Venedig #2

Der Tag beginnt recht früh, denn wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Um 8 hat RL J* das Frühstück angesetzt und wir sind alle pünktlich. JD** haben allerdings schon Frühsport am Strand gemacht, ihre Sachen gepackt und nochmal umgepackt, den Strand besichtigt und die Fähren gecheckt und dazu noch zwei Vorfrühstücke genommen. Tja, ich bin irgendwie keine Nachtigall, also kein Morgenmensch und muss deswegen etwas kleinlaut den Tag beginnen. Aber wir haben ein schönes Frühstück mit Rührei und Obst und Gebäck – nur der Kaffee ist etwas mau – was mich in Italien wundert, aber es verdirbt uns nicht den Tag.

Wir nehmen die Fähre vom Lido zurück zum Markusplatz und stürzen uns dort ins Getümmel, was da aber gar nicht sein sollte, es ist doch Montag und vor der Saison… Es ist aber doch Getümmel. Ne Menge Soldaten und Carabinieri sind da und ein paar marschieren so knackig, wie das nur Italiener können und sich trauen und was für prachtvolle Uniformen die alle anhaben. Und Flaggen sind gehisst und es sieht alles nach ordentlich was aus.

Wir lassen das aber alles hinter uns und ich versuche in den Markusdom vorzudringen, was mir aber verwehrt wird, da ich mit Rucksack sicher ein Terrorist bin und nicht in ein Gotteshaus darf. Da ich schon ein paar Mal drin war, lassen wir es.

Wir stürzen uns weiter durch die schöne Stadt und geben den Kameras reichlich was zu tun. Schöne Kanäle, viele Gondeln, auch weniger schöne Stellen, Geschäfte, die hier (gefühlt) nicht hingehören und viele interessante Menschen.

Am Rialto kommen wir wieder ans Tageslicht. Der RL hält uns ein Vaporetto an und wir lassen es zum Bahnhof fahren, wo wir den Lidl stürmen. Klappt aber nicht. Lidl hat zu. Pech. So nehmen wir ersatzweise ein neues Vaporetto zur Insel San Giorgio Maggiore mit der gleichnamigen Basilica darauf. Das sonnige Wetter, wird etwas dunkler hier und da, was uns mit schönen Bilder mit Wolken und Sonne beschenkt. Nach kurzer Wartezeit erreichen wir den Aufzug zum Campanile und fahren hoch, um über Insel, Land und Venedig zu schauen. Es lohnt sich sehr und ich denke, es war besser diesen Turm hier zu besteigen, als den Campanile von San Marco (mit einer ca. 2h langen Warteschlange). Hat der RL wieder gut gemacht!

Dem beginnenden Regen weichen wir aus und verstecken uns in einem Vaporetto, was uns zurück zum Markusplatz bringt. Da uns auch hierhin der Regen verfolgt, flitzen wir schnell zu unserer abgeschmockten Kneipe von gestern, wo uns der Kellner als Familienmitglieder willkommen heißt und uns einen großen Sonnenschirm (gegen den Regen), Tische und Stühle vor seiner Hütte auf dem schönen kleinen Platz errichtet. Da es Mittag ist, schlägt der RL ein Picknick vor. Okay, machen wir. Zu drei Pizzas, gibt es drei Birra Moretti (Danke für den Tipp an optimisc), nachdem der Reiseleiter bestätigt, dass es schon nach Vier ist. (Alte Regel: Kein Bier vor Vier!). Es schmeckt und alles ist gut.

Das nächste Vaporetto bringt uns um die Insel herum und weiter an der Friedhofs-Insel San Michele vorbei zur Insel Murano. Meine Verbindungen aus ungezählten Ferienfreizeiten machen sich bezahlt und schon bald und 5€ später, sitzen wir in der Werkstatt eines Glasbläsermeisters, der eine wunderbar häßliche Vase bläst, dreht und bastelt und als Zugabe noch ein Ferrari-Pferd. Leider reicht mein Italienisch nicht, um ihn zu bitten uns einen Geißbock zu erzeugen. Beleidigt kaufen wir dann auch nichts, zumal meine Jungs mir ständig blaue Pinguine, Hunde, Katzen, Vasen, Kronleuchter für M* empfehlen. Die ich aber garnicht kaufen will und M* auch garnicht haben will. Aber ich merke schon. Die zwei Wikinger finden es nicht in Ordnung. Wo M* doch blaue Flaschen so liebt… Sie wollen halt, dass M* glücklich ist! Gute Jungs.

Eine kurze Wanderung durch Murano bringt uns zur hinteren Haltestelle und wir nehmen ein neues Vaporetto zum Bahnhof. Bei nun wieder strahlendem Sonnenschein erkunden wir nun hier noch die Gegend zu Fuß, was Spaß macht, da das Licht wärmer und weicher wird und das Viertel nicht überlaufen ist und schöne Plätze, Kanäle und Gebäude zu bieten hat. Ein Platz in der Sonne lädt uns zu einem Kaltgetränk ein und wir schauen in die Gegend und freuen uns des Lebends und der gegenseitigen Witze.

Zurück am Bahnhof soll es nun doch der Bus zum Aeroporto di Venezia-Tessera “Marco Polo” sein. Wir haben zwar noch etwas Zeit, aber wenn man über 50 ist, weiß man ja nie und Reserve ist besser als dumm aus der Wäsche zu schauen. Und weil uns Eurowings dann auch noch gut sein will, lassen sie – so sagt der Captain – eine Schraube locker sein, die unserem Flieger eine Stunde Verspätung einbringt.

Wir fliegen dann um 22:25h und sind 70 Minuten später wieder in Köln. Das Europatreffen #4 der Wikinger ist gut zu Ende.

Ein herzliches Dankeschön an J* für gute Vorbereitung und Reiseleitung und an D* für coole Witze und die Kassenpflege!

Fazit 2: Venedig für eine Nacht ist sehr zu empfehlen und April ist dafür ein gute Monat. Ich war vier-fünf Mal in Venedig und immer im Sommer. Da ist der April deutlich angenehmer!

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
Dieser Beitrag wurde unter Venedig veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s