Sonntag 29.10.2017 – Südtirol #8

Frühstück. Draußen. Gemütlich. Planungskommission.

Wir gehen heute den Keschtnweg, d.h. den Kastanienweg von Tschötsch bis Feldthurns und zurück. So der Plan. Eigentlich hat die Wetterfee, also M*, aus diversen Wettervorhersagen eine Regenwahrscheinlichkeit von 99% extrahiert, die nach dem Frühstück aber auf 98% sinkt. Trotzdem sieht der Himmel nach einem sonnigen Tag aus. Da der Himmel offenbar nicht weiß, was von ihm schlechtes erwartet wird, sagen wir es ihm auch nicht und brechen auf.

Unsere Doris im Auto, also die Stimme von der Frau, die da wohl in der Mittelkonsole wohnt und uns immer sagt, wo wir lange fahren sollen, ist heute mal für kleinste und steilste Sträßchen und fordert mich und das Auto etwas. Aber schließlich stehen wir gut geparkt in Tschötsch und laufen los. Das Eisacktal liegt tief unter uns, die Autobahn rauscht nicht bis hier hoch und die Dolomiten der Geißlergruppe schauen über die Hügel gegenüber und strahlen weiß in der Sonne.

Endlich treffen wir noch ein paar Rinder, die von den Almen schon runter sind, aber hier auf den Wiesen an den Höfen noch Gras kauen. Sie stehen mir sofort teilnahmslos Modell.

Der Kneschtnweg hat hier sogar ein paar Kastanienbäume, die mit gelb-grünen Blättern wunderbar in der Sonne und gegen den blauen Himmel leuchten. Meist aber säumen Fichten den Weg.

Das von der Reiseführerin angekündigte eher sanft abfallende Streckenprofil ist doch schonmal recht steil, wenn auch problemlos für uns zu meistern, aber Leute die Reiseführerinnen schreiben, sollten genau sein, finde ich.

Die Strecke und die Aussichten bekommen aber trotzdem fünf Sterne von mir. Südtirol im Herbst bei Sonne ist einfach besonders schön.

Bis Feldthurns treffen wir gelegentlich Wanderer, aber keine Horden. Das ändert sich. In dem Dörfchen Feldthurns sind Massen am Start. Sie quetschen ihre Autos auf Parkplätze und sich in Cafés und Gaststätten. Dazu schnattern sie wild, als müssten Zugvögel die letzten Absprachen vor dem Flug nach Afrika treffen.

Wir kehren unbeeindruckt bei Kneipix ein. Der Wirt des Cafés in Feldthurns sieht dem Wirt der Schiffertaverne in Massilia bei Asterix und der „Tour de France“ so ähnlich, das wir es kaum glauben können. Voll der Hammer. Ich zwinge mich ihn nicht immerzu anzuschauen und ein Bild mache ich auch nicht.

Planungskommission. M* möchte den Kneschtnweg noch weiter bis Klausen gehen. Okay, ich gehe dann zurück und wir treffen uns in Klausen auf dem zentralen Platz.

Während M* sich nun inmitten von der Horde bewegt, habe ich viel Stille um mich. Ich steige langsam wieder hoch bis Tschötsch und fahre dann bis Klausen. Ich finde sogar einen ordentlichen Parkplatz und warte, bis M* auftaucht.

Wir schauen uns kurz Klausen an, man fährt hier immer nur durch, aber ich war nie im Ort selbst. Jetzt drehen wir also eine Runde. Hübscher Ort, die Fußgängerzone tut ihm gut!

Die Pizzeria Walter von der Vogelweide lacht uns zwei Hungrige an und wir kehren ein. Klausen reklamiert Walter von der Vogelweide als von hier – nämlich vom Vogelweiderhof stammend, aber Wikipedia sagt gnadenlos Geburtsort unbekannt. Hm.

Zwei Bauernpizzas beglücken uns. Dazu gibt es dunkles Klausener Gassl Bräu, was sehr gut ist.

Im dunkeln kehren wir schließlich heim nach Barbian.

Super Tag, kein Tropfen Regen.

Tagesvideo (2:09min).

Teilnahmsloses Rind.

Kastanie am Weg.

Wald.

Klausen.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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