26.08.2017, Tag #12 – Schiffstag

Ich bin um 6:00h draußen. 4 Grad. Der Wind macht es kälter.
Wir schleichen uns wieder an Ilulissat an. Im wunderbaren Morgenlicht möchte ich Wale beim Frühstück ablichten. Das klappt aber nicht. Dafür werde ich mit Stille, Licht, Dunst und Einsamkeit belohnt. Die Sonne steht hinter dünnen Wolken über Ilulissat. Das Gegenlicht ist zauberhaft.
Um 7:00h kommt die Durchsage, dass die Wind-, Wetter- und Eislage ein nahes Liegen vor Ilulissat nicht erlaubt, die Tenderboote können nicht eingesetzt werden und damit fällt meine Sermermiut-Wanderung heute ins Eiswasser. Landgänge auch.
Wie gut, dass die Fahrten zu den Eisbergen stattfinden. Sie sind klar das Glanzlicht.

Als ich auf die Kabine komme liegt ein Umschlag im Briefkasten. Noch ein anonymes Kabinenpräsent à 25€. Ich bin gerührt. 1000 Dank an den oder die Spenderin oder Spender! Ich überlege mir als Dankeschön ein paar besondere Bilder rauszusuchen und zu zeigen. Da heute nix ansteht außer Sonnenbaden und auf kalbende Eisberge zu warten, sollte das möglich sein.
Um 9:00h gehe ich mit H* zum Frühstück. Da die 4JZ zu haben, nehmen wir das Artania auf Deck 3. Das Restaurant liegt gleich über den Zylinderköpfen der vier 12-Zylinder-Dieselmotoren der Baureihe Wärtsilä 32. Das rappelt. Und wie. Die Tische weiter hinten sind nicht nachlässig gedeckt. Oh nein. Durch die Vibrationen fährt das Besteck in neue Ruhepositionen. Das gefällt mir. Milch im Kaffee braucht man auch nicht umrühren. Stehende Wellen beschleunigen die Diffusion.
H* freut sich auch, wir wollen aber doch lieber wieder ins 4JZ.

Nach Wirbelsäulen- und Bandscheibenmassage geht es raus. Das Morgenlicht ist weg, die Sonne knallt vom blauen Himmel. Die Eisfjordboote fahren wieder. Man wundert sich, wie warm es ist. In der Sonne und im Windschatten reicht ein T-Shirt.
Nach dem Mittagessen verbringen wir auch den Nachmittag in der Sonne und schauen fasziniert auf die Eisberge. Ein Eisberg ist schmutzig. Der Lektor erklärt mir, er hat Sediment aufgenommen, d.h. er ist gestrandet und nach kalben und drehen, ist das Sediment nun oben und sichtbar. Was es alles gibt!? Toll!
Ich drehe ein paar Zeitraffer und genieße das Nichtstun. Die Kamera tut ja alles. Die Sonne scheint und Eisberge sind wirklich faszinierend! Da könnte ich tagelang drauf schauen!

Am späten Nachmittag und einem Schwätzchen mit Kapitän Hansen über die Gefahren des Ankerns im Eis, stechen wir wieder in See. Raus aus der Diskobucht, Richtung Westen.
Wir genießen einen wunderschönen Sonnenuntergang an Steuerbord.
Morgen sind wir in Sisimiut. H* und ich haben nichts vor. Wir wollen nur mal an Land.

Und sonst?
Es wurde nach „Kaffee und Kuchen“ gefragt. Ja, gibt es. H* war schon da, wollte eigentlich nur mal schauen, sah sich dann aber gezwungen ein paar Pröbchen zu nehmen. Ich bin dem Kuchen ferngeblieben. Ich mag nur „Oma Lucini“ von M*!
Ehe gefragt wird: Auch den Mitternachtssnaks bin ich fern geblieben. Ich warte auf Currywurst in drei Schärfen. Die gab es noch nicht. Ich will eine für Blogger und Weltreisenden Peter Hölzer essen.
Portionen: Es gibt mittags und abends vier (selten mehr) Gänge. Davon wird man gut satt. Das Essen ist sehr lecker, finde ich! Die Gesamtportion erreicht nach meiner Einschätzung die Größe der Portionen der Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln nicht.

Ja, es gibt sie auch hier, die Eisbergblitzer, die Weltallblitzer, die „meine Kamera ist größer, als Deine“-Menschen, die „meine Gegenlichtblende ist nach hinten montiert und so soll es auch bleiben“-Menschen und Smartphone-senkrecht-Filmerinnen. Ich bin so tiefenentspannt, ich lächle ihnen zu und ich erhebe mich auch nicht über sie. Sie machen sicher schöne Bilder.
Aber ich erlaube mir, sie (zurückhaltended) zu beobachten.

Ein sehr herzliches Dankeschön geht heute nochmal an die zwei Spenderinnen und Spender der zwei Kabinenpräsente. Das hier ist für euch:
https://youtu.be/qoSa4QFJQsM

1000 Dank! Ich freue mich!

Der Morgen über Ilulissat.

Der Eisfjord.

Eisberge. Der Schmutzige links hat Sediment geladen.

Eiswürfel.

Sonnenuntergang in der Diskobucht.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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