnahmen im Blog haben. Bilder mit großer Offenblende, Teleobjektiv, Langzeitbelichtungen, Bilder bei schlechter Beleuchtung etc. gingen per Smartphone praktisch nicht.

Ich suchte nach einer Lösung, wie man die Bilder einer „richtigen“ Kamera im Blog verwenden kann, ohne einen Riesenaufwand an Technik oder Gewicht zu betreiben. Insbesondere bei einer Pilgerreise, will ich nicht so viel Technik mitschleppen.

Ich habe mir dieses Jahr eine Sony Alpha 6500 gekauft und die Kamera ist voll super! Ich kann die Bilder via WLan auf mein Handy beamen und dort weiterverwenden, insbesondere in den Blog laden! Dazu kann ich alle meine Canon EF- und EFS- und (der Hammer!) auch meine alten FD-Objektive (gekauft in den 80er) weiter verwenden. Dazu kommen noch ein paar weitere Vorteile z.B.: Klappmonitor (wie habe ich den bei Canon 50D und Canon 5D Mark III vermisst!) – damit kann man endlich wieder aus der Hüfte und sehr unauffällig fotografieren und filmen, Videofunktionen, Apps, Fokus-Peaking, 11 Aufnahmen pro Sekunde, super Autofocus, ein Modus ohne Kamera- oder Autofocusgeräusche und GPS via Smartphone und Bluetooth. Auch ist die Kamera klein und handlich und ich muss nicht so viel schleppen und wichtiger, ich bin viel unauffälliger mit so nem kleinen Knippsteil – niemand fühlt sich bedroht oder erschrickt! Noch ein Vorteil für mich ist: Ich muss nicht mehr überlegen, habe ich dies oder das auch mit dem Smartphone aufgenommmen, damit ich die Bilder auch im Blog verwenden kann. Das entspannt!
Eigentlich sollte die A6500 meine kleine Zweit- und Immer-dabei-Kamera hinter der Canon 5D Mark III werden, aber nun ist sie plötzlich doch die Nummer Eins.

Die Israelreise war der erste richtige Test der Kamera und des Equipments und es klappte alles bestens! Ich kam zurück mit 2264 Bildern und 276 Videos (2:30h).

Wie läuft es genau?
Am Ende des Tages, schaue ich über die Bilder auf dem iPhone und der A6500. Welche Bilder sollen in den Blog?

Die Bilder vom Smartphone sind unproblematisch, die von der A6500 wähle ich aus und beame sie via WLan auf das Smartphone. Das geht stabil und gut! Da die A6500 24 Megapixel (6000x4000px) große Aufnahmen macht, was bei schmalem Internet und bloggen via EMail deutlich zu groß ist, ist geschicktes Verkleinern angesagt. Das geht so: Auf der A6500 stellt man ein, dass man nur in RAW aufzeichnen will. Wenn man dann Bilder auf das Handy beamt, kommen dort JPEGs der Größe 1616x1080px an. Wenn man JEPG+RAW auf der A6500 einstellt, landen 6000x4000px große JPEG-Bilder auf dem Smartphone und man muss dort via App verkleinern, dazu passen nicht so viele Bilder auf die SD-Karte. Zwei Nachteile. Bilder mit 1616x1080px sind groß genug fürs Web. Wenn ich die Bilder dann in die Mail an WordPress auf dem Smartphone einbaue, fragt mich mein iPhone beim Absenden, wie groß die Bilder denn verschickt werden sollen. Es gibt (wie bei der römischen Armee in Asterix) Klein, Mittel und Groß (und Originalgröße). Wenn man hier Mittel wählt, kommen im Blog Bilder der Größe 640x480px an. Das ist okay. Lieber wäre mir ein Modus, dass ich beim bloggen kleine Bilder nehmen kann und wenn ich zu Hause bin, die Bilder in groß oder in Originalgröße nachgeladen werden, aber das kann WordPress nicht und das von Hand zu machen, ist zu mühsam.

Meist bearbeite ich die die Bilder noch vor der Veröffentlichung. Dazu nehme ich auf dem iPhone die App VSCO (Apple: https://goo.gl/iYdASQ). Damit kann man dann in gewissen Grenzen ein Bild noch so anpassen, dass es mehr so aussieht, wie man es mit dem Auge gesehen und im Kopf gespeichert hat.

An Foto-Equipment hatte ich in Israel dabei:

