Tag #16 – Passau

Und plötzlich ist es vorbei. Die MS BOLERO hat in Passau fest gemacht. Gut eine Stunde zu früh.
Beim Frühstück ist die Hölle los. Als ob sie nicht schnell genug von Bord kämen.

Wir sind da was gemütlicher. Und wir haben Zeit.

Um 9:15h gehen dann auch wir. Wir wuchten das Gepäck zum Hotel Residenz. Hier ist man so nett und großzügig uns Unterschlupf zu gewähren. Herzlichen Dank! Die Prinzessinnen ziehen nochmal los, ich bleibe zurück, wegen einer Erkältung ist mir mehr nach Ruhe.

H* kommt Mittags zurück und wir nehmen ein Taxi zum Bahnhof. Das Gepäck passt knapp rein. Alles paletti.

Der ICE ist pünktlich und schließlich sitzen wir gut.

Um 19:42 sind wir in Bonn und verabschieden H*. Claudia holt uns ab und fährt uns nach Hause.

Die Heizung läuft nicht. Die Steuerung per App „klemmt“. Dabei will ich doch ins Bett. Neue Abenteuer.

Das war die Reise der drei Prinzessinnen und mir ins Donaudelta und zurück. Es war wunderschön und wir haben viele neue Eindrücke gewonnen.
Ich danke den stillen Leserinnen und Lesern und besonders den KommentatorInnen. Ich freue mich über Kommentare immer besonders. Ein herzliches Dankeschön auch an J* und D*, die irgendwie auch dabei waren und mich via Threema unterstützten.
Den drei unvergleichlichen Prinzessinnen danke ich besonders. Es war mir ein Vergnügen!

DbmbsssSpuiwinkkk

Veröffentlicht unter Donau | Kommentar hinterlassen

Tag #15 – Weißenkirchen

Flüssige Sonne nennt der Cruise-Director den Regen. Als wir kurz vor Weißenkirchen sind, gibt es diese von oben. Wir legen an. Frühstück.
Die Weihnprobenausflugsabteilung muss von Bord, um den frühen Morgen mit Wein zu begießen. Sachen gibt’s.

Wir gemütlichen das Frühstück zu Ende und starten dann einen Spaziergang in die Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau/Österreich.

Glanzlichter sollen sein: Sparkasse und Wehrkirche. Wir schauen uns die Wehrkirche an. Was ist eine Wehrkirche? Alle haben Angst vor Menschen, die nicht zu ihrer engeren Sippe gehören: sie bauen eine Mauer um die Kirche, um diese „Burg“ zu Not gemeinsam verteidigen zu können. Das gibt es hier in Weißenkirchen und Angst hatte man vor den Türken.

Eine tolle, lebendige Kirche ist zu entdecken. Gold, Bilder, Kronleuchter, Statuen, Ausgrabungen. Es gibt eine Knochenrutsche in die Krypta! Wow!

Und eine Schule, gleich an der Kirche. Freundliche Kinder winken uns zu.

Die Prinzessinnen und ich machen einen Spaziergang durch die Weinberge. Zum Teil hängen noch Trauben an den Weinstöcken.

Schön herbsten die Farben überall. Hier lohnte sicher ein längerer Aufenthalt.

Das letzte Ablegemanöver. Zum letzten Mal für uns: An der Schönen blauen Donau, die Auslaufmusik.

Ein paar Burgen, Schleusen, Klöster (Melk), zieren die Fahrt. Mittagessen, Abendessen, der 15te Tag. Wir schauen auf die Reise zurück: Es war sehr gut!

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Tag #14 – Bratislava

Ein ruhiger Morgen im gemütlich, ruhigen Rahmen. Eine Brücke, eine Schleuse in der Slowakei.

Nach dem Mittagessen geht es von Bord, wir besichtigen Edinburgh. So sieht es jedenfalls aus.

