Die Israel-Pilgerreise zum Ausdrucken.

Ich habe für unsere Pilgerinnen und Pilger die Beiträge zur Israel-Pilgerreise 2019 in einem Dokument (zum besseren Ausdrucken) zusammengefasst.

Ausdruck

Israel-2019

Viel Vergnügen damit.

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Tenerife | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Donnerstag, 11.04.2019 – #11 Golgatha

Der Muezin weckt mich mit lauter Stimme: Gott ist Groß. Ich denke: Meine Seele preist die Größe des Herrn und stehe auf. Es ist 05:15h.

Das Hotel stellt für uns Kaffee und Kuchen bereit. Sehr nett.

Um 05:30 sind fast alle im Bus. Mit nur drei Minuten Verspätung fahren wir nach Jerusalem. Der erste Schein der Morgendämmerung kriecht am Horizont hoch. Sehr schön!

Hinter der Grenzmauer stehen hunderte palästinensische Männer in der Dunkelheit und warten das israelische Unternehmer sie anwerben. Tagelöhner. Sie tun mir leid: Arme Kerls.

Yamil fährt uns zum Jaffator. Von da geht es zu Fuß durch die dunklen und noch leeren Gassen der Altstadt zur Grabeskirche.

An unserem Altar auf Golgatha feiert Italien einen Gottesdienst. So haben wir noch etwas Zeit.

Dann sind wir dran. Eine dichte Heilige Messe ohne Predigt und ohne Gesang. Dafür geht es ratzifatzi.

Es tut der Andacht heute aber keinen Abbruch. Ich bete für meine riesige Familie im Himmel und auf der Erde und für meine Schutzenbrüder. Das passt heute gut rein.

Am Ende des Gottesdienstes segnet Rabbuni Michael die kiloweise mitgeschleppten Devotionalien und macht sie so für uns heilig. Das heißt besonders wichtig und wertvoll.

Als wir fertig sind, eile ich zum leeren Grab, aber es ist zu. Dafür strahlt ein Sonnenstrahl auf die Ädikula. Das ist wunderschön.

Wir treffen uns draußen vor der Kirche zum traditionellen Gruppenbild auf der Treppe. Leider fehlen Markus und Elke.

Nun aber ab zum Frühstück. Wir gehen durch die erwachende Altstadt zum Jaffator, steigen in den Bus und fahren zurück zum Hotel.

Wir lassen die Reise nochmal vor unseren Augen vorbeiziehen. Was war besonders schön? Alles von Anfang bis Ende sagen die Damen an meinem Tisch. Jordanien, sagt Justine. Die besonders schönen und passend vorbereiteten Heiligen Messen mit Rabbuni Michael, sagt Margarete. Anstrengend, aber schön, sagen Christa und Franz. Ich sage: der Moment an der Klagemauer.

Um 11:00h fahren wir zum Flughafen. Wir verabschieden uns von Yamil. Dankeschön für allseits gute Fahrt.

Am Flughafen (wir sind N Minuten zu früh mit N=Mittleres Lebensalter der Gruppe minus 50 in Minuten) stürzen wir uns ins bekannte Getümmel mit Befragung, Geduld, Passkontrolle, Geduld, Security etc.

Mit gut 40 Minuten Verspätung verlassen wir das Heilige Land. Shalom Israel.

Das Mittelmeer liegt blau unter uns, vor den griechischen Inseln ziehen ein paar Wolken unter uns auf. Die Ägäis sieht im Nachmittagslicht ziemlich schön aus. Bei Thessaloniki erreichen wir wieder Festland. Über Serbien liegen Wolken. Schließlich landen wir in Zürich. Wir müssen tatsächlich durch eine Sicherheitsprüfung, unser Wasser austrinken und Sonnencreme abgeben. Da ist die Schwyz strenger als Israel. Staun. Dann hetzen wir zum Gate B43 und klettern in die Maschine nach Düsseldorf.

In Düsseldorf zieht es sich ein bisschen, aber dann sitzen wir im Bus. Um 23:55h sind wir in Flittard. Die Pilgerreise ist zu Ende. Um 0:32h bin auch ich zu Hause, M* hatte mir netterweise unser Auto in Flittard abgestellt.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns begleitet haben, an alle, die mitgefahren sind, besonders an Elizabeth, Yossi und Yamil. Ein besonderes und herzliches Riesendankeschön an Rabbuni Michael! Ohne Dich, wäre es für die Katz gewesen.

Tagesvideo:

https://youtu.be/SrfaGhGGLHk


Der Eingang zur Grabeskirche in der Dämmung.


Die Ädikula – das eigentliche Heilige Grab.


Ein Sonnenstrahl trifft die Ädikula.


Gruppenbild ohne Zwei.


Ägäis.


Kurz vor Zürich.

Veröffentlicht unter Israel | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

Mittwoch, 10.04.2019 – #10 Bethlehem

Um 06:00 Uhr singt der Wecker. Dann beten wir die Laudes in einem Konferenzraum im Hotel. Wir beten für ein paar von uns mit. Und für euch zu Hause beten wir natürlich auch!

Um 08:00 Uhr sitzt datt janze Schmölzche im Bus. Wir bekommen heute einen neuen Reiseführer: Mohanett (mit N wie nett). Er begleitet uns zu den Heiligtümern. Wir fangen mit den Shepherds‘ Fields (Hirtenfeldern) an. Hier (irgendwo) bekamen Hirten die Nachricht: In Bethlehem ist der Erlöser geboren.

Wir gehen durch den kühlen Morgen zur Engelskapelle. Eine Gruppe aus China rockt gerade die Kapelle mit lautem und schönem Gesang. Als sie draußen sind, singen wir. Dann kommt Mexiko. Nach denen Miami, USA. Was für eine schöne Bescherung. In Bethlehem ist jeden Tag Weihnachten.

In Grotte 1 feiern wir Heilige Messe. Rabbuni Michael sagt, wir haben einen nahen Gott, den wir Vater nennen dürfen. Wer einen liebenden Vater hatte, findet das großartig und darf dankbar sein.

Wir fahren ins Parkhaus und gehen zu Fuß zur Geburtskirche. Sie ist die älteste Kirche der Welt. Der Bau, der heute hier steht stammt aus der Kreuzfahrerzeit.

Es ist voll und wir starten deshalb mit der Kirche der Heiligen „Katharina von Alexandrien“, die ist gleich nebenan – Tür an Tür sozusagen. Dann reihen wir uns ans Ende der Schlange für die Geburtsgrotte. Vor uns ist wieder die Gruppe aus Mexiko. Geduld, Geduld, Geduld. Mama, wie lang dauert es noch? Geduld Geduld Geduld.

