Israel – Zur Technik und: War das nicht gefährlich?

Zur Technik

Ich hatte (nur) mein Smartphone und mein iPad mit, um die Postings für den Blog zu schreiben. Das iPad hatte ich auch dabei, um über einen Adapter von Apple die Bilder von meiner Canon 5D auf das iPad zu bringen und dann im Blog verwenden zu können. Da das aber immer etwas Aufwand bedeutete, habe ich das nur wenige Male gemacht. Fast alle Bilder im Blog sind also vom Smartphone.
Da die WordPress-App auf iPad und iPhone zu Tode entwickelt ist und ich sie praktisch unbrauchbar finde, habe ich diesmal fast nur noch per EMail geblogged. Das hat sogar den Vorteil, dass das Mail-Programm nach der Größe der zu versendenden Bilder fragt und man je nach ‚dicke‘ des Internets entsprechend kleinere Varianten der Bilder und der Mail verschicken kann. Das half mir, mich nicht auf die Technik und das Verkleinern von Bildern konzentrieren zu müssen. Und ich konnte immer so viele Bilder unterbringen, wie ich gerade zeigen wollte.

Die gute Situation von freien WLan gegenüber 2013 und 2011 hat sich nochmals verbessert. Jede Unterkunft hatte ein WLan für die Gäste – oft auch auf dem Zimmer, was fast immer ordentlich schnell angebunden war. Langsam wurde es nur, wenn gegen Abend alle Gäste im Netz unterwegs waren, um Kinder und Enkel mit Informationen zu versorgen. Nicht immer habe ich es abends schon geschafft, alle meine 60 bis 100 Bilder vom Smartphone in die Dropbox zu laden. Aber morgends auf dem Weg zur Laudes oder beim Frühstück ging es ratz fatz, da hatte ich das Internet für mich alleine. Auch Skype jeden Abend mit M* hat immer hingehauen. Selten Abbrüche. Sehr gut!
Auch unterwegs, in Restaurants oder Bars, an Bushaltestellen, an Shops, es gab viele freie WLans, um einen Tweet oder ein paar Threemas abzusetzen.
Ein Geheimtipp sind die Busparkplätze bei den Sehenswürdigkeiten. Hier steht Bus an Bus und viele von denen haben für ihre Buskunden frei WLans. Wenn man früh genug am Bus war, konnte man oft mal eben ins Internet. Feine Sache.

Ich habe so gut, wie die ganze Zeit einen GPS-Track mit dem Smartphone aufgezeichnet. Das saugt den Akku leer. Den zweiten Teil des Tages musste ich dann immer über mein PowerPack wieder aufladen. (Ich würde auch ein dickeres Smartphone kaufen, wenn der Akku so stark ist, wie der im iPad! Es muss nicht alles papierdünn sein, Funktionalität ist mir wichtiger!!)
Doof war dabei auch, dass ich es nicht hinbekam, die diversen GPS-Apps dazu zu bringen auch dann zuverlässig aufzuzeichnen, wenn das Display aus war. Nach wenigen Minuten schickte das iOS die App in den Tiefschlaf und der Track brach ab und hatte Lücken. Vielleicht muss ich mir doch noch ein Extra-Teil kaufen, das würde dann auch im Flugzeug funktionieren. Mal sehen.

Felsendom, Stacheldraht

Felsendom, Stacheldraht

War das nicht gefährlich?

Die Lage im nahen Osten ist angespannt. Wir wissen vielleicht nicht mehr so gut, was wir für ein Glück in Deutschland und Europa haben, dass es hier ruhig und stabil ist.
In Israel ist es leer, nur wenig Touristen, obwohl da jetzt in der Zeit vor Ostern eigentlich Hauptsaison ist. Palästina lebt fast nur vom Tourismus, Israel ist auch auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen. Yossi und Uriel bedanken sich, dass wir den Mut hatten, nach Israel zu kommen. Nur ca. 1/3 der Touristen, die sonst kommen, sind jetzt 2015 da. Na ja, kein Wunder, denke ich mir. Die Bilder aus dem Gaza-Streifen 2014 waren nicht verlockend für einen Israelreisenden. Ich hatte mich auch gefragt, ob die Reise stattfinden wird. Aber man muss auch sagen, dass Bilder im Fernsehen nicht objektiv sind und auch nicht sein können. Sie lassen keine Schlüsse zu auf die Situation in anderen Landesteilen.

Wir hatten keine Situation, die in irgendeiner Weise kritisch war. Auch die israelischen Wachen in der Altstadt von Jerusalem oder an der Mauer zwischen Jerusalem und Bethlehem waren durchweg tiefenentspannt. Meist schienen sie mit sich, ihrem Kumpel oder ihrem Smartphone beschäftigt. Auch am Flughafen waren Einreise- und Ausreisekontrolle entspannter, als die Jahre zuvor. Es wurde sogar gelächelt.

Und was war mit der Wahl?

Die Wahl war durch Wahlplakate präsent, die ich aber alle nicht lesen konnte. Bibi war zu sehen, den Rest der Politiker, die abgebildet waren, kannte ich nicht. Mit den wenigen Israelis, mit denen ich zur Wahl sprechen konnte, waren von der Wahl von Bibi nicht begeistert. Sie sagten, dass der Krieg sowieso immer da ist, wichtiger sei es aber jetzt, dass die Lebenshaltungskosten nicht weiter so dramatisch ansteigen. Auch den Rechtsruck, den die Wahl wohl signalisiert, sei schade. Immerhin hielten sie einen Frieden im Nahen Osten für möglich.
Klar war aber auch, sie wollten von uns keine Tipps, keine Einmischung, keine Ratschläge, keine Kritik. Wir leben nicht hier, wir wurden nie mit Raketen beschossen, wir sind nicht von Feinden umgeben, die uns vernichten wollen. Immerhin lobten sie (sehr) die Solidarität von Frau Merkel, die gesagt hatte: ‚Ein Angriff auf Israel ist ein Angriff auf Deutschland!‘

Hoffnung?!

Ja, ich sah Zeichen der Hoffnung. Israel lässt z.B. Krankenwagen von Jordanien oder Syrien durch – obwohl die Grenzen geschlossen sind, um den Verletzten zu helfen. Auch beim Handel gibt es wohl viel lokale Zusammenarbeit, die bei uns in den Medien keine Rolle spielt. Auch viele Araber sind mit Israelis befreundet oder umgekehrt. Das ist unspektakulär, aber ich fand es hoffnungsvoll. Es ist nicht alles voller Hass in Palästina!

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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Eine Antwort zu Israel – Zur Technik und: War das nicht gefährlich?

  1. Elke schreibt:

    Lieber Florian, ich kann mich Deinem Dank nur anschliessen. Es war wieder eine tolle Reise, dank Tante Elisabeth, die ich auch heute noch dafür bewundere, wie tapfer sie alles bewältigt hat, dank Yossi und Uriel, die uns so toll durch ihr Land geführt haben, dank Jamil, der uns wieder so gut gefahren hat, dank Pfarrer C. und seine Gottesdienste an den heiligen Orten, dank der netten Mitpilger – danke für alles!!!!

    Allerdings hätte ich meine Medikamente nicht so großzügig verteilen oder besser: mehr für Gesundheit beten sollen, denn jetzt huste ich mir die Seele aus dem Leib. Man hat mich zwei Büros weiter noch gehört.

    Shalom und über nächstes Jahr in Jerusalem🙂 ,

    Elke

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