Bagby 19.07.2013

Heute ist Aufbruch und wir sollen das Cottage bis 10 Uhr räumen. Das ist leicht zu schaffen, auch ohne Hektik. Nach dem Tee wird alles gepackt und in den Peugeot geladen. Kleiner Rundgang, alles aus?, nichts vergessen? Okay, dann los.

Damit es nicht zu anstrengend wird, hat SIE heute mal ‚Cloudy at the East-Coast‘ geschickt. Ein bisschen Nebel weht über die Straßen. Das ist ein gutes Reisewetter.
Im Landesinneren ist natürlich feinstes Queenwetter.

Wir fahren nach Thirsk, die Stadt von James Alfred (Alf) Wight, so der richtige Name von Tierarzt James Herriot. Erstmal durch Thirsk durch und noch wenige Kilometer bis Bagby. In diesem Fleckchen haben wir ein Häuschen gemietet.
Die Besitzerin und die Putzfrau sind noch zu Gange und weil wir zu früh sind (Bezug erst ab 15 hrs) stellen wir nur die Koffer rein und fahren wieder.
Die drei Damen von der Tourist-Information brauchen etwas, bis sie sich auf eine Empfehlung für ein Café mit WiFi geeinigt haben. Dann nehmen wir (wie schön) das ‚White Rose Book Café‘ – eine Buchhandlung mit Café. Wie immer in England, ist die Bedienung freundlich und schnell und so sind wir bald fröhlich mit Frühstück beschäftigt. Bis in den Garten reicht das WiFi nicht und wir setzen uns nochmal rein. Stadtanzünder runter, zwei Blogbeiträge hoch. Klappt perfekt.
Als wir auf der schaun-wa-ma-wassn-hier-los-Runde über den Marktplatz sind, fällt M* ein, dass wir noch nicht bezahlt haben. WAS? Tatsächlich, wir sind Zechpreller. Schnell zurück und bezahlt, war keinem aufgefallen. Schwitz.

Okay, dann also jetzt. Es ist soweit, wir stürzen uns in ‚The World of James Herriot‘. Skeldalehouse ist schnell gefunden. Eine alte Dame gibt uns in dem berühmten langen Hausflur ein paar einleitende Worte mit. Die Tour durchs Haus ist ausgeschildert.
Und praktisch sofort steht man 70 Jahre in der Vergangenheit. Wohnzimmer, Behandlungszimmer, Medikamentenkammer, riesige Wohnküche. Alles alt, alles wie vor 70 Jahren. Besonders klasse, die Medizinflaschen und -Gläser,  das Eingemachte mit DEN original Essigzwiebeln! und Konserven von 1940. Ich kann mich gar nicht satt sehen. Als ob man in das Fernsehen geklettert sei und nun mitspielen darf. Um die nächste Ecke muss gleich Siegfried, Tristan, Helen oder James kommen.
Im Garten und der Scheune wird die Geschichte von Alf Wight erzählt, schöne Schaubilder, Originaldokumente und Fotos. Auch die Schauspieler der Serie kommen nicht zu kurz. Interessant, dass mehrere Verlage seine Bücher abgelehnt haben. (Wofür brauchts nochmal Verlage??) Der Durchbruch gelang Wight in Amerika, dann erst in Europa.
In der Scheune wird ein Film gezeigt, die Melodie aus der Fernsehserie, dazu Bilder und Videos von Alf Wight. Sehr schön. Zwei Ladies und ein Gentleman aus Indien neben uns schauen auch andächtig. James, also Alf hat internationale Fans.

Im ersten Stock lernen wir viel über Tiere und Tiermedizin. Das Glanzlicht ist eine trächtige Kuh mit Geburtsproblem. Man muss die Tierärztin geben, reingreifen, das Füßchen des Kälbchens fassen und ziehen. Wenn man fest genug zieht und auf der Skala über der Kuh bis zum Maximum kommt, macht es Muuuhhhh aus der Kuh und du bist offenbar zur Veterinärin geeignet.
Das ganze ist so doof, dass es schon wieder gut ist. Meine Eignung ist schnell festgestellt, nur der Fuß vom Kalb verschwindet wieder in der Kuh. So wird das nix mit Kalbsschnitzel heute abend.

Wieder an der Sonne, besichtigen wir noch die Kirche St. Mary, ein prachtvolles altes Gotteshaus mit rundem Holzgewölbe.
Dann ist aber eine Pause dran.
Wir kaufen beim Metzger eine Tüte voll Lecker und setzen uns auf den Marktplatz und schauen kauend dem Leben und Treiben zu.

Nach weiteren Einkäufen gehts ab zum Auto und zum Wren Cottage nach Bagby.
Das Cottage ist schmal, aber hat drei Stockwerke. Es ist hellhörig und liegt an der (wenig befahrenen) Straße. Nach der Ruhe am Meer müssen wir uns etwas umstellen.
Ein Abendessen und ein Abendspaziergang schließen den Tag ab. Es ist schön hier.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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