Di 30.11.2021 Kanaren #20

Ich bin vor 7 Uhr draußen. Es ist dunkel, aber rings um uns leuchten Fahrwassermarkierungen, Leuchtfeuer, Schiffe und die Lichter von Wangerooge.
Ich gehe Frühstücken. Das zieht sich etwas, da es sehr voll ist. Aber ich nehme es gelassen. H* kommt. Sie will vor 8:30h fertig sein, weil wir dann die Kabinen geräumt haben müssen.
Ich ghettofauste Olena unsere Kellnerin, hole mein Handgepäck aus der Kabine, ghettofauste Michael den Kabinensteward und bin raus auf 5vorne.
Es dämmert. Der Leuchtturm Robbenplate liegt voraus. Die Leuchttürme Roter Sand und Alte Weser liegen hinter uns in der Dunkelheit. Die hätte ich gerne mal gut abgelichtet. Pech. Ich muss nochmal kommen 🙂 Ich winke nach Husum rüber. Ob der helle Schein am Horizont Helgoland sein kann?
Ich bin lange alleine hier. Dann kommt uns die AIDAcosma entgegen. Was ein Riesenschiff! Wir kennen sie ja schon aus der Meyerwerft in Papenburg (https://flohblog.wordpress.com/tag/papenburg/). Jetzt ist 5vorne bevölkert.
Zwei Schlepper kommen, sie helfen beim Drehen, damit es schneller geht. Wir legen 9:50h an.
Dann zieht es sich mir der Freigabe durch die Hafenärztin, da wir Covid-19-Fälle an Bord hatten. Auch die Gepäckausgabe verzögert sich, weil zwei Spezialisten an Bord müssen, das aber erst nach einem Negativtest dürfen. Ich denke, da das Gepäck mit Kran über das Heck ausgeladen werden muss (2000 Koffer von 900 Paxen), dauert das halt seine Zeit. Besser dran sind die, die ihr Gepäck selbst von Bord bringen, sie dürfen nach der Freigabe zuerst los.
Um 12:25 werden die Decks 2 und 4 aufgerufen. Das Gepäck stehe nun im Terminal. H* und ich dackeln los. Temperaturmessung, Piep, Auschecken, Piep.
Mein Koffer und mein Pelicase sind fix gefunden, H*’s Köfferchen ist fott. Nach mehrfacher Besichtigung der Koffer von Deck 4 finde ich das Schätzchen bei Deck 6 am Ende des Terminals. H* strahlt, ein netter Gepäckträger schafft H*’s Koffer zum Bus. Der Zoll ist nicht besetzt, wir waren ja auch nur in der EU. 12:54h, wir rollen los. Ankunft Bonn 19:02h. Ein schöner Urlaub ist zu Ende.
Dankeschön M*, Dankeschön H*.
Glanzlichter waren für mich:

  • Die Einfahrt nach Lissabon
  • Das Ablegen aus Funchal
  • Die Wanderung und die Kathedrale von Santiago de Compostela.
  • Der Abendspaziergang in Vigo

Würde ich die Reise nochmal machen? Ja, unbedingt.

Corona-Nachtrag: Auf der Fahrt zurück kommt per WhatsApp im Bus die Info an, dass die Nachfolge-Reise der Artania abgesagt ist. Sie sollte gleich heute Abend wieder starten. Nochmal die Reise zu den Kanaren.
Ich google das. Ja es stimmt. Es gab wohl weitere Corona-Fälle an Bord, in Portugal hätten weitere Corona- Kranke das Schiff verlassen. [1]
An Bord wußten wir Passagiere nichts davon. Es gab für Passagiere auch keine Tests. Nicht einen. Auch nach den vier Infizierten, die auf Teneriffa blieben nicht. Dass wohl auch auf Madeira (Portugal) Infizierte ausstiegen, war uns nicht bekannt, d.h. es gab dazu weder Durchsagen noch schriftliche Meldungen.
Man kann sich natürlich fragen, ob Passagiere sowas wissen müssen, aber mir wäre es lieber gewesen es zu wissen. So hat mein Vertrauen zu Phoenix-Reisen schon einen Knacks bekommen.
Im Bus zurück trug außer dem Fahrer und mir nach meiner Beobachtung niemand den Mund-Nasen-Schutz. Hätten wir die Corona-Infos der Artania gekannt, wäre das wohl anders gewesen.
Ich habe zu Hause erstmal mit M* einen Schnelltest gemacht. Negativ. Dann erst Küssen.

