Masada

Es ist dunkle Nacht, als der Muezin zum Gebet ruft. Kurz darauf klingelt das Telefon zum Wecken, es ist 4:45. Frisch aufgesprungen, eine neuer Tag wartet!
Nach einem prachtvollen, arabischen Frühstück, sitzen wir um 6 Uhr im Bus. Ali singt ein arabisches Geburtstagslied, denn Cecilie hat heute Geburtstag. Alle gratulieren herzlich, Elisabeth überreicht ein Geschenk.

Wir verlassen Petra und genießen den Sonnenaufgang in der Wüste. Etwas ganz besonderes.
Die Sonne steht schon eine handbreit über dem Horizont, als wir die Laudes erklingen lassen. Wurde ja auch Zeit.

Wir fahren Richtung Amman, dann zur Allenby-Brücke bzw. König-Hussein-Brücke, die über den Jordan führt und die Grenze darstellt. Schlimm, dass jede Seite die Brücke anders nennt. Wir verabschieden Ali, der uns ein guter und kompetenter Reiseführer in Jordanien war.

Über den Übergang darf ich nicht sprechen und wir schweigen dazu zwei Stunden😉

Yossi und Jamil begrüßen uns mit dem Bus und wir fahren ein Stück runter zum toten Meer. Die Ultraharten gehen ins Wasser, die Harten beginnen einen Marathon, um Kosmetik, Nahrung und sonstige Mitbringsel zu kaufen.

Um 14 Uhr fahren wir nach Masada, der Felsenfestung, wo im Jahr 73 n. Chr. insgesamt 973 Sikarier von einer Übermacht römischer Legionäre der X. Legion unter dem Befehlshaber Flavius Silva belagert wurden und lieber in den Freitod gingen, als von den Römern besiegt zu werden. Yossi berichtet uns die Geschichte, als wir mit der Seilbahn hochgefahren sind. Er bittet mich die letzte Rede des Anführers Eleazar ben-Ya’ir an seine Leute vorzulesen.

„Ein ruhmvoller Tod ist besser als ein Leben im Elend“. 

Es läuft mir kalt den Rücken runter, als ich mir klar mache, dass hier an DIESER Stelle das Original dieser Rede vor knapp 2000 Jahren gehalten wurde. Hu!
Ich meine auch bei Yossi hinter all seiner Professionalität doch starke Bewegtheit zu spüren. Ein wichtiger Fixpunkt für den Freiheitswillen Israels.

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Yossi berichtet, dass man ein Massengrab bei den Ausgrabungen gefunden habe. Über 600 Skelette von Frauen, Kindern und Männern. Er zeigt uns den Hügel neben der römischen Rampe, auf dem sie nun bestattet sind.

Yossi führt uns durch die Ausgrabungen und Rekonstruktionen. Dann geht es über die römische Rampe nach unten, wo unser Bus wartet. Von hier aus wird nochmal die Dimension der römischen Rampe klar und mit was für einem gewaltigen Willen Rom siegen wollte. Und dann geht das auf diese Weise „schief“ und die Freiheitskämpfer gewinnen doch irgendwie…
Ich besuche beim Abstieg noch das Grab der Freiheitskämpfer auf dem Hügel.
Masada leuchtet mächtig in der Abendsonne und ich bin ziemlich schweigsam.

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Wir fahren in der „golden Hour“ durch die Wüste nach Arad. Ich genieße die Berge, das Licht und die Ziegen- und Schaffenden, die vorbeiziehen.

Endstation ist heute mitten in der Wüste das Hotel Inbar – Arad.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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Eine Antwort zu Masada

  1. Jörg schreibt:

    Willkommen zurück im fetten Internet.
    Früher gab es im Blog noch die Angabe der Tagesleitung in Schritten, heute lese ich nur noch „Harte“ und „Ultraharte“ in der Kutsche, im Bus oder in der Seilbahn.
    Die Ausreiseformalitäten waren für Dich schon immer ein Problem. J:o) Siehe: https://flohblog.wordpress.com/2009/05/01/13ter-tag-kolle/
    Schöne Tage in Jerusalem und Bethlehem
    J:o)rg

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