Bilder: SilentMOD im Kölner Dom

Ich bin schon immer ein Fan des Kölner Doms. Das gehört dazu, wenn man Kölner ist. Ein Muss.
Seit Vorträgen von Dombaumeister Arnold Wolff ist mir die Gotik die liebste Bauform bei Kirchen. Und der Kölner Dom ist mir noch ein Stück lieber. Unser Dom ist die Krönung der Gotik, ein nach den Originalplänen vollendeter gotischer Dom. Eine prachtvolle Kirche, ein wunderbares Haus Gottes. Was mir am besten gefällt ist, wie lichtdurchflutet er ist. Einfach wunderbar.
Seit Donnerstag gibt es nun das SilentMOD im Dom. Ein Kunstprojekt mit Licht, Ton und Duft. Klar, dass ich da hin will. Und ich freue mich, dass die Kirche von Köln das möglich gemacht hat!


Spät ist besser, wenn 30.000 Besucher zu SilentMOD strömen. Als J*, D* und ich am Dom auftauchen, ist es kurz vor Mitternacht. Aber die Schlange zieht sich bis hinter das Römisch-Germanische. Himmel. Sieht nach mehr als zwei Stunden Warten aus. Mist.
Der Dom ist von außen und innen beleuchtet und in den Türmen leuchtet es blau, das sieht schon sehr spektakulä̱r aus – mir würde gefallen, wenn man die Turminnenbeleuchtung so lassen würde.
Wir drehen eine Runde durch die Altstadt. Dann über die Deutzer Brücke, über das Deutzer Ufer und über die Hohenzollernbrücke zurück.
Jetzt ist die Schlange viel kürzer, aber immer noch eine lange Schlange. Und das um 0:45h. Gestern war schon um Mitternacht keine Schlange mehr.
Ich flirte mit einem Domschweizer am Ausgang. Kardinal Woelki kommt aus meiner Heimatpfarrei und ob ich nicht schnell hier rein kann, ich sags auch keinem weiter. Der Domschweizer ist ein echter Schweizer und bleibt hart, wenn er mir für den Ansatz doch in der B-Note eine Zwei gibt. War einen Versuch wert. Also jetzt ab in die Schlange.
Ich staune, wieviele Bierflaschen hier mit warten. Ohne geht es wohl nicht. Wir wickeln uns durch ein hübsches Labyrinth aus Absperrgittern, bis wir nach ca. 45 Minuten vor dem Hauptportal stehen. Dann endlich geht es rein. Der Dom ist voll, aber nicht brechend voll oder eng. Gut so.

Ein blauer Lasertunnel längs durch den Dom empfängt uns. Viele bleiben gleich mal staunend stehen. Ich staune auch. Ein Duftwolke strömt blau beleuchtet aus dem Triforium, so sieht man den Laser besser. Sehr beeindruckend.

Ich mache Bilder, was das Zeug hält. Jeder Blick ins Gewölbe ist fantastisch. Zum Glück ist Platz genug, dass man umhergehen kann. Zum Stillsitzen bin ich zu aufgeregt.


Im rechten Seitenschiff ist ein einsamer roter Laser, der den Boden und das Glas der Eingangstür beleuchtet. Das macht einen tollen Eindruck.

Schließlich finde ich doch noch etwas Ruhe in mir und setze mich an die Wand. Ein kurzes Gebet, dann muss ich schon wieder Bilder machen. Alles reißt den Blick nach oben, das Licht, das Blau, der Duft und der Rhythmus der Musik auch.


Schade, dass die halbe Stunde so schnell vorbei ist. Um 2 Uhr treffe ich J* und D* wieder an der Kreuzblume.
Es hat sich sehr gelohnt, finde ich.
Ich werde gerne wieder kommen, auch wenn der Dom dann nicht mehr voll von blauem Licht ist.

SilentMOD

SilentMOD


SilentMOD

SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD


Dom-SilentMOD

Dom-SilentMOD

Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die dieses schöne Erlebnis kostenlos möglich gemacht haben!

