Brotvermehrungskirche

Der Tag startet erneut mit Segen vom Himmel und so findet die Laudes erneut auf der Terasse statt. Beim Frühstück erreicht uns die Nachricht, dass Josef Meyer unser alter  Flittarder „Ehrenbürgermeister“ am Samstag gestorben ist. Wir gedenken seiner im Gottesdienst, den wir zum Thema Brotvermehrung gleich in der Kapelle des Pilgerhauses feiern. RIP

Danach starten wir mit dem Bus zur Kirche der Seeligpreisungen. Hier ist es richtig voll. Eine besondere Stimmung will bei mir nicht aufkommen. Zu voll, zu hektisch, auch die Kirche ist innen für mich nicht besonders reizvoll. Die Lage mit Blumen, Wiese und blühenden Bäumen, hoch über dem See ist allerdings traumhaft. Die Zeit reicht leider nicht, sich gute Bilder zu erlaufen.

Wir besuchen Kafarnaum. Hier hat Jesus drei Jahre gelebt, Wunder gewirkt, gelehrt, gebetet. Hier ist praktisch alles heiliger Boden. Man muss sich die vielen Menschen wegdenken und sich konzentrieren, dann merke ich ein bisschen, wie besonders es ist, hier zu sein. Ich schaue lange auf den heute etwas rauen See. Hier fing alles an. Das was ich heute sehe, hat Jesus, hat Petrus schon vor gut 2000 Jahren gesehen. … Die Zeit ist um. Es reicht noch für einen schnellen Blick in die sehr schöne Kirche über dem Haus des Petrus.

Wir fahren bei Schauern und dunklen Wolken in den Golan. Wir passieren das Hula-Tal, aber wir sehen keine Zugvögel auf der Rast. Wir fahren zum antiken Caesarea Philippi hoch. Hier ist eine der drei Jordanquellen. Am Fuß einer mächtigen Felswand entspringen viele starke Bäche, die doch schon ein ordentliches Flüsschen geben. Hier füllen sich viele von uns Jordanwasser ab. Mir fällt kein guter Grund ein … ich fülle nichts ab.
Nach einer Mittagspause bei einem drusischem Imbiß, geht es zur syrischen Front und Yossi erzählt vom Krieg. Es ist still im Bus und das bleibt es lange.

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Letzte Station ist an der Kirche der Brotvermehrung. Wir haben als Gast heute Meister Wolfgang und seinen Sohn dabei. Er hat vor vielen Jahren das sehr sehr alte Mosaik der Kirche renoviert und restauriert. Er berichtet so ganz anders als die Reiseführer. Hoch interessant.

Der offizielle Teil endet hier, ich gehe aber mit Peter und Meister Wolfgang nochmal zu Fuß zur Brotvermehrungskirche. Um 18 Uhr ist Vesper, das Abendgebet der Kirche. Wunderschöner Gesang von 6 Mönchen und einigen Gästen. Mir gelingt es nicht, dem Vesperbuch die richtigen Stellen zum Mitbeten und Singen zu entlocken, das ist deutlich zu kompliziert.
Macht nichts. Ich habe genug eigene Bitten und Wünsche mitgebracht. Die ich hier vor den Altar legen kann.

Das Licht, der Gesang, die fehlende Hektik tuen mir gut.

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Die Bilder zeigen den Golan Richtung Syrien und das weltberühmte Mosaik der Brotvermehrungskirche.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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