#5 – La Corbière

Ein sonniger Tag kündigt sich an. Die Wolken winken noch kurz und sind dann schon auf dem Weg nach NRW. Tschüss bis Samstag🙂
Nach der Morgengemütlichkeit geht es zurück zur Bucht von St.Brélade. Wir parken an der kleinen Kirche auf dem kostenlosen Kirchenparkplatz (Lob!), wundern uns aber, dass da recht viele Autos stehen. Nach Gang über den alten Friedhof und Kurzbesichtigung der Fishermen’s Chapel, wollen wir die alte St.Brelade’s Church anschauen, aber wir kommen nicht rein. Es ist eine Beerdigung.
Okay. Dann später. Wir gehen den Kirchenfluchtweg runter zum Strand. Der Fluchtweg stammt aus normannischer (also Wikinger) Zeit, als Straftäter bei der Kirche Zuflucht suchen konnten und auch bekamen. Über diesen kircheneigenen Fluchtweg, konnten die Straftäter den Strand erreichen und mit kleinen Booten fliehen. Allerdings war die Chance ohne Wasser und Nahrungsmittel eine andere Kanalinsel oder Frankreich zu erreichen, wohl sehr bescheiden.
Wir planschen mit den Füßen durch das Wasser, die Bucht einmal rauf, einmal runter. Das ist angenehm in der Sonne und das Wasser hat erträgliche 16 Grad. Dann tapern wir noch einmal die Promenade rauf und runter, dann geht es zurück zur Kirche. Aber wir kommen nicht rein. Diesmal ist Gottesdienst. Ja, was ist denn hier heiligmäßig los? So mitten in der Woche?
Um 14:31h ist heute Flut. Der Reiseleiter, also ich, empfiehlt den Leuchtturm La Corbière, den wir gestern bei Ebbe hatten. M* ist einverstanden und so fahren wir die wenigen Kilometer zum Süd-West-Ende von Jersey.
Es ist strahlender Himmel, das Meer glitzert oder ist tief blau und weiß strahlt der Leuchtturm, der nun auf einem Inselchen steht. Sehr schön. Eigentlich sehr sehr schön! Das würde meinen Wikingern gefallen. D* würde eine lange Salve „schießen“, er mag das schnelle Klappern des Spiegels seiner Kamera. J* wäre was ruhiger bei der Arbeit, machte aber auch viele schöne Bilder, so wie ein Informationsspezialist das halt so machen tät. Ja, da die Jungs fehlen, muss ich den Job für sie machen. Ich klettere ein bisschen in die Felsen und zum Wasser runter, um eine andere Perspektive zu haben. Schon ganz gut. Auch M* amüsiert sich in der Sonne und bei der Beobachtung der wenigen Leute, die sich hier tummeln. Spass machen immer wieder die Busse, wo Menschentrauben rausquillen, viele in Badelatschen oder ähnlich praktischer Fußbekleidung. Sie bleiben im Rudel zusammen und zücken gleichzeitig ihre Smartphones und machen alle praktisch das selbe Bild. Find ich super!
Als wir uns genug am Leuchtturm und der schönen Umgebung erfreut haben, ist es jetzt Zeit für eine Stärkung und wir fahren das kurze Stück zu ‚The Poplars Tea-Room‘. Heute ist offen und es gibt ‚Scone, Butter, Jam with Jersey Clotted Cream‘. Das ist schon eine Freude. Sehr mächtig, aber auch sehr lecker. Dazu gibt es Tee, der wirklich 1a schmeckt (offenbar mit Mineralwasser, nicht mir Leitungswasser zubereitet). Wer auf süß steht, muss dieses Fest mal ausprobieren!
Wir putzen alles weg und sind wirklich gut satt und glücklich! Tolle Insel, super Wetter, viel zu sehen, nette Leute und dann so ein leckeres Essen. Mehr kann man nicht haben wollen. Da gebe ich doch gerne die Reiseleitung ab und schaue mal, was nun passiert.
M* blättert Reiseführer und eKarte und schlägt einen Spaziergang am Noirmont Point vor. Okay. Ich stimme zu, M* lächelt zauberhaft, da will man doch nicht nein sagen.
Wir fahren das kurze Stück über Weide und an einem windzerzausten niedrigen Wäldchen vorbei. Hier auf Noirmont Point steht die Batterie Lothringen, eine Küstenartillerie aus der deutschen Besatzungszeit. Alte Bunker mögen wir nicht so sehr, aber man kann ihnen auch nicht ausweichen. Allerdings ist die Landschaft ringsrum wunderschön und im Abendlicht der sinkenden Sonne nochmal einen Tick schöner, als sonst. Nach einer halben Stunde haben wir den Noirmont Point auf einem schönen Pfad umrundet und wählen nun für die Weiterfahrt eine Green Lane, die uns nach St.Aubin bringt. Das Sträßchen ist furchtbar eng, besonders am Ende. Ich muss in einer Kehre zurück setzten, um überhaupt um die Kurve zu kommen. Schon etwas besonderes, diese Sträßchen hier. Gut, dass wir einen kleinen Corsa haben!
St.Aubin mutet auch sehr hübsch und pittoresk an. Ich suche mal schnell einen Parkplatz. Wir schauen uns den Hafen an, der schon wieder trocken gefallen ist, dabei war doch gerade noch Flut und Ebbe ist doch erst um 21:15h. Vielleicht reicht es den Yachtbesitzern ja, wenn sie nur ein, zwei Stunden am Tag Wasser unter dem Kiel haben?
Nun ist aber genug! Wir gondeln nach Samares Manor zurück, wo ein Imbiss, Vorlesen und ein Bier den schönen Tag beenden.

Morgen soll das Wetter etwas schlechter werden. Trotzdem wollen wir in den Nord-Westen der Insel. Da gibt es Burgen, Küstenpfade und Abenteuer. Mehr wünschen wir uns nicht.

St.Brelade's Church

St.Brelade’s Church


Schönster Inselstrand

Schönster Inselstrand


La Corbière

La Corbière


Bei Flut überspült.

Bei Flut überspült.


Scone, Butter, Jam

Scone, Butter, Jam


Noirmont Point

Noirmont Point

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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