Farmimpressionen

Ich war leider zwei Tage lang offline. So ist das nunmal in Afrika. Ich hätte ja trotzdem Blog schreiben können, aber wie ich putze und einkaufe ist sicher nicht so interessant.
Damit es nicht so trist ist, schicke ich ein paar Impressionen

Gerber-Mangel

Lieblings-Morgensonne

Ex Pavian

Farmweg

Fütterung

Morgensonne

Statt des obligatorischen Abendsonne-Bildes

Joey‘s Bar. Motto: drink about it

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Windhoek

6 Uhr, der Wecker klingelt. Draußen leuchten die Sterne. Ich mache mich Stadtfein. Frische Sachen, die vielleicht nicht gleich Staubig und von der Hundenase bestupst werden. Trudi werkelt schon in der Küche. Ich schmiere Brote und belade das Auto. Während wir die Vorbereitungen treffen, hat jemand den Lichtschalter betätigt, schwupps ist es hell. Foto vom Sonnenaufgang verpasst.

Trotzdem belohnt mich das sanfte Licht. Wir suchen die Katzen, um sie nicht im Haus einzusperren. Wir fahren los, ich am Steuer, damit Trudi etwas essen kann. Am Tor muss jemand aussteigen, um das Auto durchzulassen. Wir entdecken frische Leopardenspuren mit Schleifspuren vom Riss. Dann fährt Trudi, weil sie die Pad (Schotterstraße) besser kennt und darauf schneller fährt, als ich. Es geht nach Windhoek.

Am Straßenrand steht ein Auto, der Fahrer pinkelt. Ich erzähle, dass Wildpinkeln in Deutschland strafbar ist. Trudi sagt, hier müsste er eigentlich wegen der Dürre belohnt werden…

In Windhoek – ich fahre seit der Asphaltstraße wieder – verpasst Trudi die richtige Ausfahrt und ich darf auf der Autobahn über den Mittelstreifen mal eben wenden, um die richtige Abfahrt zu nehmen….

Stadtverkehr bin ich ja gewohnt, aber die Gangschaltung, zudem links schalten, Rechts blinken und Abbiegen verlangt meine ganze Aufmerksamkeit. Wir kommen Unfallfrei im Altersheim an. Trudis Tante Heide wird 100! Eine schöne Geburtstagsfeier wird hier für sie veranstaltet. Mit Gesang, Ansprache, Luftballons, Geschenken und Kuchen. Toll anzusehen. Leider hab ich keinen Dolmetscher dabei, sodass ich bei den Reden nur ahne, um was es gerade geht. Ich hätte Euch gern ein Foto der Jubilarin gezeigt, die noch immer total fit ist. Leider habe ich sie bei dem Rummel um ihre Person nicht um Erlaubnis fragen können. So gibt es nur dieses Bild:

Nach der Feier geht es zur Stadtwohnung meiner beiden Farmer. Sie müssen zum nächsten Geburtstag, ich hab frei!

Ich mache mir ein Foto vom Stadtplan und ziehe los. Zum Craft Market, schöne Souvenirs in nettem Ambiente. Nur mal schauen. Mit neuer Handtasche (ich!) und ein paar Kleinigkeiten ziehe ich weiter. Zur Christuskirche

dem Tintenpalast (Parlament)

und zur alten Feste. An Mr. Sam Nujoma, dem Gründervater von Namibia komme ich auch noch vorbei. Er steht auf einem Sockel vor einem goldenen Museum, sieht aus wie beste Zeit DDR. Vor der alten Feste stand 2013 ein sehr schönes Reiterdenkmal, das war heute einfach weg. Stattdessen fand ich dieses Monument:

Mein schöner Schutztruppenreiter musste ins Innere der Feste umziehen. Er war zu sehr Sinnbild der Kolonialzeit. Leider hat man ihn heute eingesperrt, das Museum in der Festung hat bis auf further information geschlossen. Schade, ich hätte den Guten gern noch besucht.

Ich beschließe, zurückzulaufen.

