Via mala und Rofflaschlucht

Wir verabschieden uns langsam. Heute am letzten Tag geht es nochmal zu den Wurzeln des Rheins. Dieses Mal ist es der Hinterrhein. Wir gehen zwar nicht zur Quelle, aber zu den schönen Stellen seines Ursprunges.
Die Via mala (schlechter Weg) war schon für die Römer der Zugang zum San Bernardino Pass. Eine schmale Schlucht, durch die sich das Wasser presst.

Zwei Brücken strecken sich über die Via Mala

Für Touristen gangbar gemacht

Das Wasser hat schöne Strukturen geschaffen

Wir fahren weiter den Fluss hoch bis zur Rofflaschlucht.

Der Weg wurde vor etwa 100 Jahren mit dem Handbohrer und Sprengladungen gebaut..

Der Weg geht bis unter den Wasserfall. Wir sind also unter dem Rhein durchgelaufen…

Holzbrücke über den Stausee

Brienz verabschiedet sich stilecht….

Wir sagen auch tschüss und of wederluegä.

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Bergün – Filisur

Der gestern begonnene Bahn-Erlebnisweg Albula wird heute fortgesetzt. Wir starten in Bergün und laufen weiter das Tal hinab.

Blick zurück nach Bergün

Wir klettern, statt zu Tal zu laufen, um einen Felsen an einer Engstelle zu überklettern. Dadurch bekommt man wieder schöne Blicke runter auf Bahn und Straße.

Die Straße klebt am Felsen

Links oben die Bahntrasse, im Tal die Straße und die Albula. Man stelle sich vor, die Bahntrasse wurde vor 100 Jahren gebaut. Die Ingenieure mussten durch den Wald kraxeln, um die beste Route zu ermitteln.

Steinschlagsicherung aus Bahnschienen. Diese sichern die Bahn, nicht den Wanderer…

Schöne Fichten-Oma. Hier gibt es keine sichtbaren Probleme mit Borkenkäfern

Bergambiente

Viadukt

Alte Holzbrücke. Alle diese Schätzchen halten auch Autos aus!

In Filisur angekommen ergibt der Fahrplancheck ein Zeitfenster von 17 Minuten, bis der Zug eintrifft. Wir sind aber noch unten am Fluss, der Bahnhof ist ganz oben am Dorfrand. 82 Höhenmeter und quer durchs Dorf. Wir geben mal so richtig Gas und erreichen den Bahnhof exakt mit Eintreffen des Zuges. Da können wir stolz auf uns sein und werden uns deshalb die zweite Hälfte der Nusstorte gönnen…

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Preda – Bergün

Heute fahren wir mit dem Auto nach Bergün, steigen dort in den Zug bis nach Preda. Das ist eine Station bergauf, die Strecke mit den Kehrtunnels und Schleifen. Von dort laufen wir wieder bergab und können so schöne Stellen der Zugstrecke in Ruhe ansehen und ablichten.
In Preda ist Grossbaustelle, der Albulatunnel wird neu gebaut. Überall Förderbänder und Absperrungen. Und riesige Abraumhalden mit Schotter.

Der Weg ist – wie hier überall – bestens markiert und beschildert. Wir schlendern also bergab, machen häufig Fotopausen und welche, um den Ausblick zu genießen. Ab und zu streikt auch das Knie und freut sich auch über eine Pause. Wir lassen uns viel Zeit.
Das schmale Tal wird belegt von der Albula, der Zugstrecke, der Straße, Stromleitungen und dem Wanderweg. Interessante Mischung.
Die Paßstrasse zum Albulapass ist im Winter gesperrt und wird zur Schlittelbahn. Mein Wanderführer hat diese natürlich schon getestet. Lustig wird es in den 180 Grad Kehren. Er nennt sie die Schlitten-Sammelstellen….

Passstrasse/ Schlittelstrecke

Im Tal wird es ziemlich dunkel. Die Wetter App hat gesagt, es regnet nicht. Also keine Sorgen und weiter.

Wolken und Berge

Wir kommen zu einem Viadukt. Der Fahrplan wird geprüft, bald kommt ein Zug. Also warten wir auf unser Fotomotiv.

Ich stelle fest, dass die Handys schöneres Wetter aufnehmen, als es wirklich ist. Tatsächlich wird es immer dunkler.

Wir halten an einer Stelle, an der man zwei Etagen der Zugstrecke sehen kann und warten auf den Zug. Erst fährt er oben entlang, in den Kehrtunnel und kommt dann unten wieder raus. Sehr schön!

Fluss, Straße und Bahnstrecke teilen sich elegant das Tal

Es wird immer dunkler. Ein paar Tropfen fallen. Kann nicht so schlimm sein…

Das letzte Bild der Tour

Wir fotografieren einen Bach, der durch ein gefaltetes Bachbett tröpfelt. Von oben tröpfelt es nun auch etwas stärker. Wir laufen weiter. Es fängt an zu regnen. Wir haben der Wetterapp geglaubt und sind in Tshirts unterwegs. Also stellen wir uns unter einen Baum. Es regnet nun ganz ordentlich. Peterr checkt die Lage auf dem Handy. Kein Problem. Hört bald wieder auf. Es sieht aber nicht sehr freundlich aus. In keine der Richtungen. Okay. Der Test weiterzulaufen wird ganz schnell beendet, wir flüchten wieder unter den Baum. Es blitzt. Rrrrums. Noch weit genug weg, um sich keine Sorgen zu machen. Aber Gedanken. Was tun? Im Wald, in den Bergen, Gewitter…. nicht gut. Wir tun nix. Stehen letztendlich fast eine Stunde unter dem Baum bis wir völlig durchgeweicht sind. So sind wenigstens noch die Füße etwas trocken. Wir machen Witze über unsere Dummheit: was passiert, wenn der Blitz in uns einschlägt? Zack. Trocken.
Als es weniger regnet, laufen wir weiter. Zwei begossene Wanderer. Peinlich. Zum Glück kommt uns niemand wohlausgerüstet und trocken entgegen. Wir laufen schnell, damit wir nicht auskühlen. Das Knie ist gnädig mit mir und lässt mich.
In Bergün beschließen wir, den örtlichen Bäcker zu besuchen, damit er uns mit seinen Produkten trösten kann….

Ab ans Kaminfeuer mit Kaffee und Nusstorte.

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Lai da Tuma

Der Rhein entspringt zweimal. Eine der Quellen ist der Tomasee am Oberalppass. Das sehen wir uns heute an.
Mit dem Auto fahren wir bis fast zur Passhöhe, dann laufen wir einen Pfad parallel zum Hang weg von der Passstraße. Es ist jedes Auto und vor allem jedes Motorrad zu hören. Der Schall setzt sich sehr erfolgreich weiter bis zu uns fort, obwohl wir immer weiter entfernt laufen.

Die Passstrasse und der Weg

Weiter oben

Der Tomasee

Hier fließt der See ab. Also quasi der junge Rhein. Mit fünf Schritten ist man rüber…

Maighelshütte weiter weg…

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Rheinschlucht

Gutes Wetter ist angesagt, es hält sich an den Plan. Wieder stehen wir mit dem ersten Glockengeläut, das wir so wahrnehmen auf. Ich finde, unsere Kirche könnte auch mal die Uhrzeit schlagen.
Wir halten uns streng an den Zeitplan, der am Vorabend beschlossen wurde und betrügen ihn glatt um 15 Minuten, die wir schneller sind, als er. Sachen gepackt und auf ins brave Autochen. Wir fahren das Albulatal zurück bis nach Reichenau. Hier vereinigen sich Vorderrhein und Hinterrhein zu Vater Rhein:

Wir werden heute in der Rheinschlucht Wildwasserfahren.
Dazu parken wir in der Nähe der Vereinigungsstelle, zahlen brav die Parkgebühren für den Schotterplatz (hier gibt man das Kennzeichen in den Parkomaten ein – Sachen gibts….) und schlendern zum Bahnhof. Da wir dem Zeitplan ein weiteres Schnippchen geschlagen haben und jetzt etwa 40 Minuten Vorsprung auf ihn haben, ist locker noch Zeit für einen echten Kaffee drin.
Dann fahren wir mit dem Zug die zu paddelnde Strecke den Vorderrhein hinauf – quasi schon eine Vorerkundung.
Am Bahnhof werden wir von sportlichen jungen Männern erwartet, die uns zum Ort des Geschehens bringen. Einweisen, zahlen, umziehen, ausrüsten und ab in die Boote. Mit Neopren, Schwimmweste und Helm bekleidet, klettern wir zum Fluss hinab und besteigen zu zehnt die Boote Modell Hippo. Dann warten wir auf mehr Wasser. Wirklich. Das Kraftwerk oberhalb wird gebeten, mehr Wasser durchzulassen, damit wir nicht an jedem Stein hängenbleiben. Wir lernen ein paar Kommandos – vor, zurück, nur links zurück, ab ins Boot vom charmanten scottish man, der unser Boot führt. Er sagt, seine Kommandos seien alle german, kommandiert dann aber doch fast nur english. Keinen störts. Wir paddeln los „forward“ und bleiben gleich an einem Stein hängen. Wir finden es lustig, er ackert und kommandiert, bis wir wieder runter sind. Seine Kollegen in den anderen Booten amüsieren sich…

Es folgt ein „rapid“ namens Romeo und Julia. Wir kurven erfolgreich um die beiden Steine.

Es macht wirklich Spaß und niemand bleibt trocken. Das liegt weniger am Fluss, als an den Paddlern in den anderen Booten.

Da es langsam wirklich warm wird, und wir gut eingepackt sind, dürfen wir auch mal schwimmen gehen. Ich verzichte – als einzige – und darf mir natürlich dazu Kommentare anhören.

Ist mir egal, ich friere halt extrem ungern….
Nach etwa drei Stunden haben wir das Ziel erreicht. Tolle Erfahrung.
Wir steigen ins geparkte Auto um und fahren die Schlucht nochmals mit dem Auto ab. Von oben sieht das Ganze auch wirklich toll aus, von unten hat es mir besser gefallen. Leider geht Paddeln und Knipsen nicht gleichzeitig. Jedenfalls nicht mit der vorhandenen Technik.

Die Reinschlucht noch von oben…

Und die Rheinschleife

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Zugfahrt mit Aussicht

Heute fahren wir mit der Rhätischen Bahn quer durch Graubünden von Tiefencastel bis nach Poschiavo im Puschlav. Das Besondere daran ist, dass der Zug über 1400 Höhenmeter überwindet. Das gelingt mit vielen Brücken, Viadukten und Kehrtunnel. Diese Tunnel schrauben sich durch den Berg, um Höhe zu gewinnen. Die Aussicht ist sehr abwechslungsreich und wunderschön….

Belohnung fürs frühe Aufstehen…

Morgenstimmung am Bahnhof Tiefencastel

Überquerung des Landwasserviaduktes

Fahrt im Cabrio Güterwaggon

Palügletscher

Bernina Gruppe mit Morteratschgletscher

Erschreckend wenig Eis übrig

Piz Bernina 4049 Meter

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Kammwanderung

Impressionen von einer wunderschönen Wanderung vom Piz Scalottas zum Piz Danis.

Rechts der Piz Scalottas, 2324m

Blick ins Tal gen Lenzerheide

Im Westen die Wolken, die zum Kamm hochziehen

Im Osten keine Wolken

Blick zurück

Der Bergführer voraus

Wolken im Westen

Licht und Schatten

Das Wetter ändert sich plötzlich…

Von links nach rechts Piz Ela, 3339m
Corn da Tinizong (Tinzenhorn), 3173m
Piz Mitgel, 3157m

Danke lieber Peterr für die wundervolle Wanderung und die schönen Bilder!

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Zwei Pässe

Der Hausberg ist vom Nebel verschluckt, die Wettervorhersage bestätigt diese Beobachtung. Also erst einmal gemütliche Morgenroutine. Die Kaffeemaschine lässt sich mit Tricks zur Zusammenarbeit bewegen, was uns zwei Kaffeetanten erfreut.

Es muss eingekauft werden, wir fahren nach Savognin, um Kühlschrankfüllung zu besorgen. Ein Körbchen voll mit edlen Leckereien wird zum Auto befördert, dann geht es weiter das Tal hoch zum Marmorera Stausee. Hier wird mit ausgeklügelter Technik Strom für Zürich erzeugt. Stolze 480 Meter Höhenunterschied werden hier mithilfe von Stollen und angezapften Bächen genutzt. Der Generator ist nicht einfach nur in der Staumauer.
Wir turnen auf den dicken Steinen der Staumauer herum und genießen die Aussicht.44126EE7-D1D5-40F1-9A8A-F6CC53F7F0B8

Dann geht es Richtung Julierpass. Mein Bergführer schraubt das kleine Auto gekonnt durch die Kurven. Alles, was uns an Autos so entgegenkommt ist dreimal so fett und zehnmal so teuer. Offensichtlich ist hier viel Geld unterwegs.

Auf der Passhöhe auf 2284 Metern parken wir und ich staune über seltsam schöne Gebäude. Tatsächlich handelt es sich um ein rostfarbenes Theater und einen goldenen Treppenturm, der an die Bündner Emigranten erinnert. Wir starten den unausgesprochenen Fotowettbewerb, den Peterr ganz locker gewinnt.

 

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Treppenturm

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La Torre Babilonia, Julierpass


Im Fels sind Verteidigungsanlagen des Militärs für den Pass versteckt. Wir lästern ein wenig ab, weil sie so geschickt getarnt sind…. Etwas quietscht und pfeift. Meine ersten Murmeltiere, die von etwas oder jemanden aufgeschreckt wurden. Leider haben wir – da die Tour ungeplant war – kein Fernglas dabei, um sie zu suchen. Mit dem bloßen Auge sehen wir sie jedenfalls nicht….
Spannend ist hier noch, dass ein Regentropfen auf dieser Seite des Passes in die Nordsee fließt, auf der anderen Seite aber ins schwarze Meer – Wasserscheide!

Wir fahren weiter den Pass Richtung schwarzes Meer hinunter. Nebenbei kommen wir in St Moritz vorbei. Wieder lästern wir ein wenig. Unser Dorf ist eindeutig schöner, ruhiger und vor allem Snobfrei!
Hinter St. Moritz geht es links wieder in die Berge. Es ist ein Strässchen, kaum so breit, das zwei Autos aneinander vorbeipassen. Ich muss an meine Mutter denken, die solche Fahrten nie genießen konnte. Ich kann es!
Wir schrauben uns zum Albulapass auf 2315 Metern hoch. Es fängt wieder an zu regnen. Mehrere Radfahrer quälen sich im Regen den Berg hoch, sie haben unser Mitgefühl und unseren tiefsten Respekt. Ich würde streiken, bei diesem Programm… Ein Raubvogel zieht seine Kreise, mein Naturführer weist mich darauf hin und hält am Rand an. Knips. Ein Bartgeier! Nicht nur mein erster, auch der Bergführer hat solch einen noch nicht gesehen!

Der Tag endet mit einem Kontrollrundgang durchs Dorf. Der Kirchturm bleibt weiter schief, die Sonne scheint jetzt warm und wunderschön. Es könnte uns schlechter gehen….

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Die Albula

Die Turmglocke von Brienz schlägt 9. Kurz darauf ist es auch in Surava 9 Uhr. Das überzeugt uns, wir stehen auf. Nach dem schon fast traditionell feudalen Frühstück brechen wir auf zu neuen Taten. Es geht mit dem Auto (anders kommt man hier nur mit dem Postauto oder zu Fuß weg) ins Tal nach Alvaneu. Wir möchten an der Albula entlang wandern.
Gleich zu Anfang gibt es einen Wasserfall, den Schaftobel. Wir kraxeln durch den Wald den Berg rauf und stellen fest, dass der Weg nicht zum gewünschten Ziel führt. Also geht es ein Stück quer durch den Wald. Und dann noch etwas das Bachbett hinauf. Eine schöne Aussicht ist der Lohn.
Hier liegen dicke Kunststoff- Wasserleitungen im Bach. Eine ist total zerknittert. Ich bin beeindruckt von der Naturgewalt, die dieses Rohr zerstört hat.

Nach knips- und Staunpause geht es wieder runter. Ich fülle noch schnell meine Trinkflasche mit dem kalten Wasser. Mein Tourguide winkt ab. Wieso? Das Wasser kommt von der Alp, man weiss nicht so genau, was drin ist…. Okee. Wandere ich mit leerer Flasche weiter.

Der Weg schlängelt sich neben der Albula durch den Wald. Peterr erzählt, dass auf dem Weg im Winter eine Schlittschuhbahn gemacht wird (Skateline Surava Albula). Wir überlegen, wie das technisch gemacht werden könnte: Schnee planieren, Wasser drauf, dann mit der Eismaschine drüber. Wir liegen richtig: im Wald finden wir später einen Brunnen und einen Schuppen mit einer Eismaschine…. Es ist sicher sehr schön durch den verschneiten Wald zu skaten… Interessant war auch die Schneekanone, die dort rumstand:

Wir klettern kurz ins Bachbett. Das Wasser ist etwas milchig und türkis. Schöne rundgeschliffene Steine. Ich könnte sie alle mitnehmen….

Wir wandern unter Brienz durch, man kann sehen, wie schief der Kirchturm steht. Oberhalb vom Dorf ist die Rutschung gut zu sehen. Der ganze Berg macht sich selbstständig….

Dann ist der Weg gesperrt, was uns nicht wirklich aufhält. Zack um die Absperrung rum. Kurz darauf sehen wir, warum. Auch hier hat sich der Berg ins Tal verabschiedet. Wir kraxeln offroad den Hang hinauf und hinüber, um einen grösseren Umweg zu vermeiden.
Nach etwa 10km treffen wir in Tiefencastel, unserem Ziel ein. Das Postauto bringt uns zurück zum Auto.

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Landwasserviadukt und erste Höhenmeter

Der Tag startet gemütlich. Im Tal ist es nebelig, die Wettervorhersage ist nicht sehr gnädig. Naja.

So schlafen wir aus ich mache meine Kniegymnastik, Peterr liest die Zeitung. Die Kapselmaschine verweigert die Zusammenarbeit, so werden die Kapseln aufgeschnitten und der Kaffee so aufgeschüttet. Man darf doof sein, muss sich aber zu helfen wissen. Während ich die Knie dehne, wird in der Küche gewerkelt und ein feines Frühstück gezaubert. Wir genießen sowohl das Essen, als auch ein mega Panorama. Die grossen Fenster sind großzügig mit Kinderpatschehänden dekoriert worden, wir suchen nach Zeitung und Putzmitteln, damit der Panoramagenuss etwas ungestörter gerät. Aber nur kurz. Lieber folgen wir der Empfehlung der Ein-Mann-Planungskommission (Einheimische sind eindeutig schlauer im Abwägen von Wetter- und Kniefaktoren, berechnen von Höhenmetern und so Zeugs) und machen uns dann mal auf den Weg. Mit dem Auto geht es das Tal hinauf. Wir spazieren zum Landwasserviadukt. Kurz bevor es ins Sichtfeld gerät, spurtet meine Begleitung los. Ein Zug! Da er eh die besseren Bilder macht und meine Knie momentan die reibungslose Zusammenarbeit verweigern, lasse ich ihm den Vortritt. Zu spät. So spazieren wir in Ruhe hin und knipsen erst einmal zuglos. Die hier gezeigten Bilder sind übrigens von Peterr und von mir.

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Peterr checkt online den Fahrplan, wann der nächste Zug kommt. Wir haben noch Zeit und laufen weiter unter dem Viadukt hindurch. Der nächste Zug fährt durch, ohne von uns abgelichtet worden zu sein. Ich lästere über die schweizerische Pünktlichkeit, er nimmt’s gelassen. Jetzt warten wir einfach, bis ein Zug vorbeikommt. Der ist dann „unserer“…

Dann fahren wir das Tal weiter hoch. Die Straße klebt an der Felswand, es wird kuschelig eng. Kurvig schrauben wir uns den Berg rauf. Viele Motorradfahrer heizen mit uns, der kleine Fiesta gibt alles. In Bergün halten wir an, um Brot zu kaufen. Das Dorf ist soo schön, ein Brunnen in der Mitte des Dorfplatzes spendet kaltes Wasser für unsere Trinkflaschen.

Wir fahren bis zum Sessellift, der uns auf luftige Höhen bringt. Das Wetter hält sich nicht an die Wettervorhersage, die Sonne lacht. Im Tal ist ein Schießstand des Militärs. Jedesmal, wenn es knallt, hallt der Schuss und seine Echos durch die Täler. Irre Geräusch. Wie würden wohl die Flittarder Schwerkaliber klingen?

Oben angekommen müssen wir uns erst einmal in der Hütte stärken.

Dann wandern wir gen Alp Darlux. Da ja die Knie bockig sind, machen wir langsam und ich horche immer mal wieder ins Innere meiner Extremitäten. So bekomme ich ein gemäßigtes Tempo geboten. Das merke ich mir, einfach humpeln und schon geht es langsam und vorsichtig. Guter Plan. Wir machen Päuschen und ich staune kräftig und genieße noch mehr. Im Hang stehen lotrecht Bergkühe mit zwei langen und zwei kurzen Beinen und ihre Glocken machen tolle Berggeräusche für mich. Eine Wiese hat extra den würzigen Kräuter-Bergduft aufgelegt. Ständig denke ich an die blöde Werbung: „….wer hat’s erfunden?“ Alle Minute sieht man ein neues Fotomotiv. Seufz.

Es türmen sich Wolkenberge auf, wir blasen zum Rückzug.

Der Abstieg macht den Knien Mühe, ich freue mich auf die Rückfahrt im Lift. Mein erstes Höhentraining bis 2282 Meter endet erfolgreich. Natürlich bin ich nur einen kleinen Teil von etwa 300 Höhenmetern rauf und runter gelaufen, aber die hab ich gut hinbekommen.

Den Rest des schönen Tages genießen wir im Häuschen. Mit frisch geputztem Ausblick.

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