22.08.2017, Tag #08 – Prins Christian Sund

Beim Sonnenaufgang um 4 Uhr ist es blaugrau. Aber zwei Lichtfinger leuchten voraus. Kapitän Hansen passt auf, ob da nicht ein Eiswürfel kommt, der für das Radar zu klein war.

Um 8 Uhr ist das blau weg und das grau alleine übrig. Dazu Regen. Aber nicht mehr so kalt. Als ich draußen bin, ziehen traurige Eisberge vorbei, sie werden nicht mehr fotografiert.

Frühstück um 9h. Vortrag um 10h, aber ich bringe ihn wieder nicht zu Ende, ich muss einfach raus. Die Einfahrt zum Prins Christian Sund ist für 11h angekündigt und ich will 30min vorher draußen sein.

Wir fahren auf den Nebel zu. Felsen und Eisberge kommen näher. Dann die schmale Einfahrt. Da liegt ein Eisberg im Weg aber die Artania quetscht sich vorbei.

Dann der Sund, schmal, wie ein Kanal. Grau, Nebel und Regen, aber es wird heller. Eiswürfel, Eiskunstwerke, Eisautos, Eisplatten, alles voll davon. Dann kommen Gletscher, viele sehr hoch in den steilen Wänden, einige erreichen den Sund. Und blau sind sie, sowas von blau. Als ob die Farbwerke Höchst die Farbe gestiftet hätten.

Der Raftsund in Norwegen ist schon spektakulär, der Prins Christian Sund ist noch besser. Wasserfälle, dafür lasse ich das Mittagessen sausen. Vom Eis polierte Felsen! Blaues Eis, Risse, Gletscher. Innerlich knien wir alle an der Reling. Was für eine einzigartige Natur!

Dann kommt die Sonne und es wird noch besser! Jetzt liegt Zauberlicht über allem. Die Decks sind voll, alle sind draußen, staunen und machen Bilder. Ich bin fast die ganzen 5h der Durchfahrt draußen. Ich will keine Minute verpassen.

Der Sund ist nicht gerade, sondern wir fahren ein paar scharfe Wenden. So geht es ins Gegenlicht wieder raus aufs Meer. Hier bläst ein kräftiger Wind, hohe Brandung schlägt an Schiff und Küste. Steuerbord liegt Kap Farwell, die Südspitze Grönlands.

Das sind spektakuläre Bilder. Eisberge in Gischt und Gegenlicht. Ich bin froh über 400mm Brennweite und zwei Kameras!

Der Reiseleiter bittet uns nun Flaschen und Gläser in den Kabinen in Handtücher zu wickeln und in die Badewanne zu legen. Die Nacht soll heftig werden. H* freut sich. Der Lektor sagt: Nur Verrückte wünschen sich Sturm. … Mal sehen, wie es kommt. Eigentlich bin ich hungrig.

Ich gehe also aufräumen, Bilder sortieren und Blog schreiben. Wäre ja schön, das ginge noch raus, bevor es scheppert.

Vielleicht bleibt zu sagen, wir genießen die Reise sehr. Fantastische Natur, magisches Licht, blaue Eisberge und Gletscher. Alles ganz wunderbar! Ich wünschte ihr wäret alle hier und könntet auch staunen.

Einfahrt im Regen.

Eisberg in blau.

Gletscher im Sund.

Ausfahrt mit Eisberg und Gegenlicht.

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21.08.2017, Tag #07, Tasiilaq

Ich bin um 04:00h das erste Mal draußen. Ein roter Streifen in einer Fülle von Blau kündigt den Sonnenaufgang an. Ein paar Eisberge heben das Bild zusätzlich. Prachtvoll!

Um 06:15h bin ich wieder draußen. Grönland liegt vor meinem Fenster und rings um das Schiff. Grauer Himmel, Nebel, Eiswürfel im Wasser, Tasiilaq am Ufer. Es regnet. 8 Grad. Fantastisch. Wir ankern gerade und das rappelt mächtig im Bug und unter meiner Koie. Dazu werden die Tenderboote ausgesetzt.