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Venedig #2

Der Tag beginnt recht früh, denn wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Um 8 hat RL J* das Frühstück angesetzt und wir sind alle pünktlich. JD** haben allerdings schon Frühsport am Strand gemacht, ihre Sachen gepackt und nochmal umgepackt, den Strand besichtigt und die Fähren gecheckt und dazu noch zwei Vorfrühstücke genommen. Tja, ich bin irgendwie keine Nachtigall, also kein Morgenmensch und muss deswegen etwas kleinlaut den Tag beginnen. Aber wir haben ein schönes Frühstück mit Rührei und Obst und Gebäck – nur der Kaffee ist etwas mau – was mich in Italien wundert, aber es verdirbt uns nicht den Tag.

Wir nehmen die Fähre vom Lido zurück zum Markusplatz und stürzen uns dort ins Getümmel, was da aber gar nicht sein sollte, es ist doch Montag und vor der Saison… Es ist aber doch Getümmel. Ne Menge Soldaten und Carabinieri sind da und ein paar marschieren so knackig, wie das nur Italiener können und sich trauen und was für prachtvolle Uniformen die alle anhaben. Und Flaggen sind gehisst und es sieht alles nach ordentlich was aus.

Wir lassen das aber alles hinter uns und ich versuche in den Markusdom vorzudringen, was mir aber verwehrt wird, da ich mit Rucksack sicher ein Terrorist bin und nicht in ein Gotteshaus darf. Da ich schon ein paar Mal drin war, lassen wir es.

Wir stürzen uns weiter durch die schöne Stadt und geben den Kameras reichlich was zu tun. Schöne Kanäle, viele Gondeln, auch weniger schöne Stellen, Geschäfte, die hier (gefühlt) nicht hingehören und viele interessante Menschen.

Am Rialto kommen wir wieder ans Tageslicht. Der RL hält uns ein Vaporetto an und wir lassen es zum Bahnhof fahren, wo wir den Lidl stürmen. Klappt aber nicht. Lidl hat zu. Pech. So nehmen wir ersatzweise ein neues Vaporetto zur Insel San Giorgio Maggiore mit der gleichnamigen Basilica darauf. Das sonnige Wetter, wird etwas dunkler hier und da, was uns mit schönen Bilder mit Wolken und Sonne beschenkt. Nach kurzer Wartezeit erreichen wir den Aufzug zum Campanile und fahren hoch, um über Insel, Land und Venedig zu schauen. Es lohnt sich sehr und ich denke, es war besser diesen Turm hier zu besteigen, als den Campanile von San Marco (mit einer ca. 2h langen Warteschlange). Hat der RL wieder gut gemacht!

Dem beginnenden Regen weichen wir aus und verstecken uns in einem Vaporetto, was uns zurück zum Markusplatz bringt. Da uns auch hierhin der Regen verfolgt, flitzen wir schnell zu unserer abgeschmockten Kneipe von gestern, wo uns der Kellner als Familienmitglieder willkommen heißt und uns einen großen Sonnenschirm (gegen den Regen), Tische und Stühle vor seiner Hütte auf dem schönen kleinen Platz errichtet. Da es Mittag ist, schlägt der RL ein Picknick vor. Okay, machen wir. Zu drei Pizzas, gibt es drei Birra Moretti (Danke für den Tipp an optimisc), nachdem der Reiseleiter bestätigt, dass es schon nach Vier ist. (Alte Regel: Kein Bier vor Vier!). Es schmeckt und alles ist gut.

Das nächste Vaporetto bringt uns um die Insel herum und weiter an der Friedhofs-Insel San Michele vorbei zur Insel Murano. Meine Verbindungen aus ungezählten Ferienfreizeiten machen sich bezahlt und schon bald und 5€ später, sitzen wir in der Werkstatt eines Glasbläsermeisters, der eine wunderbar häßliche Vase bläst, dreht und bastelt und als Zugabe noch ein Ferrari-Pferd. Leider reicht mein Italienisch nicht, um ihn zu bitten uns einen Geißbock zu erzeugen. Beleidigt kaufen wir dann auch nichts, zumal meine Jungs mir ständig blaue Pinguine, Hunde, Katzen, Vasen, Kronleuchter für M* empfehlen. Die ich aber garnicht kaufen will und M* auch garnicht haben will. Aber ich merke schon. Die zwei Wikinger finden es nicht in Ordnung. Wo M* doch blaue Flaschen so liebt… Sie wollen halt, dass M* glücklich ist! Gute Jungs.

