Alles eine Frage der Technik

Susi's Bild: Drei Wikinger

Susi’s Bild: Drei Wikinger

Wir drei Wikinger waren drei sehr technisierte Wikinger. Jeder von uns hatte Klapprechner, Kamera und Smartphone dabei. Ich zudem noch mein iPad. Dazu kamen diverse Kabel, Ladegeräte und externe Festplatten.
Die Beiträge für den Blog habe ich meist auf Smartphone oder iPad begonnen, via Evernote synchronisiert und auf dem Klapprechner vollendet. Das Smartphone hatte ich immer dabei und so ergab sich hier und da zwischendurch schonmal die Möglichkeit Berichte zu tippen. Wenn ich tagsüber oder abends in der Bar saß, war tippen auf den iPad die schnellere Variante. Der Klapprechner war immer nur in der Kajüte.

Das Internet an Bord, war deutlich besser, als 2009 auf der MS Trollfjord. Auf der MS Polarlys gibt es ein freies WLan, was im Schiff praktisch überall erreichbar ist. Vorteilhaft für mich war, dass es auch in meiner Kajüte (615) gut funktioniert hat. Nach dem Verbinden mit dem Netz, musste man auf einer Webseite die AGBs bestätigen, dann war man „drin“. Allerdings nur Port 80. EMail via pop3 (Smartphone) ging nicht, bei IMAP ging nur Empfangen. Dropbox und Evernote liefen gut. Nachts war das Internet schnell genug. Nicht so, wie zu Hause, aber man konnte arbeiten, auch in Nordnorwegen – das ging 2009 z.T. überhauptnicht. Das Hochladen der Bilder in den Blog war aber trotzdem mühevoll und brach oft ab.
Für das Smartphone hatte ich via Vodafone zweimal ein Wochen-DataPaket 50MByte für 5 EUR (?) per SMS gebucht. Das reichte gut aus, um auf dem Smartphone die EMails zu prüfen und evtl. Kommentare im Blog freizuschalten. Das würde ich wieder so machen. Ich hatte probeweise die Apps von WordPress auf dem Smartphone und auf dem iPad zum bloggen probiert, aber die App auf dem Smartphone blieb eigentlich immer bei Bildern hängen und sagte aber nicht, wo sie dran ist und was genau das Problem war. Da war es sicherer auf dem Klapprechner zu arbeiten. Hier war Ubuntu super.

Bilder für den Blog kamen am Anfang vom Smartphone, dann war ich da aber nicht mehr zufrieden. Die Kamera des Smartphone kommt mit großen Kontrasten nicht so gut klar, wie meine Canon 5DM3 – was ganz natürlich ist. So spielte ich abends die Bilder der 5D auf meinen Klapprechner und baute sie dann in den Blog ein.

Überrascht war ich davon, wieviele Touris iPads, Tablets oder Smartphones zum lesen, tippen, schreiben und surfen nutzten. Die Jungs und ich schätzen, dass so ca. 1/3 der Touris irgendwie „im Internet“ war. Eine Verteilung der Technik auf eine Altersgruppe ließ sich nicht ausmachen. Auch Ü70 saß da und spielte ePatience oder surfte. Sehr viele waren mit eBook-Readern unterwegs. Ich meine, dass der Kindle hier die Nase deutlich vorne hatte.

Große Spiegelreflexkameras sah man wenig. Mehrere Obhektive nur bei Detlef und mir. Aber fast alle Touris hatten kleine (bunte) Kameras mit Blitz und ohne „durchgucken“ dabei. Fast niemand nahm mehr die Kamera ans Auge, um ein Bild zu machen, so wie das früher war. Auffällig war – ich habe mich ja schon genug darüber lustig gemacht – wie viele Autoblitzfunktionen (wohl seit dem Kauf) auf den Kameras noch eingeschaltet waren. Irgendwie wirkt das auf mich, als würde das fotografiert, was der Reiseleiter anpreist und es wird mit der Kamera auf Automatik gemacht, so als habe man seit dem Auspacken an keinen Knopf der Kamera gespielt, ausser am Auslöser.
Lustig war auch, dass sich immer wieder Touris an uns drei Wikingern bei Bildern orientierten und schauten, was wir so machten, um es dann auch zu machen. Wir hatten sogar überlegt, ob wir nicht mal Nordlichalarm spielen sollten.