An der Wand des Hauptschiffes sind neue Mosaike. 2017 waren die noch nicht da. Wunderschön! Laaaaaaangsam geht es weiter. Überall hängen Weihnachtskugeln. Hier ist halt Weihnachten.

An den Stufen zur Geburtsgrotte herrscht Gedränge. Aber richtig. Es ist nicht möglich mit Disziplin dem Gedränge Herr zu werden. Ein Vordrängler mit Vordrängler-Guide bekommt fast Prügel. Die Würde des Ortes geht leider etwas verloren.

Hier ist (der Überlieferung nach) der Heiland geboren. Bei Lukas heißt es dazu:

„Der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“ Ich finde es gut einen Retter zu haben!

Vor dem Geburtsstern scheucht eine Uniform die gute Laune weg und die Leute weiter. „Die Prozession“ kommt gleich, da muss die Grotte leer sein. Schade.

Immerhin haben wir Zeit für den schönen Altarraum oben in der Kirche.

Dann kommt „die Prozession“ und wir staunen ein bisschen über das Schauspiel.

Zum Glück war ich schon mit mehr Andacht hier! (Und heiligmäßig andächtig kann man auch nicht die ganze Zeit über sein! Immerhin kann man sehen, dass die Arbeiten zur Renovierung der Kirche positiv verlaufen).

Es geht zurück zum Bus. Dann zwängt uns Yamil durch die Stadt zum „Shepherd’s Valley – Tent Restaurant“. (Ehrlich gesagt: Auch ein Glanzlicht!) Wir essen sehr, sehr lecker. Unser Tisch bekommt sogar noch eine Wasserpfeife. Ich vermute Rabbuni Michael und Yamil hinter der Aktion.

Markus, Michael und Reiner sind Rauch gewöhnt und rauchen die Blubberpfeife mit Vergnügen. Dankeschön Elisabeth, Du hast lecker gekocht für uns!

Nun verlegen wir ins neue Hotel „Paradise Premium Bethlehem“. Es gibt ein starkes Begrüßungsgetränk, der Nachmittag steht zur freien Verfügung.

Ich mache eine Pause. Um 16:05h checke ich bei Swiss ein. Dann drehe ich eine Runde durch Bethlehem. Mich zieht es zum Krippenplatz, dem großen und zentralen Platz vor der Geburtskirche. Als ich da bin, schaue ich kurz in die Kirche und sehe: Oh! Fast nix los. Ich stelle mich an und bin nach 5 Minuten am Geburtsstern, an der Stelle, die als Geburtsort von Jesus verehrt wird. Hier ist es jetzt deutlich ruhiger, niemand drängelt, ich habe Zeit. Ich verweile ein paar Augenblicke am Geburtsstern und einige Minuten in der Grotte. Ein eher finstere Ort. Wie es hier wohl vor 2000 Jahren aussah?

Ich kehre ans Licht zurück. Ich drehe eine Runde durch den Basar, kaufe nichts und kehre durch Seitenstraßen zum Hotel zurück.

Nach dem Abendessen und einer CheckIn-Beratung geht es früh ins Bett. Gleich, noch in der Nacht, fahren wir zur Grabeskirche. Wir feiern die Abschlussmesse auf Golgatha.

Tagesvideo:

https://youtu.be/6WIgvdEEjlY


Engelskapelle.


Geburtskirche (die wie eine Festung aussieht)


Gedränge vor der Geburtsgrotte.


Altar oben in der Kirche.


Langhaus der Geburtskirche.


Bunte Vorspeisen.


Geburtsstern.

Das Programm für morgen:
05:30 Im Bus.
06:30 Messe Grabeskirche, höchstens 25 Minuten!
Frühstück im Hotel
Abfahrt zum Flughafen
13:00 Flughafen
16:05 Flug nach Zürich

Veröffentlicht unter Israel | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Dienstag, 09.04.2019 – #9 Ölberg, Berg Zion, Kaufrausch

Die frühe Weckzeit spendiert uns den goldenen Sonnenaufgang über der Stadt Davids.

Um 07:00h brummt der Bus.

Wir steigen am Mount of Olives (Ölberg) wieder aus. Yossi erklärt uns hoch über Jerusalem die Stadt und die letzten Tage Jesu. Dann erklärt er den jüdischen Friedhof vor uns. Warum kommen bei Juden keine Blumen aufs Grab? Sie vertrocknen in der Wüste!

Stattdessen legt man Steine auf die Grabplatte. „Stein symboliert Ewigkeit“, sagt Yossi. Und wenn die Auferstehung ist, haben die Juden gleich Steine zur Hand, um den Tempel wieder aufzubauen!

Die nächste Station: Der Herr weinte – Dominus Flevit. Diese kleine Kirche steht auch im Ölberg. Sie schaut auf die Altstadt und ist genau auf die Grabeskirche ausgerichtet. Wir nehmen uns Zeit. Im Schatten der Bäume schaut man auf den Felsendom – so ein prächtiger Bau. Und bescheiden dahinter die schwarzen Kuppeln der Grabeskirche. Mir gefällt, dass die Christen nicht die erste Geige spielen.

Um 10 Uhr sind wir in der Kirche aller Nationen. Hier wird vor dem Altar ein Felsen verehrt, auf dem Jesus nach der Überlieferung Todesangst hatte und sein Schweiß, wie Blut war. Hier feiern wir Heilige Messe. Rabbuni Michael predigt über „Dein Wille geschehe“. Jesus nahm die Sünden der Welt auf sich, obwohl er diesen „Kelch“ nicht wollte und auch wir sind aufgerufen, Dinge, die wir nicht ändern können oder manchmal auch nicht wollen anzunehmen und auszuhalten. Jeden Tag neu!

Wir fahren zur Pater Noster Kirche. Eine Kirche weiter oben auf dem Berg. Hier wird des Ortes gedacht, an dem Jesus seinen Jüngern das „Vater unser“ beibrachte. Wir beten natürlich ein „Vater unser“ zusammen.

Überall gibt es Kacheln mit dem „Vater unser“ in verschiedenen Sprachen. Zur Zeit sind es etwa 140. Ne Tafel mit uns kölsche Sproch fählt! (Ich muss mal mit Kardinal Woelki sprechen… ).

An der polnischen Tafel machen mir Gabriela, Irmgard und Renate die Freude und beten das „Vater unser“ auf polnisch.

Yossi betet es uns dann noch auf aramäisch vor. Das ist die Sprache, in der es Jesus gebetet hat.

