Lissabon 17.10.2017

Wieder kümmern sich meine Chefs um mein Frühstückswohlergehen. Liebevoll versteht sich. Super Frühstück, super Wetter.

Da wir heute auch Auschecken, sehe ich die Jungs dann erst um 09:30h in der Lobby.

J* hat heute einen ruhiges Programm vorbereitet. Wir laden unser Köfferchen ins Auto und fahren zum Meer runter, unter der Ponte durch und raus nach Belém.

Ein selbsternannter Parkwächter zeigt D*, wo er zu parken hat und kurbelt auch gleich mit Händen und Armen hilfreich mit, das ist für D* selbstredend nicht nötig, sieht aber cool und mitfühlend aus.

Ich erkaufe mir des Parkplatzwächters lebenslange Freundschaft für 1€ – Selfie inklusive. Ich liebe Portugal.

Das ruhige Programm startet jetzt mit dem architektonisch reizvollen Krankenhaus direkt am Ufer mit blauem Wasser, blauem Himmel und weißem Marmor. Cool cool.

Ein sehr langer, aber ruhiger Spaziergang bringt uns zum Torre de Belém und vorher zum Museu dos Combatentes do Ultramar, einem Denkmal für gefallene Soldaten mit zwei zackigen Gardisten davor.

Der alte Torre ist sehr voll, aber wir wollen sowieso nicht da rauf. Weiter geht’s zum Padrão dos Descobrimentos. Ein Denkmal für Heinrich den Seefahrer (der aber nie zur See fuhr) und andere wichtige Personen, insgesamt 32 Männer und EINE Frau. Das Denkmal ist bei mir gleich durchgefallen. Ich lösche sofort alle Bilder. Portugal das kannst Du besser!

Man kann hier auch Liebesschlösser kaufen und an Gitterbuchstaben des Wortes LOVE festschließen. Da stehe ich ja total drauf und lasse gleich für 30€ ein D*J*F*-Schloss stechen! Wir sind glücklich! Ein SCHLOSS als Zeichen der LIEBE. 1A!

Weiter geht es zum MAAT – Museu de Arte, Arquitetura e Tecnologia. Ein toller Bau, schön zu fotografieren. Geschwungene Kanten, weißer Marmor vor blauem Himmel-Meer und der Ponte. Hier ist dann auch Schluss für heute und wir gemütlichen uns langsam zurück. Ein schattiges Café sieht eine kleine Zwischenmahlzeit mit Pause, dann erreichen wir das Auto, wo wir vom Freund fürs Leben herzlich empfangen werden und nach gegenseitigen Wünschen für langes Leben und Gesundheit für die Familie, starten wir zum Expo-Gelände, wo wir diesmal das Licht an, den Stecker drin und den Wasserfall gigantisch rauschend vorfinden. Er fällt wie ein parabolisch geformter Vorhang aus Wasserstrahlen, gut 3m hoch und 10m lang. Ich friere die Tropfen mit 1/2000 Sekunden Belichtungszeit ein. Wow. Auf die Bilder auf einem großen Monitor freue ich mich besonders.

Wir schauen uns noch ein bisschen bei EXPOs so um, bevor es zum Auto, zur Tankstelle und zum Flughafen geht. D* und J* verbinden (nicht nur heute) Fahrspaß und Navigation zu einem Gesamtkunstwerk. So lässt es sich Reisen.

Am Flughafen klappt alles super, nur J* lässt ausrichten, dass der Wasserflaschenautomat an Gate 10, Terminal 1 defekt ist. Danke J*!

Wir sitzen dann in einem schmalen Flugzeug von TAP und ich staune und freue mich, dass die E190/E195 ausreichend Beinfreiheit auf allen Plätzen hat. Ich stoße mit den Knien tatsächlich nicht an meine Ohren oder den Vordersitz. Danke Portugal!

Und dann noch eine Überraschung, es gibt ein belegtes Baguette, Kaltgetränk, sogar Rotwein, wer mag. Toller Service. Danke TAP, danke Portugal! Warum sind wir hin Eurowings geflogen?

M* holt uns ab, fährt die Jungs nach Hause, dann auch uns zwei. Danke M*!

Wikingerausflug #5 und Wikingertreffen #114-#116 waren wieder mal super und erlebnisreich.

Danke Männer und Danke M*, B* und H*!

Wir sehen uns 2018 bei den Hurtigruten wieder! Ich freu’ mich schon!!

Freunde fürs Leben:

Krankenhaus am Meer:

Torre de Belém mit Schlange:

LOVE für Liebesschlösser:

MAAT:

Wasserfall an der EXPO:

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Lissabon 16.10.2017

Meine zwei Chefs kümmern sich großartig um mich. Sie stehen früh auf, sondieren das Terrain und testen schonmal das Frühstück, um Empfehlungen für mich zu haben.

Tipp des Tages sind Schokocroissants und Orangensaft zum kauen.

Bei soviel Zuwendung, kann ich nun nicht länger auf dem Zimmer verweilen und gehe um 09:00h schnell zum Frühstück.

Gemeinsames Frühstück wird ja heutzutage immer noch zu hoch bewertet und so treffen wir uns um 09:30h in der Lobby – Ausrüstung und Regenschutz „am Mann“.

Chef J* führt uns zur Metrostation um die Ecke unter dem Praça Marquês de Pombal. Hier ziehen wir ein Tagesticket für 6,50€ und suchen uns ein Taxi. Das fährt uns für kleines Geld zur Endstation der berühmten Straßenbahnlinie 28E. Der Trick ist, dass man hier noch einen Sitzplatz in dem Bähnchen bekommt. Dazu einen am offenen Fenster. 1A.

Das wunderbare und bunte Lissabon zieht an uns vorbei. Manchmal sehr knapp, manchmal schnell, immer laut aber doch irgendwie auch sehr gemütlich. Das ist schon recht prachtvoll!

Da die schmale, alte Bahn nun brechend-pickepacke voll ist, muss J* ein Threema schicken, damit alle Wikinger das Bähnchen an der richtigen Station verlassen. Oh Tempora oh mores.

Nun geht es zu Fuß weiter! Wir ersteigen den Miradouro da Nossa Senhora do Monte – einen schönen Aussichtspunkt mit Blick über Lissabon.

Wir durchstreifen gut gelaunt Lissabon, erfreuen uns an den hübschen Bähnchen, den schmalen Häusern, an den bunten Kacheln überall und an der Catedral Santa Maria Maior. Sehr romanisch, kräftig und dunkel, aber offen und kostenlos. Wir besichtigen weiter den großen Bogen Arco da Rua Augusta, unten am Meer den großen Platz Praça do Comércio und den Platz Rossio mit Springbrunnen. Knapp dahinter ist die Stehbar A Ginjinha und da muss man einen Ginjinha (Kirschlikör) nehmen, so will es das Gesetz. Da hat man keine Wahl.

