Do 08.09.2022 Zeeland #10

Die Queen ist tot. RIP.
Sie ist meine Cousine im 25.ten Grad. Ich muss zurück. M* hat Verständnis. Ein Wikinger zu sein (Elizabeth und ich stammen beide von William the Conqueror ab) hat eben auch die Seite der Verantwortung und der Fürsorge.
Wir frühstücken aber erst noch in Ruhe und erst dann treffen wir Vorbereitungen zur Abfahrt.

Wir fahren über Antwerpen in die Eifel und holen Tirza ab.
Dann sind wir zum Abendessen zu Hause.
Jetzt sitze ich am Telefon und warte auf den Anruf aus Balmoral Castle. Vielleicht kann ich ja helfen.

RIP

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Mi 07.09.2022 Zeeland #9

Maren hat Knie, ein bisschen. Aber genug, um keine lange Wanderung zu machen. So leiht sie sich ein Rad und radelt rund um Domburg. Ich greife mein Bündel Kameras und gehe zum Strand. Immer links am Wasser lange, geht es etwa 5km zum Leuchtturm Westkapelle (Unterfeuer). Das Oberfeuer ist im Städtchen auf einem alten Kirchturm, da muss ich heute nicht hin.
Die Flut hat fast Höchststand. So ist der Sand eher locker und nicht immer einfach zu bewandern. Ich bleibe aber mit den Füßen im Wasser, da geht’s.
Erst kommt der normale Strand, dann der Teil, wo auch Hunde dürfen – und es sind viele Hunde in Domburg -, dann der Teil, wo FKK erlaubt ist, dann kommen Strandhäuschen, dann eine rote Fahne und ein paar Drachen in der Luft. Dann hört der Strand auf und das Ufer ist betoniert.
Viele Camper stehen hier. Vielleicht kommen sie nur so ans Wasser … aber schön ist anders.
Ich denke, dass hier wohl im Winter das Wetter ordentlich gegen die Küste tobt und eine versiegelte Küste hält besser.
Noch um eine Kurve, da steht plötzlich der kleine Leuchtturm. Zur Feier des Tages ist er in Effzeh-rot-weiß. Ein gutes Zeichen für morgen!

Ich will gerade die ersten Bilder machen, parkt da so ein Schowi mit einem fetten roten Auto direkt vor dem Leuchtturm. Wrks. Ich nehme mir kurz Zeit ihn zu verachten.
Als ich eine neue Perspektive suche, um das Auto nicht so prominent auf dem Bild zu haben, dackelt der Schowi doch auf mich zu, schwenkt sein billiges Glänzi-Strass-Smartphone und bedeutet dem Expert – also mir – ich solle ein Bild machen. Schowi, dem Schowi seine Schöne, das Auto und der Leuchtturm sollen alle drauf. Also ehrlich!
Ich nehme das Smartphone und flitsche es gekonnt ins Wasser, es springt noch ein paarmal, drei Strasssteine feuerwerken malerisch in die Luft, bevor es lautlos unter geht. Ja Schowi und wenn de nur ein falsches Wort sagst, fliegt Dein Auto gleich hinterher! Jawoll!

Ich mache vier schöne Bilder. Schöne Komposition, nicht alles symmetrisch, wo sind die Drittellinien? Neue Perspektive, nicht nur alles aus 1.5m Höhe … Der Herr bedankt sich, die Dame lächelt mit 50 Watt.
Ich denke so ein rotes Auto vor einem Effzeh-Turm hat doch was – und mache ein paar Bilder.
Dann geht es zurück. Das zurück weichende Wasser gibt Sand frei, der aber überraschend weich ist. Ich sinke bei jedem Schritt tief ein. Das ist anstrengend.
Zweimal muss ich durch einen Priel, der fast bis zum Oberschenkel reicht, aber ich komme ohne Panne trocken rüber.
Etwas müde erreiche ich die Villa Evoli. 13km sagt die Uhr, bin ich gelaufen. M* kommt auch gerade angeradelt und so können wir den Tee und die Pause XL gemeinsam nehmen.
Als mir dann später ein Hüngerchen kommt, müssen wir feststellen, dass das Restaurant Evoli geschlossen hat. Nix zu machen.
Okay, frisch geduscht schleichen wir uns zum Markt 6. Das kennen wir ja schon. Nach gutem Essen, geht es wieder nach Hause. Zum Vorlesen reicht die Kraft noch so gerade!
Wieder ein schöner Tag mit tollem Wetter!