Yossi stellt uns dann noch das Schma Jisrael (Höre, Israel!) vor – es ist das jüdische „Vater unser“ aus Deuteronomium 6,4-12. Rabbuni Michael liest es uns vor. Es endet mit:

„… nimm dich in Acht, dass du nicht den Herrn vergisst, der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat.“ Starke Worte.

Ich meine, dem Schma Jisrael kommt heute mehr als die offensichtliche Bedeutung zu. Denn wir nehmen Abschied von Yossi. Er fährt heute noch nach Hause, nach Haifa, um an der Parlamentswahl teilzunehmen. Briefwahl gibt es in Israel nicht. Yossi sagt, wenn wir uns hier nicht mehr wiedersehen, dann im himmlischen Jerusalem! Tschüss Yossi! Vielen Dank! Und alles Gute!

Wir fahren zum Mittagessen.

Och!? Ja: Nochmal das Mar Elyas. Heute nehme ich den Salätchenteller mit Falafel.

Der Bus brummt nach einer Stunde wieder. Es geht zurück zum Zionsberg. Wir besichtigen den sogenannten Abendmahlssaal, einen schönen Raum aus der Kreuzfahrerzeit.

Allerdings ist sicher, dass das Abendmahl hier am Zionsberg war, denn nur hier gab es zur Zeit Jesu zweistöckige Häuser. Und das Abendmahl fand in einem Obergemach statt.

Für die Dormitioabtei gleich um die Ecke bekommen wir fast eine Stunde Zeit. Wir können die schöne Kirche und die noch schönere Krypta auf uns wirken lassen.

Ich setze mich nach unten in die Krypta. Hier liegt eine Statue der toten Maria. Sie soll hier im Kreis der Apostel gestorben sein. Ihr (leeres) Grab verehrt man am Fuß des Ölbergs.

Eine Weile sitze ich da ganz still. Dann kommt eine Gruppe Amerikaner. Sie machen Bilder, dann Selfies, dann singen sie die amerikanische Version des Salve Regina. Sehr schön! Dann sind sie raus.

Dann kommen Franzosen. Sie singen leider nicht, fotografieren aber das Bild in meinem Rücken und mich gleich mit. Dann beten sie zusammen, ich meine ein Gesetz des Rosenkranzes.

Sehr bunt, sehr vielfältig. Ein paar Gruppen hätte ich gerne noch zusammen mit der stillen Maria angeschaut.

Wir brummen dann nach Bethlehem und zum Good Shepherd’s Store. Da gibt es dann (endlich) den Kaufrausch! Alle Andenken, die zu kaufen sind, werden hier bei christlichen Palästinensern gekauft. In kaum einem Korb ist nicht wenigstens der Boden bedeckt. Nach einer Stunde, ebbt es schließlich ab. Die meisten Männer sind schon lange im Bus, die Kreditkarte in der fest geschlossen Faust. Langsam füllen sich die Plätze und Frau preist Frau auf der kurzen Fahrt zum Hotel glücklich ihre Schätze an.

Zum Ammbrod wird allseits neuer Schmuck getragen und mit Ahs und Ohs begrüßt. Und natürlich ist der meiste Kauf für Kinder und Enkel.

PS: Dankeschön für die vielen Grüße, Kommentare, EMails, Threemas und WhatsApps. Mer freue sich!

Tagesvideo:

https://youtu.be/LEWoWBza9Fc


Bethlehem zum Sonnenaufgang.


Jerusalem mit Grabeskirche und Felsendom.


Jüdischer Friedhof.


Dominus Flevit.


Felsen in der Kirche aller Nationen.


Pater-Noster-Kirche


Dormitioabtei.


Die stille Maria in der Krypta.

Morgen steht auf dem Plan:
06:00 Wecken
06:30 Laudes
06:45 Koffer vor der Tür
07:00 Frühstück
08:00 Im Bus
Geburtsgrotte, Milchgrotte, Hirtenfelder.

Veröffentlicht unter Israel | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Montag, 08.04.2019 – #8 En Kerem, Via Dolorosa, Klagemauer

Das Morgeninternet ist dick genug und ich lade das gestrige Tagesvideo in die Wolken.

Gutes Frühstück, guter Tag!

Um 07:50h sind alle im Bus und wir fahren über die hässliche Grenze, Yossi abholen.

Yamil fährt uns dann raus aus Jerusalem, nach En Kerem. Yad Vashem liegt rechter Hand.

Beim Aufstieg zur Magnificat-Kirche beten wir den Rosenkranz. Eva betet vor.

Die Heilige Messe wird heute durch Gesang und Orgelbegleitung von Marcus zusätzlich verschönert. Die Magnificat-Kirche in En Kerem gedenkt des Besuches von Maria bei Elisabeth. So stehen Lieder und Gebete zu Maria im Mittelpunkt. (Elizabeth kommt etwas kurz).

Wir steigen wieder ins Tal runter und zur Johannes-Kirche auf der anderen Seite wieder hoch. Die Kirche gedenkt der Geburt von Johannes dem Täufer. Da in der Kirche gerade kein Gottesdienst ist, singt Eva für uns das Ave Maria, Marcus spielt Orgel. Das ist schon was besonderes!

Und weiter geht es.

Das Kloster Mar Elias wurde im 6. Jahrhundert gegründet. Es ist eines der ältesten durchgehend genutzten christlichen Klöster überhaupt. Wir fahren hier nicht wegen der Heiligkeit hin, sondern wegen des Mittagessens.

Ich nehme den putzigen Falafelteller für umgerechnet 11€.

Pilger-Programmpunkt-Zwei heute ist der Kreuzweg. Yamil fährt uns zur Stadtmauer und wir laufen zum Löwentor. Vor dem Kreuzweg liegt noch die Annakirche. Sie hat wohl die beste Akustik in Jerusalem. Eva singt noch einmal, wunderschön das Ave Maria zur Ehre von Anna und Maria und uns zur Freude.

Dann beten wir den Kreuzweg auf der Via Dolorosa. Das ist – so gut man weiß, der Weg, den auch Jesus von der Burg Antonia zur Kreuzigungsstätte gegangen ist (allerdings 9m unter dem heutigen Straßenniveau).

Michael und Eva beten vor, Rabbuni Michael und Yossi gehen vorne, ich passe hinten auf, dass niemand ausbüchst (ich vereitel 4 Versuche) oder zurückbleibt (zwei). Das klappt ganz gut.

Da man als römischer Katholik nicht überall in der Grabeskirche beten darf, beten wir die letzten Stationen auf dem Dach. Dann geht es runter auf den Vorplatz.