[1] 12 Corona-Fälle an Bord von Kreuzfahrtschiff „Artania“ in Bremerhaven – buten un binnen
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/corona-artania-kreuzfahrt-bremerhaven-100.html

https://youtu.be/lVZOdyaZY7s

AIDAcosma

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Mo 29.11.2021 Kanaren #19

Heute Nacht war es ruhig. Nach der Biskaya, ist der Kanal praktisch ein Ententeich. Leider fahren wir soweit draußen, dass man die französische oder englische Küste nicht sehen kann. Aber immerhin zeigt sich die Sonne heute früh ein bisschen zwischen den Wolken.

Mein Morgenroutine-Decksbesuch sorgt dann dafür, dass meine Temperaturmessung am Hals vor den Vier Jahreszeiten nur 30 Grad anzeigt. Der Offizier schickt mich zum Frühstück. Als ich fertig bin, ist mein Hals bei 36 Grad, damit ist er zufrieden. Ich Heizöfchen auch.

Plan A heute war: 9-15h: IJmuiden / Amsterdam. Gebucht war: Windmühlen und Volendam. Plan B ist: Der letzte Seetag.

Wir machen das Beste daraus. Die Sonne scheint und ich filme ein bisschen draußen. Auf Deck 8 ist Weihnachtsmarkt mit Glühwein, Feuerzangbowle, Hot Toddy, süßen Leckereien und deftigen Klassikern. Ich staune, wie voll es ist. Ich gehe nach vorne und genieße dort den Wind, das Meer und die Sonne.

Viel los hier im Kanal. Schiffe rund um uns herum. Ein kleines Flugzeug umkreist uns zweimal. Was das wohl soll?

Wir gehen zu unserem letzten Mittagessen an Bord. Dann wieder raus. Wir passieren die Straße von Dover. Da hat es Mobilfunknetz und alle Paxe verschicken und empfangen Nachrichten. Ich übe mit H* den Unterschied zwischen SMS und WhatsApp. Dabei scheint die Sonne und das Meer glitzert. Basstölpel begleiten das Schiff. Hunderte Möven sitzen auf dem Wasser. H* tippt eifrig.

Ich packe Koffer. Dem Abschied wohnt die Freude auf die zauberhafte M* inne.

H* und ich haben noch ein Date in Harry’s Bar. Wir müssen einen Sektgutschein vor dem Verfallsdatum schützen. Dann geht es in die Vier Jahreszeiten. Es ist voll heute, die Dampfversorgung des Lido ist defekt und das Lido deshalb geschlossen. Die Lido-Leute sind also im Artania und im Vier Jahreszeiten zusätzlich.

Der Schiffs-Videograf Krzysztof Jarzebinski hat mein Videoschnipsel in das Reisevideo eingebaut. Das, wo er am Bug die Gischt abbekommt. Jeder Gast, der das Reisevideo kauft sieht nun

im Abspann: Aufnahme des Kameramanns Florian Seiffert.

Großartig!

Ich stelle Koffer und Pelicase raus. Handgepäck bleibt in der Kabine. Die neueste Info heute lautete, Sondergruppen, die mit eigenem Bus abreisen – also wir, können das Schiff erst um 12:00h verlassen. Uijujui. Bis alle und alles im Bus nach Bonn sitzt, kann es 13h sein. Nun ja. Vielleicht kann Frau R* als Premiumpartnerin da noch was aushandeln …

Aber das Problem sind nicht die Paxe, das Gepäck muss von Bord.

Programm morgen: Koffer auf den Gang bis 02:00h, Kabine räumen bis 08:30h, 10:00h geplante Ankunft Bremerhaven. Rückfahrt nach Bonn. kkk.

https://youtu.be/QkKMfmQvsCs

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So 28.11.2021 Kanaren #18 – Biskaya

Man darf die Bundeswehr nicht unterschätzen. Da lernt man im Zug, auf der LKW-Pritsche, im Gras und bei Helligkeit zu schlafen.
Hier stören zwar die Kabinengeräusche ein bisschen, bringen einen aber nicht – dank der Bundeswehr – dauerhaft um den Schlaf.
Das Schaukeln ist eher angenehm. Es wiegt einen sanft rauf und runter. Das mag ich.

Erster Advent, aber die Biskaya ist grau, die Sonne hinter Wolken schon aufgegangen. Die Wellenhöhe hat abgenommen. Bis zum Kap Finistere in Frankreich sind es noch knapp 400 km, d.h. 1/3 Biskaya liegt hinter uns.

