Tag #7 – Bukarest

Schon wieder schönes Wetter. Unglaublich! Der Bullaugenblick, sieht gut aus.

Lecker Frühstück, lachsfrei und gemütlich.

Während wir da so nett sitzen und uns unterhalten, tauchen auf einer Sandbank plötzlich Pelikane auf. Wink nach oben, Chef Kirilov sagt es dem Cruise-Direktor, der sagt es durch. Alles hastet.

Meine Prinzessinnen haben ihre Kieker dabei (so hat es Uropa Captain Jens Meinert sicher gern!) und schauen schon. Meine Kamera schläft noch, so hat Peli Pech und wird nicht verewigt.

Von 2vorne und vom Sonnendeck aus, suche ich dann ausführlich nach fliegendem Getier. Ich muss das alleine tun, da ich die Prinzessinnen in den Salon geschickt habe, da gibt es einen Kurs zum Servietten falten. (Beim Abendessen stellt sich aber raus: Alle drei haben geschwänzt).

Ein paar Pelikane landen auf dem Chip. Super!

Da das alles sehr anstrengend ist, gibt es heute etwas früher Mittagessen. Aber da die Pelikane unseren Kapitän offenbar beflügelt haben, legen wir bereits jetzt schon in Giurgiu (Rumänien) an, offenbar hat er Gas geben.

Nach dem Essen geht es gleich los und wir entern Bus 1 und mit Reiseleiter Daniel und Peter, dem besten Busfahrer Rumäniens (wie Daniel sagt), geht es Richtung Hauptstadt. Bukarest, liegt, anders als Bratislava, Budapest und Belgrad mal nicht an der Donau. Sondern gut 40km nördlich.

Bukarest erinnert mich von außen etwas an Görlitz von vor 1989, es gibt hier nur mehr Klimaanlagen. Aber Bukarest entfaltet Charme, ganz einzigartig und doch irgendwie schon oft gesehen.

Wir stehen viel im Stau und so zieht sich die Sache. Daniel erklärt solange seine Heimat. Besonders liegt ihm am Herzen (dreimal erzählt er es heute!), dass wir Bukarest nicht mit Budapest verwechseln, wie es hier bei einem Konzert einst Michael Jackson tat und der Stadionsprecher beim Euro League Finale im Mai 2012. Es muss ein (nationales) Trauma sein. So ein 1:7, was nie nie nie wieder weg geht.

Okeeee, wir passen auf. Versprochen. Und Daniel sagt dann auch noch, dass er kein Vampir ist. Haijajai.

Daniel erzählt von seinem Onkel, der in einer Kneipe einst auf einen Tisch kletterte und „Ceaușescu Prost!“ sagte. Das heißt Ceaușescu ist ein Dummkopf. Einen Tag später saß der Onkel im Knast. Auch verstanden, Prost sagen wir erst wieder in Moldavien oder zu Hause.

Nach Stau, Rumkurven, Stau und „links sehen Sie liebe Gäste“ und „vorne und rechts liebe Gäste“ halten wir und besichtigen ein „Keramikmuseum“ (wie Daniel sagt) in einer Kneipe, wo es Haxen groß, wie Handbälle gibt. Als alle erleichtert sind, gibt es einen kurzen Rundgang durch die Altstadt. Kirchlein (rumänisch orthodox), Einkaufsstraße, Kneipe. Dann haben wir „frei“. E*, M* und ich drehen eine Runde durch das Viertel.

Wir durchstreifen das Banken- und Universitätsviertel und machen für die vielen Freunde und Verwandte von mir, die Michael heißen ein Bild von „Michael dem Tapferen“. (Ausnahmsweise mit Link: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mihai_Viteazul)

((Vom heiligen Florian gibt es nur einen doofen Spruch und Feuerwehrzeugs …, keine Reiterstanbilder!))

Viel zu schnell sitzen wir wieder im Bus und machen ein Türchen zum Parlamentspalast, den Daniel lieber „Haus des Volkes“ nennt. Wer das Teil sieht, erinnert sich sofort, ja, das habe ich schonmal (im Fernsehen) gesehen.

Wie arm muss man sein, ein ganzes Stadtviertel platt zu machen, die Bevölkerung zu vertreiben, dann dieses Riesenteil zu bauen, tja, um was zu erreichen? Bewunderung? Lob? Anerkennung? Und während des Baus hungerten Daniels Eltern …

Was für ein glücklicher Zufall, der uns alle nicht im Sozialismus aufwachsen ließ. Denken wir daran, dass das kein Verdienst ist, sondern Glück oder glücklicher Zufall!

Es folgt Stau und die Rückfahrt nach Giurgiu und flugs an Bord. Schönes Ablegemanöver bei Abendhimmel über Giurgiu.

Knapp vor dem Essen unterfahren wir noch die Giurgiu-Russe-Freundschaftsbrücke. Sie verbindet Rumänien mit Bulgarien. Sie wurde 1954 fertig und auf ihr galt noch der Schießbefehl.

Es folgt noch Sitzen und genießen im Restaurant, heute mal bei rumänischem Rotwein.

Morgen geht es ins Delta. Wir müssen früh raus.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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