24.01.2017 Cueva del Viento

Nach dem Dach von Tenerife gestern, geht es heute in die Tiefe. Wir haben per Internet eine Höhlentour gebucht, die Cueva del Viento in Icod. Überpünktlich sind wir da. Um 13:15h geht es los mit einer Einweisung und Erklärung. Wie Lavahöhlen entstehen, über die Lavasorten Pāhoehoe-Lava, ʻAʻā-Lava, Blocklava, was man für Lava an der Oberfläche findet und wie man das am Pflanzenwuchs feststellen kann. Alles super interessant. Carsten erklärt das kompetent, witzig und auf Deutsch.
Dann gibt es Helme mit Stirnlampe und Akkupack zum Umschnallen. Mit Kleinbussen geht es steil hoch zum Waldrand. Die Lavahöhle, die wir anschauen wollen, ist von Lava des Pico Viejo gebildet worden. Der Pico Viejo ist nach dem Teide der zweithöchste Inselvulkan und einer von 321 Feuerbergen auf Tenerife.

Jetzt geht es ein Stück zu Fuß durch den Wald. Und als die Kiefern aufhören, hört auch die Blocklava auf. An der Pāhoehoe-Lava erkennt man, dass darunter Lavahöhlen sein können. Carsten öffnet ein schweres Gitter und es geht in die Lavahöhle. Hier ist alles so belassen, wie es ursprünglich war. Der Boden ist uneben und scharfkantig und es gibt keine Beleuchtung, außer unseren Helmenlampen. Wir gehen in der Röhre, die die Lava hinterlassen hat, als sie vor 27.000 Jahren den Berg runter zum Meer geflossen ist. Sieht super aus und ich beschließe gleich mal, dass ich die IT drangebe und Höhlenforscher werde!
Wir gehen in eine Seitenhöhle, schauen uns riesige Felsbrocken an, die aus der Decke gefallen sind, sehen Verzweigungen und Zusammenflüsse. Dazu erzeugen die Helmlampen eine besondere Atmosphäre und man muss sich konzentrieren, wohin man leuchtet, bzw. seinen Kopf bewegt, um ein ordentliches Bild einzufangen. Rucksäcke und Taschen sind verboten in der Höhle, ich nehme mal an, damit man nicht irgendwo hängenbleibt aber Fotografieren ist erlaubt und es wird kräftig ausgenutzt. Sogar die befürchteten Blitze meiner Spezialfreunde bleibt praktisch aus, Männer und Frauen blitzknallen nicht doof in der Gegend rum, sondern nehmen das Licht, was sie sehen, was auch völlig ausreicht.
Als wir an der tiefsten Stelle angelangt sind, gibt es Tageslicht zu sehen. Ca. 17 Meter über uns ist ein alter Eingang in die Höhle, der jetzt aber mit einem Gitter verschlossen ist, damit niemand hier landet, der nicht bezahlt hat.
Auf dem Rückweg setzen wir uns an geeigneter Stelle und löschen alle Lichter, sogar leuchtende Uhren decken wir ab. Das ist absolute Finsternis. Kein Photon fliegt mehr umher. Das ist richtig dunkel. Wo hat man das sonst noch? Dann bittet Carsten uns ruhig zu sein und uns nicht zu bewegen. Das ist die absolute Stille in der absoluten Findternis. Sehr cool. Auch toll, dass das klappt. Sonst hat man ja gerne Scherzbolde dabei, die diese Erlebnisse durch Witze, die keine sind, zerstören.
Dann geht es wieder raus. Wie hell es hier ist!
Nach 2+1/2 Stunden sind wir am Parkplatz und schade, das Abenteuer ist schon vorbei. Wer von euch also keine Engenangst hat und gut genug zu Fuß ist, sollte sich das nicht entgehen lassen. Ich musste mich mit meinen 192cm Höhe nur einmal bücken, das wars.

Wir fahren steil runter nach Icod und holen ein paar Pflanzenbilder nach, denn die internationale Pflanzenbestimmungskommissionsvorsitzende D* vom HoDoBlog konnte eine der Blüten auf einem unserer Bilder keinen Namen geben und jetzt liefern wir noch ein paar Fakten nach. Mal sehen, ob das reichen wird oder ob D* und HdGr mal nach Tenerife kommen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Ein kleiner Einkauf rundet den Tag ab. Ich werde Höhlenforscher!

PS.
60 Cent. Ihr wißt schon.
Preis Höhle: Je 20€. Kann man nur per Internet buchen. Keine „Abendkasse“.
Der Heilige bei der Prozession war wohl der Heilige Antonius. Er ist Schutzpatron der Bauern und der Tiere. Das erklärt das Attribut Katze. Und evtl. war die Kuhversammlung eine Tiersegnung. Carsten hat das M* heute auf Nachfrage erklärt.

Höhlenforscher in spé mit Frau.

In der Höhle.

Leuchte mal nach da!

Höhlenende und Schacht nach oben.

Wieder im Wald.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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