Überall Schotten in Kilt und Schmuck. Was ist hier los?
Ich frage die nächste Gruppe. Yes Soccer. Today in Trnava (diesen Ortsnamen weiß ich weder auszusprechen, noch kann ich ihn verstehen, wenn ein Schotte ihn ausspricht – Aber google hilft).
Ein respektabler, älterer Schotte mit Kilt, Jacket und Glengarry geht auf eine Gruppe KoreanerInnen zu, schüttelt der ersten (etwas verdutzten) Dame der Gruppe die Hand und sagt: „Welcome to Scotland!“ Ich liebe die Schotten!

Wir gehen weiter durch Edinbra. Schotten, Flaggen, Gesänge aus Kneipen, aber alles, nett und fröhlich. Toll. Fußball verbindet.

All the best Scotland!! (Nützt aber nichts, Slowakei-Schottland 3:0)

Ich besuche kurz die Universitätsbibliothek von Bratislava (Dienst ist Dienst), aber Eduroam der Sporthochschule Köln tuts nicht. Mist!

Während M* und E* weitergehen zu Tante Lidl, kehren H* und ich zum Schiff zurück, nicht ohne noch ein paar Glanzlichter mitzunehmen.

Abends gibt’s Empfang beim Kapitän Todor Arsenov (er hatte Urlaub und hat Ivan Kirilov abgelöst) mit Dank und Sekt.

Dann folgt das Abschiedsgaladiner. Wohl weil es morgen nicht so lange dauern soll. Aber wir haben morgen noch einen ganzen Tag an Bord.
Wir halten in Weißenkirchen in der Wachau. In Passau sind wir früh am Donnerstag.

Die gesamte Crew wird vorgestellt. 10 Nationen, die hier seit 7 Monaten gut zusammen arbeiten. Das gibt viel Beifall für alle! Ganz zu recht.

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Tag #13 – Budapest bei Nacht

Kurz vor 22h kommt die Durchsage: Wir legen ab.
Ich bin parat und sofort an Deck. Leinen los. Auslaufmusik: Johann Strauss: „An der Schönen blauen Donau“.

Budapest leuchtet. Das Wasser reflektiert. Wunderschön.

Das Deck füllt sich. Die (wenigen) Profifotografen sind da, die vielen SmartphonefotografInnen (mit Selfiestangen) und die Kompaktkameraleute kommen hoch. Dabei sind meine Spezialfreundinnen: Die Nachtblitzerinnen!

Los geht’s.

Wir queren die Freiheitsbrücke.

Dann die Elisabethbrücke.

Die Kettenbrücke liegt vor uns.

Der Burgberg.

Kettenbrücke und Burgberg hinter uns.

Jetzt kommt das Parlament.

Das Parlament querab.

Und schon vorbei.

Ich spreche eine alte Dame an (sie hat beim Essen – sie sitzt am Nachbartisch – immer ihren Rucksack auf dem Rücken): „Das Blitzen im Dunklen ist keine gute Idee. Die Bilder werden nichts!“
Ihr merkt schon, sie gehört zu der Nachtblitzerinnenfraktion.
UND? Sie antwortet keck und patzig: „Die Bilder werden wohl was!“
Ich staune und denke (nach kurzer Pause), besser kann man einem Wortgewandten nicht antworten. ABER: die Bilder werden trotzdem NIX, sie werden unterbelichtet sein.🙂

Ich denke, die Nachteinfahrt nach Tromsø bei den Hurtigruten ist schon voll der Knaller. Aber die Nachtdurchfahrt durch Budapest ist noch n Hauch besser.

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Tag #13 – Budapest

Das Schiff ruckelt, ich wache auf. Wir sind schon in Budapest.

Als ich oben bin, legen wir gerade an.