J* führt uns weiter zum Bahnhof, der eine sehenswerte Fassade und Halle hat.

Wir wollen nun zum Elevador do Município. Er verbindet einen Stadtteil oben mit einem Stadtteil unten. Aber weil da unten immer eine Schlange ist (Super Tipp von der HoDoBlog-Chefin – Obrigado), nehmen wir eine Schrägbergbahn und fahren schonmal auf den passenden Hügel nach oben. Ein paar Straßen weiter, sind wir auch schon am Aufzug und entern erstmal die Aussichtsplattform. Sie bietet, wie die anderen Aussichtsstellen auch, einen tollen Blick über die Stadt, die Viertel und die Dächer.

Nun folgt eine sehr fotogene Vier-Rolltreppentour. Voll cool.

Und weil wir immer noch nicht genug haben von den alten Wägelchen, fahren wir noch so eine Schrägseilbahn nach unten und kommen fast genau an der 1882 erbauten Mercado da Ribeira raus. Das Teil ist ein gigantischer Fresstempel. Wirklich gut gemacht, viele leckere kleine Küchen kochen Köstlichkeiten, die man an dicken Holztischen zu sich nimmt. Nach dem Bestellen bekommt man ein Ufo, was leuchtet und rappelt und offenbar Startvorbereitungen trifft, wenn das Essen fertig ist. Der Knaller.

Wir lassen uns eine veganesische, doppelt gemüste Möhrengartenschau schmecken. Ein Top-Essen!

Nun nochmal ganz runter ans Meer und die Promenade entlang. Hier ist es bunt und quirlig.

J* bereitet ein Zwischenabenteuer vor. Wir gehen unter die Erde und fahren fünf Stationen Metro. Am Praça Marquês de Pombal kommen wir wieder raus und haben jetzt nur noch wenige Schritte zum Hotel.

Wir machen uns kurz frisch, legen Rouge ab und sind nach 90 Minuten alle wieder in der Lobby.

Nach ein paar Garagenschwierigkeiten verlassen wir das Hotel und starten zu einer Licht- und Architektur-Fototour.

Halt Eins ist der Vasco-da-Gama-Turm am Meer. Er ist mit 145m Höhe das höchste Gebäude Portugals. Der Stahlbau mit Hotel macht schon was her. Weiter geht’s zum Expo-Gelände, aber die Wasser- und Lichtfestspiele haben Aus! – jemand hat den Stecker rausgezogen – schade.

Stop Drei folgt nach der Fahrt über die tolle Ponte 25 de Abri und den Tejo. Wir halten am Cristo Rei, einer Christus-Statue in Almada. Christus breitet die Arme aus und schaut über den Tejo und auf Lissabon.

Letzter Halt ist am Fähranleger in Cacilhas. Wir machen Bilder der Ponte, von Lissabon und von den finsteren Gassen und Häusern am Hafen. Da es etwas regnet, gibt es jetzt schöne Reflexe auf den Pflastersteinen.

Eine schnelle Fahrt bringt uns dann zurück zum Hotel.

Ein Supertag. Danke Chef J*, danke Chef D*. 🙂

Lissabon von oben:

Schrägseilbahn:

Elevador do Município:

Elevador do Município innen:

Fresstempel:

Zwei Wikinger am Ufer mit Ponte:

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Lissabon 15.10.2017

Nach Prag, Barcelona, Oslo und Venedig, ist das fünfte internationale Wikingertreffen in Lissabon.

Weil man das schwer an einem Tag durchziehen kann, machen wir es ganz gemütlich an drei Tagen. Und wenn man es an drei Tagen macht, kann man auch was länger schlafen!

Die Chefs müssen selbst anreisen, ich werde von M* gebracht und am Flughafen würdig verabschiedet.

Wir fliegen mit Eurowings operated by Air Berlin um 11:15 nach Lissabon. Das klappt alles super. Während ich in Lissabon unseren kleinen gemeinsamen Koffer (Wikinger brauchen nicht viel) suchen gehe, organisieren die Chefs das kleine Autochen.

Ich stauche mich auf die Rückbank, die dann doch keine Beinfreiheit bietet, dafür aber auch so niedrig ist, dass ich mir fast in die Knie beißen kann.

J* hat sein iPhone-Navi mit und diese „Doris“ sagt D*, wie wir nach Sintra kommen. Da ich nur meine Kniee sehe, gibt es von der Fahrt nicht viel zu berichten.

Wir drehen in Sintra eine Runde, bis wir in dem Trubel einen Parkplatz ergattern. Als das erledigt ist und die Jungs mich rausgezogen, ausgestreckt und hingestellt haben, machen wir uns auf zum Quinta da Regaleira. Das ist ein Anwesen mit Park, Wasserfällen und Grotten. Es zählt zum Weltkulturerbe und kostet 6€ Eintritt. Das ist okay.

Wir durchstreifen den Park und suchen Poço Inciático. Das ist ein Schacht von fast 30m Tiefe mit Wendeltreppe. Sehr spektakulär und toll zu Fotografieren. Wenn man dann unten ist, schließen sich dunkle Gänge, Wasserfälle und Grotten an. Schön kühl ist es hier. Bei 32 Grad draußen ganz angenehm.

Durch das Städtchen Sintra mit z.T. wunderschönen Häusern und Palästen, geht es zurück zum Auto.

J* erbarmt sich nun und ich darf jetzt vorne sitzen. Oh welch Erleichterung, ich kann aufrecht sitzen!

Chef-Reiseleiter J* hat eine schöne Tour ausbaldowert und es geht runter ans Meer zum Leuchtturm von Cabo da Roca. Die Felsnase von Cabo da Roca ist der westlichste Punkt des Festlands des europäischen Kontinents. Toll. Man sieht es der sehr windigen und überlaufenen Klippe nicht an. Wir machen ein paar Bilder und fahren weiter an der Küste Richtung Lissabon. An schönen Stellen und Leuchttürmen halten wir an. Am Boca do Inferno (Höllenmund) hat das Meer eine Schlucht in die Küstenklippen nahe der Stadt Cascais geschlagen. Bei ordentlich Seegang ist das sicher recht spektakulär.

Da ein leichter Hunger drückt, fahren die Chefs uns nun rein nach Lissabon und gleich zu einem abgeschmocktem Lokal, dem zauberhaften O Tachadas (Rua da Esperança 178, 1200-808 Lisboa), was ich sehr empfehlen kann. Wenig Touris, sehr voll, wir ergattern den letzten Tisch, knapper Service, grelle Beleuchtung, aber was ich so auf den Tellern und Brettern sehe, gefällt mir sehr. Danke J* – gute Wahl!

D* und ich nehmen Fleisch, J* Fisch! Da die Karte nur portugiesisch ist, suchen D* und ich was aus, wo vielleicht ‚Beef’ und ‚a la Casa‘ drin vorkommt. Klappt. Alles kommt frisch vom Grill, der gleich am Eingang steht. Ja, was soll ich sagen? Einfach lecker. J* fragt gleich mal nach, ob morgen auch offen ist.