Als ich das alles genügend in mich und die Kamera aufgenommen habe, gehe ich Frühstücken. Die Vier Jahreszeiten machen gerade auf.

Schnell in die Kabine, aufrödeln, raus. Das Tendern zum Ufer läuft geordnet und gut organisiert ab. Wer zuerst kommt, ist zuerst an Land.

Eine Flut von türkiesen Regenschirmen flutet Tasiilaq. Ich gehe hoch zur Kirche, die offenbar extra für uns öffnet. Der Küster erlaubt das Eintreten und ich schaue mich um. An dem Boot an der Decke lege ich ein dickes Dankgebet ab. Ich bin sehr froh so viel Schönes erleben zu können.

Weiter zieht es mich zu einem Eisberg am Ufer. Aber trotz einer strammen Wanderung an Kindergarten und Schule vorbei, die Straße am Ufer lang, komme ich nicht an die richtige Stelle. Aber es ist auch so wunderbar – wenn auch alles nass.

Die Frauen und Männer, die mir entgegen kommen, würde ich gerne fotografieren, aber sie sind sehr zurückhaltend, schauen mich nicht an und gehen weiter. Da kann ich ihnen nicht einfach die Kamera ins Gesicht halten. Aber es sind sehr ausdrucksstarke Gesichter, wunderschön!

Klatschnass bin ich zurück am Anleger und nehme das Tenderboot zurück zum Schiff.

Im Lido auf Deck 8 gibt es noch das Langschläfer-Frühstück. Ich lasse mir ein Omelette machen, schaue auf Grönland, trinke Kaffee und freue mich. Man muss sich kneifen, um es zu glauben. So einzigartig!

H* war nicht an Land. Paxe berichteten von einem steilen Ausstieg, Regen und es „lohne sich nicht!“. So hat sie das Abenteuer Grönland erstmal auf später verschoben.

Ich erzähle ihr dann beim Mittagessen, wie es für mich war.

Bis 13:30h fahren die Tenderboote. Um 14h bricht die Artania auf und verlässt den Kong-Oscar-Hafen in Ostgrönland. Ein Rudel Eisberge versperrt uns den Weg, aber Kapitän Hansen findet einen kollisionsfreien Kurs. Wir fahren südlich und steuern den Prins Christian Sund (Ikerassuaq) an, den wir morgen erreichen werden.

Nachmittags drehe ich mal wieder ein paar Kilometer an Deck, immer mit einer Hand an der Kamera und einem Auge auf dem Meer. Nur so, falls sich ein Wal oder ein Seeungeheuer zeigt.

Der Abend verläuft ruhig und endet in den Vier Jahreszeiten auf Deck 2.

Und sonst?

Heute ist ja Sonnenfinsternis. Und ich habe extra die Sonnenfinsternisbrille mit, aber keine Sonne, nix zu sehen. Macht nichts.

In Tasiilaq hat es jetzt ein Handynetz, das war wohl zur Zeit von Peter Hölzers Besuch noch nicht so. Um Internet via Mobilfunk zu machen, benutze ich es vorsichtshalber nicht.

Ich versuche das Schiffs-WLan. Ich danke für viele fröhliche Rückmeldungen. So macht mir das Spaß! 1000 Dank!!

Blaue Stunde.

Tasiilaq.

Die Kirche von Tasiilaq.

Für meinen hessischen „Bio-Leistungskurs“: Epilobium Latifolium – Arktisches Weidenröschen. Glaub ich.

Ausfahrt aus Tasiilaq nach Süden.

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20.08.2017, Tag #06, Eisberge

Als ich wach werde, ist ein weißer Punkt am Horizont zu sehen. Kamera, Tele und ich raus. Der Experte neben mir mit so nem Wursttele sagt: Spiegelung von Eisberg. Also Fatamorgana. Das ist egal, ob man Eisberge gespiegelt sieht oder nicht, finde ich. Eisberg ist Eisberg.

Frühstück in den Vier Jahreszeiten. Dann Vortrag. Aber es werden Wale und Delfine gemeldet, da will ich raus, zumal allerbestes Wetter ist.