Westkapelle Laag

Westkapelle Laag

Meer

Strand und Meer

Bune und Meer

Buhne fast weg und Meer

Westkapelle Laag mit rotem Auto.

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Di 06.09.2022 Zeeland #8

Heute geht es nach Veere. Das kleine Städtchen liegt 12km Luftlinie entfernt, aber in einem Land, wo die Fietsen Vorfahrt haben, brauchen wir 30 Minuten. Das liegt auch an der Straßenführung, die sich schlängelnd an Seen, Ufern, Deichen, Poldern und Vogelschutzgebieten orientiert.
Wir parken und gehen ins Städtchen. Heute ist der letzte Tag des historischen Marktes und es ist voll. Der Vorteil ist, dass Rentnerinen und Rentner nicht so rumschreien, wie pubertierende Schulklassen (schwerhörige Rentner und handytelefonierende Rentnerin mal ausgenommen).

Hübsche Häuser hat es hier. Man sieht noch, wo mal das Geld saß.
Am Stadthuis beginnt der Markt. Historisch ist, dass die Damen hübsche historische Kopfbedeckung tragen. Ein paar wenige auch prächtige Kleidung. Das Warenangsbot ist doch eher so, wie gestern auf dem Wochenmarkt. Und auch hier: Kein Gemüse! Ja gibt es das in Holland nicht mehr? Sind die Placebotomaten alle bei uns und Holland hat keine mehr für sich?
Ein Korbflechter sitzt auf der Erde und werkelt an einem Korb. Er landet auf zig Hochkantvideos. Und nur Frauen filmen ihn, während am Wurststand die Männer lillend stehen und überlegen, wieviel Taschengeld sie ausgeben können ohne später ein Kritikgespräch auf der Tagesordnung zu haben.

Und schon sind wir wieder am Stadthuis, dem Rathaus. Eine Eisenkette mit zwei Gewichten hängt da. Das sind Büßersteine. 15kg Masse. Sie wurden Verurteilten umgehängt und sie mußten damit durchs Städtchen gehen und wurden dabei mit faulen Eiern beworfen … Die Würde des Menschen ist unantastbar – das gab es damals noch nicht.
Im Yachthafen schwimmen nette kleine Quallen zwischen den Yachten. Sie pulsieren, leuchten hellblau und genießen offenbar ein sorgenfreies Leben. Faszinierend ihnen zuzuschauen. Leider kann ich nicht die Gopro ins Wasser tauchen und ein paar Aufnahmen machen. Ich habe den richtigen Verschluss nicht mit. Wrks.
Der Pate ruft an. Wir quatschen fröhlich eine Weile. Heute reicht aber die Zeit nicht aus. Setzen wir fort.

Wir schauen uns noch die mächtige Kirche an, die in Teilen keine Kirche mehr ist. In das Langhaus hätte ich gerne mal einen Blick geworfen.

Das Parkticket ist abgelaufen und wir kehren zum Auto zurück. In Oostkapelle kaufen wir Gemüse (o tempora, o mores) im Supermarkt. Dann geht es zur Villa Evoli und zu ein paar Takten Pause mit Tee und Küchlein.

Uns zieht es dann nochmal zum Meer. Ich mag das Wasser. Jeder Blick ist einzigartig, das Licht wieder wunderbar und die Möven fühlen sich nur wenig gestört. So verbringe ich eine Stunde am Wasser und die Welt bleibt hinter mir zurück.
M* sitzt auf der Dünentreppe. Sie will nach Hause. Sie hat schon jedes Körnchen Sand von den Füßchen entfernt und zu einer beachtlich langen Reihe auf die Treppenstufe gelegt. Das heisst: Auf geht’s. Okay. Zurück zur Villa und zum Restaurant Evoli.
Ich meditiere noch ein Softwareproblem beim Spülen. Da laufen die Gedanken tatsächlich anders und mir fallen Lösungen ein, die mir sonst vielleicht verborgen bleiben. Viel gespült hat nie gereut.

