Hier ist alles heiliger Boden – Tag #3

Der sonnige Tag beginnt um 6 Uhr. Golden leuchtet die Sonne auf Tiberias und Dunst liegt über dem See. Um 6:30 wird die Laudes gebetet. Am Ufer mit Blick auf den See. Wunderschön.
Dann Frühstück. Nur wer die Geheimnisse des Kaffeeautomaten erahnt, kommt zu einem Heißgetränk. Ich muss Amerika hinter mir helfen.
Ich nehme sparsam ein paar kleine Pfannkuchen, heute Mittag gibt es Petrusfisch, da will ich nicht übertreiben.
Yamil fährt uns eine Gaspedallänge zu einem Häfchen und wir besteigen ein Holzboot. Pfarrer C* und ein paar weitere heilige Frauen und Männer gehen zu Fuß, wir werden sie später wieder treffen.
Das Boot fährt quer über den See. So in der Mitte lässt Yossi den Motor abstellen. Die Fußtruppe stößt zu uns und Pfarrer C*, der nicht mal nasse Füße hat, liest einen Text passend zum See. Es ist so viel begreifbarer, wenn man da ist, wo es vor 2000 Jahren passiert ist.
Wir landen am Steg des Yigal Allon Center, wo Yamil mit dem Bus wartet.
Es geht nur ein paar Meter zur Brotvermehrungskirche.
Bei Dalmanutha haben wir heute unsere Heilige Messe. Dalmanutha liegt am Strand des Sees zwischen Bäumen, nicht weit von der Kirche. Wegen des niedrigen Wasserstandes ist es ein Stückchen bis zum Ufer. Gras, Blumen und Schilf füllen die Lücke. Pfarrer C* nimmt die Brotvermehrung zum Anlass, um auf den Aspekt des Teilens hinzuweisen. Brot teilen, aber auch Zeit teilen.
Beim Schlussgebet gesellt sich ein Klippdachs (Procavia Capensis) zu uns, legt sich in die Sonne und hört zu.
Nun geht es zur Brotvermehrungskirche, die wir jetzt besichtigen können. Das Glanzlicht hier ist der Stein unter dem Altar und gleich davor das berühmte Mosaik mit zwei Fischen und einem Brotkorb. Der Tradition nach, war hier die Brotvermehrung. Eine schöne Kirche, tolle weitere Mosaike, die praktisch nicht beachtet werden, weil alle nur das eine oder sich mit dem einen zusammen ablichten wollen.
Eine Gruppe aus Polen kniet im Seitenschiff und sie singen wunderschön.
Ich fange etwas Licht der Alabaster-Fenster ein und denke noch ein bisschen über die Worte der Pedigt nach.

Nehmt euer Herz mit, sagt Yossi, als wir ein paar Minuten später in Capharnaum aussteigen. Hier ist alles heiliger Boden. Jesu hat hier 3-4 Jahre gelebt und gewirkt. Vielleicht hatte er sogar ein Haus hier. Heute steht im Zentrum das Haus von Simon bar Jona, der dann später Fels, also Petrus hieß. Eine Kirche hängt über Petrus‘ Haus.
Yossi erklärt, was so revolutionär für Juden damals an der Lehre Jesu war. Irgendwie ist es sehr eindrucksvoll.
Nun ist aber erstmal genug mit Heilig und wir fahren zu Ali’s Restaurant, wo es Petrusfisch und Wein gibt. Das Hummus der Vorspeisenvielfalt ist heute mein Hit. Wie auf Kommando bekommen wir alle etwas Bauchweh nach dem Essen und Ali lässt sich melken und eine Flasche Arak springen. Man könnte meinen das Unwohlsein sei etwas vorgetäuscht 😜
Der Nachmittag bringt uns eine Meditation am dritten heiligen Ort hier am Nordwestufer des Kinneret. Wir sind bei der Kirche der Seligpreisungen. Pfarrer C* führt einfühlsam in das Thema ein und jede(r) sucht sich in der schönen Gartenanlage um die Basilika ein Plätzchen, schaut auf den See und lässt die Seele baumeln, meditiert oder betet.
Nach der Rückfahrt zum Kibbuz, lasse ich den Tag am Seeufer mit dem Sonnenuntergang ausklingen.
Ein herrlicher Tag ist zu Ende. Danke Herr!

Auf dem See Genezareth

Brotvermehrungskirche

Mosaik in der Brotvermehrungskirche

Hummus

Kirche der Seligpreisungen

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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3 Antworten zu Hier ist alles heiliger Boden – Tag #3

  1. Reimund Oehlke schreibt:

    Vielen Dank dafür, das du uns alle an der schönen Reise teilhaben lässt. Die Berichte sind, wie immer, sehr gut geschrieben. Weiter so! Liebe Grüße an meine Frau und an alle Teilnehmer, auch an Yossi und Jamil. Vielleicht fahre ich ja doch mal irgendwann mit.
    Liebe Grüße: Reimund

  2. Maren schreibt:

    Habe ich das richtig gelesen, Pfarrer C* ist über das Wasser gegangen? Ein Wunder!!
    Danke für das Perlhuhn-Mosaik, diese Tiere mag ich ja besonders gerne.
    M*

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