Tag #02 – Stella Maris

Ich bin früh und vor dem Wecker wach. Bis zur Laudes (dem Morgengebet) ist noch reichlich Zeit und so widme ich mich den Festspielen in der Bucht von Haifa. Sonne, Wolken, Dunst und Meer malen Kunst vor mein Fenster. Aufregend prächtig. Ich baue das Stativ am offenen Fenster auf und stelle eine Zeitrafferaufnahme ein. 30 Minuten komprimiere ich zu 20 Sekunden.

Das geht so etwa bis zur Weckzeit um 7h.

Denkste. Um 6:45h weckt mich die Telefonanlage.

Wir beten (und singen) die Laudes in einem schönen Nebenraum mit Blick auf die Bucht um 7:30h. Super.

Tolles Frühstück mit Milch in allen Sorten, dafür aber kein Fleisch. Das verbieten die jüdischen Speisevorschriften.

Nun aber los! Wir umkreisen kurz das Hotel und besichtigen die Hängenden Gärten der Bahai mit dem Schrein des Bab. Die Gärten sind die gepflegtesten, die ich kenne, kein Krümmelchen liegt falsch, alles akkurat mit der Nagelschere geschnitten. Die Religionsgemeinschaft der Bahai gibt sich mit ihrem Weltzentrum alle Mühe. So ne Menge Arbeit!!

Um 10:45h ist erste Heilige Messe für uns in der Stella Maris Kirche. Stella Maris heißt Stern des Meeres und Maria tritt als Patronin der Seeleute auf, ist aber auch Leuchtturm im Meer des Lebens. Das gefällt mir. Das hat mehr von Ratgeben, statt Vorschriften machen.

Ich betätige mich heute als Messdiener, das intensiviert die heiligen Handlungen.

Michael macht seine Sache gut. Kurze Predigt. Start mit Maria. Er kann es einfach.

Der Karmelberg ist auch Gedenkort für den Propheten Elia, der hier im Karmeliterkloster unter der Stella Mariskirche eine Grotte hat. Wegen einer bösen Königin musste er sich da mal verstecken. Natürlich werfen wir einen Blick in diese Grotte.

Mittagessen gibt es im Karmeliterkloster um die Ecke. Schon wieder biegen sich die Tische mit leckeren Speisen. Pilgern ist nicht immer leicht.

Yossi schimpft dann etwas wegen des postprandialen Knicks (BvF*), denn die Pilgerreisenden nutzen die Fahrt nach Akkon zu einem Verdauungsschläfchen. Kann sein, dass der Arak, den wir aus medizinischen Gründen nehmen müssen daran Anteil hat.

Als ich kurz vor Akkon wach bin, ist gerade noch Zeit die Kamera und das Stativ zu schnappen, dann geht es auch schon raus in die Kreuzfahrerfestung. Toll ausgegraben, klasse alte Gewölbe und dicke, schwere Mauern. Yossi erklärt und zeigt und gibt sich Mühe uns zusammen zu halten. Ein paar bemerkenswerte Theorien über Terrorismus baut er auch mit ein.

Durch den Basar geht es wieder raus und zum Bus.

Jamil fährt uns durch grüne Hügel und prächtige Olivenplantagen zum See Genezareth. Im Kibbuz Ein Gev bleiben wir drei Nächte, um Galiläa zu bepilgern. Es ist alles heiliger Boden hier. Viele schöne Orte, viele Geschichten, viele Stellen: genau hier hat Jesus …

Wir bekommen hübsche Bungalows mit Blick zum See.

Ich nutze die Zeit, um ein paar schöne Bilder zu jagen und zu fangen. Heilige Orte kommen über schöne Bilder leichter und dauerhafter ins Herz.

Zum Essen sage ich nichts, außer LECKER.

Jetzt muss ich nochmal raus. Es könnte sein, dass man die Milchstraße sieht.

(düdel lüdel lü)

Da bin ich wieder. Tolle Bilder gemacht, Meteor gesehen, singende amerikanische Gruppe um das Lagerfeuer saß am See. Aber die Milchstraße, war nicht zu finden. Macht nichts, die läuft nicht weg.

Morgen gehts mal früh raus. Laudes, Riesenfrühstück, Bootsfahrt über den See für die Gruppe, nur unser Pfarrer Michael wird über den See laufen – sagt Yossi.

Die Bucht von Haifa am Morgen.

Die Hängenden Gärten in Haifa.

Die Eliasgrotte im Karmeliterkloster auf dem Karmelberg.

Kreuzfahrerfestung in Akko.

Akko.

See Genezareth am Abend.

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Über Florian Seiffert

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5 Antworten zu Tag #02 – Stella Maris

  1. Elke Junior schreibt:

    Hallo liebe Pilger, auch ich wünsche Euch eine tolle Reise durch das Heilige Land und vergesst nicht, wie Yossi sagt, Eure Herzen mitzunehmen. Ich bin in Gedanken bei Euch und würde mich über ein Gebet sehr freuen, denn ich habe gerade eine sehr schwere Zeit mit meiner demenzkranken Mutter durchzumachen. Ganz liebe Grüße, Elke

  2. Angelika Teresa O. schreibt:

    Hallo Ihr Lieben alle!
    Ich wünsche Euch von Herzen eine segensreiche Pilgerreise im Heiligen Land!
    Betet auch für uns daheim…

    Herzlichst, Angelika Teresa 🙂

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