Blick über Windhoek

Auf dem Rückweg sieht plötzlich alles ganz anders aus und ich komme an Straßen vorbei, die ich nicht kenne. Ich laufe an der Embassy of España und der Embassy do Brasil vorbei. Mir wird klar, dass der Stadtplan helfen muss. Nach einigem Gesuche und rumgedrehe finde ich meinen Standort. Laut Plan zu kompliziert, also laufe ich wieder zurück. Da klappt es besser.

Meine Farmer sind noch nicht zurück, also setze ich mich in den Hof, habe die Beine hochgelegt und genieße die warme Luft und die Sonne.

Heute gibts kein schönstes Licht der Welt-Bild. Schade

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11.9.2019

Ich arbeite an meiner Liste. Das ist ein Zettel mit Arbeiten, die ich erledigen soll. Wichtig ist hierbei, den Rhythmus des Tages einzuhalten: 7.30 ist Antreten für die drei Mitarbeiter, es wird eingeteilt, wer was erledigt (ich habe ja meinen Zettel) und es wird zusammen gebetet. Da drücke ich mich. Nicht, dass ich nicht schon auf wäre nein, ich gönne mir den Luxus, etwas später aufzutauchen. Dann wird afrikanisch traditionell ohne Frühstück erst einmal gearbeitet. Ich erledige die Sachen, die in der vollen Sonne sind, da lässt es sich noch aushalten. Um 10 Uhr gibt es dann Frühstück. Dann weiter! Die Sonne ist noch nicht so warm.

Frühstück im Garten

Ich suche mir dann bald schon einen Job im Schatten. Es ist mörderisch trockene Luft hier, wir sind auf 1500 Metern über NN, das heißt, die Luft hat auch weniger Sauerstoff. Das schafft mich. Ich bin erstaunlich schnell außer Atem, obwohl ich mich für gut trainiert halte. Also pflanze ich Petunien und Kräuter in Töpfe. Im Schatten. Das ist nicht mal so eben erledigt, der nächste Baumarkt ist in Windhoek. Also mische ich selbst Erde aus dem reichlich vorhandenen Lehm und Kompost. Dann fehlen Töpfe, diese suche ich dann in der Scheune zusammen.

Kuhschädel liegen in der Scheune

Getopft ist schnell. Passenden Platz suchen, nicht alles verträgt die Hitze. Ich schlage vor, die Pfefferminze, die sich reichlich ausgebreitet hat ist zu reduzieren – wieder sehr europäisch gedacht …. Zack hab ich den nächsten Job: Minze pflücken, zu Sträußchen binden und zum Trocknen aufhängen. Bis Mittag habe ich 20 Sträußchen a 20 Stengel fertig und aufgehängt. Das Bündeln fiel etwas schwer, da die Gummis aus der Sammelkiste ausgingen und ich erst Ersatz suchen musste. Aber ich saß im Schatten.

Meine Minzsträußchen

Wann eigentlich Mittagszeit ist, habe ich noch nicht rausgefunden. Es ist immer zu spät, die Siesta fällt dann etwas knapp aus. Um drei geht es weiter. Jetzt knüppelt die Sonne richtig und man ist froh, wenn man einen kühlen Arbeitsplatz erwischt. Wenn nicht, ist ein langärmeliges Hemd und Hut Vorschrift.
Ich grabe zwei Papayas auf dem Kompost aus. Der Kompost ist aber so locker, dass der erste Erdballen gleich auseinanderfällt. Den Zweiten versuche ich mit einer Plane zu retten, klappt auch nicht. Nun habe ich zwei Papayas mit nackten Wurzeln. Mist. Die eingesetzten Planzen schlappen ordentlich. Also bekommen sie viel Wasser und eine Schattenmatte. Ich hoffe, sie schaffen es.
Das neue „Gewächshaus“ muss mit Schattiermatte bespannt werden. Die vorhandene reicht nicht. Ich soll ausmessen und berechnen, wieviel noch benötigt wird. Genau mein Job. Das Maßband ist von 2006 (steht drauf), genauso funktioniert es auch. Wie ein Altertümchen. Ich zeichne einen Plan, damit man sehen kann, was noch gebraucht wird. Dann zeigt mir die Hausherrin ihre Schätze.
Sie sammelt Steine im Veld. Keine normalen Steine, sondern uralte Steinwerkzeuge. Das Älteste ist auf 1,2 Millionen Jahre datiert. Mit Begeisterung erklärt sie mir die Unterschiede und Besonderheiten.