Der Tag endet mit Vorlesen und ein bisschen Programmieren.

Spezialgrüße gehen heute raus nach Krailling Stockdorf und an J* – weiter gute Besserung! Und auch an J* auf der Donau!

Veere. Büßersteine. Meer. Treppe. Ufo. Strandbefestigung. Domburg. M*.

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Mo 05.09.2022 Zeeland #7

Heute ist Wochenmarkt in Domburg. Alle kommen mit ihren Fietsen. Und damit die Räder auch parken können, kommen Gitter auf den Bürgersteig der Villa Evoli. So wird es sehr voll um die Villa … Das hindert uns nicht es gemütlich anzugehen.
Nach einem Tee ziehen wir kurz los und kaufen Brötchen und Croissants. Dann gibt es erstmal Frühstück. Und ich muss sagen, die Croissants schmecken schon fast so, wie in Paris! Wunderbar!
Jetzt aber auf den Markt. Tulpenzwiebeln und Wurzeln und schöne Blumen in spé. Und zwei nette Holländer preisen sie an. 20 für 50 oder 40 für 100 oder 200 für 1000. Huch. Da hat er sich vertan.
Es folgen Stände mit Fahrradzubehör. Ja, Fietsen stehen hoch im Kurs. Und dann Käse! Schafskäse, Ziegenkäse, Dingen – und Bummenskäse. Ich probiere so ein Käse. Aber da liegen auch Schafsfelle als Deko – ich hoffe B* verzeiht den Holländern …
Dann kommt Wurst. Ich glaube aus Frankreich. Eselswurst! Das wäre was für W*. Ich überlege noch, da schiebt mich die Masse schon weiter. Jetzt Fisch. Geräucheter Fisch. Aal, Forelle, Makrele. Mein Vater hätte gekauft, mein Zwillingsbruder auch. Ich überlege noch und werde wieder weitergeschoben. Dann kommen Klamotten. Viel für Kinder. Alte Säcke können nur weiße Söckchen bekommen. Jetzt Handtücher. Eines mit dem Bild eines Traktors. Das hätte ich fast für Hubbi gekauft!
Jetzt kommt noch Kibbeling, das ist Fisch, mundgerecht groß und fritiert. Dazu dicke Fritten und Mayo. Wahrscheinlich ist man nach einer Portion 72h satt oder braucht einen Schnaps XL.
Wir fädeln uns ein und rauschen nun auf der anderen Straßenseite zurück zum Fietsenparkplatz vor der Villa Evoli. M* setzt bei den Tulpenzwiebeln geschickt Ellenbogen und Arme ein, drängelt an zwei weißen Damen vorbei, die ihre Hundchen in Kinderwägelchen schieben, wirft Anker und ruht nun im Strom vor den Amarylliszwiebeln.
Nach Flirt mit Jan van Dijk, Armdrücken und Feilschen (ich habe Mann, 12 Kinder und bald 7 Katzen zu Hause, diese Preise ruinieren mich …) kommt sie mit einer Brötchentüte voller Prachtblumen in spé glücklich aus der Menschenmasse heraus und wir entern erstmal die Villa für einmal Luftholen, Durchatmen und einen Tee.

Es ist grau am Himmel und am Strand. Aber das schreckt uns nicht. Wir drehen eine ordentliche Runde am Wasser, diesmal rechts rum. Möven, Meer, Hunde und ein paar Unentwegte, die wie M* eine Weile schwimmen gehen. Ich mache Videos, aber graue Grauvideos sind nicht so richtig ansprechend.
Abendessen gibt es in der Villa Evoli. Nach dem Spülen will ich es mir gerade gemütlich machen, da leuchtet der Himmel in prachtvollem orange auf und wir eilen nochmal auf die Düne. Ein wunderbares Licht liegt auf Domburg, ein rot-oranger Regenbogen umhüllt das Städtchen und ich habe die falsche Kamera dabei. Die Gopro ist super, aber die Canon wäre besser gewesen. Sei’s drum. Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.
Über der Nordsee tobt sich ein Sonnenuntergang vom feinsten aus. Man sieht die Offshore Windparks im Gegenlicht und Strand, Buhnen und Spiegelungen geben schon ein schönes Ensemble.
Der Horizont Richtung Oostkapelle ist dunkel und es fängt an zu Wetterleuchten. Super. Aber gefährlich. Wir sind auf der höchsten Düne hier. Ich mache noch ein kurzes Video und mich dann vom Acker. Vorlesen beendet den schönen Tag.