Eine kurze Wanderung durch Murano bringt uns zur hinteren Haltestelle und wir nehmen ein neues Vaporetto zum Bahnhof. Bei nun wieder strahlendem Sonnenschein erkunden wir nun hier noch die Gegend zu Fuß, was Spaß macht, da das Licht wärmer und weicher wird und das Viertel nicht überlaufen ist und schöne Plätze, Kanäle und Gebäude zu bieten hat. Ein Platz in der Sonne lädt uns zu einem Kaltgetränk ein und wir schauen in die Gegend und freuen uns des Lebends und der gegenseitigen Witze.

Zurück am Bahnhof soll es nun doch der Bus zum Aeroporto di Venezia-Tessera “Marco Polo” sein. Wir haben zwar noch etwas Zeit, aber wenn man über 50 ist, weiß man ja nie und Reserve ist besser als dumm aus der Wäsche zu schauen. Und weil uns Eurowings dann auch noch gut sein will, lassen sie – so sagt der Captain – eine Schraube locker sein, die unserem Flieger eine Stunde Verspätung einbringt.

Wir fliegen dann um 22:25h und sind 70 Minuten später wieder in Köln. Das Europatreffen #4 der Wikinger ist gut zu Ende.

Ein herzliches Dankeschön an J* für gute Vorbereitung und Reiseleitung und an D* für coole Witze und die Kassenpflege!

Fazit 2: Venedig für eine Nacht ist sehr zu empfehlen und April ist dafür ein gute Monat. Ich war vier-fünf Mal in Venedig und immer im Sommer. Da ist der April deutlich angenehmer!

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Venedig #1

J* ist RL (Reiseleiter). Er hat gesagt, ich möchte bitte Plätze im Flieger auf der rechten Seite buchen, wenn ich den Checkin mache. Hab‘ ich auch gemacht. Drei Fensterplätze hintereinander. So kommen wir alle in den Genuss, Venedig von oben im Landeanflug zu sehen.

Wir landen gut, kaufen Tickets für Bus und Boot und warten dann im Schnellbus, während im Laufe der Zeit, drei „Langsambusse“ an uns vorbei fahren. Dann aber geht’s auch bei uns los und der Bus fährt uns zum Busbahnhof von Venedig.
Hier bestaune ich eine Straßenbahn, die nur auf einer Schiene fährt. #Sachengibts.

J* hat uns Plätze vorne im Vaporetto reserviert und so werden wir bei bester Aussicht den Canal Grande entlang geschippert.

Wir steigen am Markusplatz aus und sind ganz froh, dass die meisten Touris schon wieder auf der Heimreise sind. Leider ist das Wetter zu frisch für draußen zu sitzen, sonst hätte ich mal in mein Café gebeten, aber vielleicht klappt es ja morgen.

Nach einer großen Runde, zieht es uns zu einem netten Platz, wo es was zu Essen gibt. Ich finde gleich auf Anhieb den Laden wieder, den man wohl abgeschmockte Kneipe nennen muss und den Bernd und ich 1995 bei der Verfolgung einiger Gondoliere aufgetan hatten.

Der Schuppen ist super. Lecker, schnell und nicht voll. Wir essen und wärmen uns.
Dann ruft J* uns zu Runde 2 und wir durchstreifen Venedig bis zur Ponte dell’Accademia, wo es in der Dämmerung schon ein paar recht nette Motive gibt. Da ich noch nie nachts in Venedig war, lassen meine Kameras es sich schmecken.

Nun zurück zum Markusplatz, dort noch ein paar späte Lichter auf den Chip gebannt und weiter folgen D* und ich J* aufs Vaporetto, welches uns zum Lido und nach einer kleinen Wanderung zu unserem Hotel (Villa Mabapa) bringt. Zwei Bier runden einen schönen Tag ab.

Fazit 1: Dämmerung in Venedig ist super. Gerne mehr davon.

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La Serenissima Repubblica di San Marco

Auch 2016 gibt es ein Europatreffen der Wikinger. Nach Prag, Barcelona und Oslo, wird es – ist ja logisch – wieder eine Stadt am (im?) Meer sein.