Wir liegen leider etwas weiter draußen (47.47358°N 19.06549°E), aber dafür kann man dann die Ausflüge besser verkaufen.
Nach dem Frühstück haben E* und H* Ausflüge mit dem Bus vor, M* und ich ziehen auf eigene Rechnung los. Heute nehmen wir mal unseren starken Freund W* mit, denn er ist, wie wir, ein Fan von Märkten. Und die Markthalle in Budapest ist ein MUSS!

Wir gehen zur Petőfibrücke. Dort kann man gegen EC-Karte zwei Tagestickets für Bus und Straßenbahn ziehen. 1650 Forint. Das sind umgerechnet 5,43€. Kann man nicht meckern. Und da unser Ungarisch so mau ist, wie unser Pre-Molwanisch, kann der nette Automat auch alle Sprachen des Kontinents, er nimmt Plastikgeld und Scheine und man versteht sogar die Menueführung. Ach wäre es in Köln doch auch so bequem. Ach käme ein Ungar in Köln doch auch so gut zurecht!!

Wir haben zwei Tickets plus Quittung und jubeln erstmal, was die Schlange hinter uns in gute Laune versetzt.

Flugs kommt die Bahn und wir queren die Brücke und die Donau. Raus. Zwei Stationen mit Linie 2 und wir sind an der Freiheitsbrücke. Da steht auch schon die Markthalle. Drei Stockwerke Einkaufs- und Fotoparadies.

Tolle Architektur. Stahl, Eisen, schlicht.

Oben gibt es „Stehrümmchen“, herrliche Dinge, die man nicht braucht und die „rüm“stehen. Prachtvoll, bunt, überflüssig, super anzuschauen.

Im Erdgeschoss hat es Obst, Gemüse und Fleisch.

Es ist (noch) nicht so voll. Da macht es noch mehr Spaß.

Natürlich darf die Salami nicht fehlen.

Es gibt aber auch Pansen, Herz, Leber, Entenfüße, Entenköpfe und Zeugs, was ich nicht erkennen kann. Gut, dass W* dabei ist!

Es gibt lila Blumenkohl. Habe ich noch nie gesehen. Da wäre was los, hätten wir den mal in der Mensa.🙂

Und Radieschen, groß, wie Mandarinen. Tolle Teile!

Und endlich mal Paprika!!!

Da fragt sich die Hausfrau: Was kaufen?

Im Keller ist der Fisch und der Aldi. Den besichtigen wir auch. Die Unterschiede, die die Fachfrau sofort sieht, fallen mir nur bei der Flaschen- und Dosenabteilung auf.

Draußen inspizieren wir die Einkaufs- und Prachtstraßen.
Es folgt ein Besuch in der Szent István-bazilika. Ein Riesenbau. Von außen und innen sehr eindrucksvoll.

Es findet eine Taufe statt, ein Chor singt. Meine Gedanken sind bei einem am Freitag verstorbenen Kollegen.

Vielleicht passt da eine Taufe ganz gut. Ende und Anfang. Beides gehört zusammen.
Dann geht es mit der Straßenbahn zum Schiff, wo Mensch im Restaurant und Smartphone am Strom wieder aufgeladen werden.

Wir starten erneut. Jetzt der Burgberg. Straßenbahn, dann Zahnradbahn auf den Berg. 1800 Forint kostet Rauf und Runter.

Der Blick bei heiterem Wetter ist schon klasse.

Kettenbrücke, dahinter das Parlament.

Matthiaskirche. Hier wurde SISI zur ungarischen Königin gekrönt. Aber wir kommen nicht rein. Umgerechnet 5€ Eintritt für ein Gotteshaus sind skandalös.

Die Fischerbastei ist so, wie Montmartre in Paris. Überlaufen, von außen schöner, als von innen.

Nachdem alles inspiziert ist, wir noch den Wachwechsel der Wache beobachten konnten (dokumentiert wurde er von 2000 Töchtern und Söhnen Nippons), fahren wir zu Tal.

Über die Kettenbrücke spazieren wir zum größten Gebäude Ungarns, dem Parlament.