Hier ist alles voll mit vielen Menschen – Pilgern, Touristinnen, Händler. Sie alle kommen zu einer der ältesten Kirchen der Christenheit und zu einer ihrer heiligsten Stätten.

Ich berühre vorsichtig den Salbungsstein, dann steige die steile Treppe hoch zur Kreuzigungsstätte Golgatha. Überall ist es voll, aber es stört mich nicht. Ich bete, wie auch den Kreuzweg heute für die Heiligen Feldfrauen und -Männer. Der Herr wird dafür sorgen, dass alles gut wird!

Auch am Heiligen Grab selbst, der Ädikula ist sehr viel Betrieb. Ich stelle mich nicht an. Yossi sagt: Warum wollt ihr ein leeres Grab anschauen? Er ist auferstanden! Da hat Yossi recht.

Mich zieht es noch durch die dunklen Gänge. Was für ein Durcheinander. So bunt und so vielfältig Menschen und ihre Gottesvorstellungen sind, so vielfältig sind hier rissige Bodenplatten, Steine, Architektur, Altäre und Kunstwerke. Ich habe meine große Freude daran. An der Treppe runter zur Kreuzauffindungskapelle sind uralte Kreuzrittergraffiti in den Stein geritzt. Kleine Kreuze der Kreuzritter, sie sagen: Ich war hier. Heute ritzt man nicht mehr, man macht Selfies oder Tagesvideos :-).

Trotz der Hektik und scheinbaren Andachtslosigkeit, berührt mich diese Kirche immer besonders. Durch diese alten Steine ist man Gott näher.

Ich bestaune noch die uralte Eingangstür. Sie ist rissig, zerkratzt, schief, schräg und mächtig. Eine ganz wunderbare Tür.

Nach dem heiligsten Ort der Christenheit, geht es zum heiligsten Ort des Judentums. Durch die engen Gassen und Basare gehen wir langsam zur Klagemauer – det Western Wall. Hier kommen Juden dem Allerheiligsten des alten Tempels gefahrlos nahe. Hier beten sie Tag und Nacht, seit sie im 6-Tagekrieg die Altstadt eroberten.

Auch wir dürfen hier beten und ein paar Aufnahmen machen. Michael hat netterweise ein Stück Papier für mich und ich kann meine Bitte aufschreiben und in eine Mauerritze quetschen. Dankeschön.

Ich würde ja gerne noch an einem Heiligen Ort des Islam beten, aber man kommt nicht einfach auf den Tempelberg und man kommt als „Ungläubiger“ nicht in den Felsendom.

Wir setzen Yossi bei seinen Schwestern ab und fahren zurück nach Bethlehem. Um 18:45 gibt es „Ammbrod“.

Wieso kribbelt es mich, wenn ich die uralten Steine der Klagemauer anfasse oder meine Hände auf den Salbungsstein oder das Heilige Grab lege? Warum ist mir Gott dann näher?

Ich möchte es mit der Liebe zu meiner Frau vergleichen. Ich fühle mich ihr fast immer nahe. Wenn ich ihr eine Nachricht per Brief oder Mail oder WhatsApp schreibe, fühle ich mich ihr näher. Noch näher fühle ich mich ihr, wenn ich mit ihr spreche, z.B. am Telefon. So richtig nahe ist es aber erst, wenn ich sie anfassen und umarmen kann.

So ist es für mich auch mit Gott. Sprechen (beten) kann ich immer und jederzeit. Näher ist im Gottesdienst beim Empfang der Heiligen Kommunion oder als Kommunionhelfer. Und so, dass ich Tränen in den Augen habe, ist in der Grabeskirche und an der Klagemauer. Und es ist dabei nicht wichtig, dass der Ort des Kreuzes oder des Grabes auf den Millimeter genau feststeht. Mir reicht schon zu wissen, dass viele, viele Menschen hier geglaubt haben. Ihre Gebete stecken in den alten Steinen. Ich kann das spüren. Das ist der Grund, warum ich als Pilger immer wieder ins Heilige Land komme und warum ich immer wieder meine Liebe umarme.

Tagesvideo:

https://youtu.be/wcOjM_odx10


Heilige Messe in En Kerem.


Annakirche in Jerusalem.


Golgatha.


Kreuzfahrergrafitti.


Tür der Grabeskirche.


Klagemauer mit Gebets- und Wunschzetteln.

Morgen geht es früh los:
05:30 Wecken
06:00 Frühstück
07:00 Abfahrt
10:00 Heilige Messe in der Nationenkirche.

Veröffentlicht unter Tenerife | 2 Kommentare

Sonntag, 07.04.2019 – #7 Ramon Krater, Awdat, Jerusalem

Ein herrlicher Sonnenaufgang über den Bergen von Jordanien begrüßt mich.

Zum Frühstück gibt es einen Koch, der auf Wunsch Omelettes macht. Das ist herrlich.

Dafür verliert man leider beim Kaffee heute ein bisschen.

Um 08:00h sitzen wir im Bus. Wir fahren zur Grenze. Marcus und Yossi müssen noch geschäftliches regeln. Sie sind kurz verschwunden, dann kommen sie triumphierend zurück. Marcus hat zwei Hosen mit Wohnungs- und Autoschlüssel und eine Jacke zurück (nur seine Zigaretten fehlen). Die Klamotten waren in Petra aus seinem Koffer ‚verschwunden‘. Super Arbeit von Yossi! Kompliment.

Wir machen eine Gesundheitspause am Kibbutz Jotvata in der Aravasenke. Dann beten wir die Laudes im Bus.

Die Wüste ist an vielen Stellen grün und sie blüht hier und da. Es hatte vor kurzem geregnet.

Eine Gruppe Schwarzstörche ist beim Frühstück.

Wir fahren durch die wunderbare und abwechslungsreiche Wüste zum Ramon Krater. Das ist ein sehr großer Erosionkrater.

Wir halten am Makhtesh Ramon Visitors Center. Wir sehen zwei Filme. Einen über den israelischen Astronauten Ilan Ramon, der mit dem Spaceshuttle Columbia beim Wirdereintritt ums Leben kam – er stammt aus der Gegend. Und ein Film über die Tiere im Krater. Aber statt nun ein Ründchen durch den Krater zu gehen, gibt es Mittagspause in einem Park mit einem schönen Picknick unter israelischen Pinien. Auch schön!

Die Reise geht weiter durch die Wüste nach Avdat. Avdat ist ein Nationalpark und hier liegen die Reste einer Stadt der Nabatäer. Es gibt eine byzantinische Kirchenruine, die dem Heiligen Theodor gewidmet ist und die auf dem Berg liegt.