Am Sonntag geht es los. Wir freuen uns.

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Grönland 2017

Isfjord, Ilulissat, Diskobay, West Greenland von Michael Haferkamp

Wer nach Grönland will, muss früh buchen! Meine Patentante H* und ich wollen nach Grönland und Eisberge sehen! So haben wir heute gebucht. Diese Reise geht im August 2017 mit der MS Artania von Bemerhaven über Island bis zur Discobucht in Westgrönland und über Schottland wieder zurück.
Wir freuen uns!

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C.P.Hansen: „Der Badeort Westerland auf Sylt und dessen Bewohner“ als eBook

Meine Frau M* ist eine Urenkelin von Jens Meinert Boysen und somit stammt sie von
dem ’Wecker der Sylterfriesen und Zuchtmeister der Strandräuber’ Lorenz Petersen de Hahn ab.
Als mir das klar wurde, machte ich mich auf die Suche nach Informationen über das
Leben und die VorfahrInnen von Lorenz Petersen de Hahn.
Ich stieß auf das Buch:
C. P. Hansen: Der Badeort Westerland auf Sylt und dessen Bewohner. 1870.
Da ich das Werk in elektronischer Form nicht finden konnte, beschloss ich, das Buch zu digitalisieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Das hier vorliegende Werk ist das Ergebnis dieser Digitalisierung.

Da Christian Peter Hansen mehr als 70 Jahre tot ist, ist sein Werk nach
Deutschem Recht gemeinfrei und jede(r) kann damit machen, was ihr oder
ihm beliebt. Es steht sozusagen unter der CC0-Lizenz. Auch durch meine Digitalisierung ist kein neues Copyright entstanden! Selbstverständlich nicht!

Bitte melden Sie mir Namen und Daten neuer VorfahrInnen von Lorenz Petersen de
Hahn, falls Sie bei Ihren Forschungen auf solche stoßen.

Ich wünsche viel Vergnügen mit dem Buch.
Florian Seiffert, 16.10.2015

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#8 – Rückflug

Da wir bis 10 Uhr die Hütte räumen müssen, sparen wir uns das selbstgemachte Frühstück. Aber als das Gepäck im Wagen ist und die Wohnung übergeben, setzen wir uns in das Herb Café von Samares Manor und frühstücken dort.
Es gibt ‚Gardener’s Big Breakfast‘ with Cumberland sausage, smoked bacon, black pudding, baked beans, fried egg, roasted tomato and grilled field mushroom. Served with a pot of tee, toast and marmalade.
Das ist in der Sonne, das ist gemütlich und es schmeckt!
Wir fahren dann zum Flughafen, wo wir erst das Auto bei Avis prüfen lassen und es dann am Flughafen abstellen.
Wir haben noch Zeit und bummeln dorthin und hierhin. Auf der Terrasse schauen wir den bunten Fliegern zu, die Touris bringen oder weg fliegen. Dann sind wir dran. Wir fliegen einen schönen Bogen über die Insel, man müsste Samares Manor eigentlich gut sehen, ich finde es aber nicht so schnell. Der Rückflug geht über Paris und Gartzweiler. Dann landen wir gut in Düsseldorf. Der Zoll braucht etwas (Jersey ist kein Schengenland, auch nicht GB) aber wir sind entspannt.
Das Abenteuer mit ParkenX geht auch gut, wir werden zum Parkplatz gefahren, da steht unser Auto und lächelt. Wir fahren nach Uedorf und die Reise ist gut zu Ende.

Und sonst? Wir sind 204.5km auf Jersey gefahren. Im Mittel waren wir 25km/h langsam. Ein gemütlicher Urlaub irgendwie. Ach ja. Und wenn ihr mal nach Jersey kommt, mietet euch ein schmales Auto!

Den 95 Verfolgerinnen und Verfolgern ein Dankeschön für das Lesen meiner Postings, besonderer Dank für Kommentare und Unterstützung an den Informationsspezialisten J* und an Hille!
Und kkkk für M*, die Unvergleichliche!

