Samstag 21.04.2018 Tag #06

Die Sonne scheint. Hurra. Durch mein Kanonenrohr-Fenster kann ich das sehen.

Frokost um 8:00h. Schiffsbegegnung mit der Nordlys beim zweiten Kaffee. Sie passiert uns so knapp, dass ich meinen Kaffee festhalten muss. Wow. Wir biegen ein nach Havøysund. Draußen ist es eisig. Eisbrocken liegen auf dem Vorschiff. Dafür scheint prachtvoll die Sonne.

Hvøysund liegt bunt an die schneebedeckten Berge geschmiegt. Den Bergen sieht man noch an, dass die Eiszeit sie geformt hat. Rund geschliffen.

Wir fahren die magere Insel an. Magerøya. Auf ihr liegt das sogenannte „Nordkapp“. Halt ist am kleinen Städtchen Honningsvåg. Scharenweise verlassen die Gäste das Schiff, springen in Busse und sind weg. (Wer das Nordkapp für das nördliche Ende Europas hält, wie die Gäste im Bus, lese gerne: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nordkap)

Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang durch das Städtchen. Überall liegen noch hohe Schneeberge und Eisplatten. Erstmals ist die schöne kleine Kirche offen. Lob!! Beim Friedhof schauen nur die Spitzen der Grabsteine aus dem unberührten Schnee.

Wir kehren zum Schiff zurück und gehen zum Lunsj. Wir sind wieder sparsam.

Ich mache ein Nickerchen. Das ist eine dumme Idee. Denn die Crew hat eine Übung – das war bisher auf jeder Reise so gewesen. Erst platzt eine Warnweste in mein Zimmer. Ich bin wach. 30 Minuten später kommt eine Lautsprecherdurchsage und dann folgt noch ein lautes Alarm-Ende-Signal. Toll. Ich bin wach.

Ich gehe wieder raus. Wir legen ab. Es folgt die schöne Strecke nach Kjøllefjord. Kalt und windig. Aber: Es leuchtet die Sonne, majestätische liegen diese flachen Berge neben uns. Zum Teil felsig, zum Teil mit Schnee bedeckt. Wir halten nach Blas und Papageientaucher Ausschau.

Die kleinen netten Papageientaucher sichten wir. Sie fliegen tief und schnell. Nicht viele, aber für Bilder reicht es. D* hat seine 7D im „Maschinengewehr-Modus“. Er macht mehr Bilder als ich.

Wir kommen an Finnkjerka vorbei, eine markante Felsformation am Ufer. Dann erreichen wir Kjøllefjord. Am Ufer ist ein Gestell mit Stockfisch. Unbedingt müssen D* und ich dahin.

Die Dame am Ausgang will mich nicht rauslassen. Only the Expedition-Team! Ich erzähle wieder: Only one Picture… Vielleicht ist es auch nur mein und D*’s 1000-Watt-Lächeln.

Wir hetzen raus. Kaum am Stockfisch angekommen (es sind nur mumifizierte Fischköpfe) und zweimal den Auslöser gedrückt, ertönt das Typhon der Finnmarken. Laut und energisch. Oh jeeee. Wir nehmen die Beine in die Hand und rasen zur Freude von J* auf 5vorne zurück zum Schiff. Die Gangway wird schon eingefahren. Mit der Zunge auf der Erde erreichen wir unser Schiff. Wir klatschen uns ab. Wir haben stinkende Stockfischköpfe eingefangen.

Um 18:00h gib es Midda. Nordkap-Büfet mit Auroralachs, frische Garnelen vom Lyngenfjord und Finnbiff aus der Finnmark.

Wir sitzen da ganz gemütlich, sagt (der neue) Kapitän Kurt H. Nærbø plötzlich durch: Walschule voraus.

Der Wikinger hat die Ausrüstung ja immer dabei. Also raus, nach 5vorne.

Tatsächlich Blas. Mehrere Wale. Viel mehr als Walatemwolke in der Luft ist aber nicht zu sehen. D* bekommt mit 500mm und Maschinengewehr-Modus mehr Treffer mit mehr Details. Ich hätte ja auf Buckelwahl getippt, aber die kleine Rückenflosse ist weiß, nicht schwarz. Also unbekannte Walart zwischen Kjøllefjord und Mehamn. Wow!

Es folgt der Sonnenuntergang. Da es klar ist, ist er grandios. In den Tropen ist Sonnenuntergang schnell. Wupps vorbei. Im Norden ist Sonnenuntergang laaaaaaangsam. Wuuuups und immer noch keine Änderung.

Die Finnmarken liegt so, dass das Kielwasser auf die Sonne zeigt. Perfekt. Sogar die Crew kommt, um Bilder zu machen. Und Vögel über Vögel folgen uns. Auch die Mondsichel. Wir fangen perfekte Bilder ein.

Jetzt beginnt das lange Warten auf Aurora Borealis. Kp ist über Vier. Aber es ist noch zu hell. Und, wie gesagt: Hier wird es laaaaaaangsam dunkel. Ein Mack-Øl verkürzt die Zeit.

Wir erreichen Berlevåg. Es gibt eine Schiffsbegegnung mit der MS Nordkapp. Wir liegen vor dem kleinen Häfchen und lassen die Nordkapp raus, um dann selbst anzulegen. Als sie uns passiert, erfolgt die Begrüßungszeremonie. Erst unser Typhon. Dreimal, dann die Nordkapp auch dreimal. Dann noch einmal wir.

Sehr schön.

Ein perfekter Tag.

Tagesvideo

https://youtu.be/r_TBCRFYP_k

Sonne zum Frokost.

Auf nach Honningsvåg.

Spaziergang durch das Städtchen.

Finnkjerka. Die zwei kleinen „Türmchen“ sind es.

Fischköpfe.

Sonnenuntergang mit Vögeln.

Advertisements

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
Dieser Beitrag wurde unter Hurtigruten, Tenerife abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.