Es ist schön auf dem Berg in der Wüste, aber es ist heiß, gleißend hell und es gibt kaum Schatten.

Wir feiern Gottesdienst und Rabbuni Michael sagt, dass der Heilige Theodor ein echter ökumenischer Heiliger ist, da er auch bei den anderen christlichen Konfessionen verehrt wird. Und aus seiner Lebensgeschichte folgert Rabbuni Michael, dass es ist nicht unsere Aufgabe ist, den Märtyrertod zu suchen. Aber wir sollen bewußt Christ*innen sein. Worte und Taten!

(Warum sagt er das? Hat er Angst, dass ein paar von uns in Bethlehem oder Jerusalem eine große Dummheit anstellen? 🙂

Am Ende der Messe bedankt sich Rabbuni Michael bei uns allen, die wir im gleißenden Ofen hier auf dem Berg durchgehalten haben. Und er bedankt sich bei seinem IPad, welches wohl Ausfälle in der Hitze hatte, dann aber doch seine Pflicht getan hat.

Wir reisen weiter. Nächster Halt ist ein Aussichtspunkt, vom dem aus man das Tote Meer sehen kann – wenn man guten Willens ist und mit scharfen Augen den Dunst durchdringen kann.

Nun geht es durch die besetzten Gebiete, an Hebron vorbei, Richtung Jerusalem. Das Ziel der Pilgerreise! Drei Weltreligionen ist Jerusalem heilig.

Yossi stimmt das „Großer Gott wir loben Dich“ an. Singend fahren wir durch die frische, grüne Landschaft. Blühende Olivenbäume, Obstbäume in zartem Weiß und Weinreben, die noch schlafen.

„Immer, wenn ich in Jerusalem war, komme ich etwas mehr Glicklich nach Hause!“, sagt Yossi. Ich habe Tränen in den Augen. Genau so ist es!

Wir fahren an Bethlehem vorbei nach Jerusalem. Wir halten der Altstadt gegenüber. Der Felsendom leuchtet in der goldenen Abendsonne, die Kuppeln und Türme von Jerusalem grüßen zu uns rüber. Wir grüßen die heilige Stadt mit dem „Lauda Jerusalem“ (Lobe, Jerusalem, deinen Herrn!).

Hallo Jerusalem, wir sind wieder hier!

Eine gute Idee, nicht gleich ins Hotel zu fahren.

„Mit Gott zu sprechen ist hier in Jerusalem ein Ortsgespräch!“, sagt Yossi.

Wir setzen Yossi bei den Borromäerschwestern ab, die mag er besonders. Nach Bethlehem darf er leider nicht mit.

Yamil fährt uns zurück nach Bethlehem. Wir sind im Saint Gabriel Hotel. Das kennen wir schon.

Der Muezin ruft um 19:00h zum Gebet. Um 19:30h gibt es „Ammbrod“.

Eine Riesengruppe – ich halte sie für Russen oder Ukrainer – feiern Geburtstag mit Kerzen, Feuerwerk, Riesentorte und Gesang. Ich überlege kurz, ein völkerverbindendes Grußwort zu sprechen, da der Kuchen unmittelbar neben mir steht und sehr lecker aussieht, aber die Schwester, die die Stücke schneidet, schneidet Carpaccio, da sehe ich dann von Grüßen ab 😉

Tagesvideo:

https://youtu.be/f1NrnxhM8bo


Sonnenaufgang


Blick auf den Ramon Krater.


Ramon Krater.


Kirche des Heiligen Theodor.


Jerusalem.


Bethlehem am Abend.

Morgen steht auf dem Programm;
06:30 Wecken
07:00 Frühstück
07:45 Im Bus.
En Kerem, Kreuzweg auf der Via Dolorosa.

Veröffentlicht unter Israel | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Samstag, 06.04.2019 – #6 Timna, Eilat

Ich mag die Wüste, ich mag den Negev. Auch die Wüste südlich von Petra ist super. Was ist das für eine tolle Landschaft! Was für Felsen, was bietet die Natur hier für ein Schauspiel! Ich sitze im Bus und schaue die ganze Zeit aus dem Fenster. Dann beten wir die Laudes, da schaue ich nur bei den Stellen, die ich auswendig kann.

Der Tag begann um 06:30h. Dann gab es ein leckeres Frühstück, ich bin aber bescheiden geblieben. Um 08:00h startete der Bus und Adef erzählte über Jordanien.

Wir machen eine Gesundheitspause:The Desert Castle Bazaar erwartet uns mit Sonderangeboten und Toiletten.

Wir passieren das Wadi Rum. Es ist das größte in Jordanien.

Pünktlich erreichen wir Aqaba und die Grenze um 10:00h. Ein „Expert“ regelt irgendwie die Ausreise für unsere Gruppe. Warum wir den jetzt genau brauchen, ist ein Geheimnis. Das Gepäck bekommt eine jordanische Durchleuchtung, Pass vorzeigen, Quittung für die Ausreisegebühr, die der Expert in bar bezahlt hat, empfangen. Pass und Quittung nochmal zeigen. Mit Gepäck durch die Wüste bis nach Israel wandern. Die Grenze heißt hier Yitzhak Rabin Border Terminal. Eine italienische Gruppe verstopft die Einreise. Stau. Geschnatter. Stau. Mama Mia. Schließlich bin ich dran. Eine strenge Schönheit prüft meinen Pass, mein Foto und sieht mir tief in die Augen. Dann lächelt sie und fragt nach meiner Mobilfunknummer – nein, Unsinn. Dann darf ich endlich weiter zur israelischen Durchleuchtung. Dann kommt die Einreise-Passkontrolle und einer älteren Dame erkläre ich das Programm der Gruppe, wann wir wo sind und dass wir Pilgern. Dann bin ich durch. 11:18h. Yossi sitzt da und begrüßt mich. Unser Bus wartet mit Yamil. Ein Olivenbaum spendet Schatten. Yitzhak Rabin spendiert ein WLAN. Dankeschön.

Bis dann alle beim Bus sind, dauert es noch ein bisschen.

Ich freue mich, dass es diese Grenze gibt. Seit Jordanien mit Israel Frieden geschlossen hat, kann man von Aqaba nach Eilat. Und ich freue mich mal wieder über Europa. Ich kann ohne Scans und Pass und SchnulliBulli einfach nach Polen oder Frankreich. Ist das nicht großartig?

Wir passieren den neuen Flughafen von Eilat und Yossi kann nicht widerstehen und macht Witze über dessen Bauzeit und den BER. Toll.

