15.01.2017 Tacoronte, Punta del Hidalgo und Bajamar

Tag #4

Ich bin erstaunt, dass Yoga heute im Wohnzimmer stattfindet. Wie soll da die Sonne wissen, wo wir hinwollen und wo ein paar Sonnenstrahlen doch nett wären?

Als ich mir die Beine vertrete und nach dem Meer schaue, ist der Himmel wolkig. Kein Wunder, denke ich mir. Kein Sonnenterrassen-Yoga, keine Sonne. Tssss. (Ich hoffe, Sonne ist bei Euch!)

Im Roque will ich Brot kaufen, aber es ist „fin“. Ich muss Croissants und Anisbrot nehmen. 1,27€. Da geht unser Brotpreis-Ratespiel erst morgen weiter.

Wir frühstücken drinnen, da muss man auch nicht so weit laufen, um die Leckereien auf dem Tisch zu haben.

Wir entschließen uns, nach Tacoronte zu fahren. Da trifft sich sonntags die Insel, denn dann ist Markt. Vor Verkehrschaos warnt die Reiseführerin. Okeeee. Ich hatte Chaostheorie bei Prof. Eilenberger, da kann man was aushalten …

Es geht die Autobahn nach Norden, dann links ab nach Tacoronte. Es ist voll, aber kein Chaos. Parkplätze sind eng, aber M* hat Gespür für Seiten-Seiten-Straßen und wir finden ein hübsches Plätzchen für das Wägelchen.

Der Markt ist garnicht die Attraktion, sondern ein Kuh- und Stierwettbewerb. 50-80 braune, z.T. riesige Kühe und Stiere sind angebunden. Viele paarweise unter einem Joch. Dazu gibt es ein Feld mit Parcours, wo jeweils ein Gespann einen Holzschlitten mit Sandsäcken zieht. Offenbar wird die Zeit für eine Runde gestoppt. Jeweils eine Hirtin oder ein Hirt dirigieren mit Stock und Geschrei ihr Gespann. Es ist fantastisch. Eine Ernsthaftigkeit liegt über allem, als ginge es ums Überleben, nicht um Spiel.

Eine wahnsinns Kraft geht von den Tieren aus. Da sind Bullen, die am Rücken bis zu 2m hoch sind. Gigantische Muskeln. Toll anzusehen. Und alle Tiere ganz ruhig, ganz friedlich. Fast noch besser sind die Hirten (eine Hirtin unter ca. 30-50 Männern). Sie strahlen ruhige Kompetenz aus und vor allem Stolz. Sie dirigieren ihre Muskeltiere mit ihrem Stock und dem Seil am Nasenring, als wäre es ganz leicht und einfach. Wenns leicht aussieht ist es schwer!

Die alten Hirten vor allem haben Gesichter, die aussehen, als wären sie viel draußen, viel allein und nur der Horizont oder der Atlantik wäre ihre Grenze. Ich hätte gerne Aufnahmen von ihnen gemacht, also Bilder, richtige Bilder … Tolle Menschen!! Ich bin von allem schwer beeindruckt. Rein zufällig sind wir auf dieses Fest gestoßen.

Nach genug Gespannen, gehen wir dann doch in die Markthalle. M* kauft ein paar Teile, auf die ich nicht so achte, die aber grün waren.

Dann nochmal zu den Stieren und Kühen. Jetzt ist plötzlich auch Galopp zu sehen. Was für großes Kino!

Wir reißen uns schließlich los und fahren noch bis zum Punta del Hidalgo. Wir parken am Meer und gehen zum Leuchtturm und weiter bis zum Ende des Wegs. Eine Motocrossanlage hier ist neu.

Wir konzentrieren uns aber auf das Meer, das Spiel der Wellen, das Blau und Grün, die Sonnenstrahlen und neue Vögel. Wir sehen einen Seidenreiher mit (riesigen) grünen Füßen und einen Regenbrachvogel. Ob die hier nur über Winter zu Besuch sind?

Dann geht es nach Bajamar. Da es gestern etwas windig war, schlägt hier eine schwer-gute Brandung an. Und weil es hier eine Kaimauer und einen kleinen Leuchtturm gibt, donnern Schaumfontänen krachend daran in die Höhe und man kann gute Bilder einfangen. M* geht Kaffee trinken, ich banne großartige Natur auf Speicherkarten. Was für ein Vergnügen. Alle so 10-15 Minuten kommen drei riesige Brecher hintereinander. Hei, was für ein Spektakel. Dazu Gegenlicht, Wolken mit Sonnenstrahlen in der diesigen Luft. Das hat alles das Zeug für wirkliche Meisterwerke. Ich hoffe ich habe ein paar dabei heute.

Vielleicht will ich hier mal ein paar Monate verbringen!?

Dann geht es zurück nach Las Aguas.

Was für ein schöner Tag heute!

Hirtin mit Gespann.

Punta del Hidalgo.

Welle bricht an der Kaimauer von Bajamar.

Noch eine.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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2 Antworten zu 15.01.2017 Tacoronte, Punta del Hidalgo und Bajamar

  1. optimisc schreibt:

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Toller Bericht, fantastische Fotos, vor allem das erste Wellenfoto!
    Der Satz mit dem Wort „Monate“ lässt mich aufhorchen. Ich werde euch besuchen!

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