Unter Mitnahme weiterer Denkmale, einer Demo, Ronald Reagan, Linie 10, Einkauf von Wasser, geht es zum Schiff zurück.

Es folgt das Abendessen.

Gegen 22 Uhr werden wir ablegen und fahren dann stromauf durch das beleuchtete Budapest. Morgen sind wir in Bratislava.

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , | 3 Kommentare

Tag #12 – Pécs

Neues Wetter: Nebel. Na sowas. Als ich an Deck bin, sieht man aber schon, dass die Sonne gewinnen wird. Trotzdem ist es recht kühl.

Da nichts ansteht, genießen wir das Frühstück. Das Licht wird goldener.
Ich mache ein bisschen Smartphoneberatung für eine ältere Dame. Schon seit dem Verlassen von Österreich kommt sie immer mal wieder. Ich helfe gern.

Mit und ohne Wolldecken trifft man sich nach dem Frühstück an Deck und genießt den Sonntag.

Wir erreichen dann Mohács und sind nun in Ungarn. Wir legen beim Zoll an. Da wir den Schengenraum betreten, müssen wir uns alle bei einer Zöllnerin zeigen, die prüft, ob die Pässe zu unseren Gesichtern passen. Das ist professionell und schnell erledigt.

Dann ist Mittag und wir müssen ins Restaurant. Während wir da gerne unsere Pflicht erfüllen, legen wir ab und die MS BOLERO fährt rückwärts stromauf und legt in der Stadt neben der Fähre an.

Hier beginnen wir dann den Ausflug nach Pécs. Der deutsche Name von Pécs ist Fünfkirchen.
Eine nette und kompetente Dame namens Zsuzsanna nimmt uns in Empfang, erklärt uns im Bus das Programm, Land und Leute und das hübsche Städtchen Pécs.

Wir halten zuerst am Dom, der Kathedrale St. Peter und Paul.

Eine wunderschöne Kirche mit viel Gold, Farbe und vielen Bildern an Wänden und Decken. Man schaltet für uns das Licht ein und es erklingt sogar die Orgel mit einem kleinen Konzert. Wunderbar.
Auch die sehr alte Unterkirche dürfen wir sehen.

Zsuzsanna zeigt uns Bischofspalast und Ausgrabungen, schöne Straßen, Denkmale, eine Kirche, die einst Kirche, dann Moschee, jetzt wieder Pfarrkirche ist.

Wir nähern uns dem Hauptplatz mit Rathaus und sehr prachtvollen Häusern.

Es folgt eine Rast im Hotel Palatinus étterem, welches mir ganz besonders gut gefällt. Alt, Jugendstil, Stuck, Kronleuchter.
Ich nehme ein sehr leckeres Bier und mache Bilder.

Schankraum.

Treppenhaus.

Empfang

Es gibt noch einer Runde Freizeit mit Bildern von dem Zsolnay-Brunnen mit der hier typischen Eosin-Glasur. Eosin-Keramik (-Kacheln) kennt ihr vom bunten Dach des Wiener Stefansdoms. Diese Eosin-Kacheln kommen aus Pécs.

Zsolnay-Brunnen

Dann auf zum Bus und an einem tollen Neubau der Universitätsbibliothek Pécs vorbei, geht es zurück nach Mohács und aufs Schiff.

Abendessen und Pläneschmieden für den morgigen Tag in Budapest beenden den Tag.

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Tag #11 – Novi Sad

Belgrad verpasse ich. M* aber nicht:

Die Sonne geht gerade auf.

Wir gemütlichen uns dann mit Prinzessin H* und Königinmutter E* das Frühstück. In 90 Minuten kann man so einiges erleben, z.B. Schweine auf einer Insel.

M* und E* haben den Kieker immer dabei – so ist es Familientradition.