Nun aber geht es mit nur einem Stop beim ‚Figaro’ zum Hotel. Es hat schöne Zimmer mit Prunkbetten.

Nach einem Bier in der Bar beginnt ein erholsamer Schlaf.

Das Reintal:

Poço Inciático:

Cabo da Roca:

Der Atlantik im Abendlicht:

Lissabon bei Nacht:

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Island und Grönland: Noch ein paar Worte

Zur Technik:
Ich hatte diesmal zwei Kameras mit und im Einsatz. Die Canon 5D Mark III und die Sony Alpha 6500. Die Canon kam nur mit dem Canon EF 100-400mm 1:4,5-5,6L IS II USM zum Einsatz. Ich hatte zwar noch andere Objektive für die Canon mit, aber ich brauchte sie nicht.
Für die Sony Alpha 6500 kam meist das Sony SEL1670Z (Vario-Tessar E16-70mm F4 ZA OSS) vorne drauf. Das Kit-Objektiv Sony SELP1650 (16-50 mm, F3,5–5,6 OSS) für das ich ND-Filter habe, setzte ich nur beim Wasserfall Hengifoss ein. Das war so okay. Das Samyang (Samyang 12mm F2.0) brauchte ich für die Polarlichtaufnahmen mit der Sony. Ich war sehr froh ein solches Superweitwinkel dabei zu haben.
Warum zwei Kameras? Ich hatte bei drei Hurtigrutenreisen oft mit Objektivwechsel zu kämpfen. Z.B. bei der Seeadlersafari. Dadurch gingen mir ein paar schöne Aufnahmen verloren. Oder das Wetter ließ gerade wegen Regens oder Staubes einen Objektivwechsel nicht zu… Bei zwei Kameras hatte ich Tele- und Normalzoom immer griffbereit. Das mache ich bei den Hurtigruten 2018 wieder so.

Wenn man an Deck steht und auf Wale wartet, ist ein Teleobjektiv Pflicht. Ohne hat man nachher nur einen schwarzen Punkt auf dem Bild … Wenn es ein 200-600mm Telezoom gäbe und die Größe akzeptabel wäre, würde ich das mitnehmen. Eine Schiffsreise ohne Tele ist bei Walen, Eisbergen, Leuchttürmen, Schiffen, Bohrinseln, Vögeln, … einfach ein MUSS für mich.

Ich hatte fast meine gesamte Technik im Pelicase 1510. Das war super. Da wir mit dem Bus anreisten unterlag das Gepäck praktisch keiner Beschränkung nach Größe und Gewicht und ein Koffer und der Pelicase waren die richtige Wahl.
Als Handgepäck hatte ich den ‚XTREMplus Fotorucksack Powermove L‘. Darin hatte ich bei Ausflügen die Canon mit dem Tele, das Stativ, externes Mikrofon und weitere Objektive für die Sony und was man sonst so mitnehmen will (Jacke, Schal, Handschuhe).
Die Sony hatte ich immer dabei. Wenn Sie nicht im Einsatz war, war sie im ‚Maxpedition Octa Versipack‘ am Mann. Das hat sich sehr bewährt.
Ich hatte das Sirui T-005BX/C-10S Traveler Ultralight Dreibeinstativ mit. Es ist im Einsatz 130cm hoch. Das Teil reiste im Koffer mit. Die 130cm Höhe reichten über die Reling. Das war ein bisschen Zufall aber ich war sehr froh, dass es so war. Es waren ein paar Paxe mit ihren kleinen (und klapprigen) Stativen arg am kämpfen, als Polarlicht war. Bilder mit dem Vorschiff als Vordergrund gingen für sie nicht. Der Lektor behalf sich mit einer Liege und stellte darauf sein Stativ. Das ging auch, ich hatte es aber deutlich bequemer.

Die Postings für den Blog habe ich, wie immer auf dem Smartphone als EMail geschrieben. Das hat sich bewährt. Man kann die EMail auf dem iPhone an den Blog schon abschicken, wenn man fertig ist und die geht raus, sowie das Smartphone die Internetverbindung hat. Das ist sehr bequem. Wenn man zwischen die Bilder in der EMail einen Text schreibt, kommt WordPress auch nicht auf die (dumme) Idee die Bilder in einer Gallerie zu präsentieren, die die Bilder klein zeigt und sie ihrer Wirkung beraubt. Gewußt wie.

Die Videos, die ich täglich gemacht und per Threema verschickt habe, habe ich mit der App Fotos und dem Punkt ‚Andenken‘ auf dem iPhone erzeugt. Bilder (je nach Bedarf auch von der Sony und der Canon) und iPhone-Videos werden in einem Ordner versammelt. Via Andenken wird ein Entwurf des Videos erzeugt, den ich dann weiter modifiziert habe (Titel, Musik, Bilder/Videos dazu oder weg). Meist so 10-15 Minuten Zeitaufwand. Wer das genauer wissen will, der oder dem schreibe ich gerne eine Anleitung.

Mit der Sony A6500 ist es ganz leicht, Bilder auf das Smartphone zu übertragen. Das geht via Kamera-WLan und klappt vorzüglich.
Die Bilder von der Canon machen etwas mehr Arbeit, kommen aber via des ‚Kingston MobileLite Wireless Pro‘ auch auf das Smartphone, wenn gewollt.
Damit hatte ich erstmals im Urlaub Zugriff auf alle elektronischen Bilder und konnte sie im Blog verwenden. So waren z.B. die Wale ordentlich im Blog zu sehen. Ein Smartphone-Bild der Wale hätte mir (und euch) keine Freude gemacht.

Zur Reise:
Ich merkte auf der Reise nochmal deutlich, dass die Zufriedenheit von den Ansprüchen ausgeht. Ich komme eigentlich vom Campen. Ich war mit fast allem auf dem Schiff hochzufrieden. Ich fand Kabine, Essen, Personal, Decks, Ausstattung, Organisation … alles 1A.
Ein Dank an Phoenix-Reisen! Ich habe mich sehr wohl gefühlt und würde die Reise nochmal machen.

Atlantik-Show-Lounge:
In der Atlantik-Show-Lounge gab es Shows, Events, Musik, Unterhaltung, … Im Bordkino gab es Filme und Vorträge.
Wenn ich eine solch wunderbare Natur vor der Tür habe, brauche ich das alles nicht (und sonst brauche ich das wenig). Ich bin lieber draußen und genieße da Meer und das Licht und die Wellen.
Man kann den Shows etc. sehr gut aus dem Weg gehen. Kein Problem. Man hört sie nicht, wenn man nicht in der Show-Lounge ist.

