13.01.2018 #4 – Tacoronte

Wir frühstücken wieder auf der Terrasse. Es ist nicht sehr warm, aber warm genug und der hier und da vorhergesagte Regen (M* bildet urlaubstäglich einen Vorhersagemittelwert samt Standardabweichung aus allen verfügbaren Wetter-Apps – sicher ist sicher) ist nicht gekommen. Na sowas.

Da am heutigen Samstag Markt in Tacoronte ist, geht es da hin. Letztes Jahr gab es ja zusätzlich noch eine Kuh- und Stiershow mit Festspielen zu Ehren des Heiligen Antonius, vielleicht ist ja auch dieses Jahr etwas für Chip und Auge dabei.

Kurze Reise im schwarzen Auto. Parkplatz gleich an der Markthalle. Prima.

M* kauft gesunde Sache. Obst, Gemüse, Gemüse, Obst, Obst, Obst. Ich kaufe zwei Makronen. Die heißen hier Almendrado. Es sind die leckersten der Welt. Frisch, groß mit sanftem Duft nach Mandarinen-Orangen. Und die Verkäuferin lächelt mit 20 Watt. Ich komme nächste Woche wieder!

Ich sammle Maren an einem kombinierten Obst- und Gemüsestand ein und nehme ihr die zahlreichen Tüten ab und da der ganze Markt keine Sternfrüchte mehr hat, ist die OGGOOO-Einkaufstour auch – zack – plötzlich vorbei. Ich bugsiere die Tüten ins Autochen und wir schauen nach dem Kuhkampf, der heute ein Pferdeabenteuer ist. Echte Tenerife-Gauchos auf feurigen Pferden reiten in der Arena und müssen mit einem Bleistift in vollem Galopp Ringe von einer Querstange aufspießen. An den Ringen sind bunte Bänder und die tapferen Gauchos heften sich diese Stolz an die Gürtel. Der Moderator ist ein Schreihals und feuert sich und die Gauchos lautstark an. Hier lernt man, aus welchem Stoff Leidenschaft gemacht ist. Fantastische Stimmung all überall. Ich sehe, dass sogar ein paar Gauchas dabei sind. Sehr gut.

Als wir uns satt gesehen und gefilmt haben, halten wir Kriegsrat. Die Wahl fällt auf El Pris und Meso del Mar. Da waren wir immer wieder gerne und die kurze Küstenwanderung mit den Wellen und der spritzenden Gischt ist was fürs tapfere Herz und das Auge. Und die zwei genannten Orte unten am Meer sind gleich um die Ecke.

Da ich falsch abbiege, ist der Start heute in El Pris. Das ist okay. Wir brauchen etwas, bis wir dann in El Pris einen Cortado und einen Café con Leche auf dem Tisch haben. Aber auch das gelingt. Ich glaube ja, das gelingt uns nur, weil M* so zauberhaft zu lächeln versteht, denn eigentlich will das Restaurant El Pescador Hauptmahlzeiten mit Fisch verkaufen, keinen Kaffee. Aber wie gesagt: Einmal Zauberlächeln – schwups, schmilzt der kleine dicke Kellner unter der 50 Watt Sonne dahin. Cortado und ein Café con Leche stehen auf dem Tisch.

Wir machen nun unseren Spaziergang auf dem schmalen Küstenweg. Unter uns rauscht der Atlantik gegen die Vulkanfelsen und die Sonne strahlt alles feste an, es leuchtet blau und weiß und hoch über uns thront Mutter Teide, Spaniens höchster Berg – der seine Spitze aus dem weißen Band der Passatwolken steckt. Wir erreichen die Bade- und Felslandschaft von Meso del Mar. Hier kann man in einem Meerwasserbecken schwimmen und bekommt dabei heftige Salzwasserduschen, wenn die Brandung will und heute will sie.

Wenn ihr einen guten Spot für Fotos und Videos auf Teneriffa sucht, dann ist meine Nummer Zwei El Pris und Meso del Mar. Nummer Eins ist Bajamar mit dem Leuchtturm bei ordentlicher Brandung.

Während sich M* in die Sonne legt, schaue ich also mal, ob ich nicht noch bessere Bilder und Videos, als beim letzten Besuch einfangen kann. Schließlich ist jeder Fotograf immer auf der Suche nach dem besten Bild!

Die Runde geht nach 30 Minuten weiter unter diesem riesigen, etwas angegammelten Hochhaus durch. Das Hochhaus steht fast im Meer auf einer Felsnase und bietet aus seinen Wohnungen sicher einen fantastischen Blick auf Teide, Küste und Meer, aber es sieht von außen aus, wie eine Bausünde aus Westerland. Von der anderen Seite ist es auch nicht schöner, aber dafür ist hier wieder Sonne und neues Meer und ein anderer Blick auf die Küste und die Vulkanlandschaft.

Wie uns scheint ist der Strand hier noch etwas besser ausgebaut, als zuletzt und auch der Küstenweg geht wieder ein Stück weiter Richtung Puerto Cruz. Schon gut, wie das immer etwas schöner und einladender wird.

Da es hier einen Strand hat, mache ich Sand- und Wasserbilder und wie ich mich da so auf die Bildkomposition konzentriere, stehe ich plötzlich mit beiden Beinen im Wasser. Der Atlantik wollte offenbar schauen, was ich da so mache … Wrks.

Dennoch gehen wir den Küstenweg so weit, wie er uns lässt. Eine Schranke versperrt den Weg, die steilen Hänge sind noch nicht gesichert und es droht Steinschlag. Ich habe zwar meinen Tilleyhat, aber das riskieren wir trotzdem nicht.

Die goldene Stunde verzaubert mit wunderbarem Lichtspiel den Rückweg.

Eine neue Route führt uns von El Pris ganz ohne Autobahn nach La Matanza zum Einkaufen, wo wir noch Brot für das Frühstück ergänzen.

Eine Lichtschau Richtung Sonnenuntergang mit Blick auf das Inselende von La Palma und Regenschauer über dem Meer, bei einem leckeren Abendessen runden Tag Nummer Vier perfekt ab.

Markt in Tacoronte.

Wilder Gaucho hat ein Bändchen gestochen.

Die Arena.

Der Teide über den Wolken und dem Meer.

M* auf dem Küstenweg. Sie wartet geduldig dass die Bilder fertig eingefangen sind.

Gischt.

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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