Was gab es sonst noch? Warzenschweine, die einige Meter an mir vorbeilaufen, Kühe, die neugierig am Zaun stehen und natürlich das schönste Licht der Welt…..

Morgen bin ich in Windhoek, keine Ahnung, ob ich posten kann.

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Action in der Scheune

Wenn es hier etwas im Überfluss gibt, ist es Sonnenschein. Sehr zuverlässig und täglich von Morgens bis Abends. Keine Wolke im Weg. Das muss man ausnutzen. Die elektrische Energie für den Haushalt, diverse Kühltruhen, Maschinen und die Wasserpumpe wird ausschließlich aus Solarstrom bezogen. 100% bio. Auf diversen Dächern und auch neben dem Haus stehen Solarpaneele. Die neben dem Haus drehen sich sogar mit der Sonne.

Damit das auch gut funktioniert, müssen die Paneele sauber sein. Das war heute früh mein Job.

Wenn die Sonne dann zu heiß wird, sucht man sich besser einen Job im Schatten….

Also habe ich weiter Bäume beschnitten. Heute sind die Weihnachtssterne dran. Wenn dann die Sonne sinkt, werde ich wieder Gräser pflücken gehen.

Man kann auch mit Sonne kochen. Hier wird gerade Hundefutter bereitet.

Gestern Abend war hier noch Action. Die Hunde bellten so ungewöhnlich, dass Marco nachsehen musste. Ein Honigdachs ist über den Zaun geklettert und suchte nach Fressbarem. Die Hunde haben ihn dann attackiert. Einer vorn, einer hinten haben sie ihn festhalten wollen. Er hat sich ordentlich gewehrt und ist dann in die Scheune geflüchtet, wo Marco ihn eingesperrt hat. Heute früh mussten wir ihn wieder freilassen. Jeder mit Gummistiefeln (gefährliche Krallen und Beisserchen) und Besen bewaffnet, um ihn in die richtige Richtung zu scheuchen. Erst wollte er nicht raus, Marco und Trudi haben ordentlich rumgestochert. Dann kam er doch und rannte los. Am Zaun entlang und hinten in der Ecke über den Zaun in die Freiheit. Leider musste ich den Besen schwingen, so hab ich nur ein Suchbild mit Hunden und Honigdachs geschafft …. (hinten am Zaun, neben der Aloe der kleine Punkt)

Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende.

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Wasser

Hier herrscht der Ausnahmezustand. Die Namibische Regierung hat diesen ausgerufen, weil es zu trocken ist. Die Namibier waren es schon immer gewohnt, mit dieser Dürre zu leben und auf die nächste Regenzeit zu hoffen. Um aber diese sprichwörtlichen Durststrecken zu überstehen, haben sie sich viel ausgedacht. So zum Beispiel das
Grundwasser anzuzapfen. Wie manche Bäume hier, deren Wurzeln bis zu 60 Meter tief reichen, bohrt man das Grundwasser an. Leider ist das nicht überall gleich tief anzutreffen. Es kann also sein, dass man bohrt und dann nichts findet. Jeder gebohrte Meter kostet teures Geld, daher überlegt man sich gut, ob man sich das leisten kann.
Auf dieser Farm wird das Wasser aus 60 Metern Tiefe mithilfe von Solarstrom und Pumpe ans Tageslicht befördert. Von der Farm aus gehen viele Leitungen ab zu mehreren Wasserstellen. Es ist viel billiger, einige Kilometer Leitung zu verlegen, als einen Brunnen zu bohren. Die Wasserstellen sind nötig, damit die Rinder nicht immer von der Weide zum Wasser am Farmhaus laufen müssen. 11 Quadratkilometer hat diese Farm. Das ist klein für hiesige Verhältnisse. Natürlich nutzt auch das Wild die Wasserstellen. Zum Eigenbedarf und für die Angestellten dürfen die Tiere geschossen werden. Trudi sagt, so brauchen sie kein Fleisch zu kaufen, das spart Geld.
Wasser muss man festhalten, wenn es da ist. Also werden die natürlich gegebenen Geländeverhältnisse angepasst: Staudämme halten das Wasser. Hier auf dem Gelände gibt es mindestens 5 davon. Je tiefer die Mulde, umso länger hält der Vorrat an Wasser, weil die Oberfläche und somit die Verdunstung geringer ist. Alle Dämme sind absolut ausgetrocknet:

Mit automatischen Bewässerungen bei Obst und Gemüse wird auch Wasser gespart, weil diese betrieben werden, wenn wenig Wasser verdunstet – am frühen Morgen.

Im Haus und beim Duschen muss dagegen nicht mit Wasser gespart werden. Das Brauchwasser wird an die Bäume geleitet. Status: Duschen ist nützlich!

Meine heutigen Tätigkeiten: Aprikosenbaum halb-Fachmännisch auslichten (danke Google), Triebe mithilfe von Muttern als Gewichten in die Waage bringen. Forschungsprojekt Phase eins wurde erfolgreich abgeschlossen. Wir hoffen nun, dass der Baum wieder blüht und Früchte trägt.
Mithilfe von Berater Internet einen Lösungsansatz für nichtblühende Oliven suchen. Forschungsprojekt ist noch in der Planungsphase.
Aus Aloeblättern ein Gelee gewinnen, mit dem die Schnittwunden an den Bäumen behandelt werden sollen. Forschungsprojekt war nicht allzu schwierig, aber eine tolle Matscherei. Status: erfolgreich abgeschlossen.

Von den verbliebenen mehrjährigen Grasbüscheln die Blüten ernten, damit beim nächsten Regen dem geschundenen Busch per Aussaat ein bisschen nachgeholfen werden kann. Forschungsprojekt musste wegen allzu schönem Sonnenuntergang und plötzlich hereinbrechender Dunkelheit unterbrochen werden. Status: morgen weitermachen.


 


 

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8. September

Ich sitze im Hochsitz über einem ausgetrockneten Wasserloch. Bisher habe ich meine lieben Farmer noch nicht dazu bewegen können, mir eine Arbeit zu geben. Ich habe ein wunderschönes, luftiges Zimmer, mein Bett ziert ein echtes Leopardenfell mit Kopf und Krallen.

Ich werde wie ein lieber Gast behandelt, nicht wie jemand, der zum Arbeiten kam. Ich hätte schon lange eine lange Liste mit nötigen Arbeiten notiert und würde diese gleich großzügig verteilen. So ist man hier nicht. Die Hausherrin hat zwar gern Gesellschaft und erzählt viele interessante Dinge – was mir sehr recht ist, da ich gern lerne. Aber sie ist ungeübt im transportieren ihrer Sorgen und der notwendigen Arbeiten. Der Hausherr macht gern sein eigenes Ding und lässt sich dabei nicht helfen. Offenbar ist auch er keine Hilfe gewohnt. Oder vielleicht stelle ich mich zu doof an? Ich soll erst einmal ankommen und mich akklimatisieren. Also sitze ich auf dem Hochstand und warte geduldig auf Tiere. Die Situation ist tieretechnisch schwierig weil:

Der Wind ungünstig steht und ich auch noch Handcreme benutzt habe, die (für mich, aber nicht für das Wild) gut riecht.

Ich mich sicher zu viel bewege, ich lerne gerade, Zeit zu haben und nicht permanent in Aktion zu sein.

Kein Wasser im Wasserloch ist.

Es Mittags nicht so viel Betrieb am Wasserloch gibt.

Meine bisherige Ausbeute beschränkt sich auf zwei Warzenschweine, diverse unbestimmte Vögel, eine Libelle und jede Menge Fliegen. Man denkt immer, Afrika ist so voll von Tieren. Das ist sicher auch so, nur nicht da, wo ich bin. Also genieße ich die Stille, das Rauschen des Windes in den Zweigen der trockenen Bäume. Die Regenzeit ist dieses und letztes Jahr ausgefallen und alles schreit nach Wasser. Trotzdem schlagen noch einige Bäume aus und blühen, was das Zeug hält. Doch zurück zur eigentlichen Übung: stillhalten und Tiere sehen.