So verbringe ich den Vormittag an Deck und jage Wale, Möven und einen Eisberg am Horizont. Beeindruckendes Licht und sehenswert, wie sich die Farben von Meer und Wolken ständig ändern. Dazu umkreisen uns Möven, immer sehr knapp über dem Wasser. Was machen die hier so fern von Land?

Ich unterhalte mich mit dem Bordkameraman, er kündigt noch mehr Wale, rund um Grönland an. Und größere Eisberge ja sowieso.

Aber die Wale sind plötzlich weg. Keine Sichtung mehr. Das bleibt auch so. Ich denke, die machen Mittagspause oder haben den Rest des Tages frei. Trotzdem sind sie immer noch sehr beeindruckend!

Nachmittags gibt sich die Natur polargrau. Es ist kälter geworden und auch das Meer hat nur noch 5 Grad, die Lufttemperatur liegt bei 8 Grad. Mehr Eisberge schwimmen vorbei.

Für Grönland haben wir zwei Lotsen zusätzlich an Bord und seit heute früh dreht sich die zweite Radarantenne. Kapitän Hansen will wissen, was auf uns zukommt. Find‘ ich gut.

Kurz vor dem Abendessen kommen die zwei Eisberge, die das Radar schon Mittags gesehen hat, in einer Seemeile Entfernung vorbei. Tolle Teile. Was doch so ein bisschen Wasser, Salz und Licht für eine fantastische und einmalige Struktur schaffen kann. Echt super. Ich liebe Eisberge.

Als wir das Abendessen fast beendet haben, kommt nochmal die Sonne raus und färbt Himmel, Meer und Eisberge in fantastisches Licht. Sehr, sehr prachtvoll.

Wir hatten in der Nacht die Uhren zurückgestellt und werden es diese Nacht erneut machen. Wir sind dann insgesamt 4h hinter Deutschland.

Morgen tendern wir in Tasiilaq auf Ammassalik aus. Kann spannend werden. Wir kommen nach Grönland.

Eisbergfatamorgana.

Möve knapp über dem Wasser.

Wale.

Eisberg.

Eisberg.

Abenddämmerung:

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19.08.2017, Tag #05, Akureyri

In der Nacht fahre ich Achterbahn. Geht ganz gut ab, aber seekrank werde ich nicht.

Um 07:30h geht der Wecker. Als ich an Deck bin, sind wir schon im Fjord und fahren auf Akureyri zu. Schönes Licht, schöne Wolken, hie und da auch die Sonne.

Ich rufe M* an. Die Lage in Haus und Uedorf ist gut. Super!

Da taucht eine schwarze Finne im Wasser auf und ich mache Bilder. Immer noch ist die Finne da und ich mache noch mehr Bilder. Die Finne ist irgendwie – sagen wir sehr stabil. Hm. Als wir näher sind, ist die Finne eine Boje. Schwarze Bojen – gehen garnicht! MENSCH ISLAND!

H* und ich gehen Frühstücken. Heute mal nur Omelette und Kaffee!

Dann ist das Schiff freigegeben und wir gehen von Bord. Bordausweis vorzeigen. Piep. Gangway runter.

Akureyri ist nicht schön, eher so ein K-Dorf. J* würde an Bord bleiben. Seyðisfjörður war schöner. Vor dem Schiff gibt es ein free-Wifi-Häuschen, aber das Wifi ist kaputt. Ich bekomme jedenfalls keine Verbindung.

H* und ich wollen zur Akureyrarkirkja. Aber die Kirche hat Samstag zu, wie wir feststellen.

Schönen Sonnenschein hat es aber. Viele Whalewatching-Touren werden angeboten. Alle mit 100% Erfolgsquote. Na mal sehen. Schön wäre es ja etwas mehr als eine Boje zu erwischen.

Wir kehren zum Schiff zurück und bereiten uns auf das Abenteuer vor. Dazu gehört ein kleines Mittagessen, dann der Check von zwei Kameras und Ausrüstung.

