Tag #2 – an Bord

Um 17:25h sind die Leinen los und die BOLERO legt ab. Über 4400km liegen vor uns. Eigentlich liegen sie hinter uns, den wir liegen Bug stromauf. Die BOLERO ist über alles 126,60 Meter lang und so ist die Donau hier zu schmal zum Wenden. Aber der Kapitän weiß Rat und so fahren wir das erste Stück rückwärts und wenden an der Mündung des Inn. Dann rütteln die beiden MTU 16V 2000 M60 Maschinen das Schiff kurz durch und wir beschleunigen auf satte 13 Knoten (24 km/h). Im Salon gibt der Reiseleiter eine erste Info über Sicherheit, Ausflüge, Getränke etc. für 174 Passagiere an Bord. Als ich dann wieder auf dem Sonnendeck bin, kommt gerade die erste Schleuse. Ich darf an Deck, aber nur sitzend. Eine Stahlbrücke kommt auf uns zu und sie gleitet sehr knapp über mich. Toll!

Dann geht es zum Essen. 4 Gänge, alle lecker. Draußen dunkelt es und die Schönheit der Landschaft bleibt uns etwas verborgen.
Als ich an Deck bin blinken die Sterne der Milchstraße über uns und ein Iridiumflare flackert heftig. Wunderschön. Die Milchstraße habe ich seit Jahren nicht gesehen.

Wir schauen uns noch das Manöver an der Schleuse Aschach an. Ich staune, wie schnell es abwärts geht. Ich schätze mal 5-10cm pro Sekunde. Wupps unten.

Der Tag beginnt mit einem Prachtfrühstück (Lachs, Rührei, Kaffee). Da die drei Prinzessinnen noch auf den Zimmern zu tun haben, flitzte ich zum Dom und hole Eintrittskarten für das mittägliche Orgelkonzert.
Unter Zurücklassung des Gepäcks (der Gepäckservice bringt den Berg aufs Schiff und gleich auf die Kabinen!) schauen wir erstmal, ob die MS BOLERO schon da ist. Ja, da liegt sie und fröhliche Matrosen putzen sie von außen. Die MS BOLERO ist nicht die Polarlys, aber sie macht einen guten Eindruck. Wir kurven durch die schöne Altstadt von Passau, bis wir um 12h im Dom ankommen. Die große Kirche ist rappelvoll und mit 4€ pro Kopf sind das nette Einnahmen, die das Bistum sicher gut gebrauchen kann.
Domkantorin Brigitte Fruht beglückt uns auf der Domorgel. Lumen Christi von Langlais passt wunderbar zu den Lichtstrahlen, die den üppigen Barock beleuchten. Sehr schön.
Die Prinzessinnen geben nun den Sack Flöhe und hüpfen in jenes oder dieses Geschäft, während mir hier und da der Überblick verloren geht.
Schließlich landen wir in der Heilig Geist Stiftschänke (auf Wunsch eines einzelnen Prinzessinnen-Begleiters). Ein prächtiger Garten mit Schatten und Weinranken erfreut mich und ein Radler. Bis dann alle da sind und bestellt haben, ist doch eine erstaunlich lange Zeit bei einem zweiten Radler angenehm entspannt verstrichen.
Frisch gestärkt, wird eine Badewanne voll Wasser gekauft, die der nette Gepäckträger zum Schiffe schleppt, welches just die Gangway öffnet, als wir ankommen.
Erstaunlich ruhig und professionell läuft der Check-In ab. Flugs haben wir unsere Kabinen bezogen und Hurra, das Gepäck ist auch schon da. Kann man mehr verlangen?

Jetzt platschen die Wellen an meine Kabine und Spritzer gegen mein Fenster. Schleuse Ottensheim.
Es ist schön mal wieder an Bord zu sein, schade, dass J* und D* fehlen.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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