Startvideo Jersey

Warten auf Gardener's Breakfast

Warten auf Gardener’s Breakfast


Flug über Gartzweiler

Flug über Gartzweiler

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#7 – La Hougue Bie

Gutes Frühstück – guter Tag. Gemütliches, gutes Frühstück – sehr guter Tag. So halten wir es mal wieder.
Der Reiseführer sagt, dass La Hougue Bie DIE Sehenswürdigkeit der ganzen Insel ist. Und M* findet das auch. Da finde ich das jetzt auch! Und auf der eKarte finden wir es auch. Super. Fahren wir also erst mal nach La Hougue Bie.
La Hougue Bie ist ein Dolmen und die älteste Megalithanlage des Archipels. Mit anderen Worten, wir schauen uns ein Hinkelsteingrab oder eine Hinkelsteinweihestätte mit einem Erdhügel darüber an. Aber vor das Hinkelsteingrab hat die Lady am Eingang das Museum gesetzt und weil es halt ist, wie es ist, müssen wir da durch. Eine hübsche Ausstellung mit Funden aus der Gegend. Ein paar Wollnashörner, Neandertaler, Mammuts, Lanzen, Speerspitzen, Römer und Münzen begegnen uns. Doof nur, dass alle Darstellungen von Menschen ausschließlich Männer enthalten. Sahen die Frauen früher so doof aus, dass man sie nicht zeigen will? Oder – was wahrscheinlicher ist – die SchöpfeInnen dieser Ausstellung und alle ihre Vorfahren haben sich ungeschlechtlich fortgepflanzt und waren nur Männer, so dass es ihnen ganz natürlich erscheint nur Männer abzubilden?
Achtet mal drauf, auch Neandertaler sind immer nur MÄNNER! Wie kommen dann rund 4% Neandertaler-DNA in uns Homo Sapiens Sapiens – so ganz ohne Frauen?
Als die Ausstellung hinter uns liegt, dürfen wir in das Hinkelsteingrab kriechen. Der Zugang ist so niedrig, dass ich mit Bücken immer noch an die Decke stoße. Aber nach ca. 11 Meter kommt man in die Grabkammer, die etwas höher ist und vielleicht 2mx3m misst. Viel zu sehen ist nicht, aber das Teil hier wurde aus tonnenschweren (Hinkel)Steinen gebaut, als es die Pyramiden in Gizeh noch nicht gab. Es ist stabil und hält heute noch. Das ist schon sehr beeindruckend. Und über dem Hinkelsteingrab wölbt sich noch ein aufgeschütteter Hügel, der gut 15m hoch ist. Was für eine Arbeit und mit welch einfachen Mitteln man die ausführen musste. Chapeau! den BaumeisterInnen!
Bevor wir auf den Hügel steigen, entdecken wir am Eingang eine riesige Wildbienenkolonie. Alles voll kleiner Löcher und überall summen Wildbienen herum. Das hätte Oma Ellen aber Spaß gemacht! Nächstes Mal nehmen wir sie wieder mit!!
Wir wollen uns jetzt eine Doppelkapelle auf dem Hügel anschauen. Um die Magie des Ortes für die Christen einzunehmen, haben schlaue Leute auf die alte Megalithanlage ein kleines Häuschen, als Doppelkapelle gebaut. So haben alles was von dem Hügel.
Nach der Besichtigung sind wir froh nicht 3000 v.Chr. gelebt zu haben und wollen weiter ans Meer. Diesmal soll es der Osten sein und wir fahren bis zum Turm von Flicquet, wo wir parken. Dieser Turm hier schaut noch Frankreich rüber und soll – ja was wohl – die Franzosen abwehren. Wir überklettern die Steine und Algen, die die Ebbe freigegeben hat und erreichen St.Catherine’s Breakwater, wo eine Mole sehr weit ins Meer hinaus reicht. Wir laufen die Mole ab, vielleicht reicht sie ja bis Frankreich? Nö, nach gut 700 Metern ist Schluß. Da platscht plötzlich was im Wasser und M* ist ganz aufgeregt, aber bis ich mit dem Tele soweit bin, ist das Platschen weg. Ein Angler sagt, that was a Sunfish. Witzigerweise heißen die bei uns Mondfisch. Die sonnen sich im Herbst schonmal gerne, auf der Seite liegend an der Wasseroberfläche. So was gab es hier zu sehen und ich habe es nicht eingefangen. Na sowas!
Jetzt, wo das Tele draußen ist, trauen Sonnen- und Mondfische sich nicht mehr. Schade. Da kehren wir um, laufen zurück nach Jersey und setzen uns in The Breakwater Café. Hier hat es Blick auf die Straße, die Bushaltestelle, die Bucht, das Meer und gar lustig spielt sich hier das Leben ab. Eine Alt-Monsieur-Gruppe französischer Rennradfahrer lagert sich zuerst hier. Als sie weg sind, kommt eine schwarzlederne-Motorradgang, bevor der Bus kommt und plötzlich wieder Stille herrscht und nur die Flut monoton an die Felsen bricht. Wir genießen unseren Tee und ein paar Beilagen, schauen auf das lustige Leben und haben unseren Spaß dabei.
Da wir noch unsere Füße in das Meer halten wollen, kehren wir auf einem Urwaldpfad zum Auto zurück, drücken uns durch enge Straßen an Le Houguillon, Gibralta, Archirondel, La Crete und Gorey vorbei zum Longbeach. Der Strand ist schmal, die Flut hat ihr Maximum. Wir laufen ein paar Meter her und hin, schauen noch eine Weile den Surfern zu, die mit kräftigem Wedeln ihrer Segel einen leichten Wind erzeugen, der offenbar reicht, um sie sanft über die stille See zu schieben.
Mit Kurzstopp beim Supermarkt, geht es zum Abendessen nach Hause. FC nur 1:1 – schade. Spülen. Vorlesen. Packen. Posting. Mary Ann Best – Brewed in the Channel Islands.
Noch ein schöner Tag auf Jersey ist zu Ende.
Morgen geht es heim. Um 16:25h landen wir in Düsseldorf.