Um 12:12h halten wir am Timna Park. Das ist ein Nationalpark und ein sehr altes Kupferabbaugebiet in der Wüste. Wir fahren ein Stück hinein und halten an den Säulen des Salomon. Das sind riesige Felssäulen, durch Erosion entstanden und sie sehen wirklich super aus. Sie hätten mehr Zeit und Bilder verdient. Wie Salomon zu diesen Felsen kommt, ist unklar, aber egal.

Ein paar Meter weiter feiern wir Heilige Messe in einer mächtigen Felsspalte. Rabbuni Michael hat extra das Kirchen-Reiseset mitgenommen. Yossi steht zwar etwas abseits, aber sein Herz feiert mit und „Großer Gott wir loben Dich“ ist eines seiner Lieblingslieder. Da singen wir dann drei Strophen.

Rabbuni Michael sagt, wie wichtig Frieden ist. Im Großen und im Kleinen. Für uns und die Region. Und wir beten für Wasser. Mindestens zwei Meter mehr für den See Genezareth.

Weil es gut passt, machen wir nach der Messe das erste Gruppenbild. Für Versuch Eins, ist es schon ganz ordentlich.

Jetzt geht es weiter zu einem Picknickplatz und Yossi und Yamil haben extra lecker für uns gekocht.

Arabisches Brot, Salate, (angefrorener) Hummus, Orangen und Getränke. Super lecker. Und weil die geistlichen Vergnügen hinter uns liegen, gibt Elizabeth eine Runde Arak aus.

Nun geht es zurück nach Eilat. Die „New York Times“ hat 2019 zum 14.ten Mal ein Ranking der Top-Reiseziele veröffentlicht. Auf Platz 6: Eilat. So eine coole Stadt lassen sich Kölner Powerpilger natürlich nicht entgehen. Die Stadt hat ein Stadt-WLan – sehr sehr cool, das ist doch mal ne gute Idee! Köln könnte sich doch auch damit zieren!? Vielleicht würde uns dann die NYT im Ranking auf Eins setzen?

Zuerst geht es zum Aquarium. Es heißt: The Underwater Observatory Marine Park – Eilat. Der Wahnsinn. Nicht wir staunen, nein – die Fische tun es. In einem Turm im Meer kann man in die Tiefe steigen. Durch Fenster unter Wasser stellt man sich den Fischen vor und zur Schau, die vom Korallenriff zahlreich hereinschauen und knusprige Katholiken sehen möchten :-).

Das Glanzlicht ist aber für mich ohne Zweifel das Hai-Aquarium. Fasziniert schaue ich fast eine Stunde Haien und Rochen zu, wie sie durch das Becken kreisen. Aus starren Augen schauen sie Dich an oder durch Dich hindurch. Ein kleiner Hammerhai ist dabei, er kommt aber nicht so nah an das Fenster. Viele kleine, bunte Fische finden nicht so richtig Beachtung, geben sich am Fenster aber trotzdem mächtig Mühe. Ein Rochen mit Punkten und sehr langem Schwanz kommt so richtig nah. Eine Zahnärztin hätte ihre Freude an den hübschen Zähnchen.

Als alle genug von den Fischen haben und die von uns, fahren wir vom Strand zurück in die Stadt. Das Nova-like-Hotel ist heute unsere Unterkunft. Ich bekomme die Prinzensuite mit zwei Fernsehern (die ich nicht brauche) und einem Wohnzimmer mit Küche. Vom Fenster aus kann ich Aqaba sehen.


Tagesvideo.
https://youtu.be/EDGFEbaZ1sA


Die Säulen des Salomon.


Felsspalte, gleich nebenan.


Heilige Messe.


Kölner Powerpilger*innen.


Felsen im Timna-Park.


Hai.


Rochen (der im Anflug wie Miss Piggy aussieht.)


Faszination Hai-Becken.

Morgen gibt es:
06:30 Wecken
07:00 Frühstück
08:00 Abfahrt
Ramon Krater, Mitzpe Ramon, Bethlehem.

Veröffentlicht unter Israel | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Freitag, 05.04.2019 – #5 Nabatäerstadt Petra

Ein wunderschöner Blick liegt morgens vor meinem Fenster im Mövenpick in Petra. Staun.

Das sehr gute Hotel-WLan bringt zum Morgen nette Kommentare und Grüße. 1000 Dank!

Es gibt ein entspanntes Frühstück. Alle sind froh über eine lange Nacht, nach der Anstrengung gestern.

Um 09:00 sitzen wir im Bus und fahren zum Besucherzentrum von Petra.

Es dauert ein bisschen, bis das mit dem Eintritt dem Scan der Rucksäcke und den Kutschen geregelt ist. (Meine Bauchtasche mit 2 Kameras wird als zu meinem Körper gehörig betrachtet und wird nicht geröntgt! Sie lässt aber tapfer piepen!!)

Die Harten fahren Kutsche durch den Schacht, die ganz Harten gehen zwei Kilometer zu Fuß. Für Fotografen ist zu Fuß ein Muss!

Der Siq (Schacht) ist der einzige Zugang von Osten nach Petra und eine der besten Schluchttouren meines Lebens. Das toppt Masca oder Kreta aber locker.

Von Wasser glattgehobelte Felswände aus ockerfarbenem Sandstein recken sich in die Höhe. Zum Teil im Schatten, zum Teil in der Sonne. Licht, Schatten und Farben lassen das Herz höher schlagen.

Wir kommen nur langsam voran, weil Adef sehr viel erklärt. Nabatäer rauf und runter, aber ich kann nicht zuhören, ich staune die Felsen an. Was für großartige Felsen, wie wunderbar ist doch hier die Natur.

Durch die Schlucht leuchtet das Khazne al-Firaun („Schatzhaus des Pharao“). Es ist aber ein Felsengrab und birgt weder einen Schatz, noch den Heiligen Gral.

Hier auf dem Platz davor wimmelt das Leben. Kutschen, Kamele, Andenken, Selfies, Menschenmassen. Ich würde gerne auf die Felsen steigen, um mal andere Perspektiven zu fotografieren, aber Adef will nicht so richtig und hat anderes vor.

Wir machen also die Bilder, die von dem Erdboden aus gehen und folgen Adef dann durch Petra.

Es gibt wunderbare Gräber hier, sie sind alle mühsam und kunstfertig in den Felsen gemeißelt. Dazu verleiht der rötlich gemaserte Sandstein eine besondere, zusätzliche Schönheit.

Wir machen Pause mit Granatapfelsaft und Kaffee. Dann gehen die ganz Harten noch bis zum Ende der Säulenstraße, sie war die einstige Hauptverkehrsachse Petras. Von ihrer Pracht ist genug übrig, um beeindruckt zu sein.