Kleidung:
Kleidung war kein Problem. Ich konnte immer anziehen, was ich wollte und das war Okay. Im Restaurant soll man nicht schulterfrei und/oder mit Badelatschen auftauchen. Im Nordatlantik tut das auch keiner. Das ist wohl eine Vorschrift für wärmere Gegenden.
Mein Anzug war bei den Gala-Abenden eine sehr gute Kleidung. Sacko und Hemd ohne Krawatte wäre auch gegangen. Ich habe keinen Fall mitbekommen, wo jemand mit ‚falscher‘ Kleidung irgendwo zurückgewiesen wurde.

Zum Internet an Bord:
Der Internetzugang an Bord ist sehr teuer. Ich habe für das 3GByte-14Tage-Paket 95€ bezahlt. Sehr doof daran war, dass es nicht die ganze Reise lang gültig war, sondern ich mir nach 14 Tagen ein neues Paket a 500MByte-7Tage kaufen musste (und dann nochmal – ich glaube mein Smartphone hat Apps aktualisiert und das kostbare Volumen verbraucht – das hätte ich mal besser vorher abgestellt!). Da hätte Phoenix-Reise etwas großzügiger sein können und das Paket (mit angepasstem Preis) auf die Reisedauer abstimmen können!
Der Zugang war dann aber via WLan (auch auf der Kabine) sehr gut und sehr stabil. Auch bei Seegang, Wind und Wellen, das Internet blieb immer erreichbar. Da ich praktisch immer zu Zeiten ins Netz gehe, wo der Rest der Paxe gerade nicht ins Netz geht, war es auch akzeptabel schnell. Ich hatte nur einmal Probleme meinen Blog per EMail mit Text und Bildern zu bestücken. Die Videos, die ich täglich an meine Threema-Freundinnen und -Freunde schickte, mühten sich schon mal etwas mehr, bis sie ‚draußen‘ waren.
Bei den Hurtigruten 2012 brach der Internetzugang im hohen Norden auch schon mal zusammen. Aber so nördlich waren wir jetzt auch nicht und die Technik hat sich auch weiterentwickelt. Ich bin auf das Internet auf der MS Finnmarken im April 2018 gespannt.
Der hohe Preis des Zugangs hatte den Vorteil, dass Smartphones nur wenig genutzt und wenig zu sehen waren. Mal eben die ‚Mails checken‘ beim Essen, das gab es nicht.
Euphorie brach aus, wenn man in Island und Schottland Internet via Mobilfunk hatte (hurra, keine Roaminggebühren!) oder wenn am Pier ein kostenfreies WLan war. Dann sah man auch viele Mitglieder der Crew, die den Service nutzten, um ’nach Hause zu telefonieren‘.

Zum Essen:
Ich fand das Essen lecker und gut. Es wurde ansprechend und nett serviert. Die Kellnerin Jenny und ihr Team im 4JZ waren immer super nett und freundlich. Klasse fand ich, dass die Getränke alle inclusive waren und nicht extra bezahlt werden mussten. Das ersparte das Unterschreiben und Zettel-Management und man ‚musste‘ nicht immer eine Flasche kaufen, wenn man nur ein oder zwei Glas wollte. Wir waren also mit Wasser und Tischwein von Bar-Kellner Rosalino immer gut versorgt. Der Wein war gut, nicht brillant, aber auch keine Plörre. H* und ich waren mit ihm zufrieden.
Wenn man gewollt hätte, hätte man fast ständig essen können. Das ist wie ein immer voller Kühlschrank zu Hause. Ich wollte aber nicht ständig essen.
Das Lunchpaket habe ich verschmäht, weil es groß wie ein Eisberg war. Es war eine Menge Verpackung dabei und mir macht es nichts mal auf eine Mahlzeit zu verzichten.

Dokumentation:
Ich habe Freude daran eine Reise durch Bilder und Texte festzuhalten und freue mich, wenn sich andere daran mitfreuen können. Das macht es mir auch ein bisschen leichter, so viel Schönes und Fantastisches auszuhalten. Wale, Nordlicht, Eisberge, Sonnenuntergang in der Diskobucht. Das teile ich lieber, als es für mich zu behalten. Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Hinweise, ich solle doch mal ‚kürzer treten‘ oder ‚Du hast doch auch Urlaub‘ gehen an der Sache etwas vorbei. Wenn ich das nicht wollte oder nicht schön fände, was ich da tue, täte ich es nicht.
Ich fotografiere, seit ich 12 bin. Lieber mehr als wenig. Ich habe jetzt gut 5000 Bilder und etwa 1000 Videoschnipsel mitgebracht. Ich freue mich daran.
Dafür habe ich bei Twitter, EMails, Instagramm, flickr, Zeitung, Fernsehen fast auf Null reduziert. Den ‚Tagepropheten‘, den es an Bord gab, habe ich nie gelesen. Das Fernsehen auf der Kabine hatte ich nur an, um die Durchsagen zu hören. Das ist halt meine Art von Urlaub. So mag ich das.
Wenn ich mal ganz abschalten wollte, ginge ich in ein Kloster, nicht auf ein Schiff, wo man so viel sehen kann.

Meckerer:
Ich war erstaunt, worüber sich einige Menschen aufgeregt haben. Ich glaube, dass sie nicht wirklich unglücklich waren, aber dass sie vielleicht das Gefühl hatten besser in den Augen anderer Paxe dazustehen, wenn sie sagen: Das Essen auf ‚Mein Schiff‘ war viel, viel besser. Vielleicht sollten wir dann denken: Wow, was für ein Kerl, er hat immer ganz tolles Essen, was viel besser ist als das Superessen hier und WOW, wir bewundern Dich. So irgendwie.
Aber ich finde Meckerer meist doof – bzw. sie tun mir leid, insbesondere dann, wenn ihre Meckerei nun gar nichts nützt. Wie z.B. beim Wetter. Oder beim Essen. Oder bei der Platzwahl im 4JZ …
Es gab sogar auch ein paar, die sich gegenseitig verklagen wollten. Ich glaube wegen Beleidigung. Ich hörte auch mal: Ich werde mich an HÖCHSTER STELLE über Sie beschweren … Gerüchten zufolge gab es auch einen Juristentisch. Hihihi.
Die allermeisten Paxe aber waren nett und entspannt und es wurde nicht so oft gemeckert. Es war auch eine viel zu schöne Reise!
Wenn man es schafft, sollte man sich die Laune nicht verderben lassen!

Für mich und H* und alle, die es interessiert habe ich den Blog als pdf zusammengefasst:
2017 Blog Island und Grönland

2017 Blog Island und Grönland

2017 Blog Island und Grönland

Und für die, die nach dem Essen an Bord gefragt haben, habe ich noch ein Extra-Poster aus 225 leckeren Mahlzeiten gebastelt:

Poster Speisen MS Artania Island und Grönland

Poster Speisen MS Artania Island und Grönland

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07.09.2017, Tag #24 – Bremerhaven

Ich bin kurz vor 7:00h auf 5vorne. Wir fahren bei Zauberlicht in die Wesermündung. Wir passieren Leuchtfeuer, die Lotsenstation, Sandbänke (ohne Robben) und quetschen uns durch das enge Fahrwasser. Dabei geht die Sonne auf und schickt ihre Strahlen auf Windparks an Land. Super schön.

