Gallia est omnis divisa in partes tres

Ich habe die ersten Kapitel von Julius Caesars De bello Gallico gelesen. Und war überrascht, wie gut die Belgier wegkommen. Caesar schreibt über die Gallier: „Von diesen allen  die tapfersten sind die Belgier…“
Na sowas. Nicht Asterix, sondern die Belgier. Ich beschloss, die Vortour der Hurtigruten, um all meine neue Technik zu probieren deshalb nach Belgien und ans Meer gehen solle.

Heute morgen sind wir aufgebrochen, Oma Ellen hütet das Haus, alles bestens. Unsere Doris (so heisst das Navi) führt uns fehlerfrei ins gallische Belgien ans Meer, in ein Örtchen bei Oostende namens Bredene. Ein netter Gallier übergibt das Fischerhaus 84, was ein hübsches gemütliches Ferienhaus ist.

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Hier ist sogar noch ein Schlafzimmer übrig, falls noch Besuch kommen will … (immer her damit! WelcheR StrohwitweR sucht noch was für Pfingsten?)

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Wir tragen die Technik und die paar Klamotten ins Haus, schauen uns alles an und fahren dann einkaufen. Ein belgischer Aldi lockt.

Deutsche Supermärkte im Ausland sind ein MUSS. Wir nehmen gleich einen großen Einkaufswagen, schließlich sind wir mit dem eigenen Auto hier. Nix Flieger und dann Mietwagen.
M* wird im ersten Gang kleiner, während ich eine Kostprobe der lokalen Biersorten zusammenstellen muss. Da die hiesigen Gallier über 300 „Cervisia“ Sorten haben, bedarf es Sorgfalt. M* hat den zweiten Gang fast abgefrühstückt, da habe ich mich für ein Abteibräu namens „Maredsous Abbaye-Abdij“ mit Alc. 10% Vol. entschieden. Sechs kleine Flaschen a 33cl wandern in den schon gut gefüllten Wagen. Als Gegengewicht folgt noch das sehr unspektakuläre Karlsquell mit 6 Phiolen a 25cl. Das ist eigentlich zu wenig. Um 300 Sorten in einer Woche zu testen, bedarf es so .. grübel .. äh 43 Sorten am Tag. Meinte das Caesar mit tapfer?
M* hat den dritten Gang durch und ich beschließe, dass 43 nicht zu schaffen ist. Urlaub nicht Sauftour.

Zu Hause segeln 12 Flaschen innen Kühlschrank und dann machen wir uns auf nach dem Meer zu suchen. Die 5D bleibt noch im Koffer, es soll keine Tour, nur ein Spaziergang werden.

Das Meer trübt vor sich hin, ein grauer Himmel hängt drüber. Die Sonne schüttet plötzlich ein paar honigfarbenen Lichtbündel über das Meer. Ich bitte mein neues Smartphone sich der Sache anzunehmen.

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Nach dem Hunger ist es spät, die Uhr sagt 18:30, der Magen 20:00. Flugs nach Haus‘. Ich prüfe die Probentemperatur des Cervisia-Experiments, M* macht „Albondigas en salsa“ auf gallische Art.
Ich wundere mich kurz, warum Klosterbräu in Gallien in so kleinen Flaschen kommt, da ist mir das „Maredsous Abbaye-Abdij“ schon zu Kopf gestiegen. Gallien – Germanien 1:0.

Ich bekämpfe den postprandialen Knick mit etwas Karlsquell und denke: Was für ein schöner Urlaubsanfang und weiter: Dank an Julius Caesar.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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