  • XTREMplus Fotorucksack Powermove L. Der Rucksack war mein Handgepäck. Kamera und Objektive passen in die Fotoabteilung. Sonstiges Zeug in den Daypack. Dazu gehen die Papiere, die nicht geknickt werden sollen in das Laptopfach, Pass und Portemonai in den Deckel. Stativ kann man hinten aufschnallen, dazu eine Jacke und zwei kleine oder eine große Wasserflasche. Perfekt!
  • Sony Alpha 6500
  • Sony SELP1650 6-50mm, F3.5–5.6 Das Kit-Objektiv der A6000. Klein und gut (genug).
  • Samyang 12mm F2.0 Mein Astroobjektiv und Superweitwinkel.
  • Canon EF 135mm f/2L USM mit Commlite Automatik Objektivadapter für Canon. Mein Portraitobjektiv.
  • Canon FD 70-210mm f4.0 mit Quenox Adapter Gegen mein Canon 100-400mm geradezu winzig und leicht. Und manuell gut bedienbar. Mit etwas Übung im Vorfeld sind mir alle Telebilder in Israel gut gelungen, auch die von den fliegenden Störchen.
  • Sony ECMXYST1M.CE7 Stereomikrofon Das habe ich mir hauptsächlich gekauft, damit man die Windgeräusche des internen Mikros bei Videos nicht hört. Klappt gut, Ton ist viel besser, als der vom internen Mikro – was kein Wunder ist.
  • Ersatz-Akku Ein Nachteil der Kamera sei, wird im Internet gesagt, man müsse täglich den Akku laden. Als Gegenargument wird angeführt: Das Smartphone oder die Smartwatch müsse man auch täglich laden. Ich hatte keine Probleme mit dem täglichen Laden. Den vollen Ersatzakku habe ich nicht gebraucht, auch nach reichlich Bildern und Videos nicht. Er gab mir ein Gefühl der Sicherheit, das war gut.
  • Zweite 64GByte SD Karte. Erst am vorletzten Tag habe ich die Karte gewechselt. Es wäre wohl auch alles noch auf die erste Karte gegangen, aber ich wollte nicht in Jerusalem stehen, ein Bild machen und dann geht nichts mehr und man fängt mühselig an nach Bildern zu suchen, die man löschen kann.
  • Sirui T-005BX/C-10S Traveler Ultralight Dreibeinstativ mit Kugelkopf Die Stative reisten im Koffer mit. Ich wollte nicht riskieren, dass die Security am Flughafen sagt: fliegt nicht mit. Und so hatte ich an den Flugtagen halt kein Stativ zur Verfügung. Ansonsten war der Einsatz eines Statives in Israel so unproblematisch, wie sonst auch überall, wenn man nett und zurückhaltend ist. Lediglich im Grab von Maria fragte mich der griechisch-orthodoxe Geistliche, ob ich Videos mache, als er Stativ mit Kamera sah. Als ich das verneinte, war er zufrieden.
  • Sirui 3T-35R Tisch/Videohandstativ mit Kopf Das kleine Tischstativ hatte ich dabei, wenn ich das große Stativ nicht dabei haben wollte. Z.B. beim Falafelessen, in der Brotvermehrungskirche oder in der Grabeskirche. Es fällt einfach weniger auf und stört (andere) damit weniger.
  • ND Filter. 1000x und 64x. Die zwei Graufilter hatte ich mit, um auch bei Tag Langzeitbelichtungen von 30Sekunden zu machen. Das klappte am See Genezareth sehr gut.

WLan
WLan ist immer noch der Knaller in Israel. Wir hatten in jeder Unterkunft WLan. Im Kibbuz Ein Gev war es nun auch in meiner Hütte, nicht nur an der Rezeption. Dazu war es ordentlich schnell. Auch in Bethlehem im Saint Gabriel gab es nun WLan auf den Zimmern. Da war es allerdings etwas langsam. Unten bei der Rezeption war es aber super! In Haifa und Jerusalem, war WLan auch 1A. Es gehört nun schon zum Standard! In Deutschland ja eigentlich auch, aber ich bin immer mal wieder in Hotels, wo es WLan laut Beschreibung gibt, aber wenn man es benutzen will, ist es so lahm, dass man lieber Internet via Mobilfunk betreibt.
Ein Geheimtipp sind immer noch die Busparkplätze an den Pilgerglanzlichtern. Die Busse stehen da dicht an dich, alle leer und die, die WLan für ihre Fahrgäste haben, haben es nicht ausgeschaltet. Um mal eben einen Tweet zu schicken oder ein paar Threemas loszuwerden, reichte es immer!
Auch cool war das WLan im Andenkenriesengeschäft. Ein WLan hieß, wie der Laden. Ich zum Chef. Fluggs hatte ich den Key. Die Jungs wissen halt, was man so zum Geldausgeben braucht. Abstimmungen und Bestellungen mit Gika in Köln gingen so prima per Bild und Threemas hin und her. Gleichzeitig hatte ich mal eben 30 Bilder neu in die Dropbox geschickt.

Insgesamt war WLan so super, dass ich jeden Abend meine sämtlichen Bilder und Videos vom Smartphone in die Dropbox geladen hatte. Das war bei den letzten Reisen noch nicht so. Das gab mir das gute Gefühl, dass selbst dann, wenn ich Kamera und Smartphone verliere, ich noch ein (halbes) Backup habe.

Making of

Das Smartphone macht ein Zeitraffervideo, das Stativ steht da für Langzeitbelichtungen vom Sonnenuntergang.

Fotoausrüstung für Israel

Fotoausrüstung für Israel

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Pilgerreise Israel 2017 – Ein paar Eindrücke im Video

Aus meinen Videos der Pilgerreise, habe ich eine 6 minütigen Zusammenstellung gebaut.

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Tag #11 – Emmaus

Wir starten spät mit dem Frühstück. Dann folgt um 9:00h die Laudes in der Kapelle von Notre Dame. Ihr seht, wir haben etwas Zeit.

Die Gruppe soll um 11h im Bus sein, aber als ich um 10:30h runter komme, geht ein Stönen durch die Lobby. Ich bin nämlich der Letzte und alle haben schon ihre (Riesen)koffer im Bus. Demütig schleiche ich raus und schiebe mein Köfferchen vor den Bus, wo Michael (halbwegs wieder gesund) meine Schachtel Kleinigkeiten in den Bus packt. Und Los! Es ist 10:35h. Versteht ihr das? Ich nicht.

Wir fahren runter Richtung Tel Aviv und Mittelmeer, halten aber vor Latrun an einer Ruine. GANZ GENAU HIER war vielleicht Emmaus. Kennt ihr. Zwei Jünger gehen am Ostertag nach Emmaus und Jesus geht unerkannt mit ihnen, bis sie ihn am Brotbrechen erkennen. Bei diesem Emmaus ist heute die Abschlussmesse.

Wir sitzen in den Resten der Apsis einer alten Basilika und ein Zeltdach schützt uns vor der Glut der Sonne.

Wir verabschieden uns vom Heiligen Land und sind froh, dass wir eine gute Pilgerreise ohne negative Zwischenfälle und mit vielen positiven Glanzlichtern hatten.

Im Kloster etwas oberhalb der Ruinen bekommen wir bei französischen Schwestern ein lecker Mittagessen.