Es ist zwar kühl, aber schönes Wetter. Ich verbringe den Vormittag auf 2vorne mit J* und D*, wir machen eine Zeitrafferaufnahme. So schmilzen 2h zu 40 Sekunden zusammen:

https://youtu.be/b4hJojkGXLY

Das Video zeigt die Anfahrt auf die Beška-Brücke. Sie ist eine Autobahn-Brücke über die Donau bei Beška in der Provinz Vojvodina in Serbien.

Wir legen in Novi Sad, der zweitgrößten Stadt Serbiens an. Die kaputte, die neuen, bzw. geflickten Brücken fallen auf. Die Nato hatte im Kosovo-Konflikt alle Brücken zerstört.
Beim Mittagessen schaue ich auf die blaue Behelfsbrücke. Sie muss einspurig sein. Autos von links nach rechts. Pause. Autos von rechts nach links. Pause. Eine einzelne Lokomotive. Dann wieder Autos. … Und alles sehr langsam.

Nach dem Essen ist das Schiff freigegeben und wir dürfen von Bord. Den Bus-Ausflug haben wir uns geschenkt. Die Prinzessinnen und ich ziehen so los.

Wir erkunden das Zentrum der Stadt. Hier ist Karneval oder so was. Folklore, Trachten, Trommeln, Kostüme. Tolle Sache. Den kölsche Jung juckt es.

Als wir alles eingefangen haben, besichtigen wir Plätze, Denkmale, Rathaus und Kirchen.

In St.Nicolaus sind die Söhne von Mileva Marić und Albert Einstein getauft (sagt der Reiseführer), denn Mileva’s Familie stammt aus Novi Sad. St.Nicolaus ist eine hübsche kleine orthodoxe Kirche.

Der Rückweg führt uns zur Varadin-Brücke (neu seit dem Jahr 2000), sie führt zum Stadtteil Petrovaradin links der Donau.

E* und H* verabschieden sich zur MS BOLERO, M* und ich überqueren die Donau und besteigen die Festung Petrovaradin.

Hier tummelt sich viel junges Volk, macht Selfies auf den Mauern und die jungen Damen tragen Risse in den Jeans. Das goldene Licht des Sonnenuntergangs verzaubert Novi Sad und die Donau. Ganz allein liegt die MS BOLERO am Ufer.

Wir kehren zurück an Bord. Novi Sad und die Festung kleiden sich in künstliches Licht, die Varadin-Brücke sogar in bunt. Das würde mir in Köln auch gefallen.

Es folgt das abendliche Festessen mit Austausch über das Erlebte, Zeigen von geschossenen Bildern und Videos und dem Genuss der Speisen und der Weine längs der Donau.

Morgen machen wir den Ausflug nach Pécs (lateinisch Quinque Ecclesiae) – da gibt es wohl 5 Kirchen. Wow.

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Tag #10 – Flusstag

Heute ist Flusstag, ein Tag ohne Landgang.

Bedeckter Himmel, aber noch trocken. Nach dem gemütlichen Frühstück melde ich uns für die Brückenbesichtigung an, die Prinzessinnen wollen mal sehen, wo der Käpt’n und ich so arbeiten. Zwei von drei melde ich noch zusätzlich zur Küchenbesichtigung an. H* sagt, sie hat mit ihrer eigenen Küche genug🙂

Kurz vor der Schleuse Eisernes Tor 2 zeigt uns der Käpt’n sein Reich.

Er schaltet extra für uns mal den Autopiloten ab, sicher damit wir mal sehen, dass er es auch von Hand kann.
Wir passieren die Schleuse, es regnet.

https://youtu.be/sBWPlZTE2iw
Zeitraffer der Schleusendurchfahrt.