Hinter mir scheppert der Zaun, ich drehe mich um – zu schnell – und sehe, dass drei Warzenschweine unter dem Zaun durchgekrochen sind. Das ist möglich für so kurzbeiniges Getier, weil nur jeder 6. Zaunpfosten den Boden erreicht. Die 5 dazwischen sind der Termiten wegen schwebend.

Jedenfalls haben selbst die kurzsichtigen Schweine meine Bewegung entdeckt und drehen ab. Schweinerei! Eine Herde Affen schleicht zu weit weg durchs Gezweig. Ich beschließe, auf die Fotopirsch zu gehen.

Hier darf man nicht einfach alles schießen. Es braucht für jeden einzelnen Abschuss eine Genehmigung. Auch auf dem eigenen Land. Außer Oryx, da gibt es genug. Hier wird aus Respekt vor dem getöteten Tier alles verwertet. Nicht nur das Fleisch. So z.B. auch Innereien zum Verzehr, die Knochen für das Wild, das Fell für Deko und die Füße und andere Teile als Hundefutter. Hier hängt ein Netz im Schatten, da trocknet Lunge für die Hunde.

Ich laufe durch die Senke, in der normalerweise Wasser steht. Staubtrocken. Genieße den Wind und den blauen Himmel und folge dann dem Zaun zurück zur Farm.

Dort besprechen wir, dass ich morgen die Obstbäume beschneiden könnte. Und die Tränke saubermachen. Geht doch!

Abends werde ich mit dem Bakkie (Pickup) noch schön über die Farm gefahren. Die beiden haben eine Karte dabei und erklären mir, wo wir gerade sind. Damit ich immer wieder zurückfinde. Die Tierausbeute ist schon etwas besser, als im Alleingang. Mehrere große Antilopen und eine botanische Führung, ein Honigdachsloch und eine Erklärung, wie hier Wasserstellen gebaut werden.

Sanft senkt sich die Sonne über die Afrikanische Steppe. Das schönste Licht der Welt!

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Hallo Namibia!

7.9.2019

Ein kleiner heller Streifen am Horizont kündigt den Morgen an 5.30 Uhr. Guten Morgen Afrika! Der Flieger setzt zur Landung an. Zu hoch angesetzt, er zieht wieder hoch und wir drehen noch ein Schleifchen. Es ist noch dunkel, als wir aufsetzen. Ein Mann winkt mit orangen Lutschern. Wir parken und bald dürfen wir aussteigen. Es geht über das Rollfeld Richtung rosa Morgenhimmel.

Schlange an der Imigration, mein Koffer dreht schon Runden. Er wird noch durchleuchtet – das enthaltene Saatgut interessiert keinen. Mein Handgepäck lege ich erst garnicht aufs Band. Auch ok. Trudi steht gleich als erste am Ausgang, ich spreche sie an. Sie hat mich nicht gesehen, wir fallen uns nicht in die Arme, wie alte Bekannte. Gaudenzia ist dabei, Trudi wollte ihr den Flughafen zeigen. Also fahren wir statt einfach rauszufahren erst einmal am Zaun lang. Da dieser zu hoch ist und man keine Flugzeuge sehen kann, steigen die beiden erst einmal aufs Autodach zum Flugzeuge schauen.

Nach ausgiebiger Flugzeug-Schau fahren wir dann Richtung Windhoek. Am Wegrand ist ein Laden, den möchte Trudi auch gern zeigen. Souvenirs, bunt angemalte Tiere und dann kommen wir in eine Halle, in der werden Jagdtrophäen präpariert! Das ist sehr interessant. Die Jagdranches bringen die Tiere, dort werden sie dann nach Kundenwunsch aufgehübscht und danach zum Jäger nach Hause versandt. Vom Dikdik bis zur Giraffe ist alles dabei.

Die Glasaugen stammen übrigens aus Deutschland.

Hier haben 30 Personen einen guten Arbeitsplatz. Ich erfahre, dass das Jagd-Geschäft für Namibia eine wichtige Wirtschaftliche Bedeutung hat.