Wir bedanken uns bei Adef und haben jetzt bis 17:30h Zeit. Ich erklimme den Weg hoch zu den Gräbern der Königswand. Hier kann man auch Gräber betreten und sich fragen: Wie haben die das nur gemacht? Sauber, gerade, rechtwinklig, glatte Decke, glatte Wände. Ich bin heiß beeindruckt.

Ich gehe langsam zurück. Alleine will ich die Felsen gegenüber von Khazne al-Firaun nicht ersteigen und ohne Wegbeschreibung auch nicht. Ich muss nochmal herkommen!

Ich wende mich wieder der Schlucht zu. Ich mache Bilder mit dem 12mm Samyang. Ich gedulde mich so lange, bis keine oder nur wenige Menschen auf dem Bild sind. Zeit ist genug.

Schließlich sind wir alle wieder im Bus, trinken viel, ruhen aus, schicken Bilder hin und her und fahren zurück zum Hotel. Wieder gibt es einen Scan vom Handgepäck, aber nur vom Rucksack, die Kameratasche wird wieder nicht geprüft. (Ist ja wie beim Effzeh hier!)

Elizabeth lädt uns zu einem Arak auf ihr Zimmer ein. Der wird gern genommen. Da Jordanien ein muslimisches Land ist, verzichten wir auf Alkohol im Bus oder der Öffentlichkeit – gestern auch schon.

Das leckere Abendessen rundet einen anstrengenden und schönen Tag ab.

Das Pilgern war heute im Herzen, da Jesus wohl nicht in Petra war. Einige Paare haben die Laudes zu zweit auf dem Zimmer gebetet, andere für sich alleine.


Tagesvideo: https://youtu.be/zqPN-pISkd8


Der Morgenblick auf Petra mit dem Aarongrab im Dunst.


Der Siq. Prachtvoll leuchtend.


Der Siq.


Das „Schatzhaus“


Sehr alte Gräber.


Echse, vielleicht Männerhand groß.


Grabanlage der Königswand.


Das Grab „byzantinische Kirche“ von innen.


Der Siq mit Blick auf das „Schatzhaus“.

Morgen:
06:30 Wecken
07:00 Frühstück
08:00 Abfahrt
10:00 Wir müssen Aqaba erreichen.

Veröffentlicht unter Israel | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Donnerstag, 04.04.2019 – #4 Monte Nebo, Fahrt nach Petra.

Es gibt Tage, da liebe ich das Weckerklingeln nicht so sehr. Um 05:45 klingelt es heute. Ich springe trotzdem auf und schicke die Mail mit dem Posting für den Blog los. Die wollte gestern nicht. Das Video will aber noch bei mir bleiben. Ab 06:15h gibt es für uns Frühstück. Ich esse schnell.

An der Rezeption klappt es dann endlich und das Video fliegt in die Wolken.

Um 07:15 sind alle am Bus – Koffer zeigen (nur sicher identifizierte Koffer werden eingeladen) und los geht’s.

Die Laudes beten wir im Bus.

Pünktlich um 08:00h sind wir an der Sheikh Hussein Bridge – das ist die Grenze nach Jordanien. Ein kurzer Abschied von Yossi und Yamil. Einreisekontrolle. Ich bekomme für den Vornamen Florian einen Daumen nach oben. Staun. Wieder raus zum Gepäck. Der Bus neben uns hat WLan. Morgengrüße fliegen aus der Wolke zu mir. Dankeschön. Dann mit Gepäck zu Fuß über die Grenze. Scan allen Gepäcks. Es piept, das stört aber keinen.

Ab in einen klapprigen Bus. In Jordanien ist Adef unser Guide und Eras unser Busfahrer. Als alles gestempelt und Steil- und Flachpässe hin und her gespielt sind, kommt noch eine Polizeikontrolle, die nochmal kontrolliert. Dann aber sind wir nach gut einer Stunde im Königreich Jordanien.

Weiter geht es weiter nach Süden durch den Grabenbruch. Nur auf der anderen Seite des Jordan. Dann biegen wir nach Westen ab, die Hügel hoch.

Wir fahren durch wunderschöne Steineichenwälder. Hier sollte man mal in Ruhe wandern.

Wir halten in Gerasa (Jerash). Wir besichtigen die römischen Ruinen. Das Hadrianstor, das Hippodrom, der große Platz und das Theater sind sehr gut wieder aufgebaut. Im Theater gibt es eine kleine Vorführung für uns mit Dudelsack und Trommeln und Tänzchen einiger Pilger*innen Und gegen ein kleines Trinkgeld gibt es auch arabisch-kölsch freundschaftliche DSVGO-konforme Selfies.

Im Restaurant am Parkplatz gibt es für die, die wollen, Buffet- oder Sandwich-Mittagessen. Die Sandwichabteilung vergibt eine Vierminus.

Markus besorgt uns gegen eine Zigarette an den Fahrer das Passwort des WLan unseres Busses. Das ist super. Sogleich schaut niemand mehr raus, sondern Selfies und Kurznachrichten fliegen in die Wolken und zurück.

Ein Schutzengel mit Pistole steigt ein. Ein junger Mann mit Smartphone plus Zusatzakku. Wovor er uns beschützen muss, bleibt unklar. Oder schützt er Jordanien vor uns? Der Jung haut sich in die Sitzreihe neben mir, zieht die Schuhe aus und pennt. Die Pistole steckt cool in der Hosentasche.

Weiter nach Nebo. Kleine Irrfahrt. Mit Google oder OpenStreetMap wäre das nicht passiert. Ich denke, das kostet uns 30 Minuten. Es ist aber eine coole Fahrt auf staubigen Sträßchen, die ich nicht gern mit einem Bus gefahren wäre.

Wir fahren westlich an Amman vorbei. Adef erklärt und stellt seine Stadt und sein Land vor, aber viele Pilger*innen schlafen erschöpft. Auch unser Schutzengel schläft immer noch. So ein Engel kann sicher auch im Schlaf beschützen.

Wir erreichen Mount Nebo. Der Prophet Moses durfte von hier aus das Heilige Land sehen, es aber nicht betreten. Er starb in Nebo. In Deuteronomium steht dazu: „Man begrub ihn im Tal, in Moab, gegenüber Bet-Pegor. Bis heute kennt niemand sein Grab.“

Mose zum Gedenken gibt es eine sehr schöne Basilika oben auf dem Berg. Dort feiern wir Heilige Messe. Wir geben würdig Gas, die Zeit drängt und bis Petra ist es noch weit.