Wir fahren mit der ‚Arctic Circle‘, sie ist pickepacke voll und H* und ich kommen praktisch als letzte an Bord. Die besten Plätze sind alle belegt. Wrks. Und nu? Wikinger finden eine Lösung, sagt D* immer. Okay. Ich entere die Aussichtsplattform und warte. Als der sehr, sehr kalte Fahrtwind einsetzt, dauert es 15 Minuten, dann gibt es Lücken. Als ich bei zwei vorausfahrenden Walfängern einen Blas sehe, bin ich an der Reling, dtoße in die Lücke, die Canon mit 100-400mm schussbereit. Und da kommen sie: zwei Buckelwale. Ich bin aufgeregt, aber klar. Alles kuschelt sich heftig an mich, ich lasse aber den Finger auf dem Auslöser. Die zwei Wale heißen Ghost und Tatoo und sind der Reiseleiterin bekannt. Sie zeigen das volle Programm: Blas, Rückenflosse aus dem Wasser, Rücken krumm, Tauchen und Fluke in die Höhe. Der Wahnsinn. Sonne, guter Platz, blaues Meer, blauer Himmel und besser kann es nicht kommen.

Die zwei Buckelwale zeigen ihre Show mehrfach und ich mache über 300 Bilder. Davon werden schon ein paar sehr gut sein.

Ich leihe mein Tele einer jungen Dame, deren Objektiv viel zu kurz ist und filme solange mit der Sony.

Ich kann mein Glück kaum fassen. Was für tolle Tiere, was für ein Wahnsinns Gefühl das in echt zu sehen. GANZ GROSSES KINO!!!

Wir fahren noch weiter im Fjord Richtung Meer und ich wechsle in den Bug nach vorne. Der kalte Wind macht mir Platz. Paxe frieren, Wikinger nicht.

Erneut sehen wir Wale und mir gelingen tolle Bilder. Was für ein fantastischer toller Tag.

Auch bei der Ausfahrt aus den Fjord, gibt es Walalarm. Einfach super.

Ich bin heute dankbar, dankbar, dankbar!

Und: Ich bin nicht seekrank! 😎

Buckelwal:

Buckelwal:

Buckelwal und Boot:

Buckelwale im Fjord:

Und tschüss:

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18.08.2017, Tag #04, Seyðisfjörður

Um 6:30 geht der Wecker. In der Nacht haben wir zwar eine Stunde gewonnen und sind nun zwei Stunden hinter Uedorf, aber es ist immer noch recht früh.

Ich war in der Nacht nochmal auf und draußen, aber das Nordlicht war hinter dicken Wolken verborgen.

Peter Hölzer hatte in seinem wunderbaren Blog (http://www.2017a.pehoelzer.de/index.php/reverse?start=8) geschrieben, dass das Schiff ca. eine Stunde vor der Anlegezeit in den Fjord einfährt (1000 Dank Peter!!). Mit Reserve bin ich also um 6:45h auf 5vorne. Und richtig! Da ist Island und wir fahren langsam in den Fjord. Tolle Wolken, klasse Licht – und Regen. Egal!

Ich habe Internet via Mobilfunk, sehr schick. So kann ich ein paar Nachrichten und Bilder verschicken.

Als wir angelegt haben, gehe ich frühstücken, denn meine Tour startet erst heute Mittag und ich habe nun etwas Zeit.

Da der Regen nachlässt, gehen H* und ich ins Städtchen – eher Dörfchen, bei 513 Einwohnerinnen. Ich will mal das frei WLan suchen, um Videos in die Ablagekiste zu schieben.

Aber H* und ich drehen erst eine Runde durch das Örtchen, was von hellblauen Phoenix-Reisen-Regenschirmen geflutet ist, die sich mit den bunten, pittoresken Häusern und dem blauen Kirchlein gegenseitig ablichten.

