Nazareth

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Die Laudes ist ein Segen für Israel. Es regnet zum Morgengebet um 6:30 in Strömen und Israel braucht dringend Wasser. Der Spiegel des See Genezareth ist um 5m zu tief. Und so ist der Regen ein Segen. Und wir freuen uns, beten nicht unten am See, sondern auf der Terasse.
Nach dem Frühstück gehts nach Nazareth. Schon in Kana (das mit der Hochzeit und Jesus‘ erstem Wunder), gibt es drei Kirchen, die von sich reklamieren: „exactly here it was“! Was nun? Der Naturwissenschaftler will eine Stelle: die Richtige, die Exakte, die wo genau das Hochzeitsfest war.

In Nazareth ist es auch so, wie in Kana. Es gibt die Stelle am alten, historischen Brunnen. Dort, sagen die Orthodoxen, ist der Engel Maria erschienen. Yossi, unser einheimischer Führer sagt: Der Brunnen ist authentisch, es kann als sicher angenommen werden, dass in dem kleinen Dörfchen Nazareth Maria an diesem Brunnen war. Aber, ob hier der Engel erschienen ist? Wer weiß …
Einige hundert Meter weiter steht die Verkündigungsbasilika. Genau hier war es, sagen die Katholiken. Mist! Was nun?

Wir feiern in der Krypta der Basilika eine heilige Messe. Mehreren von uns kommen die Tränen, aber hier ist ein guter Platz, Sorgen, Schmerzen, Wünsche oder Leid loszuwerden. Und da ist es plötzlich nicht so wichtig, ob der Engel Maria nun genau hier erschienen ist. Es reicht die Gewissheit, das wir hier Maria sprechen können. Vielleicht leichter oder intensiver sprechen können, als anderswo. (Was an uns liegt, nicht an Maria.)
Ich bin ganz fertig nach der Messe, war ne Menge zu erledigen …
Zur Ablenkung lichte ich alle Marienbilder der Kirche ab, viele Länder haben eins geschickt. Eine mandeläugige Maria aus China, eine mit echten Perlen aus Japan, eine mit dunkler Farbe aus Afrika. Traumhaft. Es zeigt, wie sehr Maria die Mutter aller Menschen ist.

Wir singen noch in der Josefskirche, was mir gefällt. Josef wird immer etwas unterschätzt, oder?
In Kana gibt es Falafel zum Mittagsimbiß. Erneut sehr lecker. Keiner fragt, wo genau es war.

Die geplante Fahrt zu einer der Jordanquellen, wird geändert und wir fahren zum Berg Tabor, wo die Verklärung Jesu war. Taxis fahren uns hoch, weil der Bus das steile Sträßlein nicht schafft. Oben gibt es eine Basilika mit klasse Akustik. Wir singen, was gut ist, denn „mehr als Worte sagt ein Lied“. Der Ausblick ist gut, aber wegen der Regenwolken wären kleine Verbesserungen möglich. Niemand beschwert sich, ich auch nicht.

Zurück in unserer Unterkunft im Pilgerhaus Tabgha, machen wir noch einen kleinen Spaziergang zur Brotvermehrungskirche. Sie ist besonders schön im Abendlicht.

Ich setze mich an die Bar, genieße den Blick auf den See, nehme ein Bier und fange diesen Bericht an. Ein Regenbogen zeigt sich über dem See. Ein schöner Abschluss für einen weiteren tollen Tag.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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Eine Antwort zu Nazareth

  1. Angelika T. schreibt:

    Tabgha am See Genezareth…

    Friede – Stille – Gnade

    Die Frucht der Stille ist das Gebet.
    Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
    Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
    Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
    Die Frucht des Dienens ist der Friede.

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