Jamil fährt uns zum Flughafen und wir verabschieden uns.

Dann mühen wir uns durch die Kontrollen, die ja nur unserer Sicherheit dienen. Da wir unsere Pilgerinnen-T-Shirts tragen, erleichtert das die Prozedur doch sehr. Renate und ich überstehen den Self-Check-In nicht. Wir bekommen einen gelben Extrazettel und ich bin sicher, dass das ein Ticket auf die Malediven ist. Jetzt sind natürlich alle Damen neidisch und wollen auch mit mir auf die Malediven, aber es können natürlich nur zwei pro Gruppe.

Nach der ausführlichen Befragung von Michael und mir durch eine junge und gut aussehende Dame, kommen wir an den Schalter und dürfen die Koffer abgeben. Leider tauscht der Onkel mein Malediventicket gegen Düsseldorf um. Schade. Renate sagte, sie könne gut kochen… Ich kann gut Putzen. Das wäre doch was gewesen.

Nun kommt der Körperscan und der Scan des Handgepäcks. Das geht leicht. Aber ich muss Marga und Elisabeth retten, die Titan im Körper haben und der Onkel am Scanner kann kein Kölsch. Und die zwei sind schon gefühlt auf dem Weg in die Zelle und nen Hauch nervös. Der Onkel ruft eine (junge, gut-aussehende) Tante und ich übersetze ihre Fragen. Eigentlich will sie nur ein Dokument sehen, was sagt: ja Titan im Körper! Als ich das mit Zauberlächeln zwischen der Tante und meinen gutaussehenden Damen geklärt habe, löst sich alles auf und wir haben nur noch die Paßkontrolle vor uns. Hier kommt man nur durch, wenn das aktuelle Bild einer Scannerin und der Scan im Paß übereinstimmen. Wo es passt: Super. Sonst: Ab auf die Malediven.

Wir dürfen alle nicht auf die Malediven und so sammelt sich die Gruppe meiner Freundinnen so langsam am Gate B6.

Wie es sich gehört für Pilgerinnen, belagern sie gleich das Café Amico und nehmen geistliche Getränke zu sich. Da will Germania beim Umsatz helfen und verzögert den Abflug. Erstmal um 25 Minuten. Bis wir dann starten, sind es reichlich Minuten mehr. Wir fliegen in die Dämmerung, das ist sehr schön.

Ich darf noch den Platz wechseln und dann die Beine ausstrecken, Germania ist so nett ein warmes Essen auszugeben und so steht einer guten Rückkehr nichts im Weg. Wir landen gut in Düsseldorf um kurz vor 23h, einen kaputten Koffer bekommen wir zügig reklamiert, die netten Abholer sind da und fahren uns nach Flittard. Um 1:32h bin auch ich gut in Uedorf.

Es war wieder eine schöne und inspirierende Pilgerreise! Wenn jetzt Ostern kommt, haben wir intensive und aktuelle Bilder der Orte und des Geschehens vor Augen.

Ein herzliches Dankeschön an Michael, Elisabeth, Jamil und Yossi! 1000 Dank!!

Und 1000 Küsse an Stammheim, an Ulla, an Renate und alle meine Freundinnen. Ihr Schätze wart unbezahlbar.

Laudes in der Kapelle von Notre Dame. Das שלום auf den T-Shirts heißt übersetzt Schalom (Unversehrtheit, Heil, Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, *Frieden* und Ruhe.)

Abschlussgottesdienst in Emmaus.

Flug von der Dämmerung in die Nacht.

Düsseldorf. Gut angekommen. Ein Dankeschön an Germania.

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Tag #10 – Kreuzweg

Der Tag beginnt mit so einem Probefeueralarm. Ein sehr häßliches Geräusch. Man kann nicht orten woher es kommt und was es bedeutet.

Der Alarm verkürzt den Schlaf. Mist.

Um 5 Uhr ist Laudes, um 5:30h geht es zur Auferstehungskirche. Auf Golgotha ist Heilige Messe um 6h. Einer der Paxe fehlt. Mist.

Frühstück in Notre Dame. Dann haben wir Freizeit bis 9 Uhr.

Chef Michael fällt heute wegen Krankheit aus. Mist. Gute Besserung!

So müssen wir den Kreuzweg alleine stemmen. Wir sind alle gefirmt. Das klappt schon. Man möchte sagen: Selbst ist die ChristIn.

Wir stürzen uns durch das Damaskustor in die Altstadt und winden uns Richtung Löwentor und zur Sankt Anna-Kirche. Hier lag der Bethesda-Teich, wo Jesus einen 38 Jahre gelähmten Mann heilt und Ärger bekommt, weil das am Sabbat geschieht.

Die St.Anna-Kirche gedenkt der Geburt von Maria und ihrer Eltern Anna und Joachim.

Die schöne, alte Kirche hat eine wunderprächtige Akkustik und das wird reichlich genutzt. Vor uns singt eine kleine französische Gruppe. Dann singen wir Großer Gott, wir loben Dich.

Wir starten nun den Kreuzweg ein paar Meter weiter auf der Via Dolorosa bei der muslimischen Mädchenschule Omariya und in der Geißelungskapelle gegenüber. Die Via Dolorosa ist eng, aber nicht überlaufen und alle, die hier lang kommen oder hier arbeiten kennen die betenden Pilgergruppen schon. Das macht es beiden Seiten leichter. Die Stationen X bis XIV beten wir auf dem Dach der Auferstehungskirche, weil die „richtigen“ Stationen alle nicht gut erreichbar sind, wie zB. das Heilige Grab.

Ein paar Fotos weiter und ein paar Minuten später, schieben wir uns zur Westmauer des Tempels am Tempelberg. Es gibt Scanner und Kontrollen, dann sind wir auf dem Platz.