Dann teste ich das WLan in der Touristeninfo am Pier. Sehr cool, trotz „Millionen“ von Paxen und Crew-Mitgliedern, die hier das freie Netz nutzen, ist es rattenschnell und ich schiebe alle Bilder und Videos vom Smartphone in die Ablagewolke, hole EMails, versorge meine Fans mit Bildern und Kurznachrichtenunsinn und aktualisiere Apps.

Ich lerne die Dame Holly kennen, sie schreibt auch Blog (http://www.hollydoyne.net/). Ich will mal schauen, wie sie die Reise beschreibt.

Kurz Mittagessen, dann zum Ausflug.

Wir fahren mit zwei Bussen, also ca 120 Paxe zum Hengifoss, nach der Fallhöhe die Nr 3 der Wasserfälle auf Island.

Vom Parkplatz geht es schwer bergan, was erst etwas schwierig wird, als es leicht regnet und der Boden sehr glitschig wird. Aber wir vielen bunten Punkte am Hang kommen gut hoch. Ich mache mit Stativ und ND-Filter meine Aufnahmen im Nieselregen. Mit den Ergebnissen bin ich ganz zufrieden.

Es geht den gleichen Weg zurück zum Parkplatz. Auf der Rückfahrt gibt es einen Halt in Egilsstaðir. Der einzige Zeck in diesem an K-Dorf erinnerndem Städtchen zu Halten scheint zu sein, dass wir Geld ausgeben sollen. Mach ich aber nicht.

Dann geht es zur MS Artania, zur Dusche und zum Abendessen mit H*.

Um 19:30h läuft sie aus.

Morgen sind wir in Akureyri, wo H* und ich nachmittags die Walsafari haben werden.

Anlegen:

Blaues Kirchlein in Seyðisfjörður:

Hengifoss:

Abstieg zum Parkplatz:

Für die SpezialistInnen:

Eriophorum angustifolium?

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17.08.2017, Tag #03, Wale

Zwei schwarze Rückenflossen durchbrechen das dunkle Wasser vor dem Bug. Es ist 17:04h. Zwei kleine Wale sind zu sehen, sie schwimmen parallel zu unserem Kurs. Noch zweimal tauchen sie auf. Dann sind sie in der Weite des Nordatlantik wieder verschwunden.

Die Paxe mit mir auf 5vorne sind ganz euphorisch und berührt. Das geduldige, lange Stehen, Schauen, die Kamera im Anschlag hat sich gelohnt!

Ein irres Gefühl, was die Bilder glaube ich nicht so gut vermitteln können. Der Wahnsinn.

Heute früh gegen 10h haben wir 659 Seemeilen zurückgelegt seit Bremerhaven. Bis Seydisfjördur sind noch 351 Seemeilen zu fahren. Wir machen 16 Knoten Fahrt. Der Wind hat Stärke 5, es sind draußen 15 Grad, um 21:45h ist heute Sonnenuntergang.

Frühstück ist für H* und mich um 8:30h (wir mussten in der Nacht die Uhr eine Stunde zurück drehen), es gibt heute als Extra: Shrimps Rührei mit Dillschmand. Wir nehmen dies mit anderen Köstlichkeiten im Artania Restaurant.

Um 10h folgt der Vortrag von Lektor Jörg Hertel zu Seydisfjördur und Akureyri. Städtchen, die wir morgen und übermorgen auf Island besuchen werden. Der Vortrag ist okay, wenn auch mit nicht gekennzeichneten Videos von youtube angereichert. Da hätte der Jörg schon dazu schreiben können, von wem er geklaut hat! Wäre fair.

Während des Vortrags kommt die Durchsage, dass Wale rund um das Schiff blasen. Mist. Verpasst.

Nach dem Vortrag beziehen H* und ich Ausguck auf 5vorne, dem Oriondeck im Bug. Ein Walfehlalarm macht das Deck voll, aber kein Blas und keine Fluke sind zu sehen.

Das bleibt bis Mittags so, wo wir beschließen, ein paar Kleinigkeiten im Artania Restaurant in uns hinein zu streicheln.

Dann ist es auch schon 15h und ich eile zum Vortrag über Smartphone-Fotografie. Zu meiner Überraschung sind über 100 Paxe da, die wissbegierig sind und sich im kleinen Bordkino quetschen.