Eine Giraffe geht auf Reisen

Wir fahren weiter nach Windhoek rein, auf einen Biomarkt auf dem auch meine Gastgeber Ware verkaufen. Trudi geht ordentlich shoppen und der smalltalk kommt auch nicht zu kurz. Nachdem alles im Auto verstaut ist, wenden wir uns Richtung Norden. Trudi ist müde, ich biete an, zu fahren. Klar. Also bekomme ich gleich die Möglichkeit, mich im Jeepfahren zu üben. Klappt gut, nur manchmal suche ich in der Türfüllung nach dem Schalthebel…

Jetzt bin ich also im Namibischen Farmleben angekommen.

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Okadingsbums

Oka.. okaha…. was? Okahandja!

Da fliege ich bald hin. Wo das liegt? In Namibia.

Wie kommt es dazu, dass ich nun keine Rundreise mache, sondern nur in Okadingsbums bleibe?

Ganz einfach. Ich muss sparen. Damit das bereits gebuchte Ticket nicht verfällt, habe ich mir einen Job gesucht. Mit dem Finger auf der Landkarte, nicht zu weit weg von Windhoek, damit der Transport meiner Gebeine dorthin machbar bleibt.

Also schreibe den Pfarrer der Gemeinde in Okahandja an. Erkläre meine Situation: verlassene Ehefrau mit storniertem Urlaub und zwei Flugtickets, die bitte bitte nicht sinnlos gewesen sein sollen! Ob er vielleicht jemanden kennt, der eine arbeitswütige Deutsche für drei Wochen gegen Kost und Logis aufnimmt? Er antwortet! Dass er meine Mail weitergeleitet hat. Ich warte voller Freude auf Antwort. Ziemlich lange. Dann bekomme ich eine E-Mail von Trudi. Klar könne ich kommen, es wäre ja zu schade, das schöne Ticket verfallen zu lassen. Ich glaub’s nicht! EIN Versuch, ein Treffer.

Also reise ich nun zum Arbeiten nach Namibia.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

[category Afrika]

[tags Namibia, Wüste, Urlaub, Aktivurlaub]

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Freiburg #3

Als ich zum Frühstück komme, haben die Wikinger wieder einen Platz freigehalten und wir können in Ruhe frühstücken. Diesmal an einem richtigen Tisch mit Stühlen und ohne Sessel.
Nach ein paar Handgriffen, ist das Zimmer geräumt und das Zeug im Auto. Tschüss Freiburg. Schönes Stdtchen, eine Reise wert. J* fährt tanken und dann geht es nach Hause. Nach Hause? Nein, Überraschung! Es geht nach Strasbourg. Staun. Kurz von der Autobahn runter, über den jungen Rhein und schwups sind wir in Strasbourg. J* kennt ein Parkhaus im Zentrum, wir parken, packen die Kameras und sind in einer wunderschönen alten Stadt unterwegs.
Die Sonne lacht vom Himmel, bunt stehen alte und moderne Häuser in Strasbourg und wir drehen eine Runde. Wasser, Blumen, Licht und Wolken verschönern unsere Bilder.
Die Kathedrale ist schief, ihr fehlt ein Turm und auf dem Stumpf steht ein Häuschen. Schon schräg!
Ich stelle mich an, um durch die Kontrolle und ins Innere zu kommen. Ein Wachmann kontrolliert lustlos meine Kameratasche und ich bin drin. Es ist Heilige Messe, man darf und will nicht umhergehen, Bilder sind auch nicht erlaubt, die Zugänge nach vorne sind gesperrt und ein Domschweizer in grau bewacht die Sperre. Ich lasse den Raum auf mich wirken. Gotik, aber dunkel, kein heller Kapellenkranz, sondern nur ein Fenster. Ein Chor singt das Sanctus von Schubert. Wunderschön. Nach der Wandlung schleiche ich mich wieder raus, die Jungs warten.
Wir fahren ein Stück durch Frankreich, dann an Landau vorbei, durch die Eifel und nach Uedorf!
Danke Jungs, es war wieder mal großartig! Eine schöne Reise #7. Wohin wird uns Nr #8 bringen. Wovon träumt ihr kleinen Bären?