La Hougue Bie

La Hougue Bie


La Hougue Bie

La Hougue Bie


Wildbienen

Wildbienen

St.Catherine's Breakwater

St.Catherine’s Breakwater



Das lustige Leben at St.Catherine’s Breakwater

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#6 – Grosnez Castle

Gemütlich, gemütlich, gemütlich. Auto fahren, Auto fahren.
Erster Halt ist die Glaskirche, die Saint Matthew’s Glass Church. Der Reiseführer macht etwas Aufhebens um die Kirche, aber mich spricht sie nicht an, wenn auch einzelne Kunstwerke in weißem Glas doch was hermachen.
Wir durchqueren nun die Insel und fahren in den äußersten Nordwesten. Hier sitzt auf einem Felsen am Meer die alte Burgruine von Grosnez Castle. Auch ein modernes Leuchtfeuer, eher eine kleine Funzel, zwängt sich an den Fels. Wir starten hier zu unserer Wanderung, den Coastal Path entlang nach Osten. Wir haben etwas Wind, aber Sonne. Diesmal rauscht das Meer unter uns und der Wind wirft etwas Brandung an die Felsküste. Jede Wendung im Pfad zeigt neue Blicke auf die Buchten, Felsen und das Meer. Sehr schön! So kann man eine Weile gehen.
Wenige, aber stets freundliche Wanderer kommen hin und wieder entgegen. Wir passieren das Plemont Beach Café, was hübsch in einer Felsspalte klemmt und einen grandiosen Ausblick auf das Meer und am Horizont auf die anderen Kanalinseln Guernsey, Sark, little Sark und Herm bietet. Wir lassen das Café zurück und wandern noch ein gutes Stück die Küste entlang, bevor wir wenden und dann gerade zur rechten Zeit wieder das Plemont Beach Café erreichen.
Es gibt Tee und selbstgemachten Kuchen, dazu einen Fensterplatz. Die Sonne verschwindet gerade hinter einer Wolkenwand und draußen auf dem Meer scheint es zu regnen. Umso mehr genießen wir den kleinen Imbiss und schwingen uns gerade auf, als die Sonne wieder durch die Wolken lächelt. Alles richtig gemacht!
Bei wechselnder Beleuchtung, geht es zurück zum Grosnez Castle. Die Sonne malt nun durch die Wolken Strahlenbündel in den Himmel, das Wasser im Westen glitzert und es ist Hurtigrutenlicht. Wir wählen deshalb die Straße an der Westküste entlang, die einen langen langen Strand begleitet. Bei Le Braye halten wir am Strand, um ein paar Bilder vom La Corbiére und dem dicken Turm, der vor der Küste im Wasser steht zu machen. Da wir nun schon mal da sind, halten wir nochmal kurz am Leuchtturm La Corbiére. Ich mache noch ein paar Bilder und dann starten wir den dritten Versuch, Saint Brelade’s Church von innen zu besichtigen. Diesmal gelingt es. Kein Gottesdienst. Der zweischiffige Kirchenraum mit mächtigen, kurzen Säulen und einem Natursteingewölbe aus orange-braunem Granit steht offen. Das Licht ist an und niemand außer uns ist da. Lob Lob! Kirchen sollten offen sein! Die schönste Kirche auf Jersey bis jetzt. Auch hier hängt eine Holztafel mit den Namen der Pfarrer (Recteurs) der Kirche. Sie beginnt mit Sire Ranulphe Maret 1296. Wow, das ist beeindruckend!
Ein Gebetsbaum rührt mich an. Auf Papierstücke, die etwa wie Buchenblätter geformt sind, kann man persönliche Gebete schreiben und in einen kleinen Metallbaum hängen. So können sich andere Menschen daran erfreuen, die Gebete beten oder Mut fassen, dass man gar nicht so alleine steht mit seinem Glauben, auch wenn die Welt manchmal so scheinen mag.
18 Uhr ist durch und wenn wir vor der Schließung des Tunnels bei St.Helier nach Hause wollen, wird es Zeit. Die Küstenstraße im Süden fährt sich super, hier kann man mal in den dritten Gang schalten – sonst reichen immer die ersten beiden.
Ein Rundgang durch unseren Garten, ein Abendessen, Vorlesen, Posting schreiben und ein ‚Liberation Ale‘ beenden einen weiteren schönen Tag auf Jersey.