Aber nach diesem Vortrag frage ich mich ernsthaft, wie werde ich hier Lektor? M* käme dann mit und lektorierte vielleicht über: „Ordnung im Portemonnaie – Grundlage beim Sparen“ und ich spreche vielleicht über „Essensbilder auf Instagram! Wie werde ich reich und berühmt“?

Es ist kühler geworden, aber ich beziehe wieder Posten auf 5vorne. H* schaut mal beim Nachmittagskuchen vorbei. So sehe ich die kleinen schwarzen Wale, H* aber leider nicht.

Das Abendessen nehmen wir im Vier Jahreszeiten zu uns. Hier ist es nicht so laut, wie im Artania, wo es bei bestimmten Geschwindigkeiten laute Resonanzen gibt.

Wieder ein prachtvoller Tag heute!

Ich bin nicht seekrank!

Wale. Zwergwale?

Licht im Norden:

Oriondeck – 5vorne

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16.08.2017, Tag #02, Seetag

Ich bin mit H* für 10 Uhr zum Frühstück verabredet, treffe Sie aber schon um 09:30h, als ich die erste Inspektionsrunde auf Deck 4 drehe. Es ist herrlicher Sonnenschein und 17 Grad. Fantastisch! Am Horizont sind norwegische Bohrinseln zu sehen. Sehr cool.

Wir gehen ins Lido auf Deck 8. Hier gibt es Buffet. Lecker, entspannt, vielseitig. Morgen probiere ich mal den Spezialkoch aus. Er macht Spiegeleier und mehr.

Da es 10 Uhr ist, suchen H* und ich den Vortrag von Lektor Axel Krack auf. Er berichtet 90 Minuten über Wale. Sehr lebendig und er macht uns Augen und Kameras wässrig für unsere Walsafari in Akureyri und die Überfahrt Island-Grönland.

Nach der Kultur kommt der Magen. Heute ist maritimer Frühschoppen. Wir wollen nur mal so schauen. Auf zur Kopernikusbar auf Deck 8. Oh, hier steppt der Eisbär. Musik, Krabben, Salate, Lachs, Kartöffelchen, Bier, Schnaps, Sonne, Fülle.

Nachdem ich Hildegard im Gedränge kurz verloren habe, feiern wir das Wiedersehen mit Lachs und Bier. 🙂

Vom Reiseleiter lernen wir heute das schöne Wort: ANSCHLUSSAPPETIT. Den soll man haben, wenn man nun zum Mittagessen schreitet. Hihihihihi.

Wir schreiten aber nur zum Heck, genießen Wind und Sonne und das majestätische Kielwasser, welches die zwei Propeller der Wärtsilä 32 Motoren aufwerfen.

Als ich auf die Kabine auf Deck 4 zurückkehre, liegt da ein Geschenkgutschein von 25€ Bargetränkeguthaben für mich. Überreicht von anonym mit:

Ein Blogger, ein Schiff und viele Eisberge. Dein Traum wird wahr, die Arktis wartet auf Dich. Ein Dankeschön für die vielen tollen Blogs. Wir gönnen Dir ein Fläschchen Früh-Kölsch. Danke.

Ich bin sehr gerührt. Kommen eigentlich nur zwei Menschen in Frage. Herzlichen Dank! Ich freue mich sehr. Ich breche sofort den Urlaub ab und blogge heute dann doch. Trotz Morgengymnastik, Ärztetreff und Gala-Abend.

H* und ich wollen nun das Artania-Restaurant kennenlernen. Also runter zu Deck 3 und auf der Backbordseite nach vorne. Und? Was finden wir? Den Anschlussappetit! Geht doch! Ich nehme das klare Süppchen und das Eischen. Lecker. Dazu wehren wir uns (kurz und erfolglos) gegen ein Weinchen und Wasser.