Ein paar Fotografen schnattern, knips, knips, dann sind sie verschwunden. Die Restaurants machen auf, das ist ihnen wichtiger als coole Bilder. Ich habe 5vorne für mich und Ruhe.

Kurz nach 8:00h gehe ich dann auch ins 4JZ. Ich frühstücke mit H*, während wir anlegen.

Ich räume meine Kabine und gehe raus. Am Kai ist die Hölle los. Zwei Kräne entladen das Gepäck über das Heck. Aus dem Bauch unseres Schiffes kommen Langusten oder so was. Offenbar haben wir in Grönland oder Island eingekauft.

Ich setze mich zu H* und wir warten auf unseren Aufruf. Der Engpass ist das Gepäck, da mit uns auch MS Amadea und MS Albatros Paxe an Land schicken. Alle müssen ins Terminal, durch den Zoll und zu ihren Fahrzeugen.

Mit 40m Verspätung kommen wir von Bord – tschüss Artania – und zu den Koffern und weiter zu Bus 1 nach Dortmund und Bonn. 11:55h geht es dann los. 17:45h sind wir in Dortmund. Um 19:15h in Bonn.

Nach 24 Tagen bin ich wieder zu Hause. Tiefenentschleunigt.

Und sonst?

Im Herbst geht es nach Südtirol für eine Woche.

Im April 2018 geht es auf die Hurtigruten mit J* und D*.

Weiter geht’s mit dem coolem Blog

https://hodoblog.wordpress.com/ nach Ägypten.

Ein ganz herzliches Dankeschön an meine liebe Reisebegleiterin H*!!! Wir waren super!

Allen Kommentatorinnen und Kommentatoren im Blog und auf Twitter ein herzliches Dankeschön!

Ein schweres Dankeschön den vielen Paxen auf Threema. Da ein besonders Lob an die unvergleichlichen M*, J* und T*. Und die einzigartigen OE, Hille, R* und misc* 🙂 ….

Hab ich wen vergessen?

Okay, auch Dank an **.

Wesermündung in der Frühe.

Sonnenstrahlen.

Kräne baggern die Schiffe leer.

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06.09.2017, Tag #23 – Koffer packen

Als ich raus will, putzen und überschwemmen blaue Heinzelmännchen mit Sonnenbrillen 5vorne. DAS verdirbt mir jetzt aber die ganze Reise und ich stürze mich über Bord 🙂

Ich frische mich also auf auf Deck 4.
Zum Frühstück gibt es heute Kapitän’s Krabbenbrot mit Spiegelei.
Und was ißt der Kapitän jetzt, wo wir sein Brot haben?

Um 09:30h erzählt Axel Krack zum Thema „Prima Klima“. Er reiht Fakten und Diagramme aneinander und schimpft auf Politiker, Meteorologen und die Landwirtschaft, lässt aber leider weg, ob er nun selbst vegan ißt und ob, oder was er selbst als Konsequenz für ein Auto (nicht) fährt. Immerhin ruft er zu kritischem Umgang mit den Medien auf. Ich sage: Schade Jung, da war mehr drin!
Den Stadl Frühschoppen mit Freibier lasse ich aus. Immer müssen die Bayern Thema beim Schunkeln und Mitsingen sein. Warum gibt es nicht mal nen kölschen oder friesischen Frühschoppen an Bord?
Ich schaue stattdessen aufs Meer. Das Spiel von Wind, Wellen, Licht und Schatten ist faszinierend und still – da. braucht’s keinen Stadl. Das Deck 5 liegt sauber und leer um mich rum. Kleine Tropfen verzieren die Holzreling.
Das Mittagessen verläuft routiniert im 4JZ am Fenster steuerbord beim Team von Jenny. Wenn man nicht schnell genug ist, legen die Kellner die Servierte liebevoll auf den Schoß. Ich mag das. Überflüssig, aber schön. Bar-Kellner Rosalino sorgt für allzeit volle Gläser und er lächelt immer besonders herzlich. H* und ich unterhalten uns angeregt und als wir aufschauen, sind wir mal wieder die letzten Gäste. Na sowas.
Raus. Die graue Nordsee mag ich. Wolken, Schauer, Pumpstationen und Basstölpel ziehen vorbei. Mal schwarz mal grau wiegen die Wellen sanft das Schiff.
Ich gehe Koffer packen, was schnell erledigt ist. Ich fülle sogar den Fragebogen aus. Ich gebe viel Lob, wenig Kritik. Den Fragebogen gebe ich ab, die Koffer kommen heute nacht vor die Tür. Die sollte ich im Terminal wieder sehen und mit durch den Zoll nehmen. Da ich weder Wale, Robben noch Eisbären gekauft habe, erwarte ich keine Probleme.

Vor dem Abendessen drehe ich ein paar Runden auf 5vorne.
Das Abendessen verläuft lecker, ruhig und lang. Wir geben Jenny und ihrem Team unser Trinkgeld und ernten viel Herzlichkeit, eine Dokumentation aller Speisekarten (die H* mir rüberschiebt) und eine aus Papier gefaltete Ente (die H* mir auch rüberschiebt – ich hätte sicher noch Platz im Koffer).
Tja. Das war erstmal das letzte Abendmahl an Bord. Als ich H* zu ihrer Kabine begleite, kontrolliert sie liebevoll alle Kofferanhänger auf dem Weg in den Bug. Es muss schließlich alles seine Ordnung haben.
Als ich nach 5vorne zum Abendcheck raus komme, steht der Mond leuchtend und groß über dem Bug. Wunderschön. Ich bin erfüllt von Dankbarkeit für eine wunderbare Reise.

Und sonst?
Ich denke ich schreibe morgen noch ein Posting.
Ein paar Tage später schreibe ich noch eins zur Technik.
H* und ich haben gegessen: 5.2t Kartoffeln, 3.9t Ananas, 900l Eiscreme, 14.3t Fleisch, 4.2t Fisch, 11950 Glas Sekt, 5.3t Bier, 11t Hauswein, 25 Seemeilen Spaghetti. LECKER!
Wir werden morgen mit der MS Artania insgesamt gereist sein: 5977 Seemeilen = 11069 km.

Nordsee.

Reling.

Nordsee.

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05.09.2017, Tag #22 – The Forth Bridge

Ich bin um 06:55h auf Deck 10, als wir in den Firth of Forth einlaufen. Es ist dämmrig und noch ein bisschen blaue Stunde und ich habe das Deck eine Weile für mich. Ich liebe Schottland.