Ich gehe zum Frühstück und höre mir dann den Vortrag der Lektorin Marita Basalla zur Mosaic-Expedition an. Die Frau ist top!
Dann raus. Ich drehe ein paar Runden durch die salzige Seeluft und fahre ein bisschen Achterbahn auf 5vorne. Keine Wale. Nur ein Frachter tuckert am Horizont und bleibt langsam zurück. Wir sind heute früh mit 12 Knoten Fahrt in den Tag gestartet, jetzt hat Kapitän Zinkovskiy auf 17.7 Knoten erhöht. Wir wollen wohl nicht zu spät in Bremerhaven sein.

Die Grand Lady hat Adventsschmuck angelegt. Tannengrün und Schleifen ziehren den ein oder anderen Handlauf oder die ein oder andere Säule.

Das Bord-WLan ist ausgefallen. (Vorm Kriesch hatte ma och kinne Internett, da hamma Postkärtchen jeschrieben!). Kein Problem. Ohne geht auch eine Weile. Oder?

H* und ich gehen Essen. Treffpunkt 13:00h am Rondellchen, das ist die runde Sitzgelegenheit in der Lobby. Lecker Essen – wie immer!
Watt soll ich sagen, wird sind wieder mal die letzten Paxe im Saal. Wie schon häufiger! Wir schlingen nicht, gehen später, als die meisten Paxe und dann finden wir immer interessante Themen, die einen intensiven Austausch nötig machen. Dann kommt auch noch unsere Weinkellnerin vorbei – man soll ja nichts verkommen lassen – ja und schon sind 90 Minuten rum, die Kellner tragen die Knusperhäuschen rein und die Kellnerinnen die Nikolausdeko. Jetzt aber fix raus hier.

Heute wären ich in Canterbury (Plan A) oder am Mont Saint Michel (Plan B) gewesen, jetzt bin ich in der Biskaya und hatte aber dafür die schöne Weihnachtsbeleuchtung in Vigo. Man muss es nehmen, wie es kommt. Vielleicht ist das ein Fazit dieser seltsamen Zeiten. Und dann das beste daraus machen!

Die Gala-Show schenken wir uns, wie üblich. Das Abendessen nehmen wir mit. Sehr lecker, wie immer.
Der Bordfotograf kommt vorbei, er hat es schwer. Gute Bilder beim Essen machen, ist echt eine Herausforderung. Ich lächle zusammen mit H* in die Kamera. Das sollte ein hübsches Bild geben. Fast sind wir schon wieder die letzten Paxe im Saal. Jetzt aber raus!

Wir passieren Kap Finistere in der Bretagne. Aber wir sind zu weit draußen, um ein Mobilfunknetz zu bekommen. Schade, dann drücke ich Tagesvideo und Blog wieder mühsam durch das Bord-WLan raus.

Programm morgen wäre gewesen: 9-15h: IJmuiden / Amsterdam, Gebucht: Windmühlen und Volendam.
Wir haben aber erneut einen Seetag. Dienstag ist dann fertig. Wir legen in Bremerhaven an und fahren nach Hause.

[nogallery]