Jede heilige Stelle und jeder Stein der Sorte „genau hier war es“ hat ihr eigenes Kribbeln, ihre eigene Ausstrahlung, die eigene Wichtigkeit für jede(n) ganz unterschiedlich. Und ich habe das stärkste Gefühl der Gottesnähe an dieser Mauer, an der Juden seit 70 nChr beten. Es ist so stark, dass ich mich kaum traue, die uralten, glatten, abgeliebten und abgebeteten und glänzenden Steine zu berühren. Ich lege hier das Gebet für Angelika, für Heiligenfeld und meine Familie ab. Ich denke, hier ist es sehr sehr gut aufgehoben.

Elisabeth führt uns noch rauf ins jüdische Viertel. Hier wird von meinen Freundinnen noch geprüft, wie sich der Kaschmir-Preis entwickelt hat, es wird (auf polnisch!) gefeilscht und verhandelt „Du machst mich verriickt – ich habe sieben hungriegä Kinder zu Hause“ und ich kaufe ein paar Armbänder für D*.

Mich führt der Weg zurück zu Notre Dame. Ich lade meine und diverse Akkus auf, dann mache ich mich auf zum Jaffator. Hier kaufe ich für 18 Schekel (4,60€) ein Ticket und mache den Ramparts Walk, den Spaziergang über die Stadtmauer.

Der Weg führt mich ca einen Kilometer über Neues Tor, Damaskus-Tor und Herodes-Tor, wo man nicht mehr weiter kommt und runter muss. Da ich etwas gewartet habe, ist das Licht schon etwas goldener, was die Suche nach einem guten Bild fördert. Von der Stadtmauer bieten sich viele interessante Blicke über die Stadt mit ihren Kirchen und Kuppeln und über die Hinterhöfe und Terrassen mit Kabeln, Satellitenschüsseln, Warmwasseraufbereitungen, Solaranlagen und Wäscheleinen.

Schade, dass man die Stadt so nicht ganz umrunden kann.

Nach dem Abendessen überreicht Elisabeth die Pilgerurkunden.

Morgen fahren wir nach Latrun und sitzen abends im Flieger nach Düsseldorf.

Ein Posting, wenn ich zu Hause bin, habe ich noch vor. Eines zur Technik und evtl. zu den Bildern kommt dann später.

St. Anna-Kirche

Westmauer mit Betern.

Spalte in der Mauer mit Gebetszetteln.

Justina im Basar.

Stadtmauer gebaut unter Süleyman dem Prächtigen.

Blick auf Dächer und den Felsendom.

Blick auf die zwei Kuppeln der Auferstehungskirche.

Am Herodestor geht es wieder runter.

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Tag #09 – Ölberg

„Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie.“

Der Ort, wo man dieser Worte gedenkt liegt auf dem Ölberg (Mount of Olives) und heißt Dominus Flevit. Dominus Flevit ist eine kleine Kirche in Form einer Träne und sie liegt dem Tempelberg gegenüber. Das Kidrontal liegt zwischen beiden. So hat man von Dominus Flevit einen prachtvollen Blick auf Jerusalem, den Tempelberg mit dem Felsendom und auf die zwei schwarzen Kuppeln der Grabeskirche.

Heute feiern wir hier unseren Gottesdienst. Traditionell gibt es hier auch noch ein weiteres Gruppenbild. Aus diesem Grund haben wir auch alle das rote Dominus-Flevit-Pilgerinnen-T-Shirt an.

Nach dem Frühstück hatte uns Jamil auf den Ölberg gefahren und an der Pater-Noster-Kirche abgesetzt. Diese Anlage mag ich ja besonders. Das „Vater unser“ ist in praktisch allen Sprachen der Welt auf die Wände gekachelt. Sehr schön, sehr vielfältig! Und die Identität der vielen Reisegruppen findet man heraus, wenn man schaut vor welchem Bild sie stehen bleiben, jubeln und auf ihrer Elektronik rumdrücken.

Unsere Gruppe, voller Polnisch-Expertinnen, vollführt das Ritual gleich zweimal.

Ich suche mir die lateinische Version, damit die nicht zu kurz kommt und am End noch weinen muss.

Zu Dominus Flevit ist es nur ein Spaziergang über den jüdischen Friedhof, der dem Goldenen Tor der Stadtmauer gegenüber liegt.

Plötzlich sind da Störche. So 10-12 kreisen über Jerusalem und dem Kidrontal. Das ist sicher ein Zeichen. Nur für was und für wen?

Nach dem Gruppenbild und der Heiligen Messe steigen wir den Berg fast ganz runter und verweilen noch bei der Nationenkirche im Garten Getsemani. Sehr alte Olivenbäume stehen hier, je nach Reiseleitung können sie schonmal über 2000 Jahre alt sein. Ob sie nun schon zur Zeit Jesu hier standen oder nicht, finde ich nicht so wichtig, es ist jedenfalls ein schöner Ort und ein bisschen Nachdenken im Garten oder in der Kirche macht Freude.

Zum Abschluss besuchen wir noch das Mariagrab, wo der Legende nach auch ihre Eltern und ihr Mann Josef bestattet wurden.

Als wir alle im Bus sitzen, ist auch schon Mittag und Jamil bringt uns nochmal zum Elyaskloster, wo wir wieder mal lecker essen.

Statt des vorgesehenen Kreuzwegs, gibt uns Michael den Nachmittag frei. Ich nutze die Zeit für einen Streifzug durch die Altstadt und für noch einen Besuch der Grabeskirche.

Dominus Flevit.

Gruppenbild Nummer 2.

Eine Gruppe Störche kreist kurz über Jerusalem und bringt dann Babies nach Europa.

Blick auf den Tempelberg mit Felsendom. Gleich rechts vom Felsendom sieht man die Kuppeln der Grabeskirche.

Der jüdische Friedhof auf dem Ölberg.

Garten Getsemani mit Nationenkirche.

Unsere Pilgerinnen im Mariagrab.

In der Altstadt.

