Montag 30.10.2017 – Südtirol #9

Der Himmel leuchtet heute so wolkenlos blau, dass da wohl nur einer mit Photoshop dran „rumgemacht“ haben kann. Na sowas.

Balkonfrühstück vom Feinsten! Wie immer. Wir hatten jeden Tag Sonne! Und jeden Tag Frühstück draußen gegenüber der Trostburg. Unglaublich.

Wir starten heute ins Villnösstal. Der Pate W* hatte es empfohlen. Es zweigt hinter Klausen vom Eisacktal ab, ist also nicht weit.

Unsere Doris schickt mich schon wieder ein paar klitzekleine Sträßelchen hoch. Sie will uns wohl Kilometer sparen, dafür verbraucht sie aber meine Nerven. Tja. Ich sollte die Routen mal besser vorher mit OpenStreetMap vorbereiten. Aber ich war einfach zu faul.

Schließlich sind wir im Villnösstal auf der dicken Straße und fahren bis zum Ende. Da ist die Zanser Alm. Hier ist ein gigantischer Parkplatz, der 5€ kostet (was okay ist). Wir können so ordentlich parken und müssen uns nicht irgendwo reinquetschen.

Es ist schweinekalt. Kein Wunder, wir sind auch auf 1680m. Ich fürchte trotzdem, ich bin zu dünn angezogen. M* schlottert auch. Da gibt es nur eins: Ab auf die Tour, ab in die Sonne. Das Rezept ist gut und wir starten nach Tschantschenon (nein, das liegt nicht am schwarzen Meer! Das ist eine Alm auf 1929m). Es geht am Bach aufwärts und die Insassen und Beifahrerinnen der vielen, vielen Münchener Autos zerstreuen sich (zum Glück). Bald haben wir nur noch das Gluckern des Bachs im Ohr und die Sonne über der Geislergruppe fürs Auge. Auf dem Weg ist schon Eis und der Boden bereits durchgefroren. Es wird noch etwas kühler, als wir in den Schatten der mächtigen Dolomitentürme kommen, die Geislergruppe nimmt uns die Sonne. Wir marschieren weiter. Am schwarzen Meer, hat die Alm zu. Das war zu erwarten. Wir wenden uns nach links, umrunden einen Hügel, gewinnen die Sonne zurück und machen erstmal Pause. In der Ferne sieht man schneebedeckte Gipfel. Ganz Südtirol liegt unter einer weißen Sonne, der Himmel ist tiefblau und die Lärchen leuchten gelbgold, die Fichten dunkelgrün. Großartig. Nur die Wiesen hier oben sind braun und dürsten, ebenso sind die Bäche leer. Die Bachbetten sehen aus, als könnten sie leicht das 10fache der Wassermenge vertragen, ohne über zu laufen.

Wir steuern die Gampenalm auf 2062m an. Da sind die ganzen Münchener vom Parkplatz wieder. Toll. Ein Thermometer am Eingang zeigt sportliche 10 Grad. Es ist aber viel kälter – M* ist für 5 Grad! Ich auch!! Wir ergattern eine Bank (ohne Tisch) und einen Hund. Ja, da ist tatsächlich ein armer Köter, der kein Halsband trägt und M* bettelnd ansieht und offenbar scharf auf sie oder ihren Kuchen ist. Er leckt sogar ein Tröpfchen von meinem Cappuccino auf, der runterfällt. Muss echt ein schweine-armer Kerl sein. Als wir uns wieder aufmachen, ist der arme Kerl auch dabei. Mal weiter vorne, mal weiter hinten, er hat uns wohl ins Herz geschlossen, obwohl er keine milde Gabe bekommen hat. Er kommt mit, bis zum Parkplatz.

Wir wählen einen sonnigen Weg zurück. Links liegt die Geislergruppe, die nun langsam Sonne auf unserer Seite bekommt. Ein eingepferchter Weg führt uns zu Tal. Es sieht aus, als haben die Almbauern genug von Touris, die ihre Heuwiesen platt trampeln, da sind Bretterzäune wohl ein Muss. Am Bach geht es nach unten. Erst über Wiesen, dann durch den Wald, links liegt der rauschende Bach. Nach gut vier Stunden insgesamt sind wir am Parkplatz zurück. Eine wirklich tolle Wanderung!

Wir fahren noch zur kleinen Kirche St.Johann (die zu hat). Mit der Geislergruppe zusammen ist St.Johann ein beliebtes Fotomotiv. Auch hier hat die Bäuerin den Weg zum Kirchlein eingezäunt. Aber sowas von! Da kann Touri nur noch von einer einzigen Stelle aus, das Ensemble ablichten. Der Rasen ist da schon ganz abgetreten. Keine Chance auf eine andere Perspektive. Zu viele Touris haben sich hier wohl schon daneben benommen. (Waren sicher die aus München :-).

Wir kurven zu Tal, bleiben auf der Hauptstraße und biegen im Eisacktal nach links ab. Wir fahren nochmal hoch nach Barbian und kaufen einen Arm voll, dann geht es zurück zur Ferienwohnung.

Ein wunderschöner Urlaub neigt sich. Morgen geht es nach München (hihihi). Wir besuchen eine liebe Cousine mit Familie. Übermorgen fahren wir bis nach Hause und schauen mal, was Patensohn mit den Schnapsvorräten angestellt hat!

Tagesvideo (2:12min).

https://youtu.be/jRTvQENO98U

Geislergruppe in der Sonne.

Weg durch kalten Wald.

Die Gampenalm in der Sonne.

Eingepfercht.

St Johann mit Geislergruppe.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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