https://youtu.be/vQn8ExSCPeI

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Sa 27.11.2021 Kanaren #17

Was für eine schöne ruhige Nacht! Es wird hell und ich nutze die Gelegenheit für ein paar Bilder von Vigo in der blauen Stunde. Dann geht’s zum Frühstück. J* ruft an. Wir tauschen uns aus zur Lage der Nation. Bleibt gesund!
Nach einer kleinen Pause gehe ich in die Stadt. Die Sonne scheint und 10 Grad sind ganz okay.
Ich gehe den Weg von gestern, nur andersrum. Weihnachtsschmuck in der Sonne hat auch was. Ich statte der Concatedral de Santa María – Colexiata de Vigo einen Besuch ab. Interessant, wieviele Menschen zum Beten hier sind.
Die Security von Vigo ist sehr gründlich, war sie gestern schon. Nur heute geht die Schlange bis auf die Straße und ist etwa 40 Minuten lang. Wir müssen nicht nur Kamera und Rucksack röntgen lassen, sondern auch Gürtel, Handy und Uhr. Sie kontrollieren nur (denke ich) ob wir Waffen oder Sprengstoff dabei haben. Ob wir Viren mit uns rumschleppen kontrolliert niemand. Auch meine Impfzertifikate wollte noch niemand sehen auf der Reise.
Die Nuss vor mir in der Schlange schnauzt seine Frau an und reißt ihr die Handtasche aus der Hand. Pöbelt: Immer das selbe mit dir… Wenn es was nützte würde ich gerne was sagen: Z.B was wohl aus Lieben, Achten und Ehren geworden ist? Ich lächel der Frau zu und versuche die Nuss zu verachten, was mit Maske nur begrenzt gut geht.
H* hat in der Zwischenzeit fleißig geübt und mir die URL meines Blogs per WhatsApp geschickt. Nicht schlecht! Ich antworte mit: Ich geh Essen, kommst Du mit? H* kommt, es gibt aber noch gar kein Essen. Zu früh!
Wir trösten uns in Harry’s Bar mit zwei Campari und H* schickt jetzt die URL meines Blogs an S* und per SMS an W*. Viel Vergnügen euch mit diesem Blog! Und schön alles lesen! Dienstag, wenn wir zurück sind, schreiben wir einen unangekündigten Test 🙂
Wir verlassen Vigo. Das letzte Mal ertönt für uns die Auslaufmelodie. Die Grand Lady nimmt Kurs nach Norden. In der Biskaya erwarten uns Wellen bis 5,5m die nach 18 Stunden dann bei 3m liegen werden.
Durch die Fahrt an der Küste hoch, haben wir noch etwas Mobilfunknetz und es reicht knapp, um sich noch über den Effzeh zu freuen.
H* und ich gehen Essen. Einmal müssen wir die Gläser festhalten, da Kapitän Zinkovskiy von der Schotterpiste abkommt und durch ein Schlagloch fährt.
Ich setze mich jetzt ans Bord-WLan und schiebe die Bytes einzeln durch. Tagesvideo und Blog müssen zum Satellit und dann in die Welt hinaus.

Das geplante Programm morgen war: 9-19h: Dover / England. Gebucht: Canterbury mit Kathedrale. Wir bekommen stattdessen: Urlaub auf See und Abschiedsgala.

https://youtu.be/vX354-8yggM

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Fr 26.11.2021 Kanaren #16

Die Sonne scheint durch mein Fenster. Es schaukelt wild, die See schäumt und es hat die ganze Nacht geknarzt und geknarrt unter mir. Aber, als alter Freizeitleiter habe ich mich daran vorbei konzentriert.
Ich springe also raus und flitze an Deck. Es bläst ordentlich und die Wellen haben 4,5 bis 5m Höhe. Das ist auf 5 vorne eine ordentliche Fahrstuhlfahrt. Frühstück.
Dann habe ich das Gespräch mit Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka, ein angenehmer Mann. Wir führen ein gutes Gespräch. Ich halte ihm meine Verbesserungsvorschläge, wie eine warme Jacke hin und haue sie nicht, wie einen nassen Lappen um die Ohren. Dazu Ich-Botschaften und Lächeln. Herr Gruschka hört zu, erklärt hier und da die Sicht von Phoenix und will einiges Aufgreifen. Zu meinem Vorschlag eine CO2-Kompensation anzubieten sagt er: Das ist eine sehr gute Idee. Und er ist beeindruckt, dass ich für H* und mich vor der Reise unseren Anteil überwiesen habe. Das Thema Umwelt, Verbrauch und Marinediesel offensiver anzugehen kann heute nicht schaden. Und die vielen Großeltern an Bord tun dann vielleicht ein bisschen was für ihre Enkelkinder.
Der Kapitän kommt vorbei. Es liegt was an. Ja. Und ich bin mit meinen 20 Punkten auch gleich fertig. Danke, Ghettofaust und weg ist er.
Als ich draußen nach Wind und Wetter schaue, kommt die Durchsage. Wir laufen Vigo in Spanien an, um das schlechte Wetter in der Biskaya vorbei ziehen zu lassen. Wir werden Vigo gegen 18 Uhr erreichen und morgen gegen Mittag wieder verlassen. Cherbourg fällt leider aus. Von Vigo geht es gleich zurück nach Bremerhaven.
Schade Schade, ich wäre zu gerne zum Mont Saint Michel gefahren und hätte dieses schöne Kloster mal wieder gesehen.
So müssen wir mal schauen, was Vigo so bietet. Wir liegen die Nacht über da. Ich bin gespannt, ob das Reiseteam an Bord Ausflüge oä anbieten wird. Abendessen mit iPhone-Lektion für H*: Internet über Mobilfunknetz.
Dann gehe ins regnerische und dunkle Vigo. Wow. Hier ist schon Weihnachten. Ein paar Straßen sind wenig aber einige sehr geschmückt. Was eine Pracht. Eine elektronisch beleuchtete Riesenweihnachtskugel wird von einem Riesenrad übertroffen. Da könnte ich ein paar Filme von voll machen.
Zurück zum Schiff. Ich will noch Blog schreiben und das Tagesvideo fertig machen.

Programm morgen: Auslaufen um 14:00, anschließend ‚Erholung‘ in der Biskaya.

https://youtu.be/j4SBqJAy-Bw

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Do 25.11.2021 Kanaren #15

Es schmeckt salzig. Ich habe gerade eine Ladung Gischt abbekommen. Vorne auf Deck 5. Du meine Güte. So viel Seegang hatten H* und ich noch nicht auf der Artania. Wir fahren Kurs 28 Grad, also nach Norden mit ein bisschen Ost, dem Wind entgegen und auch die Wellen kommen von vorne. Ab und zu ist eine dabei, deren klein zerstäubte Reste es bis auf Deck 5 schaffen. Nur der Kameramann der Artania und ich trotzen hier dem Wind. Der Kameramann filmt die See, ich den Kameramann. Da kommt plötzlich heftig Gischt geflogen, meine Jacke ist nass, das iPhone ist nass, der Kameramann bekommt die Ladung voll ab auf Kamera und ins Gesicht. Aber die Szene hab‘ ich eingefangen! Jacke kann trocken, iPhone ist wasserdicht (ich putze es aber nochmal mit Süßwasser). Sehr cool.

Morgens zum Sonnenaufgang war es noch nicht so wild, dann nahmen Wind und Wellen zu.
Ausfälle an Bord scheint es nicht zu geben, Bars und Restaurants sind voll, wie immer. Nur Spucktüten hängen nun im Treppenhaus. Sicher ist sicher.

Zum Abendessen zeigt sich H* zufrieden. Die langen Wogen mag sie, die Schläge und die „Schotterpiste“ kann der Steuermann ruhig weg lassen.

In der Fotoabteilung, da wo man die Bilder der Bordfotografen kaufen kann, treffe ich den Kameramann. Ich zeige ihm das Video, dass ich von ihm geschnitten habe und beame ihm das dann per Airdrop auf sein iPhone. Da freut er sich. Vor allem die Szene, wo er Gischt abbekommt, gefällt dem Fotografenteam. Da konnte ich ja mal eine Freude machen. Mal schauen, ob Szenen davon im offiziellen Bordvideo auftauchen werden.

Seit heute Nacht habe ich ein heftiges Geräusch in der Kabine. Man hört es auch über mir in der Atlantik Lounge und in meinen Nachbarkabinen. Als ob neben uns ein ungesichertes Schranklager ist und die Schränke knarzen und karren und vom Seegang hin und her geworfen werden.
Der Jung von der Crew sagt lächelnd : That is the Sound of the Ship. Es wird also eine unruhige Nacht werden.

Programm morgen: Erholung auf See und Gespräch mit dem Kreuzfahrtdirektor.

https://youtu.be/lGWxpT9vEVM

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Mi 24.11.2021 Kanaren #14 – Madeira

Warum ist da eine Kaimauer vor meinem Fenster? Es ist 07:10 und Anlegen ist für 8h geplant!? Kapitän Zinkovskiy muss ein Schützenbruder sein. Egal. Raus.
> Funchal leuchtet gold im Blau des Morgens. Aber die Weihnachtsbeleuchtung ist noch aus. Schade. > Ich gehe zum Frühstück. Dann startet meine Levadawanderung um 09:10h. > Wir sind nur 17 Paxe im Bus – wie schön, dass die Tour zustande gekommen ist.
> Wir gehen einen Abschnitt der Levada da Serra do Fajal. Die kennen M* und ich schon (https://flohblog.wordpress.com/2020/12/31/30-12-2020-madeira-11-levada-da-serra-do-faial/amp/) nur nicht diesen Abschnitt.
> Es regnet ein bisschen, Nebel hängt am Berg, aber die Gruppe ist gut ausgerüstet, wasserdicht und gut zu Fuß. Meckern tut auch keine:r.
> Hugo unser Guide erklärt die ein oder andere Pflanze, aber nicht den ganzen Wald. Gut so Jung! > Es ist ruhig im feuchten Wald und die Paxe schnattern auch nicht dauernd.
> Der Weg ist watt matschig und die Begleitung von Phoenix hat mit ihrer weißen Hose heute wohl Waschtag. Aber der Weg ist okay und es gibt keine Unfälle.
> Wir erreichen ein Dörfchen und wer zur Toilette möchte, nimmt im Café auch was zu trinken.
> Wir gehen noch einen schönen Abschnitt und sind wohl netto 2h gewandert, als wir den Bus besteigen und über einen Fotostopp mit Blick auf Funchal und unser weißes Schiff zurück zum Hafen fahren und dem Mittagessen zustreben. >
> Es gibt zwar keine Weihnachtsbeleuchtung, aber einen Besuch ist Funchal immer wert. Also drehe ich ein Ründchen und setze mich oberhalb von CR7 in den schönen Park und telefoniere erstmal ausführlich mit M* (schon zum 2.Mal heute). Das nächste Telefonat geht erst wieder am Sonntag in Cherbourg.
> Ich steige in Funchal hoch und wieder runter und kaufe Maronen, schaue den Aufbauarbeitern der Weihnachtsbeleuchtung zu und kehre dann zum Schiff zurück. >
> Beim Abendessen kommt die Durchsage zum Ablegen und der Kreuzfahrtdirektor lädt zur Auslaufparty am Heck und zum Madeira-Nationalgetränk dem Poncha ein. Da blitzt es in H*’s Augen und sie lädt mich ein mit ans Heck zu kommen.
> Die Auslaufmelodie ertönt, die Artania legt ab und H* ordert zwei Poncha. Funchal leuchtet prachtvoll im Dunkeln und es ist wirklich ein schöner Anblick. H* sagt bei Nacht gefällt ihr Madeira gut!
> Da Funchal im Süden liegt und wir nach Norden wollen, müssen wir die Insel umrunden und so ziehen Lichter backbord in langer Reihe vorbei. H* ordert noch zwei Poncha. Der Flughafen schaukelt vorbei und wir halten auf den Leuchtturm von São Lorenço zu.
> Es ist jetzt sehr fröhlich hier am Heck und H* freut sich, dass sie jetzt „frei“ hat. Kein Ausflug mehr. Drei Seetage. Für morgen ist starker Wind vorhergesagt. H* mag das, sie hat Seebeine und liebt große Wellen. Mal schauen, wie es kommt. >
> Programm morgen: Erholung auf See.
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> https://youtu.be/CjxJkv6fQf8
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Di 23.11.2021 Kanaren #13 – Tenerife

Wir haben bereits angelegt. Wieder eher, als gedacht. Aber die Sonne geht auf, als ich auf Deck 4 bin. Wir liegen in Santa Cruz de Tenerife und Schiffe streben dem Hafen zu.
Ein Trimaran von Armas, die Volcán de Taidia sprintet an ihren Platz, die World Voyager schleicht hinter uns an die Mole.
Ich genieße die Sonne an Deck und schaue dem Containerschiff Svendborg (CQHS) zu, die gerade durch die Sonnenstrahlen fährt. Ich versuche ihre EMailadresse zu recherchieren, aber man muss einen Account einrichten…
Um 09:30 bin ich zum Frühstück verabredet. Jetzt wo wir festgemacht haben, liegt der Weg zu Tenerife Perla in Santa Cruz fest. 20min. Mal sehen, was H* sagt.
Die Bajamar Express von Fred Olsen läuft jetzt ein, wendet im Hafenbecken und fährt rückwärts an ihren Platz.
Ich verpasse H*, wohl ein Missverständnis meinerseits. Pech. Als ich H* treffe möchte sie lieber an Bord bleiben. Okay.
Ich schnappe mir die R5 mit dem 16-35mm und gehe zum Auditorio de Tenerife „Adán Martín“. Das habe ich schon mal fotografiert, möchte es aber nochmal weitwinkliger und im Vormittagslicht ablichten. Ein Toller Bau aus weißem Beton, der Leichtigkeit ausstrahlt.
Nach kurzem Marsch aus dem Hafen, ein Stück die Promenade entlang und ich bin da. Wirklich toller Bau. Erinnert etwas an die Oper in Oslo.
Jetzt etwas in das Zentrum. Fast alle tragen Mund-Nasen-Schutz. Mache ich also auch. Sicher ist sicher. Freundlich und respektvoll ist es auch.
Ich setze mich vor eine Bar und nehme einen Cortado – der ist heute mein Frühstück.
Dann geht es weiter durch die recht belebte Innenstadt. Die Markthalle wäre reizvoll, ich lasse sie aber lieber aus. Und ohne M* ist es eh nix wert.
Ich beginne zurück am Schiff Blog und Tagesvideo. Da wir um 14 Uhr auslaufen, möchte ich das Mobilfunknetz noch nutzen. Sonst gibt es gutes Internet erst wieder auf Madeira morgen früh.

Programm morgen: 7-17h oder 23h: Funchal / Madeira,
Gebucht: Levadawanderung und Camacha.

https://youtu.be/3huRQze_LiY

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Mo 22.11.2021 Kanaren #12 – La Gomera

Wir müssen einen Trimaran aus dem Hafen lassen, bevor wir in San Sebastian de La Gomera einlaufen können. Während ich mir das Rückwärtseinparken der Artania anschaue, telefoniere ich liebevoll mit M*.
Ich treffe H* beim Frühstück. Das ist bei Ausflugstagen Zufall, wird aber gern genommen. Meine ‚Wanderung im Nationalpark‘ startet um 08:50h mit zwei Bussen. Mein Reiseleiter ist Jose und er schnattert. Er erzählt viel Interessantes, ich bin aber heute mehr für Ruhe.
Das Wetter und die Sicht, sind fantastisch und der erste Fotostopp lohnt sich (Mirador de Roque de Ojila). Dann noch ein Stück und die Wanderung startet. Aber eigentlich bummelt sie. Jose bleibt an praktisch jeder Pflanze stehen und erklärt und erklärt. Ich würde lieber wandern. So stand es auf dem Zettel.
Der Wald hier ist nicht so zauberhaft, wie im Anagagebirge auf Tenerife, aber schlecht ist er auch nicht. Jetzt wandern wir mal ein Stück, bevor wir Bus 1 treffen und erstmal eine Pause machen.
Nach einiger Zeit sind wir dann den Hang hinunter und Jose entfernt das Gitter eines Weges, der in Bau ist, um da wieder hoch zu gehen. Jose ist wohl in Zeitnot geraten und will pünktlich am Schiff sein, er hat noch eine Gruppe heute Nachmittag zu führen.
Der Bauweg steigt recht ordentlich an und das Schnattern und die Gespräche sterben ab. Was für ein wunderbare Ruhe umgibt uns nun! Herrlich!
Oben am Hang ist ein Rasthaus und viele stürzen sich auf Kaffee und andere Angebote und ich frage mich, wovon sie wohl ausgehungert sind?
Ich stürze mich auf Finken. Es könnten Buchfinken sein, die sich auf Touristenkrümel stürzen. Putzige Tierchen. Das Tele liegt in der Kabine. Die ZV-1 muss reichen.
Dann geht es zur Laguna Grande, einer Waldlichtung mit Grillplätzen und einem Steinkreis.
Hinter der Lichtung ist der Parkplatz und Bus zwei fährt wieder schnatternd zurück.
Am Mirador ist nun Nebel und es fallen ein paar Tropfen. Glück gehabt heute früh.
Nach dem Mittagessen mit H* – sie hatte auch einen schönen Ausflug, gehts gleich ins Städtchen San Sebastian. Ich will dem postprandialem Knick entkommen.
Ich besichtige die schöne Kirche, gehe die Straßen rauf und runter und setze mich dann in den Park und rufe den Paten an. Wir bringen uns gegenseitig auf den neuesten Stand und erörtern die Weltlage und die Stöckchen und Hölzer. Nach über einer Stunde müssen wir weiter und ich habe auch einen Spar entdeckt und gehe nun LaGomerischen Käse kaufen. Das klappt und ich bringe die Beute nun frohen Mutes in meinen Kühlschrank an Bord.

Ich widme mich dann meinem Blog und dem Tagesvideo, als eine Durchsage auf die Kabine kommt. Was ungewöhnlich ist.
Der Kreuzfahrtdirektor sagt, es gibt eine Info auf Kanal 8 und wir möchten das Video bitte alle anschauen.
Okay. Kurzfassung: Es gibt 4 Impfdurchbrüche an Bord. Die Betroffenen sind isoliert und gehen morgen auf Tenerife von Bord. Bitte tragen Sie im Schiffsinneren Ihren Mund-Nasen-Schutz. Grund zur Panik bestehe nicht.

