Nach Bethlehem – Tag #8

Ich verpasse die Laudes. Ich finde meine Gruppe nicht. Ich war gestern schon verschwunden, als der Treffpunkt klargemacht wurde. Pech. Ich bete alleine vor dem Frühstücksraum und um 6:00h erscheint dann meine Buben und Mädels. Meine vielen lieben Freundinnen versorgen mich liebevoll mit Medikamenten, da ich erkältet bin.
Dann gibt es Frühstück. Weil Shabat ist und Juden kein Feuer machen dürfen und auch keine (Feuer)Knöpfe drücken dürfen und die Gäste eines jüdischen Hotels auch nicht, gibt es keinen frischen Kaffee. Nur Wasser ist heiß, das wurde gestern schon heiß gemacht. Also Instant-Kaffee.
Die Aufzüge funktionieren ganz normal. Weil keine jüdischen Gäste da sind, hat man auf den Shabat-Modus verzichtet (automatischer Halt auf jeder Etage). Religion muss nicht widerspruchsfrei sein.

Vor sieben Uhr sitzen wir schon im Bus, die Koffer sind verladen. Jetzt geht es durch die blühende und grüne Wüste im morgendlichen Gold der Sonne. Ich kann mich nicht satt sehen.
Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, in Masada ist nur noch ein weiterer Bus. Wir sind praktisch alleine.
Wir nehmen die Seilbahn hoch. Oben erklärt uns Yossi die Festung, die Zisternen, den Palast des Herodes und die Bedeutung von Masada für Israel. Pfarrer C* liest die Rede des Eleasar ben Ja’ir an seine Männer vor, der zum gemeinsamen Suizid aufruft. Zwei Frauen und fünf Kinder verstecken sich und entkommen. Als die Römer Masada erobern finden sie 960 Leichen von Kindern, Frauen und Männern.
Der Verräter Flavius Josephus hat die Geschichte aufgeschrieben. Bei ihm kann man Details nachlesen.

Bei angenehmen Temperaturen besichtigen wir die Anlage. Es ist sehr ruhig, sehr leer und sogar hier oben blühen Blumen.

Als der Besucherstrom einsetzt, sind wir schon wieder im Bus.

Yossi verabschiedet sich, er muss aus dringenden Gründen nach Hause. Wir singen für ihn das Lauda Jerusalem, weil er ja jetzt nicht mit uns zusammen die heilige Stadt erreichen wird.
Wir setzen Yossi vor Jericho ab und fahren zum Aussichtspunkt auf den Berg der Versuchung und nehmen dann ein leichtes Mittagessen ein.

Der alte Weg von Jericho nach Jerusalem führt durch das Wadi Qelt. Hier ist auch die berühmten Geschichte des barmherzigen Samariters angesiedelt. Wir fahren zu einem Aussichtspunkt, wo wir das Wadi überblicken und heute Heilige Messe feiern. Ein Beduine sitzt da, bietet Waren feil und lässt sich von diesen wundersamen Fremden nicht stören. Er verkauft Pfarrer C* sogar noch ein Altartuch, damit wir den rostigen Tisch etwas abdecken können.
Nach dem Gottesdienst geht es noch bis zum nächsten Aussichtspunkt, wo man das orthodoxe Georgskloster sieht. Es klebt im Wadi an der Wand.

Jetzt geht es rauf nach Jerusalem. Yamil hält auf dem Skopusberg, wo wir singend die Stadt begrüßen. Die Horden von Tschendieben, vor denen man uns gewarnt hat sind heute nicht gekommen, der Wind und die 11Grad sind wohl zu kalt.
Nochmal ab in den Bus und weiter nach Bethlehem, wo wir im St.Gabriel absteigen.
Zum Abendessen gibt es eine Überraschung. Geburtstagsständchen mit Torte und Wunderkerze.

Der Chef ist überrascht, findet, dass das doch nicht nötig gewesen wäre, freut sich aber.

Und sonst?
J* sorgt dafür, dass der FC noch den Ausgleich schafft, also soweit so gut.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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