Mut zum besonderen.

Domburg am Abend.

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So 04.09.2022 Zeeland #6

Wer Urlaub hat, muss nichts müssen. Keinen Plan erfüllen, nicht irgendwo hin, nicht irgendwo sein, nichts tun und nicht nichts tun. So machen wir das heute. Wir lassen laufen.
So frühstücken wir erst spät im Garten. Dann drehen wir eine Runde durchs Städtchen. Voll, ganz hübsch. Der Supermarkt hat offen (gut für uns und doof fürs Personal!) und wir kaufen Geschirrhandtücher, die fehlen der Villa Evoli.
Und wir schauen uns das Markt Zes an, das Restaurant, wo wir heute vom Patron eingeladen sind – wegen der Verzögerung gestern.
Nach einer kleinen Zwischenmahlzeit, einem Tee und einer Pause gehen wir zum Strand. Nachmittags ist das Licht geeigneter und es ist nicht mehr so voll und nicht mehr so heiß.
M* geht schwimmen, ich mache eine Strandwanderung. Es ist Ebbe und es gibt seichte Pfützen, Kinder buddeln Staudämme und Burgen, so wie wir früher auch.
Ein Hund schwimmt trotz Wellen seiner Herrin hinterher, vielleicht will er sie retten, doch letztlich rettet sie ihn.

Holzpfählen bilden lange Reihen ins Meer. Für Fotografen super, aber wofür wurden sie angelegt? Um den Sand zu halten? Schwierig.
Die Pfähle haben Wasserpflanzen an den Füßen und ich teste mal, was die Gopro unter Wasser so drauf hat.

Jetzt aber nach Hause, Duschen und zum Markt 6.
Wir ergattern einen Platz, essen und trinken gut und die netten Neffen des Patron sagen: Wir sind eingeladen. Super. Wir bedanken uns herzlich und drehen noch eine kleine Runde zum Strand.
Die Sonne sinkt, das Licht ist romantic und wir freuen uns über einen schönen Tag. Wir haben es schon sehr gut getroffen und sind dankbar.

Weiter gute Besserung an J*!

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Sa 03.09.2022 Zeeland #5

Wer von euch hatte schonmal eine Spülmaschine im Schlafzimmer?

Unsere kurze Arbeitsphase ist zu Ende und wir setzen unseren Urlaub in Zeeland fort.
Diesmal geht es ins mondäne Domburg. Zuerst jedoch fahren wir in die Eifel und bringen Tirza in die Katzenpension zu Natascha. Sie kennt Tirza schon und die zwei mögen sich.
Über den Ruhrsee, Aachen, Antwerpen geht die Fahrt nach Middelburg, wo wir einkaufen. Weiter brausen wir nach Domburg. Die Villa Evoli ist schnell gefunden. Der Parkplatz am Haus ist besetzt. Der Patron werkelt noch. Ein Waschtisch ist zu tauschen. Der Patron lächelt nett. Kein Problem. Wir packen das Gemüse in den Kühlschrank und setzen uns auf die Terrasse. Die Geschichte zieht sich und bis alles erledigt ist, ist es weit nach der Bezugszeit von 16:00h.
Als kleinen Ausgleich dürfen wir bei Patrons Bruder Mark im Mark6 in Domburg essen gehen. Wow. Das ist nett. Das nehmen wir gerne an, aber erst morgen.
Als alles gerichtet ist, ziehen wir ein. Es gibt ein paar sympathische Kuriositäten. Das Waschbecken ist in Schlafzimmer 1. Dafür hat Schlafzimmer 2 eine Spülmaschine und die Toilette hat auch die Dusche aber kein Waschbecken. Dafür ist das Internet das schnellste in ganz Holland.
Ich mag Improvisationshäuser. Die Welt ist nicht perfekt und Millionen Menschen würden gerne mit uns tauschen! Wer es perfekter will muss in ein 5Sterne-Hotel. Aber ist man da glücklicher? Wir nehmen einen Tee und gehen dann zum Strand, der nur 400m entfernt ist.
Der Abend neigt sich, die Sonne sinkt und das Wasser ist sehr angenehm an den Füßen. Schiffe schwimmen am Horizont und goldenes Licht leuchtet über dem Strand. Wir gehen ein paar Schritte und kehren dann zur Villa Evoli zurück.
Abendessen. Der Patron kommt nochmal, eine Schraube am Schloss ist zu lang gewesen und er tauscht gegen eine kürzere. Wer hätte das bemerkt? Das Vorlesen beendet den Tag.