Strasbourg


Strasbourg


Strasbourg


Kathedrale von Strasbourg

Tagesvideo:

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Freiburg #2

„Wovon träumst Du, kleiner Bär?“ ist die Überschrift von Tag Zwei in Freiburg.

Zunächst beendet der Wecker meine kleinen Träume und eine Weile später gibt es ein Bärenfrühstück unten in der Bar. Meine Wikingerfreunde sind schon seit dem Morgengrauen da und halten Kaffee warm, Croissants bereit und einen Platz für mich frei. Danke Jungs.

Um richtig wach zu werden, hat der Reiseleiter J* sich die Turmbesteigung für müde Bären ausgedacht. Wir kurbeln uns eine niemals endende und enge Wendeltreppe im Münster hoch. Schnauf, Ächz, Ächz … hört das denn niemals auf? Stunden später erreichen wir keuchend die Türmerstube, wo wir bezahlen (moderate 4€) und weiter aufwärts stöhnen. Unter dem Turmhelm bei Stufe 209, gibt es eine schöne Plattform und die bietet eine schöne Aussicht auf den Markt, die Stadt und die Gegend. Schön, Schön.

Wir machen Bilder und ruhen etwas aus im kühlen Wind.

Wir besichtigen noch den Glockenstuhl und kurbeln wieder nach unten. Quasi voll erledigt erreichen wir die Erde und den Markt, der das ganze Münster umzingelt. J* erschlendert mit uns im Schlepp den Markt, der sehr bunt und vielfältig ist. Ich könnte ja hier und da was leckeres kaufen, aber besser nicht.

Um 11:30h ist Orgelkonzert im Münster und wir setzen uns gleich unter die Orgel. Ein junger Mann spielt Bach und Improvisationen. Klasse ist das Wechselspiel der verschiedenen Orgeln, die im Münster verteilt sind. Das Hauptinstrument gibt die Melodie vor und die Schwalbennestorgeln antworten. Schon cool!

Nach 25 Minuten ist das Konzert schon wieder aus und der durch das Orgeln ausgelöster Bärenhunger meiner zwei Begleiter wird mit je einer langen, roten, badischen Bratswurst mit Zwiebeln und Brötchen gestillt. Ich habe noch genug vom Frühstück und muss nicht.

Schlender, schlender, schlender geht es durch das hübsche Städtchen. Mir gefallen die Freiburger Bächle – ein Wahrzeichen der Stadt und die wenigen Autos. Das macht das Städtchen leiser, schöner und entspannt.

Wir bummeln mal hier und da hin, fotografieren Hochzeiten am Rathaus, schlendern über eine Fahrradbrücke, besichtigen das Wasserdenkmal der alten Synagoge, den modernen schwarzen Bau meiner Bibliothek (die Jungs sind davon überzeugt, dass alle Bibliotheken der Welt mir gehören – und ich widerspreche nicht) und weitere Bäche, Brunnen und Flüßchen.

Weil rumbummeln aber auch müde macht, gibt es eine Pause am Hotel, die ich mit moderner Waagerechts-Meditation in meiner Kemenate verbringe.

Frisch entspannt, ist die nächste Station dann der Schloßberg. Die Schlossbergbahn, ein Schrägaufzug bringt uns hoch. Nach Fotostops und der schönen Aussicht vom Kanonenplatz über das Städtchen, klettern wir wieder runter und beehren das gestrige Brauhaus erneut, da (durch meine Wetterfeh in der Heimat – M*) Regen und Gewitter angesagt sind. Zwei Bier und zwei Schnitzelchen später nutzen wir eine Regenpause und eilen zurück ins Hotel. An der Bar, beenden wir den schönen Tag noch mit einem Absacker.

Und drei kleine Bären fahren in den fünften Stock und fragen: „Wovon träumst Du heute Nacht, kleiner Bär?“


Das Münster von oben.


Der Helm.


Markt.


Meine Bibliothek.


Freiburg vom Schlossberg.

Tagesvideo:

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