Der Lotse kommt an Bord. Ein kleines Boot bringt ihn. Wir passieren dann die Insel Inchkeith, danach sieht man die Pylone der drei Brücken über den Firth of Forth. Die gewaltigen roten Türme der Eisenbahnbrücke und die Pylone der alten und neuen Autobahnbrücken. Langsam passieren wir eine nach der anderen. Neben mir drückt ein Mann den Auslöser seiner Sony und gibt Dauerfeuer. Ich tippe auf 400-600 Bilder, die er da gemacht hat. Es sind wunderbare Brücken, die die Schotten da gebaut haben.
Ich eile zum Heck. Da verfolgt uns ein riesiger Schlepper. Er übernimmt eine Trosse von uns. Warum er das macht wird mir nicht klar. Bisher haben wir immer ohne Hilfe eingeparkt.
Ich gehe Frühstücken, während die MS Artania sichin eine Parklücke im Hafen von Rosyth quetscht. Ein Kran bringt eine Gangway, die sehr lang ist. Jetzt bei Ebbe ist sie flach. Bei Flut liegt das Schiff 4m höher, da wird sie nett steil sein.

Der Zoll kommt an Bord und prüft die Pässe und die Gesichter. Wer besteht darf an Land. Heute geht es schnell. Deck 4 ist kurz nach 10 dran.
Vor dem Schiff steht Sir Walter Raleigh. Er will unbedingt ein Bild mit Wikinger. Ich bin nett und verhelfe ihm zu einem Bild mit mir. Nein, nein, so doch nicht. Er will auch meinen „Famous Tilley Hat – Yes you can put it in your will!“. Okee. Auch das. Ich nehme sein schottisches Barett. Jaaa! Jetzt ist Sir Walther glücklich.
Wir müssen einen Shuttlebus zum Terminal nehmen, obwohl es nur 100m weg ist. Im Hafen darf man nicht frei rumlaufen. Vom Terminal nehme ich noch einen Shuttlebus zum White Gate. Der Bus fährt extra für mich. Dann bin ich aus dem Hafen raus.
Ich marschiere die Straße lang und weiter nach North Queensferry. Da habe ich sie. Meine Brücke. In voller Pracht. So winzig ist dagegen das kleine Örtchen. Der Hammer. Ein toller Kontrast. Ich klappere alle Stellen ab, die eine gute Sicht bieten – also den ganzen Ort. M* und ich haben hier schonmal in einem Sträßlein Tee getrunken. Das Café gibt es noch.
Ich meine, es ist noch nicht genug und ich gehe zurück zur alten Straßenbrücke, die beidseitig Fußgänger- und Radweg hat. Ich nehme die Ostseite, die bietet freie Sicht auf die Eisenbahnbrücke.
Bei dickem Verkehrslärm und starken Vibrationen mache ich mich die 2.5km rüber auf die andere Seite des Fjords. Mit dem Meer im Hintergrund, bieten sich tolle Blicke. Ich bin ganz hingerissen.
Am anderen Ende bewacht ein jugendlicher Polizist die Brücke.

Ich suche nun die guten Plätze in South Queensferry auf. Auch von hier sieht die Brücke super aus. Als ich fast alle Stellen erkundet habe, sehe ich eine steile Treppe, die zur Haltestelle Dalmeny führt. Da kommt mir der kühne Gedanke, die Brücke mit dem Zug zu befahren. Das Ticketsystem ist elektronisch und der Compi kann sogar deutsch. Und er mag meine EC-Karte (da ich keine Münzen habe). Perfekt. Ich nehme das kleinste Ticket, was geht. Kostet 5,30£. Ich hätte auch das doppelte noch bezahlt. Ich suche mir einen Zug, der auch drüben gleich hält und nicht erst in Aberdeen. Ich muss nur 15m warten, dann darf ich.

Ein moderner Nahverkehrszug hält, ich klettere rein, nehme einen Fensterplatz und freue mich, wie wir einfach nur über die Brücke fahren. Toll. Ist wie im Spieleparadies.
In North Queensferry ist der Spaß auch schon zu Ende. Drei Minuten!Trotzdem. 1A. Super Sache.
Jetzt springt mich ein Gefühl an, was ich schon länger nicht mehr kenne. Hm. Wie heißt das doch gleich?!
Ach richtig: Hunger.

Ich dackel den Berg runter in unser altes Café, wo eine Lady meinem ausdruckslosem Gesicht die Speisekarte erklärt. Zum Glück gibt es auch etwas schriftlich und ich entscheide mich für Warp Schnulli Bulli und Ginger Beer. Das Essen ist super. Das Beer ist eine scharfe Ingwerlimonade – scheußlich. Die macht mir aber so viel Freude, dass ich fast noch eine nehme. Wunderbar.
Als ich raus komme, hat der Regen aufgehört und die Sonne scheint. Ich wiederhole ein paar Aufnahmen nun bei Flut und Sonne.
Den Rückweg finde ich leicht und bin bald am Hafen, wo mich dann zwei Busse zum Schiff bringen.

Ich bin laut GPS-Track ca. 19km gelaufen. Ganz gut, finde ich.
Heute gehen H* und ich früh essen, dass ich zum Auslaufen und zur Brückendurchfahrt draußen sein kann.
Ich liebe Schottland.

Blaue Stunde.

Unterquerung.

North Queensferry.

Forth Bridge von der Autobahnbrücke aus.

Jetzt noch in der Sonne.

Ein perfekter Tag.

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04.09.2017, Tag #21 – Schottland

Ich verbringe eine gute Nacht. Das Schaukeln hindert mich nicht am tiefen Schlaf.
Ich ziehe die Windjacke an und schaue draußen nach dem Rechten. Starker Wind, wenig Regen, ganz netter Seegang. Ich lasse mich mal etwas durchpusten. Basstölpel begleiten das Schiff.
Die Zahl der Ausfälle ist beim Frühstück weiter recht niedrig. Es hängen aber Sickness Bags im Treppenhaus.
H* ist frisch und strahlt beim Frühstück, der Seegang gefällt ihr, wenn auch ein Eimer in ihrem Gang steht und Wasser von der Decke tropft. (Die MS Artania geht im November in die Werft, da wird das sicher repariert.)
Nach dem Frühstück hören wir Axel Krack zu „Braveheart: Die wahre Geschichte von William Wallice“. (sic)
Dann muss ich raus. Auf 5vorne gibt es trockene Stellen, wo es sich bei Wind- und Seegang zwischen 6 und 8 ganz gut aushalten lässt.
Um 12 Uhr dreht der Kapitän die Schiffsuhr nach vorne. Wir sind jetzt bei der Zeit von London und eine Stunde von Deutschland entfernt.
Wir steuern dann auf die Meerenge zwischen Schottland und den Orkneys zu. Zwischen 17 und 18 Uhr sollen wir da vom Atlantik in die Nordsee schlüpfen. Dann sollen auch Seegang und Windstärke abnehmen.
Mittagessen im 4JZ. Wir haben einen Fensterplatz ergattert. Während wir essen, reisst der Himmel auf und die Sonne zeigt sich.