Grüße gehen raus an J* – gute Besserung! An Volker – herzlichen Glückwunsch und alles Gute! An den Effzeh – Super! An B* – nicht positiv werden!

Domburg

Domburg

Domburg

Domburg

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Do 18.08.2022 Zeeland #4

Es hat ganz gut geregnet in der Nacht. Amseln springen über das Gras und pflücken frühe Würmer aus der Wiese. Für Würmer ist es heute besser lang zu schlafen. Für uns nicht. Wir müssen die Hütte bis 10:00h geräumt haben. Das klappt gut.
Wir fahren bei sonnigem Wetter zum Natuurgebied De Yerseke Moer. Wir parken am Rand des Moors und gehen den ausgeschilderten Wanderweg. Der Boden ist weich und gibt nach. Kanäle durchziehen das Moor. Manche voll Wasser, andere ausgetrocknete. Vögel tummeln sich in meist größerer Entfernung. Möven und Tauben. Aber auch ein Greifvogel, Graureiher und Störche, Austernfischer und ein Löffler.
Wir drehen eine hübsche Runde, überqueren Kanäle, öffnen und schließen Gatter und freuen uns, dass hier keine Touristen strömen. Wir sind ganz alleine mit den Kühen und den Vögeln. Tolles Moor, tolle Wanderung!
Wir erreichen das Auto und fahren nach Yerseke. Yerseke ist das Muschel- und Austerndorf von Zeeland. Aber wir wollen nur frühstücken. Das gelingt. Wir nehmen was von der Mitte der Speisekarte und noch was von der Rückseite. Zurück zum Auto und ab nach Hause.
Ein schöner Kurzurlaub ist zu Ende. Danke M*, Danke Zeeland! Wir kommen gerne wieder.


Natuurgebied De Yerseke Moer

Natuurgebied De Yerseke Moer

Natuurgebied De Yerseke Moer

Natuurgebied De Yerseke Moer

Natuurgebied De Yerseke Moer

Yerseke

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Mi 17.08.2022 Zeeland #3

Das, was da prasselt sind Regentropfen auf dem Hüttendach. Was für ein schönes, beruhigendes Geräusch.
Es hat abgekühlt, es nieselt und ich werde von Kinderstimmen wach. Der Regen auf dem Dach war also kein Traum.
Ich stehe auf und mache Tee. Ich setze mich auf die Terrasse und schaue, was sich so tut morgens auf dem Zeltplatz. Regenschirme und Gummistiefel wandern vorbei. Freundliche Menschen grüßen.
Wir bummeln ein bisschen, da meine Wetterprinzessin weiteren Regen vorhersagt. Eine geheime Mischung aus Regenradar und mehreren Wetter-Apps lassen sie sehr selten irren.
Ich gehe an der Rezeption Brötchen holen. M* hat die gestern über die Campingplatz-App bestellt. Praktisch dieses Internet.
Frühstück auf der Terrasse unter dem Dach. Es regnet. Die Natur freut sich, wenn es auch viel zu wenig ist. Die Bauern hier besprengen weiter ihre Felder.

Ich programmiere ein bisschen, M* liest.