Jetzt sollte eigentlich Nickerchen dran sein, aber das Traumwetter lockt und ich drehe ein paar Runden um das Schiff. Dazu gibt es den Joggingpfad auf Deck 4, gleich vor meinem Fenster. Eine Runde sind 440 Meter. Sooo ganz weit komme ich nicht, weil hier Basstölpel fliegen und neue Bohrinseln vorbeikommen. Ich hole das 400mm Tele und lass es krachen.

Als das vollbracht ist, buche ich das WLan der MS Artania. Höllensündhaft teuer, aber ich will mich bei anonym für das Bargetränkeguthaben bedanken. Man muss bei all dem Schönen hier großzügig bleiben!

Da heute Galaabend ist, möchten H* und ich uns fein machen der Stufe 1 (man muss noch zulegen können für das Captainsdinner! – das wäre Stufe 2). Und ich will das Bild vom Bordfotografen Kapitän, Hildegard und ich. Mal sehen, ob das gelingt.

Es gelingt. Wir stehen zwar ne ganze Weile an, dann aber dürfen wir den Fotografen bei der Arbeit sehen und zwei Sätze Kurzgespräch mit Kapitän Hansen halten. Männlich schwerer Händedruck, Lächeln, Blitz, Blitz. Fertig. Das hebt.

Die Handgedrückten sammeln sich im Showroom, wo dann der Kapitän vorgestellt wird. Kapitän Hansen ist Norweger und aus Tromsø. Das schafft gleich Vertrauen. Seine Vorfahren sind auch fast alle zur See gefahren … Ich überlege kurz aufzuspringen und die schwere Reihe der VorfahrInnen meiner Frau bis Lorens Petersen de Haan zu erwähnen und meine Reihe bis Harald Schönhaar, aber wir wollen ja auch fertig werden – heute noch! Aber: ich hätte können! Ja ja!

Wir erfahren noch, dass wir 523 Besatzungsmitglieder an Bord haben. Dann gehen H* und ich rüber ins Vier Jahreszeiten, wo es ein köstliches 6-Gänge Menü gibt. Und, der Knaller: Der gutaussehende Silberrücken am Nachbartisch fotografiert auch sein Essen. Super. 1A. Da ziehe ich auch bei jedem Gang das Smartphone, jetzt ungeniert.

Zu sagen bleibt noch: Wir befahren gegen Mitternacht die Passage zwischen den Orkneys und den Färöer-Inseln, dann geht es in den Nordatlantik. Das Wetter ist etwas rauer vorhergesagt.

Ich bin nicht seekrank.

DbmblllsSp!

Das Meer mit Glitzerfischen:

Treffpunkt Waschsalon, auf zum Gala-Abend;

Abenddämmerung auf der Norsee:

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15.08.2015, Tag #01, Leinen los

Ich stehe mit der Sonne auf. Nach einem Tee und einer kurzen Fahrt nach Bonn, erreicht die wundervollste Ehefrau von allen mit mir den Bus – der noch garnicht da ist.

Wir begrüßen H*, die ich gerne begleite und die mit mir reisen wird. Abschied von M*! Seufz Seufz!

Der Bus kommt, der Fahrer wuchtet das Gepäck in den Hänger und wir hoffen Pelicase und Köfferchen auf Kabine 4103 heile wieder zu sehen.

Wir kurven ein bisschen rum, sammeln noch Paxe in Deutz, Leverkusen und Düsseldorf ein, dann brausen wir über A43, A1 und A29 nach Oldenburg und weiter nach Bremerhaven. Der Service an Bord ist gut, die GrönlandabenteuerInnen alle nett, ruhig und entspannt. Hier und da wird ein Seekrankheitspflaster geklebt oder eine Mütze Schlaf nachgeholt oder auf Vorrat geschlafen.

Um 15h sind wir am Columbuskaje. Und da liegt sie, die MS Artania. 38473 Tage, nachdem die RMD Titanic auf den Grund des Atlantik sank, will ich mit ihr ins EIS NACH GRÖNLAND aufbrechen … Bin ich verrückt?

