Jardín Botánico, Tag #17

Managementzusammenfassung für Eilige:
Frühstück, Botanischer Garten, Kleinigkeit, Promenade, zurück zur Finca. Ein schöner Tag.

Ich erwähne nicht das Frühstück und nicht die Planungskommission. Brauche ich auch sicher nicht. Das Wetter ist zunächst prachtvoll und sonnige, dann zieht es sich zu, bleibt aber trocken.
Wir fahren endlich zum Jardín Botánico, der genau „Jardín de aclimatación de La Orotava“ heißt. Diego sei dank, parken wir direkt vor dem Eingang. Der kostet ein paar Groschen Eintritt. Für Touris mehr, als für Einheimische. Na, das gibt es in Colonia aber nicht!
Diego schaltet, eigentlich wie immer seinen GPS ein. Damit kann er sicherstellen, dass auch alle Pfade und Wege abgelaufen sind. Aber M* und E*, beide glücklich und gespannt, sind aber auch so sehr systematisch und genau, Diego muss nicht eingreifen.
Der Garten ist sehr alt, der zweitälteste Spaniens. Er ist eine grüne Hölle, ein Märchen- oder Zauberwald und er nimmt mich gleich gefangen. Nach ein paar Metern, sieht man einen riesigen Baum, es ist ein Feigenbaum (kein Gummibaum – wie in der Literatur schon mal steht). Es findet sich kein Schild, ich denke aber gleich an Ficus macrophylla (evtl. noch Ficus elastica oder Ficus nymphaeifolia). Was meint ihr?

Ficus macrophylla Ficus macrophyllaFicus macrophylla
Ficus macrophylla

Der Baum ist toll, er steht so, dass man ihn nicht anfassen kann – ist wohl auch besser so. Riesige Luftwurzeln fallen vom Himmel und eine Höhe erreicht der Bursche, dass man die Spitze nicht sehen kann. Ich muss mir schon Mühe geben, den Baum auf die Speicherkarte zu bekommen. Wunderbar. Ich umkreise ihn ein paarmal, kann mich garnicht satt sehen.

Jardín Botánico de la Orotava

Jardín Botánico de la Orotava

Natürlich gibt es noch mehr wunderbare Pflanzen, insbesondere Bäume z.B. dieses prachtvolle Exemplar. Wenn man nicht genau hinschaut, dann entgeht einem die versteckte Blüte:

Heliconia caribaea

Heliconia caribaea

Ein paar Pflanzen blühen auch im Februar, extra für uns:

Calliandra haematocephala

Calliandra haematocephala

Wir schauen ständig um uns und so kommen wir nicht wirklich schnell voran, das müssen wir auch nicht. Aber von den 3000 Pflanzen hier, werden wir wohl nicht alle schaffen.

Jardín de aclimatación de La Orotava

Jardín de aclimatación de La Orotava


Während M* und E*, sich vor allem auf die Pflanzen konzentrieren (und sich jedes Blatt einzeln ansehen, vorstellen, guten Tag, angenehm … [kennt ihr schon]), schau ich auch nach den Leuten, die hier unterwegs sind. Mein Hit ist ein älteres Ehepaar, er mit kurzer Cargohose, veraltete kleine Kamera auf der Brust und beide sind mit Nordic Walking Stöcken unterwegs. Die meisten Männer, haben einen äh etwas ergebenen Blick und folgen brav ihren Frauen, die mit leuchtenden Augen, viele mit Reiseführer oder Botanic-Enzyklopädie in der Hand voranschreiten. Einige Männer, sind aber auch, wie ich sehr interessiert und üben sich an den lateinischen oder spanischen Namen. Am besten gefallen mir die, die die Namen laut vorlesen: Tibouchina granulosa, Echinocactus grusonii, Aloe castanea, Spaeropteris cooperi, … Es braucht nicht viel und man hört Hermine, Harry oder Snape, die mit wirbelndem Zauberstab aus dem Gebüsch springen und Zantedeschia aethiopica rufen. Zauberwald eben.

Besonders sind wir fasziniert von dieser netten Pflanze. Die kleinen weißen Blüten wachsen mitten aus dem Blatt. Haben wir noch nie gesehen.

Die Blüte wächst aus der Mitte des Blattes. Wie heisst die Pflanze?

Die Blüte wächst aus der Mitte des Blattes. Wie heisst die Pflanze?

Super ist auch dieses schmale Bäumchen und da hängen die dicken Grapefruits dran:

Grapefruit (Citrus paradisi) - hier Pomelo

Grapefruit (Citrus paradisi) – hier Pomelo

Diese nette Dame hier, gefällt vor allem durch die Farbe Magenta:

Medinilla myriantha

Medinilla myriantha

Es sind noch viele, viele sehenswerte und wunderschöne Bäume, Büsche, Farne und Blumen, aber es reicht der Platz und die Zeit nicht aus, auch nur 1% hier vorzustellen. Nach über 2 Stunden sind die Damen müde und die Aufnahmefähigkeit ist fast erschöpft. Ich denke, 60% der Wege haben wir (teils mehrfach) abgelaufen. Ein guter Grund (zu einer anderen Jahreszeit) mal wieder zu kommen.

Wir überqueren die Straße und lassen uns auf der Terraza del Botanico nieder, die offenbar auf müde Botanikerinnen und Männer spezialisiert sind, die nun eine Stärtkung brauchen.

Terraza del Botanico

Terraza del Botanico

Wir fahren dann noch ganz ans Meer runter (Parkplatz, Diego – kennt ihr schon) und drehen noch eine Runde. Hier ist aber nicht der schönst Teil von Puerto Cruz und nach einem kurzen Einkaufsstopp, geht es zur Finca und zu einem leckeren Kanarischen Abendessen mit Papas arrugadas.
Ein schöner Tag.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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