Wir schauen nach der Messe kurz runter ins Heilige Land, auf das Tote Meer und auf Hebron, wie damals Mose. Wenn man Beduine ist und aus der Wüste kommt, muss einem hier oben das Herz aufgehen.

Weiter geht es nach Madaba zu DEM antiken Mosaik des Heiligen Landes. Wir müssen etwas durch den Orient von Madaba laufen, um vom Bus dahin zu kommen. Eigentlich sehr schön. Aber leider kommt uns eine Pilgerin abhanden. Es entsteht diese gruppendynamische Mischung aus Gerüchten, Panik und Hektik. Nach einer Stunde – der Muezin hat schon gesungen und es ist finster – ist dann aber alles wieder gut, der Schutzengel bekommt Beifall und wir fahren endlich los.

Da wir jetzt vernetzt sind, frage ich Google: 2:55h Fahrt bis Petra. Ankunft also gegen 22:00h. Und ich habe seit dem Frühstück um 6:15h nichts gegessen.

Wir machen noch eine „Gesundheitspause“. Alle stürzen sich auf Kekse und Kaffee in dem Laden, der eigentlich Teppiche und Möbel verkauft, aber auch Toiletten hat.

Die Ankunftszeit berechnet sich nun auf 23:15h.

Dem Fahrer ist plötzlich schlecht geworden. Wir halten. Er muß an die frische Luft. Armer Kerl.

Um 23:45h sind wir am Hotel. Es gibt eine Lunchbox. Ich campe mit meiner einfachen Mahlzeit auf dem Zimmer. Ich finde es darf auch mal kärglicher sein, auf einer Pilgerreise sowieso.


Tagesvideo.


Das Hadrianstor in Gerasa.


Der große Platz in Gerasa.


Altarraum und Mosesfenster der Basilika auf dem Monte Nebo.


Blick auf das Tote Meer und das Heilige Land.


Mediale Aufmerksamkeit für ein Mosaik.


Wir fahn fahn fahn auf der Autobahn.

Programm für morgen:
07:30 Wecken
08:00 Frühstück
09:00 Abfahrt zur Schlucht.

Veröffentlicht unter Israel | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Mittwoch, 03.04.2019 – #3 Haifa, Karmel, Nazareth

Um 06:30h beten wir die Laudes am Seeufer bei der aufgehenden Sonne. Es gibt erste Ausfälle. Nicht alle 28 Pilgers sind da – war ja auch ein volles Programm gestern.

Das WLan ist gestern und heute instabil, weil es ganz sicher überlastet ist. Aber ich frühstücke einfach was schneller und mit einem WLan-Halt an der Rezeption fliegen mir Morgengrüße zu und mein Tagesvideo hoch in die Wolken. So muss es sein.

Um 08:15h sitzen wir im Bus. Es geht nach Haifa – der schönsten Stadt der Welt, sagt Yossi. Wir besichtigen ein Stück der hängenden Gärten der Bahai. Ganz besonders prachtvolle Gärten. Er ist bis an die Grenze des möglich gepflegt und sauber und parat. Und im Garten steht ein goldenes Haus mit dem Schrein des Bab. Der jüngste Stifter einer monotheistischen Religion. Das ganze Ensemble ist das Weltzentrum des Bahai. Wie schön, dass wir uns das anschauen dürfen!

Von den 1km langen hängenden Gärten hat man zudem einen wundervollen Blick auf die Bucht und die Stadt. Sogar Akkon kann man am Horizont sehen.

Nach dem Garten, führt uns Yossi noch zu einer weiteren Panorama-Stelle, und er erklärt den Ausblick über seine Heimatstadt.

Nächster Halt ist das Karmelitenkloster Stella Maris („Stern des Meeres“). Das Kloster wurde über einer Grotte errichtete, die an den Aufenthalt des Propheten Elija erinnert. Wir besichtigen die Kirche mit der Elija-Grotte und singen ein Marienlied. Vielleicht, weil das Lied so schön ist, gibt es im Kloster ein gutes Mittagessen für uns.

Nun geht’s das Karmelgebirge hinab und nach Nazareth. In Nazareth ist Jesus aufgewachsen und die Stadt steht ganz im Zeichen von Maria. Die große Marienbasilika heißt Verkündigungsbasilika und die Verkündigung von Erzengel Gabriel an Maria steht im Mittelpunkt:

„Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.“ (Lukas 1,30+31)

Der Überlieferung nach, fand die Verkündigung in der Grotte der Unterkirche statt.

Yossi zeigt uns die Kirche, die vielen Marienbilder, die Reliefs der Bronzetore und das Salve Regina. Da dieses alte lateinische Gebet in die Außenmauer der Kirche gemeißelt ist, singen wir es gleich mal.

Ein paar von uns besuchen noch mit mir die Josefskirche. Als Gleichstellungsbeauftragter, finde ich es nicht ganz Okay, wenn der Vater Jesu gegen Maria etwas untergeht. In der damaligen Zeit ein schwangeres Mädchen zu heiraten und Kind und Mutter zu beschützen, war sicher auch nicht leicht!

Um 16 Uhr feiern wir oben am Hauptaltar unseren Gottesdienst. Das ist ein ganz besonderer Ort. Alles ist groß und weit, über uns erblüht die riesige Kuppel, wie eine Blume. Bunte Mosaike umgeben uns. Unser Gesang füllt den großen Kirchenraum und viele Pilger*innen lauschen. (Und wir sind sicher in vielen, vielen Smartphone- und iPad-Bildern verewigt!)

Es ist wunderschön hier und wir nehmen die Freude in unser Herz auf.

Yossi drängt ein bisschen zur Eile und wir schlängeln uns die Straße runter, wo uns Yamil mit dem Bus entgegen kommt.

Auf der Rückfahrt gibt es den ersten Arak heute (aus medizinischen Gründen) und Yossi gibt Tipps und Uhrzeiten für die Fahrt nach Jordanien morgen durch.

Der goldene Sonnenuntergang am See beschließt den schönen Tag.

Schrein des Bab in den hängenden Gärten des Bahai.

Blick vom Karmelberg auf Haifa.

Verkündigungsbasilika in Nazareth.

Josefskirche.

Blütenkuppel der Verkündigungsbasilika.

Sonnenuntergang am See Genezareth.

Morgen geht es los mit:
05:45 Wecken
06:15 Frühstück
06:30 Koffer draußen
07:15 Bus – Koffer zeigen
08:00 Sheikh Hussein Bridge – Grenze nach Jordanien.

Veröffentlicht unter Israel | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare