Tag 2 – Geirangerfjord

2. Tag – Geirangerfjord

Kein Tag kann schlecht werden, der mit vier Eiern und Speck beginnt. Oder? Jörg, der Informationsspezialist und ich schaufeln, wie verabredet ab 8 Uhr. André, der Ruhige ist noch weiter ruhig und stößt erst zu uns, als wir das Schiff pünktlich um 8:45 verlassen, um uns Ålesund anzuschauen. Da wir nur 45 Minuten haben, flitzen wir zu berühmten Schwanenjugendstilapotheke. Viel schöne als „die Pflicht“ sind die Häuschen am Hafen, die sich im Wasser spiegeln. Ein blauer Himmel lacht uns und wir trinken den Kaffe in unseren Kaffeebechern, machen Bilder und dumme Witze über die Liebe, SMS und wunde Finger.

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Wieder auf dem Schiff, begleite ich André zum Frühstücken, was noch bis 10 Uhr möglich ist. Derweil legt die M/S Trollfjord ab und macht sich auf die Fahrt zum Geirangerfjord. Wir schlängel uns durch die Landschaft. Die Berge, die noch schneebedeckt sind rücken immer näher. Die Sonne glitzert auf dem Wasser, Möven umkreisen uns ab und zu. Ein paar Fähren kreuzen unseren Weg, machen sich aber schnell aus dem Staub, als wir kommen. Mit den Hurtigruten legt sich niemand an. Wasserfälle rauschen die Felsen runter, jedes Schneefeld speist einen. Einsame Höfe kleben an den steilen Felswänden, da kommt man nicht mit dem Auto hin, nur zu Fuß und mit dem Boot. Einige sind verlassen, andere werden bewirtschaftet. Wunderbares Lichtspiel in den wenigen Wolken und auf dem Wasser. Unglaublich viel Schönheit zieht langsam vorbei. Jörg, der Informationsspezialist und ich stehen auf Deck 6 etwa an der Stelle, die der berühmten Titanic-Szene am Bug am nächsten kommt. André der Ruhige ist verschwunden.

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Als wir in den Geirangerfjord einbiegen, wird es voll an Deck, die Panoramafenster-Strickjacken-Fraktion stößt zu uns ins Freie. André, der Ruhige taucht auch gut gelaunt auf. Vor uns löst sich eine Lawine und rauscht den Berg runter. Schnee und Steine rumpeln zu Tal, kommen aber nicht bis zum Fjord. Wir passieren die sieben Schwestern, einen berühmter Wasserfall und dann sind wir auch schon am Ende des Fjords. Jörg und ich gehen unter Deck, denn wir werden ausgebootet und gehen mit ca. 60 anderen Personen an Land. Als wir das Shuttleschiff verlassen, ist die M/S Trollfjord schon fast verschwunden. Mit vier Bussen halten wir an einem überflüssigen Fjordcenter und fahren dann in engen Serpentinen die steilen Felswände hoch. Wir halten an der best möglichen Stelle und ich schaue und genieße den Blick auf das Städtchen Geiranger und auf den Fjord. Eine kenntnisreiche Reiseleiterin aus Köln (sie sagt nicht, was sie nach Norwegen verschlagen hat) erzählt uns alles über Bauernhöfe, Viehwirdschaft, Wasserkraft, Schnee und Trollstiegen. Wir halten noch ein paar mal, um dann auf dem Hausberg Aksla in Ålesund eine letzte Schau- und Fotorunde einzulegen.

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Eine kurze Stadtrundfahrt mit Geschichten über Kaiser Wilhelm II, der nach dem Brand 1904 Hilfe und Jugendstilarchitekten schickte, beschließt den Ausflug. Dann fix an Bord und gleich zum Essen. So viele Eindrücke, so viel Schönheit strengt an. Wir genießen: Klippfisch und Olivensalat, Limetten-Knoblauch-Vinaigrette. Liebstöckl Hühnchen, Gemüse Risotto, Apfel-Linsen-Soße, Frittierte weiße Schwarzwurzeln. Käsekuchen mit Beeren. Der Geschmack bekommt eine Eins, die Menge ein Drei. André entpuppt sich bei der gepflegten Kommunikation als Schiffexperte. Er erklärt uns die vorbeifahrenden Schiffe und unterscheidet dabei drei Typen: Domspatz, Spezialschiff und Spezialschiff. Wir müssen uns den Bauch vor Lachen halten. Die TischnachbarInnen schauen irritiert.

Noch eine Runde an Deck, denn die Sonne feiert den Tag mit einem gelben Rand am Horizint. Die Schären stehen schwarz gegen das goldenen Wasser. Caspar David Friedrich hätte den Pinsel geschwungen, ich drücke den Auslöser.

21:30 Uhr Ankunft in Molde. Nach einem kurzen Spaziergang zur M/S Lofoten, die südgehend hier auch festgemacht hat, besuchen wir die Bar auf Deck 8. Dann steht Blog-Schreiben auf der Tagesordnung.
Mist! Das Internet ist weiter bloody slow. 01:30 Uhr, wir kommen gerade nach Kristiansund. Ab ins Bett!

  • Schritte: 13441.
  • Temperatur: 7 Grad.
  • GnmblusSkkkkF*

Ausblick auf Tag 3 – nordgehend

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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Eine Antwort zu Tag 2 – Geirangerfjord

  1. Seiffert Winfried schreibt:

    Lieber Florian, am Trollstieg ganz oben, habt Ihr da keine >Trolle< gesehen?? Der heißt doch deshalb Troll-Stieg!
    Wenn Ihr keine Trolle gesehen habtr, dann besuch mich, ich habe eine Trollin hier, die hat mich hierher begleitet. Dein
    Daddy

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