In der Grabeskirche.

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Tag #08 – Jerusalem

Wir starten wie immer. Laudes. Frühstück. Bethlehem zeigt sich golden im Morgenlicht.

Fünf Minuten vor der Abfahrtszeit, sitzt schon alle Joffis im Bus. Nun geht es über die hässliche Grenze, Yossi einsammeln und zum Zionsberg. Der Zionsberg ist der höchste Berg Jerusalems, damit Gott am nächsten und somit besonders wichtig.

Wir besichtigen den Abendmahlssaal (aus der Kreuzfahrerzeit – nicht authentisch) und das Grab von König David. Dann ist um 10 Uhr unser Gottesdienst in der Apsis der Dormitioabtei – einer deutschen Kirche der Benediktiner. Ich darf eine sehr lange Lesung aus dem Buch Daniel vortragen. Es geht um zwei böse Richter, die eine Ehefrau bedrängen, aber ihre falsche Beschuldigung fliegt auf und sie werden zum Tod verurteilt.

Der Name der Dormitioabtei leitet sich ab von der Entschlafung Marias. So steht hier auch Maria im Mittelpunkt.

In der sehr schönen runden Krypta, liegt eine Marienstatue, die entschlafene Maria darstellend. Sie ist der Hit für die Fotografen. Ich stelle hier eine Kerze auf. Anliegen, für die es zu bitten lohnt, gibt es genug.

Nach dem Kauf weiterer Andenken, der Einfüllung von Kaffee und diversen anderen Tätigkeiten der Joffis, brechen wir wieder auf. Eine kurze Busfahrt bringt uns zur Kirche St.Peter in Gallicantu (Hahnenschreikirche). Sie erinnert an die Verleugnung des Petrus nach der Verhaftung Jesu. Yossi lässt kaum ein gutes Haar an der Kirche. Alles nicht echt, auch das Haus des Hohen Priesters Kajaphas war ganz sicher oben auf dem Zionsberg und nicht hier am Hang. Wie auch immer. Yossi zeigt uns hinter der Anlage eine Treppe aus weißen Steinen die neben der Kirche ins Tal führt. Über diese Treppe ging wahrscheinlich Jesus nach dem Abendmahl zum Ölberg. Über die gleiche Treppe soll er zum hohenpriesterlichen Palast abgeführt worden sein. Diese Treppe ist früher der einzige Weg aus dem Süden zum Zionsberg gewesen. Da konnte Jesus eigentlich nur hier lang gekommen sein.

Nun heißt es Abschied nehmen. Yossi verlässt uns. Den Rest der Reise wird uns Michael führen. Danke Yossi!! Es war, wir immer inspirierend mit Dir!

Jamil fährt uns zum Päpstlichen Institut Notre Dame of Jerusalem Center. Hier bleiben wir die letzten drei Nächte.

Nach einer Stunde bekommen wir unsere Kämmerchen. Dann gehen die ersten Erkundungstrupps in die Altstadt, die gleich hinter Notre Dame beginnt. Ich begleite ein paar Freundinnen, die mit Michael zur St. Jakobus-Kathedrale im Armenischen Viertel. Hier kommt man eigentlich nie rein, aber heute um 15h doch.

Eine Menge sehr junger Mönche kommen, dann welche in schwarz mit Kapuze, dann noch mehr junge mit Stola. Dann singen sie. Abwechseln und gemeinsam. Echt schön. Nach ca 30 Minuten werden wir und alle gesegnet, dann geht es wieder raus in die Sonne. Michael erklärt uns, dass man die None gebetet habe. Ah! Bei uns (den Katholischen) dauert die None 10 Minuten. Bei den Armeniern 30.

Ich möchte zur Grabeskirche. Ulla, Gabriela und Anneliese schließen sich an. Wir wühlen uns durch die Basare und finden doch recht flott die Grabeskirche, die ja besser Auferstehungskirche hieße, denn das Grab ist ja leer! Wäre es nicht leer, wäre doch alles für die Katz – um mal Yossi zu zitieren.

Wir machen eine lange Runde mit Salbungsstein, Golgotha, Kreuzauffindungskapelle, Aedikula (frisch renoviert, sauber und ohne Eisenklammer) und stellen uns an und sind nach 15 Minuten am heiligsten Ort der Christenheit.

Es geht wie immer, laut, bunt und vielfältig hier zu. Beim ersten Besuch vor 17 Jahren, hat mich das gestört. Heute komme ich gut damit klar. Ich glaube, dass Gott die Vielfalt liebt und sicher seine Freude in und an seiner Auferstehungskirche hat. Vielleicht denkt er nur: Kinder zankt euch nicht.

Wir schlagen uns durch die bunten Läden zurück, bewundern Menschen, Waren, Gerüche und den Krach und erreichen gesund wieder Notre Dame.

Krypta der Dormitioabtei.

Treppe zum Zionsberg. Jesus ist wohl hier lang gekommen.

Eingang zur Auferstehungskirche. Die berühmte Leiter ist noch da.

Golgotha. Hier stand das Kreuz.

Das Heilige Grab (Aedikula). Sauber und ohne Klammer.

Graffitis aus der Kreuzfahrerzeit.

Meine drei Freundinnen vor der Grabeskirche.

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Tag #07 – Ein Karem

Der Tag beginnt bei Finsternis um 05:30h. Laudes um 06:00h, Frühstück um 06:30h. Die aufgehende Sonne taucht Bethlehem in goldrosé. Das sieht schon ganz hübsch aus. Abfahrt ist um 07:30h.

Es geht durch die häßliche Mauer. Wir sammeln Yossi ein und schleichen durch den Berufsverkehr nach Ein Karem.

In Ein Karem wird des Treffens von der schwangeren Maria mit der schwangeren Elisabeth gedacht. Das Magnifikat resultiert aus diesem Treffen. Maria antwortet Elisabeth bei der Begrüßung: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. …“ Das ist der Anfang des Magnifikat und ihr könnt alles bei Lukas, Kapitel Eins nachlesen, wenn ihr mögt. Eine sehr schöne Geschichte.