Mittagessen. Ich kann keine Prinzessin überreden zum Kurs Handtuchfalten bei Hausdame Monika Csizmadia zu gehen. Sie meinen, Handtuchelefanten würden völlig überschätzt. Rüssel und Stoßzähne könnten sie schon, das müsse reichen. Ich könne ja selber gehen…

Ich muss mich aber um die Schleuse Eisernes Tor 1 kümmern, die jetzt ansteht. Diesmal hat der Schleusenmeister uns die serbische Seite der Schleuse zugewiesen (auf der Talfahrt hatten wir die Schleuse auf rumänischer Seite). In zwei Kammern erklimmen wir in 90 Minuten 36 Meter Höhe. Sehr spannend. Tolle Technik.

Als wir ausfahren, ist es schon dämmrig. Jetzt geht es in den Cazan (Kessel). Der Kapitän leuchtet die Glanzlichter, die wir von der Talfahrt schon kennen nochmal an. Tabula Traiana (Serbien), Statue des Dakerkönigs Decebalus (40 Meter hoch und zugleich die höchste Felsskulptur in Europa), Kloster Mraconia (Rumänien).

https://youtu.be/jh6Pwzdfjfg
Kloster Mraconia

Dann ruft das Gabel- und Messergeschäft. UND, wahrscheinlich hat Käpt’n die Frühstücksklagelaute vernommen: Es gib Lachs. Hurra! J* und D* freuen sich mit mir.

Morgen gibt es einen Halt in Novi Sad von 13:00h bis 19:30h.

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Tag #9 – Ornithologie

Hurra! Wolken.🙂

Aber nicht so schlimm.

Wir schippern so lange hin und her, bis auch wirklich alle wach sind. Noch eine Durchsage vom Cruising-Direktor, dann ist man soweit, hat auf BuBu keine Lust mehr und geht frühstücken. Lachsfrei. Gemütlich.
Die Gäste, die die Rundfahrt gebucht haben, hasten zum Bus. Die Prinzessinnen und ich genießen den Platz am Büffet und weil es ohne Lachs nicht zählt, probieren wir noch n paar Häppchen.

Wir liegen in Rousse, Bulgarien und da wir mitten in der Stadt angelegt haben, machen die Prinzessinnen und ich das Städtchen auf eigene Rechnung unsicher.
Nach Gemütlichkeit kommt Vorbereitung, dann Aufbruch.

M* führt uns zum Zentrum, Siegessäule, Prachtstraße, Stadtbibliothek (damit es für mich Dienstreise bleibt), Café, Theater.

Ein „ex-sozialistisches Einheitsbrei-Städtchen“ mit Charme, einem Literaturnobelpreisträger und der Chance aufzusteigen.
Es erinnert mich stark an Kirkenes in Nord-Norwegen. Ein bisschen schmutzig, viel guter Wille. Nur Baumärkte mit Kettensägen fehlen hier.

Wir treffen unsere Bustour-Mitgäste, die im Zentrum gerade zu Fuß unterwegs sind.
Unser Abenteuer beginnt mit der Besichtigung, besser Inspektion eines Supermärktchens. M* hätte Königinmutter und H* gerne zu Tante Lidl oder Onkel Aldi geführt, aber Tante Lidl liegt zu weit draußen.

Nachdem das Märktchen eine 3+ auf der nach oben geschlossen M-Skala bekommen hat, muss Geld her, da Rumänien zwar in der EU ist, aber nicht im €-Sandkasten mitbacken darf. M* zieht 30 Lew aus der Wand, so 15€. Dann geht es zum Supermarkt.
H* und mich zieht es zum Schiff, ME** schaffen das schon auch ohne uns.

Beim Mittagessen sind wir wieder vereint am Tisch bei Späßen mit Iszabella (unserer Kellnerin) und C* und L* aus dem schwarzen Wald.
Kapitän Kirilov hat ablegen lassen und weiter geht’s steil stromauf.

Da der Rest des Tages „Seetag“ ist, das Wetter und die Temperatur mitspielen, sind wir auf dem Sonnendeck. Kieker und Tele sind scharf.