Ein MUSS ist ein Tele an Bord. Je „länger“, desto besser. Wer Leuchttürme, Seeadler, Delfine und Orcas jagen will, kommt ohne eigentlich nicht aus, wenn sie oder er ordentliche Bilder mit nach Hause bringen will. Ich war für mein 100-400mm sehr dankbar. Ich hatte es oft dabei und im Einsatz. Leider fehlte es mir am letzten Tag, weil es im Koffer nach Hause fliegen mußte, da bei KLM das (Pelicase)Handgepäck auf 12kg begrenzt ist. Es wurde aber nicht gewogen – ich hätte es diesmal also durchschmuggeln können.

Der Informationsspezialist J:o)rg hat richtig zugelangt und ein iPhone die ganze Reise an seinem Kajütenfenster tagsüber alle zwei Minuten ein Bilder machen lassen. Daraus wurde dann auf dem iPhone ein Video erstellt und zu Youtu.be hochgeladen. Die Videos unserer Reise gibt es unter http://www.youtube.com/user/hrsep2012. Gleichzeitig hat das iPhone einen GPS-Track unserer Reise aufgezeichnet. Wenn da die Ecken und Kanten abgeschnitten sind, gibts ihn vielleicht hier im Blog. Bei der Vorbereitung zu unserer Reise, war mir ein GPS-Track von JimKnopf sehr hilfreich! Vielleicht hilft euch ein GPS-Track unserer Reise.

Auf die nächste Schiffsreise zur Polarlichtjagd wüder ich ein Stativ evtl. zu Hause lassen, da bei Seegang ein Stativ nur das Schiff „ruhig hält“, nicht aber das Meer, die Landschaft und die Sterne. Auf Land ist es aber ein MUSS! Es hängt auch davon ab, wie hoch die Empfindlichkeit der eigenen Kamera geht. Die 5DM3 ist da schon so gut, dass sie praktisch im dunkeln ordentliche Bilder machen kann.

Wenn ihr noch Fragen zur Technik habt, wendet euch gerne an uns. Z.B. einfach über die Kommentarfunktion.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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4 Antworten zu Alles eine Frage der Technik

  1. Carsten Ranke schreibt:

    Vielen Dank für den Beitrag. Endlich mal jemand der fotografieren kann und die Hurtigruten kennt. Plane dies für nächstes Jahr, und habe als längste Brennweite momentan 90 mm… Habe mir schon gedacht, daß hier gilt „je länger je lieber“. Wie oft waren die 400 mm im Einsatz ? Gab es den Wunsch nach längerer Bennweite ?

    Carsten

    • Florian Seiffert schreibt:

      Danke Carsten. Die 400mm war jeden Tag mehrfach im Einsatz. Leuchttürme, andere Schiffe, Seeadler, Möwen, … sind fast nie nah genug für 90mm. Wenn es der Geldbeutel hergibt, kauf Dir noch ein hübsches Tele.
      Wenn ich die Seeadlersafari nochmal machen würde, nähme ich zwei Kameras mit. Eine mit 100-400mm, die andere mit 24-105mm.
      Viel Spass, gute Reise!
      Florian

  2. Susi schreibt:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Ubuntu_(philosophy)

    Das ist was ich unter Ubuntu verstehe, und konnte einfach nicht verstehen das für Euch techno freaks es was ganz anderes ist ……bwaaaa

  3. optimisc schreibt:

    Danke für die Berichte, fast wie dabei sein. Deine Begeisterung ist ansteckend, das war richtig spannend zu lesen.

    Das ebook-Reader-Phänomen konnte ich auch in der Türkei beobachten. Wenn man in Bib-Kreisen etwas vom Kindle erzählt ist die Reaktion immer „Haptik“ und das Zeugs, und dass man das Ding nicht mit an den Strand nehmen würde. Warum nicht? Ich habe es getan und etwa die Hälfte aller lesenden Touris auch, quer durch alle gesellschaftlichen Schichten. Dafür hatte ich keine Holzstapel mehr im Koffer, super.

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