Tag 11 – von Trondheim nach Ålesund

Als ich aufwache, liegen wir schon in Trondheim. Um 08:30 Uhr sind die drei Wikinger mit Susi zum Frokost verabredet. Ich nehm ne Portion Rührei mit Pilzen und einen Earl Grey Tee (zufällig wie Captain Jean-Luc Picard – Earl Grey, heiss). Auf uns wartet, die neben uns liegende MS Vesterålen, die wir besichtigen wollen. Ich bin ein bißchen wehmütig, denn die Vesterålen war 2003 mein Schiff zusammen mit meinem Vater und meinem Onkel. Auf der Vesterålen ist hier und da umgebaut, aber ihren eckigen Charm hat sich das Schiff bewahrt. In der Cafeteria erhandle ich mir einen Kaffeebecher, damit ich nun von jeder Reise einen habe.
Es ist, man kann es kaum glauben, weiterhin sonniges, herbstliches Kaiserwetter. Wir machen noch einen Spaziergang durch den Hafen von Trondheim, dann zurück aufs Schiff. Auf Deck 7 steht achtern Liegestuhl an Liegestuhl, alle genießen die warmen Sonnenstrahlen.
Wir legen ab, ich winke nochmal meinem alten Schiff und wir schippern den Trondheim-Fjord entlang. Da wir den von der Hinfahrt her kennen, braucht’s keine Bilder mehr der Nebelglocke, von Rissa oder den Leuchttürmen Agdenes fyr und Ringflua. Wir sitzen auf Deck 4 und schwätzen ein bisschen, albern rum und lassen die Zeit verstreichen. Eine winzige Winzigkeit nehmen wir zu Lunsji, dann kommt für mich Leuchtturmalarm. Ich will klären, ob man von der südgehenden Route von Deck 5 aus Kjeungskjær fyr sehen kann oder nicht. Wir stürmen an Deck. Ja, da ist er, ein kleiner achteckiger Turm am Horizont. Auf Deck 7 ist die Sichtbarkeit erwartungsgemäß eine Kleinigkeit höher.
Das Wetter zieht sich zu, das Lichtspiel bleibt aber weiter prachtvoll, ich werde heute knapp 400 Bilder machen. Wie packen uns in unsere Felle und Rüstungen und bleiben bis zum Middag um 18:15 so gut wie die ganze Zeit draußen auf „fünf vorne“, nur einen Schauer wettern wir im Schutz der Rettungsboote ab.
Wir drei Wikinger jagen heute Leuchttürme, nur der Ersttäter jagt aus Versehen auch zwei Delfine oder kleine Wale, er legt ein Beweisfoto einer kleinen schwarzen Rückenflosse vor. Ganz gut für seine erste Reise.
In Kristiansund scheint wieder die Sonne, aber wegen Verspätung, wird der Landgang vom Kapitän gestrichen. Wir lichten den Hafen, die Klippfischfrau, die bunten Häuschen und die Kirche vom Schiff aus ab, so gut es halt geht.
Weitere Leuchtfeuer und prachtvoll goldene Sonnenstrahlen über dem Meer wollen auf die SD-Karte. Es ist, mal wieder zum niederknien schön. Was für ein Licht Norwegen doch bietet. Auch hier ist es fast so fantastisch, wie auf den Lofoten. Wir genießen, bis es zum Essen geht. Gereicht wird heute:

Hurtigruten’s classic fish soup with freshly caught fish
BBQ-marinated pork neck with root vegetables and barbeque sauce
Lime posset with fresh berries

Recht leer ist es, viele sind schon in Trondheim von Bord. Erstmals muss ich zwischen den Gängen kurz ans Fenster oder raus, um einen der wichtigen Leuchttürme nicht zu verpassen.
Wir fahren während des Essens die Hustadvika, eine offene Seestrecke. Es schaukelt etwas, aber nichts, was heute für Ausfälle sorgt. Auch Detlef bleibt ganz rosig und haut die drei Gänge weg.
Zur Schiffsbegegnung mit der MS Nordkapp sind wir draußen und Chef Knurrhahn läßt zu meiner Freude außer Lichtsignalen heute auch mal das Typhon erschallen. Leider ist der Chef damit etwas sparsam, der Chef auf der Trollfjord hat jeden Hafen kraftvoll und lang begrüßt. Ob es nun verboten ist so oft rum zu dröhnen? Ich bin jedenfalls für das Typhon. Es ist einfach ein wunderbares und starkes Instrument.
Ich beginne dann nach dem Essen meine Kajüte zu sortieren. Morgen bis 9 Uhr soll der Koffer am Aufzug stehen, bis 10 Uhr muss die Kajüte geräumt sein. Ja, das riecht nach Abschied.
Ja, die Reise nähert sich dem Ende. Ganz sicher will ich nochmal fahren, vielleicht mal im Sommer oder im spätem Frühjahr, gerne wieder mit den zwei Wikingern. Die MS Finnmarken hat mir gut gefallen. Die hat einen Pool! Das einzige Schiff der Flotte mit Pool. Da kann man die Barentsee gut abschaukeln. Was meint ihr Jungs?

Der Abend endet in der Bar, der Fitnessraum ist ja auch leider kaputt, wie das Reisebüro meines Verzrauens extra noch mitteilte.

Meine Wikinger beruhigen mich, da ich über meine Canon-Software fluche, die gerade schon wieder versucht hat Bilder beim Kopieren von Kamera zu Festplatte verschwinden zu lassen. Oh ich hasse schlechte Software! Wikinger sagen, ich solle mal endlich zu Lightroom wechseln. Kein Profi nimmt die Software von Canon! Und J:o)rg zieht sogar eine Augenbraue hoch, als er das sagt. Das ist schon fast so, wie ein langes Trööööt mit dem Typhon.

Da wir Verspätung haben, wird es mit Nachtbildern in Ålesund wohl nichts werden. Okay, dann jetzt mal ab in die Kajüte.

Morgen oder Übermorgen, wenn ich zurück in der Heimat bin, blogge ich noch den morgigen Tag. Dann gibts danach noch den Beitrag über die eingesetzte Technik und später noch die besten Bilder in einem weiteren Beitag.
Wenn ich kann, twittere ich noch bis dahin.


MS Vesterålen

MS Vesterålen

Licht zwischen Trondheim und Kristiansund

Licht zwischen Trondheim und Kristiansund

Kristiansund

Kristiansund

Licht zwischen Kristiansund und Molde

Licht zwischen Kristiansund und Molde


Das Programm von morgen:

00:00 an Ålesund
00:45 ab Ålesund
02:00 an Torvik
02:15 ab Torvik
05:00 an Måløy
05:45 ab Måløy
07:45 an Florø
08:15 ab Florø
14:30 an Bergen

Webcams:

Mehr Details gibt es jetzt zum letzten Mal in unserem Hurtigruten-eBook.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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