#4 – Le Sentier des Moulins

Der angekündigte Sturm ist so stark, wie der von Borussia Mönchengladbach. Also eher ein laues Lüftchen. Da können wir heute die geplante Wanderung, den Mühlenpfad – ‚Le Sentier des Moulins‘, wie vorgesehen machen.
Nach einem gemütlichen Frühstück und der Routenbesprechung, starten wir in unserem kleinen silbernen Autochen und stürzen uns ins Getümmel. Ohne Navigationspannen meistern wir die schwierigen Stellen und finden am Einstieg sogar einen Parkplatz.
Von der Höhe steigen wir in ein grünes Tal, wo ein munterer Bach plätschert, der früher einmal sechs Mühlen mit Energie versorgte. Heute führt nur unser Pfad durch die wilde Natur und ein Sträßlein windet sich hier durch. Immer, wenn der Pfad verschwindet, nehmen wir das Sträßlein zur Hilfe – da hier fast kein Verkehr ist, ist das kein Problem. Nach zwei Stunden wenden wir und steigen bei sonnigem Wetter und einem kurzen Nieselregen wieder hinauf zu unserem Auto.
Zum Cream Tea wollen wir zum besten Lokal der Insel, dem ‚The Poplars Tea-Room‘, aber ausgerechnet heute hat der Schuppen zu. Na Pech. Da müssen wir nochmal wieder kommen. Da wir aber nun schon in der südwestlichen Ecke von Jersey sind, fahren wir auf Wunsch eines einzelnen Herren noch die paar Meter bis zum Leuchtturm ‚La Corbière‘. Und wir haben Glück. Wolken, Sonne und Meer malen uns ein Bild, was William Turner nicht viel besser hätte malen können. Es ist relativ leer, nur ein Bus mit einer schweizer Schulklasse bevölkert die Gegend. Der Leuchtturm ‚La Corbière‘ liegt im Meer auf einem Felsen. Bei Flut ist er umspült, bei Ebbe kann man ihn zu Fuß auf einer Betonpiste erreichen. Die Flut ist gerade soweit zurück, dass die Passage möglich wird und die ersten schweizer Schüler ziehen Schuh und Strümpfe aus und gehen rüber.
Da M* Hunger hat, beschließen wir, es später noch einmal zu versuchen, die Ebbe hat den tiefsten Stand erst um 19:40 Ortszeit, da bleibt Zeit genug. Wir fahren eine wilde enge Küstenstraße nach St.Brelade. St.Brelade hat den schönsten Strand der Insel, ein wunderbares Kirchlein mit Friedhof (das sparen wir uns für das nächste Mal auf) und ein paar nette Lokale an der Promenade. Schnell ist ein Platz in der Sonne mit Blick auf die Bucht gefunden und die Bestellung aufgegeben. Es gibt ‚Steak-Sandwich, Ciabatta, Roasted Onion, Baby Spinach, Grain Mustard Dressing‘ für F* und ‚Pan-Fried Seabass, Sautéed Pak Choi and Cucumber, Thai styled King Prawn Broth‘ für M*. Während wir warten, verzaubert uns ein altes Paar wohl in den Achtzigerjahren. Sie mit iPad müht sich in der Sonne um ein paar Aufnahmen von Strand, Algen und ihrem Schatz, der ganz Gentlemen mit seinem Stock ein Herz für Sie in den Sand ritzt. Zum Dank gibt es dafür noch einen dicken Kuss uns eine wilde Umarmung. Liebe ist schön! Wunderschön!
Das Essen mundet vorzüglich – man kann nicht meckern, das Leben ist schön!
Nach der Mahlzeit, geht es zurück zum Leuchttum ‚La Corbière‘, der nun verlassen da liegt und fast noch schöner von Wolken, Licht und Meer umspült wird.
Der Weg zum Leuchtturm ist frei, der Wasserspiegel liegt gut einen Meter tiefer. Wir freuen uns an dem Licht und dem Geräuschen von Wind und Meer. Ein toller Leuchtturm. Er kommt sicher unter meine Top 10.
Als kleines Glanzlicht finden wir eine ‚Haifischkotzewurfmaschine‘. Haifischkotze nannten wir als Kinder den weißen Schaum am Meer, der aus organischem Material toter Algen besteht, welches Luftbläschen umhüllt. So entsteht ein stabiler Schaum. Hier hat sich wohl vor einem Felsloch in einiger Entfernung eine Menge von dieser Haifischkotze angesammelt und der Wind treibt davon immer mal wieder Flocken in die Luft. Es sieht aus, als ob eine kaputte Kanone versucht etwas Schnee auf die Piste zu bringen. Sehr hübsch anzusehen! Ich versuche mich an einem Video davon.
Als wir uns an allem satt gesehen haben, geht es zurück. Erst noch Einkaufen, dann nach Samares Manor. Wir drücken noch dem FC die Daumen, aber diesmal geht es schief. Mist.
Noch ein Picknick und eine halbe Seite Vorlesen.

Trotz des FC ein wunderschöner Tag. So macht Urlaub Spass.
Morgen könnte es nochmal ein Stück Küstenpfad geben, dann aber weiter im Nord-Westen.

Im Mühlental

Im Mühlental


Im Mühlental

Im Mühlental


La Corbière

La Corbière


La Corbière

La Corbière



Video Haifischkotzenwurfmaschine

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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Eine Antwort zu #4 – Le Sentier des Moulins

  1. hodoblog schreibt:

    Das hört sich ja gut an. Wünsche noch weiterhin gutes Wetter. Wir machen uns jetzt auf zurück, um den Daheimgebliebenen Rest zu unterstützen. BBvA nebst Autorin

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