Mit ins Wasser

Ich stehe mit den Füßen im Wasser. Der kühle Atlantik umspühlt mich. Die Wellen zerren an dem schwarzem Vulkansand unter mir. Das Meer ist blau, die Brandung gemächlich, die Sonne steht mir ins Gesicht.
Ich denke an abwesende Freunde, die ich alle im Herzen mit ins Wasser nehme. Der alte Pate hätte hier Spass, wir würden nach dem Atlantikbad noch zusammen in die Orinoco-Bar gehen, vielleicht die Calamaris  und ein, zwei Krüge Dorada nehmen und über den Baron und Mutter Theresa schwätzen.
Nicki würde sich sicher auch freuen, ihr feuerroter Kopf glänzte dann in der Spätnachmittagssonne im Kontrast zum dunklen Sand.
Auch Gika, Flora (gute Besserung), OE und B* habe ich in Gedanken dabei. Alle könnten wohl ein bisschen Sonne, Sand und Meer mal für ein paar Minütchen gebrauchen. Oder?
Tja. Geht leider nicht. So springen die beste Ehefrau von allen und ich allein in die Brandung, schaukeln auf den Wellen, schauen den kurvenden Gleitschirmfliegerinnen zu und genießen das Privileg hier zu sein.

Der Tag war bisher ruhig und gelungen und wird es sicher auch bleiben. Die VLF-1 wollten eine Wanderung im Süden machen, die beste Ehefrau von allen und ich wollten heute nicht so weit fahren und wir entschieden uns für die „Forstpiste“. Diese von uns so genannte Tour startet am Llanos del Jable, einem schwarzen Aschefeld und führt zu den Coladas de San Juan, einem Lavastrom, welcher sich 1949 aus dem Berg ergoß und bis zum Meer kam.
Wir wandern bei Sonne und ein paar Nebelfetzen, die der Passat immer wieder von den Wolken abreißt zum Lavastrom, machen auf den warmen Steinen eine Mittagsimbißpause, steigen dann steil den Berg hoch und von oberhalb der Austrittsöffnung geht es zum Mirador Llano del Jable. Von da über die Aschefelder zurück zum Auto. Über die Farben der Wanderung und über die Farben La Palmas muss ich doch nichts mehr sagen, gell?

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Wir rufen die zurückgebliebene der VLF an, um sie zum Strand zu überreden. Statt dessen sitzen wir dann auf ihrer Terasse, trinken einen sensationellen Café cortado, knabbern Kekse und schauen dem Spiel des gelber werdenden Sonnenlichts und dem der Schatten auf den Hängen der Caldera zu. Das Leben ist schön.

Aber es treibt uns so gerade noch vor einem angenehmen Versacken zum Strand und ins Meer. Ein paar abwesende Freundinnen wollen doch mit uns Baden …

Der Tag endet diesmal nicht mit dem Sonnenuntergang, sondern mit einem Mondschauspiel. Da gestern Neumond war, steht der alte Erdbegleiter als scharfe Sichel am Himmel. ABER, weil hier die Luft so klar ist, kann man die dunkle Scheibe des Mondes, den bei uns immer unsichtbaren Teil gut erkennen. Das von der Erde reflektierte Sonnenlicht strahlt den Mond dazu hell genug an. Tele raus und noch ein Bild geschossen. Ich zeige euch davon den relevanten Ausschnitt. Das Bild ist sonst nicht weiter bearbeitet:

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(Aufgenommen um 20:05 Uhr, mit meiner Canon 50D, 1/25 s, 400mm, Blende 5.6, ISO 3200. Der Stern links oben ist Antares im Skorpion)

Jetzt nun endet der Tag und ich nehme ein Bier auf abwesende Freunde.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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