Und Maria muss schon hart drauf gewesen sein, finde ich. Schwanger reist sie (sicher zu Fuß) von Nazareth hier in die Gegend von Ein Karem, bleibt 3 Monate bei Elisabeth, reist zurück nach Nazareth und kommt dann mit Josef und hochschwanger erneut in die Gegend von Jerusalem und bekommt in Bethlehem ihr Kind. Heute würde diese 3 Reisen zu Fuß wohl kaum jemand machen.

Wir steigen im Tal aus und gehen hoch zur Kirche und beten dabei den Rosenkranz.

Ein Rudel Pilgerinnen aus Korea hatte vor uns Gottesdienst und verlässt gerade die Kirche. Sie kommen alle an mir vorbei und ich verbeuge mich vor allen und bekommen viele freundliche Gesichter und Verbeugungen geschenkt. Sehr schön. Der Sonntag fängt gut an.

Nach der Heiligen Messe und der Besichtigung der Johannes-Kirche mit der Geburtsgrotte, fahren wir zur Universitätsklinik von Hadassah. In der Kliniksynagoge gibt es 12 große Fenster von Chagall. Die wollen wir sehen. Eine winzige russische Gruppe ist vor uns und wir sitzen schonmal still und respektvoll in der Synagoge, hören die russische Erklärung von DVD und schauen die Fenster an. Da Yossi gesagt hatte, dass Fotografieren verboten ist (da war er streng!), haben wir die Kameras im Bus gelassen. Als wir sehen, dass praktisch alle außer uns herzenslustig Bilder machen und auch die strenge Aufsichtsdame nichts sagt, kommen erst mir, dann auch Yossi Zweifel und dann ist Knipsen (wie Yossi sagt) doch erlaubt.

Ich habe mein iPhone mit (als Einziger!), denn ein WLan-Jäger geht nicht ohne aus dem Bus. Und so kann wenigstens ich Bilder machen.

Das orthodoxe Elyas-Kloster ist Ort der Mittagsrast und wir gönnen uns kleine Blätter von Salat an Falafel oder Gyros, je nach Geschmack. Aber eigentlich ist die Klosterkirche das Glanzlicht hier.

Das Israel-Museum ist am Nachmittag an der Reihe. Yossi erklärt am großen Modell von Jerusalem zur Zeit des zweiten Tempels, was wo zur Zeit Jesu war und was es davon heute noch (an Resten) gibt. Nur fünf Getreue harren bei Yossi aus, der Rest der Truppe trinkt Kaffe, besucht die Fliesenabteilung oder sucht andere Teile des Museums auf.

Yossi erklärt Geographie und Baugeschichte der Stadt und warum Golgatha einst vor der Stadtmauer lag und heute in der Altstadt ist. Oder auch, warum alle heiligen Stätten im Ostteil der Stadt sind.

Eine Truppe junger Militärs ist auch da und besichtigt das Modell. Yossi sagt, sie sind in der Ausbildung und müssen einmal in der Woche einen Kulturausflug machen. Mir erzählt er noch, sie seien vom Militärgeheimdienst und Computerexpertinnen. Ich zweifle doch ein bisschen. Warum sollte man solche „Geheimnisse“ rumerzählen?

Ich schaue mir noch ein paar große Kunstwerke im Garten an, nachdem wir noch die Schriftrollen vom Toten Meer aus Qumran besichtigt haben. Da es gerade regnet, ist da viel Platz und keine Besucher stören mich.

Nun ist aber Schluss und es geht zurück nach Bethlehem. Wir setzen Yossi ab und Jamil fährt uns zurück.

Dann gibt es aber doch noch einen Halt und Gelegenheit die Sammlung von Klein- und Großheiligkeiten aus echtem hiesigem Olivenholz zu ergänzen und auszubauen.

Ich schaue nochmal nach dem Heiligen Lukas aber da es weder den noch sonst einen Evangelisten gibt, wird es dann die Zweit-Bundeslade. Eine für das Wohnzimmer, eine für 10 vorne. Passt doch.

Dann ist aber doch Schluss und müde, aber glücklich, kehren wir ins Saint Gabriel zurück.

Ein Karem. Freundinnen fotografieren die Statuen der vollschlanken Maria und Elisabeth. Darf man die nicht mit dickem Bauch zeigen?
An der Mauer hängen Tafeln mit dem Magnifikat in verschiedenen Sprachen.

Abgebildet sind pro Fenster einer der Söhne Jakobs, die Stammväter der 12 Stämme Israels sind.
Hier: Ruben, Simeon und Levi.

Judah, Zebulun und Issachar.

Dan, Gad und Asher.

Naphtali, Joseph und Benjamin.

Das Elyas-Kloster. Wunderschöne Kirche. Tolles Licht. Sehr ausdrucksstark gestaltet.

Die Bundeslade Nr.2. Jede(r) sollte zwei haben.

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Tag #06 – Fürchtet Euch nicht

Der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht!

Wir sind nach Laudes und Frühstück (viel zu früh) auf dem Hirtenfeld. Hier (irgendwo) wurden vor langer Zeit diese Worte vom Engel zu den Hirten gesprochen. Weil das so schöne und wichtige Worte sind, sind wir hier und feiern Gottesdienst. Zuerst singen wir aber in der Engelkapelle ein Weihnachtslied, dann nehmen wir Grotte zwei zur Heiligen Weihnachtsmesse.