Nach dem Essen muss ich sofort raus. Deck 10 ist jetzt mal gut. Da sieht man am weitesten.
Nach kurzer Zeit sieht man die Berge Schottlands im Dunst auftauchen. Ich winke nach Tongue rüber. Hello Silke, Hello Scott!
Dann kommen auch die Orkneys an Backbord in Sicht. Es wird immer besser. Licht, Küsten, Schiffe, Fähren, Leuchttürme. Ich identifiziere Dunnet Head Lighthouse. Und das Lighthouse auf dem Inselchen Stroma. Fantastisch spielt die Sonne in Meer und Wolken. Schöner kann auch William Turner das nicht gestalten. Ich bleibe 5 Stunden oben. Weniger hält man nicht aus. So, so schön alles!
Ich muss mich noch in Schale werfen, Stufe 3. Abschlussball. Um 19:15h treffe ich H* im Waschsalon. Als wir in der Atlantik Show-Lounge eintreffen, geht die Show los. Dank an die Teams und Crews. Kapitän Hansen und der Vicekreuzfahrtdirektor machen das sehr gut. Wir applaudieren. Wunderbar. Wunderkerzen. Hach.
Dann gibt’s das Galaabendessen, was lecker und 1A ist. Wirklich gut.
Nebenbei gibt es die Highland-Lichtfestspiele, die wir durchs Fenster sehen. Dazu krönt der Sonnenuntergang mit blauem Blitz den Abend. Eigentlich müsste man draußen sein.

Und sonst?
Ich peile an für Peter Hölzer heute abend erstmals die Currywurst in drei Schärfen zu probieren. Mal sehen, ob das klappt.
Morgen gibt es mein Schottland-Glanzlicht. Die Forth Bridge. Die schönste Eisenbahnbrücke der Welt. Ich ziehe los, um sie einzufangen. Wir unterqueren sie zweimal. Ich hoffe auf gutes Licht und Wetter. H* stimmt einer Verlegung des Abendessens auf 18:00h zu, damit ich abends draußen sein kann.
H* hat die Stadtrundfahrt gebucht und wird meine Vorfahrin St.Margreth auf dem Castle würdigen. Es gefällt ihr, dass ich schottische VorfahrInnen habe. Mir gefällt das auch.

Regenbogen über dem Meer.

Orkneys.

Lichtfestspiele.

Wolken vor dem Bug.

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03.09.2017, Tag #20 – Seegang

Als ich draußen nach dem Rechten sehe, ist es silbrig, nebelig und das Meer wiegt das Schiff sanft und liebevoll.

H* und ich genießen ein schönes Sonntagsfrühstück im 4JZ. Weil so ein schönes Frühstück keine Hetze verträgt, kommen wir zum Vortrag „Grönlands Mythologie“ zu spät. Axel Krack erzählt, dass man gegen das Polarlicht urinieren muss, um Unheil abzuwenden. Ich staune. Hätte ich das vorher gewusst …

Er zeigt aber Bilder vom Polarlicht, die er hier an Bord aufgenommen hat. Dann kann die Nacht vor drei Tagen ja auch für ihn nicht ganz schlecht gewesen sein.

Als ich wieder auf 5vorne bin, leuchtet die Sonne. Nebel und das Silber sind noch da. Ein perfekter Morgen.

Neben mir steht ein alter Seebär, der die Reise auch in vollen Zügen genießt. Er meint, wenn es hart auf hart käme, ginge er lieber unter, als in eine Rettungsinsel zu krabbeln, weil sich da einfach alles gegen alles bewegt. Und er hatte schon Seegang auf einem Fischerboot mit bis zu 40 Grad Schräglage. Da würde einen zermürben, dass man nicht mehr schlafen kann, weil man so hin und her geworfen wird.

Okeeee. Ich bin noch ein bisschen glücklicher, wie schön wir es haben!

Die Sonne scheint, die Liegestühle und Liegen sind im Einsatz. Ich mache ein paar Zeitraffer. Plötzlich hüllt wieder Nebel das Schiff ein, man sieht aber die Sonne noch. Das ist sicher tiefer Hochnebel. Oder Bodennebel. Oder sowas.

Beim Mittagessen sind wir, wahrscheinlich mal wieder, die Letzten. Aber NIEMAND macht uns Beine oder deckt aggressiv unseren Tisch ab oder hängt den Kanarienvogel zu (den es garnicht gibt) oder gib sonst Laute des Unmutes von sich. Alle nett, alle entspannt, WUNDERBAR!

Heute Nachmittag steht „Wiener Kaffeehaus“ auf dem Programm. Unsere Küchenchefin Tamara ist kein Hungerhaken – so muss das auch sein! – und sie stammt aus Wien, da wird sie das Wiener Kaffeehaus besonders gut und lecker gestalten.

Wir ergattern noch beim Mittagessen eine diesbezügliche Speisekarte. Malakofftorte ist die Empfehlung von H* für H*. Zum grünen Tee. Ich gönne es ihr. Ich selbst schaue aber lieber den Wellen und der Sonne zu und freue mich auf Wiener Schnitzel DAS ORIGINAL heute abend.

H* ist sicher, dass wir beim Mittagessen weniger Paxe hatten, als üblich und ein paar Eheleute schlichen auch mit Tee und Keksen ins Treppenhaus. Ob das sanfte Wiegen schon Ausfälle verursacht?

Ich drehe meine Nachmittagsrunden um das Schiff. Der Nebel kommt und geht. Der Seegang bleibt. Auf der Steuerbordseite ist schon Gischt auf dem Deck und auch an meinem Kabinenfenster.

Am Heck sitzt H*. Malakoff war ein Reinfall. Statt Buttercreme im Kuchen gab es Sahne. Das geht garnicht. Schade.

UND heute ist doch auch Fernsehdebatte. Ach?

Ich sitze lieber im Heck und schaue auf die Wirbel im Kielwasser. Auch hier machen die Bläschen das Wasser blau oder blaugrün. Sehr schön. Auf dem Rückweg in den Bug schätze ich mal die Amplitude, die Heck und Bug so rauf und runter gehen. Ich denke das sind gerne 2-3 Meter. Das Bordfernsehen nennt das Seestärke 1 – ruhige See.

H* und ich gehen zum Abendessen. 19:15h. 4JZ. Ich ziehe mir immer ein Hemd an. Wirklich nötig ist das nicht. Es ginge auch T-Shirt. Aber H* ist immer wie aus dem Ei gepellt, da will ich nicht zu weit zurück bleiben.

Wir genießen unser Essen. H* Fisch, ich Wikingerschnitzel.

Dann wird das Küchenteam vorgestellt. Ressort für Ressort. Es gibt viel Beifall. Ganz zu Recht. Am Ende beklatschen wir die Küchenchefin Tamara Richter.