Dann brechen wir auf. Wir fahren auf unserer Insel nach Stavenisse. Dort ist Ende und wir wollen mal Hafen und See bestaunen und evtl. ein paar Seevögel fotografieren. Aber in Ruhe.
Wir umwandern den kleinen Hafen, folgen dem Kanal zum Meer und schauen eine Weile. Regen Schiffsverkehr hat es hier auf dem Keeten-Mastgat. Mehr als auf dem Rhein. Man sieht die Zeelandbrug über die Oosterschelde am Horizont. Die haben wir ja gestern überquert.
Naturbelassen ist hier irgendwie nichts. Deiche, Felder, Kulturland. Wer Strand und Dünen will, muss woanders hin. Auch die Seevögel haben heute frei und sind verreist.
Aber wir machen trotzdem einen schönen Spaziergang, schauen nach Austern, die es nach den vielen Schalen hier, sehr reichlich geben muss. Auch glatt geschliffene Ziegelsteine gibt es viele. Sind das die Reste von Häusern, die sich das Meer geholt hat?
Wir drehen um und kehren über die Felder nach Stavenisse zurück. Kaum im Auto, verdunkelt sich der Himmel und es regnet, als wir an der Hütte ankommen.
Es gibt Tee, etwas zu kauen und ruhige Ruhe. Was wohl die Nachbarn mit den drei Kindern machen, wenn die nicht am Strand rumtoben können? Womit haben meine Eltern uns 5 beschäftigt, wenn das Wetter nass war?
Wir beschließen den Tag mit einem Spaziergang zum Meer. Morgen geht es zurück nach Uedorf.

Ein schöner Tag. Wir sind dankbar!


Die Erde ist eine Scheibe

Hafen und Deich

Windmühle in Stavenisse

M* an Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

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Di 16.08.2022 Zeeland #2

Ich bin ja Eisenbahfan. Und weil das so ist, gibt es heute eine Überraschung. Danke M*!

Wir frühstücken draußen. Käse, Brötchen, Käse, Kaffee, Chorizo, Zelfgemaakte paté und natürlich Käse.
Dann geht es zur großen Zeelandtour. Wir fahren nach Norden und über den Philipsdam und über den Grevelingendam nach Goes.
Hier kommt die Überraschung für mich. Ein Bahnbetriebswerk mit Eisenbahnmuseum und man kann es kostenlos besichtigen – Spende erbeten. Der Herr am Eingang sagt, wir könnten uns alles anschauen, dürften aber nirgends draufklettern. Okay.
Tolle alte Loks stehen in der Halle. An einigen wird gearbeitet. Glückliche Herren malen, schrauben und werkeln, ganz erfüllt von ihrem Tun. Schön das zu sehen!
Wir schauen uns alles an, machen Bilder und suchen den Dampfzug, der hier noch verkehrt. Der fährt erst um 14:15h. Okay.
Das gibt uns Zeit einzukehren. Das Restaurant liegt auf dem Gelände und heißt passend ‚de Goederenloods‘ (der Güterschuppen). Wir nehmen ein Frittchen und ein Krokettchen. Es soll schnell gehen, damit wir die Abfahrt des Dampfzuges nicht verpassen. Alles klappt. Wir essen gemütlich und erreichen den Bahnsteig rechtzeitig. Glückliche Menschen klettern in alte Wagen, nehmen Platz auf harten Holzbänken der dritten Klasse und strahlen, glückliche Schaffner stehen am Bahnsteig und winken zur Lokomotive. Ein Heizer und ein Lokführer mit rußigen Händen und Gesichtern sind verantwortungsvoll und glücklich.
Dann geht es los. Die kleine rote Lok schnauft, dampft und qualmt und der Zug setzt sich in Bewegung. Toll. Ich mache Bilder und freue mich, dass zwei weitere Fotografen sehr rücksichtsvoll sind.
Glücklich geht es zum Auto. Wie toll doch Eisenbahn ist! Und toll, dass das Männerherzen füllen kann!! Und toll, dass liebevolle Frauenherzen darum wissen!