Furcht ist kein gutes Motiv für eine Handlung und es ist schön, dass der Engel die Hirten erstmal mit: „Fürchtet euch nicht“ beruhigt. Schön finde ich auch, dass „einfache“ Menschen zuerst die gute Nachricht von der Geburt des Erlösers bekommen. So sind vielleicht staunende und wenig skeptische Menschen zuerst bei Maria, Josef und dem Kind. Authentizität dürfte ihnen wohl egal gewesen sein – wenn der Engel sagt: Das ist der Erlöser, dann ist das Kind der Erlöser. Und ich stelle mir vor, dass die Hirten Josef Bier mitgebracht haben, ihm auf die Schulter klopften und sagten: Trink Jung! Bis der Kleine durchschläft, kommen ein paar harte Nächte auf Dich zu!

Um die hiesigen Christen zu unterstützen, aber mehr noch, um alle Lieben daheim zu beglücken, führt uns unser palestinensischer Führer Johannes (Yossi darf als Israeli nicht nach Bethlehem) zu der Kooperative, wo die Flittarder schon kaufen, seit Chefin Elisabeth das erste Mal im Heiligen Land war. Unser Geld in all den Jahren wurde gut angelegt, denn der Laden ist riesig, sehr riesig. Die Frauen schnappen sich große Körbe und räumen die Regale leer, Michael geht zur Abteilung groß und sehr groß, ich konferiere mit daheim über Türkreuz, Bundeslade und über eine Figur von Lukas Podolski.

Türkreuz ist schnell geklärt. Bild Nr.8 meiner Übertragung soll ich kaufen. Okay. Die Bundeslade für M* ist eine Überraschung. Mal sehen, ob sie sich freut. Einen Heiligen Lukas kann ich nicht auftreiben, Pech für meine Wikinger. Diamantschmuck wollen sie auch nicht. Tja. Kannste nix maache.

Weil das Kaufen und Entscheiden natürlich Energie verbraucht, geht es nun zum Essen. In einem Zelt erwartet uns die leckerste Mahlzeit der Reise. Zum niederknien lecker! Ich freue mich. (Vor vier Jahren saß ich hier krank im Bus und freue mich heute doppelt meiner Gesundheit 🙂

Da wir in Bethlehem sind, kommt nun die Geburtskirche dran. Sie ist die älteste erhaltene und ununterbrochen genutzte Kirche im Heiligen Land. Berühmt ist der Eingang, der so niedrig ist, dass sich jede(r) bücken muss, um hinein zu gelangen. Innen ist eine Baustelle. Immer noch. Schon vor zwei Jahren wurde hier renoviert. Wir stellen uns an und versuchen andächtig zu bleiben, was bei dem Gedränge, dem Geschnatter und der Enge schwer ist. Nach vielleicht einer halben Stunde sind wir die steilen Stufen runter und am 14 strahligen Stern, an der Stelle, die von Millionen Menschen seit vielen hundert Jahren als Geburtsort verehrt wird. Ich lege hier meine Gebete für Elke, ihre Mutter und alle daheim gebliebenen ab.

Wir sammeln uns dann im hinteren Teil der Grotte und singen ein Weihnachtslied, was uns auf eine Menge Fotos und Videos unserer Freundinnen aus Fernost bringt. Leider singt Fernost nicht, schade, ich hätte sie auch gerne verewigt.

Wir besuchen noch die Milchgrotte ein paar Gassen weiter, wo sich die Heilige Familie vor den Schergen von Herodes verbarg und so den Kindermord von Bethlehem überlebte – der Legende nach.

Ein Besuch in der Altstadt und auf dem Markt runden den Tag heute ab. Ein Friseur verschönert dabei noch eine unserer jugendlichen Damen im Gesicht – ganz unnötiger weise, darf man hinzufügen. Und damit Asien es nicht macht, halten wir dieses Ereignis für die Nachwelt fest.

Morgen geht es sehr früh (05:30h) raus, da wir quer durch Jerusalem müssen und dort der Berufsverkehr herrscht, den es bei uns montags gibt.

Kuppel der Engelskapelle.

Euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

Michael sucht noch ein paar Großigkeiten aus.

Die Bundeslade für M*. Aber psssst!

Baustelle in der Geburtskirche. Immerhin hängen Weihnachtskugeln.

Gedränge am Eingang zur Geburtsgrotte.

Der Stern in der Geburtsgrotte.

Die Altstadt von Bethlehem.

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Tag #05 – Jerusalem

Der von mir gestern erworbene Wein heißt Kana-Wedding-Wine. Na, das passt ja. Wir verwenden ihn heute in der Heiligen Messe, die wir zusammen mit der Laudes am frühen Morgen feiern.

Nach dem Frühstück, geht es gleich los. Wir brechen auf und fahren einen alten Pilgerweg nach Süden, immer den Jordan lang zum toten Meer. Zunächst ist es noch grün und die Landschaft üppig. Störche rasten und sammeln sich hier, bevor sie nach Europa aufbrechen.

Dann wird es karger, das Gras wird gelb und wir sind in der Wüste.

Bei der ältesten historischen Stadt Jericho, biegen wir ab und fahren ein kurzes Stück runter zum Jordan.

Hier wird der Taufe von Jesus durch Johannes gedacht. Die Grenze zu Jordanien verläuft in der Mitte des braunen Baches, der der Jordan hier ist.

Eine bunte Vielfalt von Menschen aller Kontinente tummelt sich hier. Baptisten in weißen Taufkleidern werden von ihrem Priester dreimal untergetaucht. Einige Gruppen singen und da stets gilt: Wer am lautesten betet oder singt, ist am heiligsten, schmettern wir los.

Nein, stimmt gar nicht. Wir singen eine lange Litanei und erneuern das Taufbersprechen, aber (extra) laut sind wir nicht.

Station zwei ist Qumran. Hier wurden 1947 die Schriftrollen vom Toten Meer gefunden. Ein klitzekleines Museum und ein riesiger Laden für Totesmeersalzkosmetik mit Massenrestaurant erinnern daran. Unsere Frauen kaufen den Laden leer und versichern sich durch intensives gegenseitiges Zeigen ihrer Schätze, dass sie alles richtig gemacht haben. Wir essen hier auch, aber das ist wenig lecker.