Es geht auf Vögel. Hier gibt es Kormorane und Pelikane. Es ist so leer links und rechts der Donau, das Ufer so urwäldlich, dass sich die Vögel von den paar wenigen Schiffen offenbar nicht gestört fühlen. Wenn dann ein Schiff kommt, fliegen sie auf und lassen sich an anderer Stelle auf dem breiten Strom nieder.

https://www.youtube.com/watch?v=oNuQalM4E6o&feature=share

https://youtu.be/oNuQalM4E6o

Mehrere Schwärme geben sich beeindruckend die Ehre. Eine erhabene Pracht. Pelikane im Flug sind majestätisch! Dazu Sonnenstrahlen und das Glitzern des Wassers, wir sind schon privilegiert das sehen zu dürfen.

Das Abendessen heute ist ein Piratenessen. Piraten haben das Schiff geentert und die Passagiere sind gebeten ihre Kleidung dem Anlass entsprechend zu wählen. Die Prinzessinnen und ich improvisieren ganz gut. Nicht viele haben sich solche Mühe gegeben.

Ein sehr lustiger Abend. Für Kölner geht Karneval ja immer.

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Tag #8 – Donaudelta

Ich schäme mich. Erneut schönes Wetter. Aber ich sehe es nicht. Seit dem Anlegemanöver in Fetești um 5 Uhr ist mein Bullauge schwarz, der Anleger ist jetzt davor.

Frühes Frühstück. Um 8 Uhr brechen Prinzessin M* und Königinmutter E* mit Bus 3 von 4 nach Tulcea auf. Eigentlich wollten wir bis Tulcea die Donau fahren (115km Luftlinie), aber, weil es im Sommer nicht geregnet hat, ist der Wasserstand zu niedrig. Es fehlen so 100-150 cm. Und bei 150cm Tiefgang der MS BOLERO, kann man sich vorstellen, dass das hier problematisch werden kann.

https://www.youtube.com/watch?v=a102U-9S-W0&feature=share

https://youtu.be/a102U-9S-W0

Das Video zeigt die Überquerung der Brücke etwas unterhalb von Fetesti bei Giurgeni. Man sieht, wie breit die Donau hier ist.

Wir fahren durch ein weites Land. Die Große Walachei. Riesige eintönige Ackerflächen, kaum Dörfer, wenn dann sehr ärmlich. Ein Städtchen, wo ich nicht wohnen möchte. Aber die Weite, die Sonne, die über die Hügel leuchtet, ist schon klasse.

Die Hügel sind Reste des ältesten Gebirges Europas, sagt die Reiseleiterin. Den Namen verstehe ich nicht und habe ihn auch noch nie gehört. Mein Erdkundeleeerer (Herr Eggers) hat doch sowas nicht gewusst und schon ganz sicher niemals nicht erwähnt.
Die Reiseleiterin ist wenig inspirierend. Sie blättert gelangweilt die Seiten im Gehirn um und murmelt dazu. Nur wer zu viel Kaffee hatte heute früh, ist noch wach. Sachen gibt’s.

Nach zweieinhalb Stunden gibt es eine Tankstelle, wo wir Flüssigkeiten ab-, statt aufladen. Dann erreichen wir den Anleger in Tulcea. Bis vier Busladungen ausgeworfen, verteilt und an Bord von großen Schiffchen und kleinen Speedbooten sind, die je 10 Personen fassen, was da schwierig ist, wo ein paar Kleingruppen zusammen bleiben wollen, vergeht etwas Zeit. Auch das Anlegen der Schwimmwesten auf dem engen Bötchen ist nicht so leicht. M* macht Fäustchen in der Tasche. Wenn sie das organisiert hätte, wären wir schon auf der Pirsch.

Aus dem Hafen brettert Kapitän Romanov mit Fullspeed. Das GPS sagt 40km/h. Dann scharf links und es geht in einen Kanal, dann nochmal scharfe Kurve und wir tuckern leise ganz enge Kanälchen, keine Wellen machen, die Tiere nicht erschrecken.

