Tag #09 – Ölberg

„Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie.“

Der Ort, wo man dieser Worte gedenkt liegt auf dem Ölberg (Mount of Olives) und heißt Dominus Flevit. Dominus Flevit ist eine kleine Kirche in Form einer Träne und sie liegt dem Tempelberg gegenüber. Das Kidrontal liegt zwischen beiden. So hat man von Dominus Flevit einen prachtvollen Blick auf Jerusalem, den Tempelberg mit dem Felsendom und auf die zwei schwarzen Kuppeln der Grabeskirche.

Heute feiern wir hier unseren Gottesdienst. Traditionell gibt es hier auch noch ein weiteres Gruppenbild. Aus diesem Grund haben wir auch alle das rote Dominus-Flevit-Pilgerinnen-T-Shirt an.

Nach dem Frühstück hatte uns Jamil auf den Ölberg gefahren und an der Pater-Noster-Kirche abgesetzt. Diese Anlage mag ich ja besonders. Das „Vater unser“ ist in praktisch allen Sprachen der Welt auf die Wände gekachelt. Sehr schön, sehr vielfältig! Und die Identität der vielen Reisegruppen findet man heraus, wenn man schaut vor welchem Bild sie stehen bleiben, jubeln und auf ihrer Elektronik rumdrücken.

Unsere Gruppe, voller Polnisch-Expertinnen, vollführt das Ritual gleich zweimal.

Ich suche mir die lateinische Version, damit die nicht zu kurz kommt und am End noch weinen muss.

Zu Dominus Flevit ist es nur ein Spaziergang über den jüdischen Friedhof, der dem Goldenen Tor der Stadtmauer gegenüber liegt.

Plötzlich sind da Störche. So 10-12 kreisen über Jerusalem und dem Kidrontal. Das ist sicher ein Zeichen. Nur für was und für wen?

Nach dem Gruppenbild und der Heiligen Messe steigen wir den Berg fast ganz runter und verweilen noch bei der Nationenkirche im Garten Getsemani. Sehr alte Olivenbäume stehen hier, je nach Reiseleitung können sie schonmal über 2000 Jahre alt sein. Ob sie nun schon zur Zeit Jesu hier standen oder nicht, finde ich nicht so wichtig, es ist jedenfalls ein schöner Ort und ein bisschen Nachdenken im Garten oder in der Kirche macht Freude.

Zum Abschluss besuchen wir noch das Mariagrab, wo der Legende nach auch ihre Eltern und ihr Mann Josef bestattet wurden.

Als wir alle im Bus sitzen, ist auch schon Mittag und Jamil bringt uns nochmal zum Elyaskloster, wo wir wieder mal lecker essen.

Statt des vorgesehenen Kreuzwegs, gibt uns Michael den Nachmittag frei. Ich nutze die Zeit für einen Streifzug durch die Altstadt und für noch einen Besuch der Grabeskirche.

Dominus Flevit.

Gruppenbild Nummer 2.

Eine Gruppe Störche kreist kurz über Jerusalem und bringt dann Babies nach Europa.

Blick auf den Tempelberg mit Felsendom. Gleich rechts vom Felsendom sieht man die Kuppeln der Grabeskirche.

Der jüdische Friedhof auf dem Ölberg.

Garten Getsemani mit Nationenkirche.

Unsere Pilgerinnen im Mariagrab.

In der Altstadt.

In der Grabeskirche.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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Eine Antwort zu Tag #09 – Ölberg

  1. Elke Junior schreibt:

    Vielen Dank für die Gebete, lieber Florian. Mama ist jetzt im Herz-Jesu-Stift, ein Schritt, der uns allen schwer gefallen ist. Wir hoffen und beten jetzt, dass sie sich dort einlebt. Wir haben dort so viele liebe Menschen kennenlernen dürfen, die sich alle so um Mama bemühen, aber Mama muss auch mitspielen. Ich wünsche Euch allen noch eine restliche schöne Zeit im Heiligen Land. In Gedanken bin ich bei Euch. Grüß bitte alle ganz lieb von mir, besonders Tante Elisabeth, die ich für ihre Kraft und das „sich-nie-unterkriegen-lassen“ bewundere. Diesbezüglich ist sie für mich ein großes Vorbild. Dass sie mich vor zwei Jahren in der Engelskapelle eine Lesung hat übernehmen lassen, vergesse ich nie, das war für mich ein so großes Geschenk.

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