Station Drei ist das Tote Meer. Wegen der vielen Salzhaie, erscheint den meisten ein Bad nicht geraten und so einigt sich die Gruppe auf zwei junge Stammheimerinnen, die zur „Factfinding Mission“ ins Wasser geschickt werden. Sie sollen Eisdicke und Haigefahr prüfen. Sie schluchzen zum Abschied, dann sind sie weg.

Als sich die Abfahrtszeit nähert, fehlen die Damen. Aber zwei hübsche Jugendliche drängen in den Bus. Und – ein Wunder, sie sind es. Totes Meer verjüngt, sagt Yossi. Jetzt wollen plötzlich alle, aber nu isses zu späät. Ab innen Bus!

Da wir eine Pilgerreise machen, gehört die Vorbereitung auf Jerusalem zum Programm. Yossi macht das gut und professionell. Dann singt er plötzlich, erst unsere Hymnen und Lieder zu Jerusalem, dann seine. Wir singen kräftig mit, während wir steil rauf nach Jerusalem fahren.

Wir halten am Skopusberg und schauen auf diese Stadt! Nehmt eure Herzen mit! Drei Religionen ist sie heilig, über die Hälfte der Menschheit verehrt Jerusalem als heilige Stadt.

Es leuchtet die Altstadt in der Nachmittagssonne. Grabeskirche, Kidrontal, Ölberg, Gethsemane und der Felsendom auf dem Tempelberg.

Wir singen das Lauda Jerusalem.

Dann fahren wir zur Stadt Davids: Bethlehem. Da feiern wir drei Tage Weihnachten. Yossi bestellt bei uns Geschenke. Mal schauen, was da geht.

Nach dieser häßlichen Grenze, residieren wir im Sankt Gabriel. Kennen wir schon. Guter Laden.

Taufstelle am Jordan.

Wüste in Qumran.

Badestelle an toten Meer.

Totes Meer. Am Ufer gegenüber liegt Jordanien.

Jerusalem vom Skopusberg. Felsendom links, Grabeskirche rechts.

Bethlehem in der blauen Stunde vom siebten Stock des Saint Gabriel Hotel.

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Tag #04 – Mutterliebe

Wenn ihr eine liebevolle Mutter hattet – und ich hoffe ihr alle habt oder hattet eine -, dann habt ihr es leicht euch vorzustellen, ihr geht mit einem unlösbaren Problem, einem Schmerz oder einem Anliegen zu eurer Mutter. Eure Mutter wird euch helfen, egal, wen sie noch einschaltet (Mann, Sohn, Arzt, …) und dass, was euch unlösbar oder schmerzhaft schien, wird (irgendwie) wieder gut.

Das sind so meine Gedanken auf dem Weg nach Nazareth. Nazareth war zur Zeit Jesu ein kleines Dörfchen, heute ist Nazareth eine große Stadt.

Bevor wir jedoch nach Nazareth kommen, halten wir in Kana. Bekannt ist das Dörfchen wegen einer Hochzeit vor 2000 Jahren, die durch Maria und dann Jesus erstes Wunder gerettet wurde. Drei Kirchen (Lateinische, Orthodoxe, Unierte) sagen: *Hier* war die Hochzeit! Was man von Authentizität halten soll, habe ich gestern schon geschrieben. Wichtiger ist: was macht der Ort in Deinem Herzen?

Wir gehen zur lateinischen Kirche und (Hammer!) da ist gerade eine Hochzeit. Wir staunen und kommen nicht rein, denn wir sind nicht eingeladen. Na sowas. Und da es keinen Wein gibt, fahren wir weiter nach Nazareth.

An der großen Basilika haben wir Zeit für das Magnifikat (Magnificat anima mea Dominum – Meine Seele preist den Herrn) und einige der vielen prachtvollen Marienbilder. Mir gefällt heute die chinesische Maria besonders gut.

Jede(r) darf nun ihr Päckchen an Problemen, Schmerzen, Bitten und Wünschen bei Mutter Maria ablegen und sagen: Mama, ich kann nicht mehr, jetzt musst Du helfen!

Ich suche mir dazu eine Stelle bei den bunten Fenstern und bitte für Heiligenfeld.

Das Mittagessen nehmen wir in einem Lokal ein, wo Yossi schon immer mit seinen Gruppen einkehrt. Wir nehmen Falafel und Granatapfelsaft und es schmeckt mal wieder super lecker.

Punkt Drei heute ist der Berg Tabor. Der Berg der Verklärung Jesu ist eine Geldquelle für das Beduinenstädtchen zu seinen Füßen, denn Busse dürfen nicht hoch auf den Berg und die Beduinen bieten einen Taxiservice mit Verkaufsständen und freiem WLan.

Oben auf dem Berg steht eine Basilika und wir feiern heilige Messe am Hauptaltar, statt in der Moseskapelle. Michael predigt über die Auferstehung, denn die Apostel verstehen nicht so genau, was Jesus meint mit: Von den Toten auferstehen.

Eine kurze Busfahrt bringt uns zurück zum Seeufer und weiter zu unserem Kibbuz.

Auf dem Programm steht heute noch Abendessen und Sonnenuntergang. Morgen brechen wir auf nach Jerusalem, der Stadt von der jeder träumt. Erst vom irdischen Jerusalem, dann vom himmlischen Jerusalem!

Hochzeit in Kana.

Immer wieder bitten mich junge Frauen um einen Hinweis, wie man ins Internet gelangen kann. Der Weg ist mühsam, aber möglich. 🙂

Die Lilienkuppel der Verkündigungsbasilika in Nazareth.

Die Verkündigungsgrotte unter der Basilika.

Licht. Ein besonders schöner Ort in der Basilika.

Die Basilika auf dem Berg Tabor.

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