Glaskirche

Glaskirche


Grosnez Castle

Grosnez Castle


Coastal Path

Coastal Path


Lichtfestspiele mit La Corbiére im Hintergrund

Lichtfestspiele mit La Corbiére im Hintergrund


St Brelade's Church

St Brelade’s Church

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#5 – La Corbière

Ein sonniger Tag kündigt sich an. Die Wolken winken noch kurz und sind dann schon auf dem Weg nach NRW. Tschüss bis Samstag🙂
Nach der Morgengemütlichkeit geht es zurück zur Bucht von St.Brélade. Wir parken an der kleinen Kirche auf dem kostenlosen Kirchenparkplatz (Lob!), wundern uns aber, dass da recht viele Autos stehen. Nach Gang über den alten Friedhof und Kurzbesichtigung der Fishermen’s Chapel, wollen wir die alte St.Brelade’s Church anschauen, aber wir kommen nicht rein. Es ist eine Beerdigung.
Okay. Dann später. Wir gehen den Kirchenfluchtweg runter zum Strand. Der Fluchtweg stammt aus normannischer (also Wikinger) Zeit, als Straftäter bei der Kirche Zuflucht suchen konnten und auch bekamen. Über diesen kircheneigenen Fluchtweg, konnten die Straftäter den Strand erreichen und mit kleinen Booten fliehen. Allerdings war die Chance ohne Wasser und Nahrungsmittel eine andere Kanalinsel oder Frankreich zu erreichen, wohl sehr bescheiden.
Wir planschen mit den Füßen durch das Wasser, die Bucht einmal rauf, einmal runter. Das ist angenehm in der Sonne und das Wasser hat erträgliche 16 Grad. Dann tapern wir noch einmal die Promenade rauf und runter, dann geht es zurück zur Kirche. Aber wir kommen nicht rein. Diesmal ist Gottesdienst. Ja, was ist denn hier heiligmäßig los? So mitten in der Woche?
Um 14:31h ist heute Flut. Der Reiseleiter, also ich, empfiehlt den Leuchtturm La Corbière, den wir gestern bei Ebbe hatten. M* ist einverstanden und so fahren wir die wenigen Kilometer zum Süd-West-Ende von Jersey.
Es ist strahlender Himmel, das Meer glitzert oder ist tief blau und weiß strahlt der Leuchtturm, der nun auf einem Inselchen steht. Sehr schön. Eigentlich sehr sehr schön! Das würde meinen Wikingern gefallen. D* würde eine lange Salve „schießen“, er mag das schnelle Klappern des Spiegels seiner Kamera. J* wäre was ruhiger bei der Arbeit, machte aber auch viele schöne Bilder, so wie ein Informationsspezialist das halt so machen tät. Ja, da die Jungs fehlen, muss ich den Job für sie machen. Ich klettere ein bisschen in die Felsen und zum Wasser runter, um eine andere Perspektive zu haben. Schon ganz gut. Auch M* amüsiert sich in der Sonne und bei der Beobachtung der wenigen Leute, die sich hier tummeln. Spass machen immer wieder die Busse, wo Menschentrauben rausquillen, viele in Badelatschen oder ähnlich praktischer Fußbekleidung. Sie bleiben im Rudel zusammen und zücken gleichzeitig ihre Smartphones und machen alle praktisch das selbe Bild. Find ich super!
