02.09.2017, Tag #19 – Reykjavík

Ich bin um 05:45h draußen. Wir fahren an der isländischen Küste lang auf Reykjavík zu. Wir legen dann hinter der Stadt an. Vor uns liegt die Ballmoral. Sie sieht aus, wie eine kleine Queen Mary. Da quellen schon Paxe raus.
Ich frühstücke allein. H* ist schon unterwegs zu ihrem Ausflug. Ich starte um 08:20 zum „Herz des Gletschers“.
Wir fahren Bus mit Anna von Phoenix und einer örtlichen Reiseleiterin, die aus Deutschland kommt und schon viele Jahre hier lebt.

Erster Stop ist Þingvellir. Hier sieht man das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen Platten durch beeindruckende Felsspalten und Risse. Und man kann in einem dieser Risse, der Silfra-Spalte auch Tauchen! Machen wir aber nicht. Wir würdigen noch, dass das erste Parlament hier vor 1000 Jahren tagte.
Klasse Gegend und tolles Licht. Hier lohnt ein Besuch, wenn man Zeit hat. (Lohnt auch wenn man keine Zeit hat).
Dann geht es weiter zum Langjökull. Das ist der zweitgrößte Gletscher Islands. Wir fahren durch eine wunderschöne Landschaft, die isländischen Highlands, sie erinnern sehr an die schottischen Highlands. Was nicht sehr verwundert. Karg, Vulkangestein, Wolken und Regen. Ab und zu Schafe. Moose, die man nicht pflücken darf, sonst geht man in den Knast, fast keine Bäume und wenn, dann nur sehr kleine.
Es geht von der Straße auf eine Schotterpiste und zu einem Lager auf dem Schotter am Ende des Gletschers.
Wer braucht, bekommt wasserdichte Überschuhe. Ich nehme ein Paar. Wir steigen in geländegängige Autos mit riesigen Reifen, die sich während der Fahrt auf- und abpumpen lassen und Spikes haben. Klasse Technik!
Ein fürchterlicher Wind bläst.

Wir fahren über das Geröll auf den Gletscher, der braune Streifen, Risse, kleine Bäche und auch blaue Stellen hat. Es schaukelt heftig im Auto und Reinir unser Wikinger am Steuer macht zwei Pausen, um den Druck in den Reifen anzupassen. Er macht das cool über eine App seines Smartphones. Ich verneige mich.
Dann sind wir da. Eine gerippte Metallröhre ragt aus dem Gletscher. Reinir meint, draußen sei es kalt, regnerisch und windig, er würde lieber im Auto warten. UND da will dann niemand aussteigen!
WAS? Vielleicht komme ich nie wieder her! Ich will raus! Regen ist egal. Wind auch. Ich springe raus, mache Bilder und stelle mich dann in den Windschatten des Höhleneinganges.
Als unsere Gruppe beisammen ist, geht es los. Wir gehen in die Röhre, die schnell aufhört und in Eis übergeht. Überall dezente elektrische Beleuchtung. Das Tageslicht reicht nicht so weit.
Wir ziehen Spikes über die Schuhe. Es gibt drei Größen (wie bei der römischen Armee) klein, mittel und groß. Innerlich lachend, ziehe ich die Dinger über die Füße. Damit läuft es sich in dem Schneematsch und Eis hier sehr gut.
Jarl Reinir führt uns durch das Eis. Es sind mit Tunnelbohrmaschinen gefräste Gänge. Die Wände sind stahlhart, kein Schnee oder Matsch. Man kann den Finger nicht reindrücken. Ich mache Bilder, um die natürliche Stimmung im Eis einzufangen, andere Paxe blitzen das natürliche Licht weg und blenden die Gruppe. Deren Bilder würden …. nein, ich will sie nicht sehen!
Reinir erklärt Gletscher-Spalten, Jahresringe, Druck, Eis, Alter in englisch. Anna übersetzt sehr gut ins deutsche.
Es gibt dunkle Schichten im Eis, das sind die Spuren von Vulkanausbrüchen. Toll.
Es regnet ständig von der Decke und wir sind gut nass, aber ich hätte noch ne Runde drehen können!

Wir ziehen die Spikes wieder aus und verlassen das Eislabyrinth. Im Hightechauto geht es zurück. Tolles Erlebnis. Mach ich nochmal!
Es ist 14h und wir legen eine Pause beim Hótel Húsafell ein. Toiletten und Mittagessen.
Weiter fahren wir zu den Wasserfällen Barnafoss und Hraunfossar des Flusses Hvítá. Wunderbare Wasserfälle.
Ein paar Fotografen haben Stativ und ND-Filter dabei. Respekt!! Die Bilder sähe ich gerne mal!

Ich mache Standardbilder, für mehr reicht die Zeit nicht.
Weiter geht es zu den heißen Quellen von Deildartunguhver in Reykholtsdalur. Sie besteht aus einer Anzahl von Springquellen, die aus demselben Hügel hervorsprudeln. Aber es ist alles eine Baustelle. Man sieht Geräte, Absperrungen und Dampf. Ein Pax kommentiert das mit „Das ist eine Beleidigung“ und patzt zurück in den Bus, während ich (leider) laut lachen muss. Ist die geothermale Energie für Island da oder für Paxe?
Wir sind spät am Schiff. Duschen, dann zum Abendessen mit H*, die auch einen schönen Ausflug hatte.
Ich muss mit Blog und Video etwas Gas geben, um sie noch via Mobilfunk raus zu jagen.

Þingvellir.

Eisauto für die Gletscherfahrt.

Rein in den Gletscher.

Eingang ins Eis.

Im Gletscher.

Im Gletscher.

Wasserfall Hraunfossar aus der Lava.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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Eine Antwort zu 02.09.2017, Tag #19 – Reykjavík

  1. hodoblog schreibt:

    Tauchen, eine Hand an der europäischen Platte, eine an der amerikanischen steht auch noch auf der Liste. Wenigstens hast Du das von oben gesehen. Sollten wir die Liste bis zu diesem Punkt abarbeiten, berichten wir von unten.

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