Ups. Alle an Bord sind geimpft. Wie das wohl passiert ist!? Nun ja. Wir sind weiter vorsichtig und hoffen, dass es nun nicht schlimmer kommt und wünschen Gute Besserung!

Abendessen wie immer und Kerlchenlektion VII. Wie nimmt man einen neuen WhatsApp-Kontakt ins Adressbuch auf und warum antworten T* und M* immer so schnell? H* hat jedenfalls mächtig Freude.

Ich schaue, dass ich Tagesvideo und Blog fertig bringe und rausjage, bevor das Mobilfunknetz in den warmen Atlantico plumst.

Programm morgen: 8-14h: Santa Cruz de Tenerife, nix gebucht. H* und ich wollen Schmuck kaufen. Hängt ein bisschen davon ab, wie weit der Laden von der Pier weg ist.

https://youtu.be/JWY17y1vi3A

Buchfink?

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So 21.11.2021 Kanaren #11 – Gran Canaria

Auch heute lasse ich mir den Sonnenaufgang nicht entgehen. Wir laufen gerade in Las Palmas de Gran Canaria ein. Eine große Stadt, ein großer Hafen. Die Mein Schiff 4 ist schon da. Auch die AidaMar liegt im Hafen.
Wir legen an und ich lasse den Trubel der Ausflügler von Bord, ehe ich mich nach einem Sonntagsfrühstück auch auf mache. Bis zur Kathedrale Santa Ana sind es über 5km Luftlinie, aber ich gehe es an. Einmal muss ich mir Wasser kaufen und bin kurz nach 12 in der Kathedrale. Es ist Gottesdienst, aber kein Domschweizer da, niemand verjagt mich – ich mag Toleranz. Die wenigen Touris, die in die Kirche kommen wissen sich zu benehmen und gehen nach ein paar Hinundherschwenk-Hochkantvideos still wieder.
Ich folge dem Gottesdienst. Hier darf mit Maske gesungen werden. Das ist wunderschön!
Zum Friedensgruß gibt es rundrum die Ghettofaust – das ist ja mal cool. Die Dame links von mir und die Familie rechts von mir geben mir die Faust, die kleine Tochter hat offenbar große Freude daran den großen grauen Mann zu boxen. So soll es sein!
Der Priester und ein Kommunionhelfer teilen Kommunion aus. Alles ruhig und mit Abstand – es sieht aus, als war es schon immer so.
Nach dem Gottesdienst besichtige ich die Kathedrale. Schon eine tolle und große Kirche. Hell, bunte Fenster und ein prächtiges Gewölbe.

Ich besichtige noch die Plaza de Espíritu Santo mit Springbrunnen, der auch Taubentränke ist.

Nun verspüre ich ein kleines Hüngerchen, welchen ich mit Queso a la Plancha – gegrilltem kanarischem Käse bekämpfen möchte. Ich finde eine abgeschmockte Kneipe, die Queso auf der Karte draußen hat und der Chef versichert mir, das sei der gegrillte Käse. Ich da rein – ich bin der einzige Gast. Queso hereño con mermelada kommt. Es sieht nicht aus, wie der Käse mit Mojo auf La Palma, schmeckt aber krass gut und es gibt warmes frisches Brot und Wasser sin Gaz dazu. Perfekt. Mit gutem Trinkgeld zahle ich 15€. Sicher besser, als an Bord.
Ich überlege ein Taxi zu nehmen und denke: Sport Sport Sport und gehe zu Fuß zurück. Es sind am Ende des Tages knapp 19km, die ich gelaufen bin. Damit bin ich zufrieden.
Ich beginne die Arbeiten an Blog und Video. Dann geht es mit H* zum Essen. Als alle weg sind mache ich H* „ein Internet“ und sie freut sich über WhatsApps und Videos und neue Katzenvideos. Es macht mir Freude, dass es ihr so eine Freude macht.
Jetzt warten wir auf das Ablegen und Auslaufen (wir müssen drehen im engen Hafenbecken) und was wohl Mein Schiff 4 und die AidaMar machen. Noch liegen alle schwer beleuchtet hier.

Programm morgen: 8-20: San Sebastián / La Gomera,
Gebucht: Wanderung im Nationalpark.

Cathedral de Santa Ana

Cathedral de Santa Ana

Cathedral de Santa Ana

Cathedral Santa Ana

Bitte recht freundlich

Casa de Colón

Las Palmas

Kunst

Warten auf das Ablegen.

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