Wir fahren ein kurzes Stück und parken wieder. Wir wollen zur Kerke, die offen hat und zum Markt.
Der Markt ist heute eine Kirmes mit Kotz-Karussell, Kotz-Fahrgeschäft und jede Menge Kotz-Geräte für die ich Geld zahlen würde um nicht einsteigen zu müssen.
Schnell weiter. Die Maria Magdalenakerk (ev), als auch die Heilige Maria Magdalenakerk (rk) direkt gegenüber haben offen. Warum widmen die zwei Konfessionen ihre beiden Kirchen der selben Apostelin?
Wir besichtigen beide. In der Maria Magdalenakerk steht vor dem Altar ein Schild: Altaar ruimte
niet betreden – den Altarraum nicht betreten. Ich muss lächeln. Das Thema hatten wir gerade im Kirchenvorstand. Die Gefühle der Menschen, die das Heilige vom Profanen getrennt sehen möchten, muss man auch ernst nehmen. Sie sind verletzt, wenn jemand, der um die Heiligkeit offenbar nicht weiß das Heilige betritt (und Fotos macht). Da hilft ein Schild oder eine Absperrkordel.
Wir gehen weiter zum Yachthafen. Protzige Schiffe liegen hier in pitoresker Umgebung. Geldsäcke und -Säckinen (:-) zeigen sich am Oberdeck und in der Sonne.
Hier gibt es keine Cafés und wir ziehen weiter und lassen uns anderswo nieder. Eine kleine Zwischenmahlzeit für M*, ein Kaltgetränk für mich. Lecker und gut.
Letzter Stopp ist heute eine Silberpappelallee. Hört sich mittelinteressant an, ist aber super. Weiße Stämme (etwas schief – hier bläst wohl oft ein kräftiger Wind) und die Kronen bilden ein dichtes Dach. Schön abzulichten, schön durchzufahren. Wir kaufen noch kurz ein und fahren dann heim.
Eigentlich beendet das Abendessen den Tag, aber M* will noch zum Sonnenuntergang ans Meer und so brechen wir nochmal auf, nachdem ich gespült habe.
Ein ganz schöner Untergang belohnt uns. Ein Moped knattert durch die Romantik – Local Hero lässt grüßen. Ein schöner Tag endet. Wir sind dankbar.

Glückwünsche gehen noch raus an den Paten in Island, der heute Wiegenfest feiert und an helenairm, die gestern Geburtstag hatte. Lasst es euch gut gehen und bleibt gesund!


Lok

Dampflok

Kran

Lok im Schuppen

Magdalenakerk

Romantisch.

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Mo 15.08.2022 Zeeland #1

Endlich mal wieder Camping. Ich sitze auf einer Holzbank, direkt neben mir toben 3 Kinder mit einem Fußball auf verbranntem Gras. Großartig.

M* und ich sind nach Holland gefahren. Kurzurlaub in Zeeland.
Über Aachen und Antwerpen sind wir nach 3 Stunden in Tholen. Wir schauen uns das kleine Städtchen an, kaufen ein bisschen ein, werden ordentlich durchgeglüht und fahren dann weiter nach Sint Maartensdijk. Auf dem Campingplatz liegt unser Hüttchen. Hier nehmen wir erstmal einen Tee und eine kleine Zwischenmahlzeit ein. So macht es der Geburtstagspate auf Island, so machen wir es auch.
Ich sitze auf einer Holzbank vor der Hütte, Camper kommen vorbei und nicken uns freundlich zu, man sieht Leute beim Kochen oder Lesen – alles viel zu nah eigentlich, aber ich kenne es so von hunderten Plätzen aus meiner Kindheit und erinnere mich gerne daran zurück.

Wir fahren nochmal Einkaufen. Unser Örtchen heißt Sint Maartensdijk und es hat einen Lidl und einen Edeka. Kurze Besichtigung, wenig eingekauft.

Wir fahren kurz zurück zum Platz. M* will noch ins Meer. Wer Vorfahr:innen von Sylt hat, kann nicht anders. Wir gehen zu Fuß über den Deich und zu einem kleinen Strand mit wenig Sand und viel Muschelkalk. M* springt ins karibikwarme Wasser, ich gehe mit den Füßen rein.

Der Tag endet mit dem Abendessen im Freien. Ich spüle fix und kümmere mich dann um Aufzeichnungen, Vorlesen und Tagesvideo.


Tholen, Windmühle

Tholen, Kirche – leider versperrt

Tholen, Windmühle no 2

Meer. Karibikwarm.

Tholen. Kirche.

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