Als wir uns genug am Leuchtturm und der schönen Umgebung erfreut haben, ist es jetzt Zeit für eine Stärkung und wir fahren das kurze Stück zu ‚The Poplars Tea-Room‘. Heute ist offen und es gibt ‚Scone, Butter, Jam with Jersey Clotted Cream‘. Das ist schon eine Freude. Sehr mächtig, aber auch sehr lecker. Dazu gibt es Tee, der wirklich 1a schmeckt (offenbar mit Mineralwasser, nicht mir Leitungswasser zubereitet). Wer auf süß steht, muss dieses Fest mal ausprobieren!
Wir putzen alles weg und sind wirklich gut satt und glücklich! Tolle Insel, super Wetter, viel zu sehen, nette Leute und dann so ein leckeres Essen. Mehr kann man nicht haben wollen. Da gebe ich doch gerne die Reiseleitung ab und schaue mal, was nun passiert.
M* blättert Reiseführer und eKarte und schlägt einen Spaziergang am Noirmont Point vor. Okay. Ich stimme zu, M* lächelt zauberhaft, da will man doch nicht nein sagen.
Wir fahren das kurze Stück über Weide und an einem windzerzausten niedrigen Wäldchen vorbei. Hier auf Noirmont Point steht die Batterie Lothringen, eine Küstenartillerie aus der deutschen Besatzungszeit. Alte Bunker mögen wir nicht so sehr, aber man kann ihnen auch nicht ausweichen. Allerdings ist die Landschaft ringsrum wunderschön und im Abendlicht der sinkenden Sonne nochmal einen Tick schöner, als sonst. Nach einer halben Stunde haben wir den Noirmont Point auf einem schönen Pfad umrundet und wählen nun für die Weiterfahrt eine Green Lane, die uns nach St.Aubin bringt. Das Sträßchen ist furchtbar eng, besonders am Ende. Ich muss in einer Kehre zurück setzten, um überhaupt um die Kurve zu kommen. Schon etwas besonderes, diese Sträßchen hier. Gut, dass wir einen kleinen Corsa haben!
St.Aubin mutet auch sehr hübsch und pittoresk an. Ich suche mal schnell einen Parkplatz. Wir schauen uns den Hafen an, der schon wieder trocken gefallen ist, dabei war doch gerade noch Flut und Ebbe ist doch erst um 21:15h. Vielleicht reicht es den Yachtbesitzern ja, wenn sie nur ein, zwei Stunden am Tag Wasser unter dem Kiel haben?
Nun ist aber genug! Wir gondeln nach Samares Manor zurück, wo ein Imbiss, Vorlesen und ein Bier den schönen Tag beenden.

Morgen soll das Wetter etwas schlechter werden. Trotzdem wollen wir in den Nord-Westen der Insel. Da gibt es Burgen, Küstenpfade und Abenteuer. Mehr wünschen wir uns nicht.

St.Brelade's Church

St.Brelade’s Church


Schönster Inselstrand

Schönster Inselstrand


La Corbière

La Corbière


Bei Flut überspült.

Bei Flut überspült.


Scone, Butter, Jam

Scone, Butter, Jam


Noirmont Point

Noirmont Point

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