Unser Barkellner Rosalino von den Philippinen stellt sich vor, aber wir kennen ihn ja schon! Er sorgt wirklich immer sehr liebevoll und aufmerksam für volle Gläser. Auch seine Chefin Jenny wird von H* zu einem Bild eingefangen. Auch sie macht ihre Sache 1A und sie lächelt immer freundlich. Das ganze Team sorgt dafür, dass man sich wohlfühlt.

Der Seegang nimmt zu. Der Oberreiseleiter gibt eine Warnung durch. Im 4JZ merkt man fast nichts. Wir rollen auch kaum.

Im Bug in unseren Kabinen merkt man aber ganz gut das Auf und Ab. Und die Wellen schlagen oft hart gegen das Schiff, so, als ob jemand mit Kraft die Stahltür vom Heizungskeller zuschlägt.

Und sonst?

Morgen ist Gala-Abend an Bord von MS Artania. Vorher gibt es Abschieds-Cocktail. Deck 4 ist um 19:15h dran.

Wir sind nicht seekrank!

Das Wetter vor dem Bug.

Nebelbogen am Heck.

Die Sonne versilbert das Meer.

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02.09.2017, Tag #19 – Reykjavík

Ich bin um 05:45h draußen. Wir fahren an der isländischen Küste lang auf Reykjavík zu. Wir legen dann hinter der Stadt an. Vor uns liegt die Ballmoral. Sie sieht aus, wie eine kleine Queen Mary. Da quellen schon Paxe raus.
Ich frühstücke allein. H* ist schon unterwegs zu ihrem Ausflug. Ich starte um 08:20 zum „Herz des Gletschers“.
Wir fahren Bus mit Anna von Phoenix und einer örtlichen Reiseleiterin, die aus Deutschland kommt und schon viele Jahre hier lebt.

Erster Stop ist Þingvellir. Hier sieht man das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen Platten durch beeindruckende Felsspalten und Risse. Und man kann in einem dieser Risse, der Silfra-Spalte auch Tauchen! Machen wir aber nicht. Wir würdigen noch, dass das erste Parlament hier vor 1000 Jahren tagte.
Klasse Gegend und tolles Licht. Hier lohnt ein Besuch, wenn man Zeit hat. (Lohnt auch wenn man keine Zeit hat).
Dann geht es weiter zum Langjökull. Das ist der zweitgrößte Gletscher Islands. Wir fahren durch eine wunderschöne Landschaft, die isländischen Highlands, sie erinnern sehr an die schottischen Highlands. Was nicht sehr verwundert. Karg, Vulkangestein, Wolken und Regen. Ab und zu Schafe. Moose, die man nicht pflücken darf, sonst geht man in den Knast, fast keine Bäume und wenn, dann nur sehr kleine.
Es geht von der Straße auf eine Schotterpiste und zu einem Lager auf dem Schotter am Ende des Gletschers.
Wer braucht, bekommt wasserdichte Überschuhe. Ich nehme ein Paar. Wir steigen in geländegängige Autos mit riesigen Reifen, die sich während der Fahrt auf- und abpumpen lassen und Spikes haben. Klasse Technik!
Ein fürchterlicher Wind bläst.

Wir fahren über das Geröll auf den Gletscher, der braune Streifen, Risse, kleine Bäche und auch blaue Stellen hat. Es schaukelt heftig im Auto und Reinir unser Wikinger am Steuer macht zwei Pausen, um den Druck in den Reifen anzupassen. Er macht das cool über eine App seines Smartphones. Ich verneige mich.
Dann sind wir da. Eine gerippte Metallröhre ragt aus dem Gletscher. Reinir meint, draußen sei es kalt, regnerisch und windig, er würde lieber im Auto warten. UND da will dann niemand aussteigen!
WAS? Vielleicht komme ich nie wieder her! Ich will raus! Regen ist egal. Wind auch. Ich springe raus, mache Bilder und stelle mich dann in den Windschatten des Höhleneinganges.
Als unsere Gruppe beisammen ist, geht es los. Wir gehen in die Röhre, die schnell aufhört und in Eis übergeht. Überall dezente elektrische Beleuchtung. Das Tageslicht reicht nicht so weit.
Wir ziehen Spikes über die Schuhe. Es gibt drei Größen (wie bei der römischen Armee) klein, mittel und groß. Innerlich lachend, ziehe ich die Dinger über die Füße. Damit läuft es sich in dem Schneematsch und Eis hier sehr gut.
Jarl Reinir führt uns durch das Eis. Es sind mit Tunnelbohrmaschinen gefräste Gänge. Die Wände sind stahlhart, kein Schnee oder Matsch. Man kann den Finger nicht reindrücken. Ich mache Bilder, um die natürliche Stimmung im Eis einzufangen, andere Paxe blitzen das natürliche Licht weg und blenden die Gruppe. Deren Bilder würden …. nein, ich will sie nicht sehen!
Reinir erklärt Gletscher-Spalten, Jahresringe, Druck, Eis, Alter in englisch. Anna übersetzt sehr gut ins deutsche.
Es gibt dunkle Schichten im Eis, das sind die Spuren von Vulkanausbrüchen. Toll.
Es regnet ständig von der Decke und wir sind gut nass, aber ich hätte noch ne Runde drehen können!

Wir ziehen die Spikes wieder aus und verlassen das Eislabyrinth. Im Hightechauto geht es zurück. Tolles Erlebnis. Mach ich nochmal!
Es ist 14h und wir legen eine Pause beim Hótel Húsafell ein. Toiletten und Mittagessen.
Weiter fahren wir zu den Wasserfällen Barnafoss und Hraunfossar des Flusses Hvítá. Wunderbare Wasserfälle.
Ein paar Fotografen haben Stativ und ND-Filter dabei. Respekt!! Die Bilder sähe ich gerne mal!

Ich mache Standardbilder, für mehr reicht die Zeit nicht.
Weiter geht es zu den heißen Quellen von Deildartunguhver in Reykholtsdalur. Sie besteht aus einer Anzahl von Springquellen, die aus demselben Hügel hervorsprudeln. Aber es ist alles eine Baustelle. Man sieht Geräte, Absperrungen und Dampf. Ein Pax kommentiert das mit „Das ist eine Beleidigung“ und patzt zurück in den Bus, während ich (leider) laut lachen muss. Ist die geothermale Energie für Island da oder für Paxe?
Wir sind spät am Schiff. Duschen, dann zum Abendessen mit H*, die auch einen schönen Ausflug hatte.
Ich muss mit Blog und Video etwas Gas geben, um sie noch via Mobilfunk raus zu jagen.

Þingvellir.

Eisauto für die Gletscherfahrt.

Rein in den Gletscher.

Eingang ins Eis.

Im Gletscher.

Im Gletscher.

Wasserfall Hraunfossar aus der Lava.

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