Pico de la Nieve

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Der Tag beginnt schon wieder mit einer Todesnachricht. Ein schlimmer Schicksalsschlag.
Nach längerem Mittrauern und aufs Meer starren, schüttel ich es ab, aber das Mitgefühl für einen Freund liegt über dem ganzen Tag.

Wir haben neue Nachbarn. Über die Straße wohnt jetzt ein junges Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Der ältere Junge so ca. 3-4 hat eine Stimme, wie eine Kreissäge. Die weckt mich auch. Oh Mann! (Aber der Kleen hat auch Urlaub und darf so laut sein! Aber ich darf das auch kräftig doof finden – und das tue ich!)
Beim Frühstück steckt der neue Nachbar in Primero B (wir sind Primero A) den Kopf um die Ecke, um Guten Morgen zu wünschen und ich falle vor Schreck fast vom Stuhl. Das war zu nah und zu unerwartet.

Der Tag wird aber nun besser, es ist allerschönstes Wetter. Sonnig, warm, blauer Himmel, tiefblaues Meer. Nach Bereicherung der hiesigen Telekommunikationsunternehmen, fahren wir rauf zu den VLF. Leider ohne eine der VLF brechen wir auf zum Pico de la Nieve. Wir müssen auf die Ostseite der Insel. Der Pico ist 17km Luftlinie entfernt, wir fahren aber gut 60km, bis wir nach gut 90 Minuten am Ausgangsparkplatz halten. Die Fahrt war lang, aber es gab viel zu sehen. Im Anstieg auf der LP-4 ging es durch die dicken Passatwolken, die sich immer an den Bergen stauen und für Feuchtigkeit sorgen.
Bei ca.1800 Meter Höhe gehts auf einer Forstpiste los. Wir schwelgen in den Farben der Lava, der Pinien, der Wolken, des Himmels und freuen uns über den klaren Blick nach Teneriffa rüber mit dem sehr markanten Teide (Spaniens höchster Berg). Je höher wir kommen, desto prächtiger wird es. Die Forstpiste ist nun ein Pfad, der ganz ordentlich anstrengend nach oben führt. Zum Teide kommen Ausblicke auf La Gomera und die Cumbre Nueva. Jeder Blick so schön, dass man niederknien könnte.
Wir erreichen den Rand der Caldera und können nun die Insel nach drei Himmelsrichtungen überblicken. Im Süden die Cumbre Nueva und Cumbre Vieja, dazu die Gipfel bis zum Roque de los Muchachos im Norden, dazu die Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Wir legen eine Pause ein, um die Schönheit abzuspeichern, die Ruhe zu genießen, ein paar Bilder zu machen und Brot, Gurke und weißen Käse zu kauen.
Dann gehts hoch zum Ziel, dem Pico de la Nieve, dem zweithöchsten Gipfel der Insel mit 2239m.

Kaum sind meine vier Frauen oben, die Gipfelkreuzbilder gemacht, höre ich Geschnatter und richtig, es nähert sich eine ca. 20köpfige Gruppe Spanier. Wir halten mit Gesang und Samba kurz dagegen, aber wer will schon so viel Krach in so herrlicher Natur?
Wir weichen. Ein steilen Pfad führt uns zu den Autos zurück.
Zu dritt öchel wir zur Hacienda der VLF, wo der Grill schon glüht, den mit prachtvollen und leckeren Würstchen zu bestücken, sich zwei der Gipfelgruppe in einen Supermarkt in Santa Cruz stürzen.
Als wir spät, müde und glücklich in Puerto Naos zurück sind, schläft die kleine Kreissäge schon und es bleibt mir eine Gute Nacht Geschichte für die beste Ehefrau von allen, diverse private Mails von Wichtigkeit, eine Dusche der Blog, die Bildverarbeitung und ein Bier. Nee, watt schön. Prost ihr Lieben!

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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