Nach ein bisschen Gewusel ist der Check-In erledigt. Das Anbordkommen zieht sich wegen der Sicherheitskontrolle. Ich nutze die Warterei für einen Abstecher zur Aussichtsplattform. Als ich zurück bin, ist H* weg. Mist. Als ich „drin“ bin, gibt es Sekt, leider ohne H*.

Ich suche 4103. Meine Kabine.

Tolles Teil. Deck 4 – Saturndeck.

Dann raus. Überall zeigen Paxe ihren Kameras das Schiff. Okay. Wenn man das so macht!?!!? Mache ich das auch.

Am Kopernikus Pool stoße ich auf Currywurst und Bier. Ich bleibe.

Wo ist H*? Nickerchen?

Sie wird sicher auftauchen! Kann ja nicht weit sein.

Da J* sagt, dass ich morgen und übermorgen kein Internet haben werde – und J* hat als Info-Fuchs immer Recht – richte ich schonmal Grüße aus:

DbmsssslSp,

BvF*

Wikinger! 113 kommt!!

Herzlichen Glückwunsch an den Paten zum Ehrentag!

Grüße an AndreaDrea43

Grüße an optimisc

Grüße an Hille

Grüße an *

Ich bin nicht seekrank!

MS Artania:

Die Weser:

Start nach Island:

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14.08.2017 Vortag der Reise nach Island und Grönland

Morgen geht es los. Die Seereise nach Island und Grönland beginnt. Um 7:15h nehmen H* und ich den Bus ab Bonn nach Bremerhaven. Die MS Artania soll um 18:00h ablegen. Nach zwei Seetagen sind wir am Freitag auf Island.

Unser Schiff ist von den Schiffen mit denen ich bisher unterwegs war, das größte. 1260 Paxe, 231m lang.
Damit ihr euch das besser vorstellen könnt, hier ein Vergleich:

Länge
RMS Titanic 269m (116%)
MS Artania 231m (100%)
MS Finnmarken 138m (60%)
MS Trollfjord 136m (59%)
MS Polarlys 123m (53%)
MS Vesteralen 108m (47%)

Die Position der MS Artania findet ihr auf der Seite von Phoenix Reisen:
http://www.phoenixreisen.com/hier-ist-die-artania-heute-.html
Da gibt es auch die Webcam, die aber kaputt ist, das Tagesprogramm und das Speiseangebot.

Und einen ganz hübschen 8minütigen-Werbefilm der MS Artania gibt es auch:
https://www.youtube.com/watch?v=pQSwqi3C7V0&feature=youtu.be

Wenn das Bord-Internet es hergibt, blogge ich bei flohblog, wie gewohnt täglich.
Ich twittere, so gut es geht auch zwischendurch. Das findet ihr rechts im Blog an der Seite oder unter:
https://www.twitter.com/popipaan

Und evtl. gibt es auch Bilder bei:
https://www.flickr.com/photos/seiffert/
Mal sehen.

Die Reiseroute gibt’s in einer kleinen iMovie-Animation von mir jetzt schon, damit ihr wisst, wo wir langschippern.
https://youtu.be/La0rTJiiyOY

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Großes Kino #4

Hurtigruten 2012

Hurtigruten 2012

Wir werden wieder ins Kino gehen. Ins große Kino der Natur in Norwegen. D*, J* und ich haben schon wieder die Hurtigruten gebucht, diesmal nehmen wir die MS Finnmarken. Meine vierte Reise. J* und D* kommen dann zusammen auf fünf. Am 16. April 2018 geht es los. Uedorf – Düsseldorf – Bergen – Kdorf – Bergen – Düsseldorf – Uedorf. Eine Foto-, Video- und Freu-Reise bis zum 27. April. Ich freue mich sehr. Toll Männer, dass das geklappt hat. Und ein Hoch auf die Juniorchefin von D*! Zu zweit wäre alles für die Katz gewesen. Oder?

Hurtigruten 2012

Hurtigruten 2012

MS Finnmarken in Trondheim

MS Finnmarken in Trondheim mit Kämmerchen 203 markiert.

Auf zwei meiner Hurtigruten habe ich gebloggt:

Hurtigruten 2012

Hurtigruten 2009

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