Eingewöhnung, Tag #2

Der erste Tag am Ziel dient der Eingewöhnung. Die Fremde soll sich erst mal wie zu Hause anfühlen – das braucht ein bisschen.
Bei Sonne und allerbester Sicht auf den Teide, er hat ein bisschen Schnee aufgelegt, gibt es Frühstück. Das zieht sich gemütlich und lang. Viel von dem leckeren spanischen Kaffee geht weg und ordentlich was von dem wunderbaren geräuchertem Käse, den es nur auf den Kanaren gibt und den ich so gerne esse.
Herr Jansen, unser Vermieter, kommt und fragt, ob alles in Ordnung sei. Ja, alles bestens aber das WLan-Passwort wäre noch nett.
Kurz darauf bringt er einen Zettel, den ich erst mal ablichte.
Nach dem Spülen kann ich der Welt Bilder zeigen und ein paar WhatsApps verschicken.
Als der sehr ruhige Nachmittag weiter fortgeschritten ist – der FC hat leider verloren – machen wir uns auf, das Terrain zu sondieren. Ein Spaziergang zum Meer bzw. so weit man kommt soll es werden. Aber eigentlich wird es ein schneckenlangsames, ausführliches Botanikseminar. Ich gehe ein paar Schritte, schon sind E* und M* verschwunden. Sie haben ein neues Kräutlein gefunden, dessen Name ausgerufen werden muss (ich bin sicher, die Kräuter können gar kein Deutsch) und gebührend gewürdigt, in Zusammenhang mit Lichteinfall, PH-Wert des Bodens, Temperatur und Klimazone gebracht werden will und wahrscheinlich wird auch jedes Blatt, jede Blüte persönlich begrüßt und man macht sich gegenseitig bekannt. „Darf ich vorstellen? Braunwurz!“ „E*“ „Angenehm M*“.
Das Seminar zieht sich, zumal ein Viertel aller Pflanzen hier endemisch sind. Dazu kommt, dass es schön und prachtvoll grün ist, das haben wir in Deutschland ja grad nicht.
So kurz vor der Heimreise nach Deutschland sind wir dann doch am Ende des Pfades unten angekommen. Unter uns donnert das Meer heftig gegen die Felsen, kühne Angler sind die Steilküste auf gefährlich steilen Pfaden bis fast zum Wasser herabgestiegen. Wir verweilen eine Weile und schauen auf die gewaltige Dünung. Dann steigen wir langsam wieder empor, währen uns von allen Seiten große und kleine Pflanzen zunicken, so als seien sie alte Bekannte.
Der Teide strahlt wolkenfrei im Abendlicht, als ich aus der Dusche komme. Ich versuche ein Zeitraffervideo aufzunehmen, währen M* das Abendessen zubereitet.
Es wird schnell dunkel, während wir essen. Da es auch kühler wird, endet der Eingewöhnungstag früh in den Betten.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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4 Antworten zu Eingewöhnung, Tag #2

  1. optimisc schreibt:

    Hi, was Du fotografiert hast sieht aus wie Manchego, gibt es den dort geräuchert? Ansonsten empfehle ich einen Blick nach Italien: Scamorza, Mozarella und Provolone gibt es allesamt beim gut sortierten italienischen Feinkostgeschäft in geräucherter (affumicata) Variante. Viel Spaß noch und Grüße!

    • Florian Seiffert schreibt:

      Queso Tierno Ahumado heißt der schlicht. Geräucherter frischer Käse. UND in Deutschland schmeckt der einfach nicht so, wie hier mit Teide, Meer und Urlaub. Gilt auch für Wein oder Bier.

      Danke und Grüße zurück 😎🇪🇸

  2. hodoblog schreibt:

    Wozu hast du noch das Brot unter den Käse getan?

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