Augen auf und 400mm-Zoom im Anschlag. Braun, grün, braunes Dickicht, Urwald, Weiden und Pappeln. Schlammiges Ufer, dem man den Wassermangel ansieht. Ich lichte Frösche ab. Dicke Viehcher. Die Schweizer neben mir verdrücken ihr Lunchpaket und sehen nur ihre Brötchen. Sachen gibt’s.

Unser Kapitän gibt sich Mühe, die anderen drei – einer vor, zwei hinter uns, eher nicht so. Käpt’n Romanov hat die Augen auf, sieht auch versteckte Viehcher, zeigt drauf und der Leichtgewichts-Reiseleiter im Boot übersetzt von Kormoranesku zu Kormoran. Ich glaub‘ ich werd‘ auch mal Reiseleiter. Sachen gibt’s.

Mir gefällt das Delta auch ohne Alligatoren, Nilpferde und Pelikane. Allein die Wurzeln, die Bäume, die Fischer und Angler bei Prinzessinnenwetter sind schon 1A. Die Reiher, Frösche, Kormorane und Enten sind schon ein besonderes Erlebnis zusätzlich.

Bei 45.25016°N 28.98481°E wendet Käpt’n Romanov. Es ist der östlichste Punkt unserer Reise. Dann wird er langsamer, schaut verschwörerisch und bietet uns Schnaps an. Die Flasche 10€. So die Marke „ist doch egal was für n Schnaps. Hauptsache Schnaps“. Alle schauen irritiert. Ich schaue M* irritiert an. Sie schüttelt leise den Kopf. Sachen gibt’s.

Während wir langsam hingeschlichen sind, ist die Schonzeit oder der Mittagsschlaf im Delta jetzt vorbei und zurück wird gebrettert. Wieder 40 km/h, Fullspeed, All In. Die Heckwellen krachen laut ans Ufer. Kein Wunder wenn Kanal und Kanälchen recht leer von größeren Tieren sind. Sachen gibt’s.

Wieder am Kai von Tulcea, suchen wir eine Abgabestation und unser Reiseleiter in Fortbildung schickt uns zum Hotel Delta. Sieht aus und riecht wie Interhotel Dresden 1988. Als wir alles abgegeben haben und zurück zum Parkplatz schlendern, steht da der Cruise-Director zeigt auf die Uhr, lächelt gequält und macht das „Elisabeth, wo kommst Du jetzt noch her“ Gesicht. Das für 23:55h, wenn 22:00h vereinbart war.
Er sagt: Euer Bus ist weg. Es sei doch 14h gesagt worden. Wir sind ganz unschuldig. Weder die Reisetante im Bus, noch der Schlafonkel in Fortbildung haben was gesagt. Der Schweizer neben mir fasst es richtig und knapp zusammen mit: „Ihr Problem!“. Also Sachen gibt’s.

Es wird dann doch noch alles gut. Die 9 aus Bus 3 bekommen Asyl in Bus 4. Es geht nur zur nächsten Abgabestation, einer Tankstelle, wo unser Bus 3 wartet. Wir steigen um. Perfekt. Wozu die ganze Aufregung?

Wir fahren zweieinhalb Stunden zurück, bis wir in Fetești wieder an Bord der MS BOLERO gehen. Die legt sofort ab und nimmt Kurs auf Passau. Die Hälfte ist um. Wir sind bis Stromkilometer 60 gekommen. Passau hat Stromkilometer 2230. (Auf der Donau wird andersrum gezählt. Null ist bei der Mündung, nicht bei der Quelle.)
Dann fehlen uns ja 120 km insgesamt. Also ehrlich.

Frisch machen, hübsch machen. Galadiner.
Ein besonders schöner Tag.

Veröffentlicht unter Donau | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen