Sonntag, 13.012019 – Teneriffa #8

Es ist nicht jedem gegeben, gut auf einer Single Track Road zu fahren. Das lernen wir heute nach dem Frühstück. M* hat heute Dienst am Eisen-Tor (die Prinzenplantage ist immer verschlossen), ich am Lenkrad. Schon das Verlassen der Prinzenplantage geht nur mit Rückwärtsgang, damit zwei kleine Hoppeks bei uns in der PP kurz Unterschlupf finden können. So ist die Straße frei und ein paar (Idioten)Autos rollen runter zum Strand. Bis es aber soweit ist, zieht es sich und M* muss mehrfach energisch werden. Sie bekommt es sogar fertig die Insassen der Hoppeks anzuweisen ihre Motoren abzustellen. UND die Herrn (offensichtlich aus Süd-Ost-Europa) staunen kurz, folgen aber M*. Die GLANZTAT für heute. Ich bewundere sie dafür uneingeschränkt! M* zeigt Motoraus (aber flott) und es kehrt tatsächlich Ruhe ein. STAUN STAUN!!

Die Karawane zieht weiter. Aber nicht lange. Kurz vor dem Ende stecken wir fest. Ein Taxi (natürlich) sehnt sich zum Strand und fährt mir frech in den Weg, meint es sei genügend Platz und ich solle doch fahren (zum Kuckuck nochmal). M* steigt aus. Der Taxifahrer auch. Hinter mir haben drei Hoppeks die Lücken zugefahren, ein Mini hinter dem Taxi auch. Nachdenken? Doch nicht am Sonntag! Ein breiter Audi kommt hinter dem Mini. M* winkt ihn zurück und er fährt auch brav 100m rückwärts und hält weiteren Verkehr auf. Gut! Ich klappe die Außenspiegel ein und klebe mich praktisch an die Mauer, rücke so viel vor, dass M* den Taxifahrer wieder in sein Auto schicken und ihn anweisen kann nun endlich zu fahren. Es geht um Seidenpapierdicke, aber es geht. M* schneidet (mir noch neue) Grimassen, aber es geht ohne Feindberührung. Das Taxi kommt vorbei, der Mini auch, dann kann ich zurück, Spiegel raus und vorwärts, raus aus dem Schlund. Danke M*!

Befreit aus Schlund und Enge, geht es frei geradeaus nochmals zum Mercadillo del Agricultor de Tacoronte und zum Arrastre de ganado. M* stürmt den Markt, ich parke und gehe zum Viehziehen gegenüber. Zwei Stiere oder zwei Kühe im Gespann ziehen einen Schlitten mit ner Menge Sandsäcke obendrauf. Hier geht es also um: Cojones.

Wir schauen eine Weile zu. Kraft, Staub, Geschick, Gebrüll, Sonne, blauer Himmel, Cojones! Wunderschöne Tiere mit langen Hörnern und sie gehorchen auf das Klopfen des Treibers mit dem Hirtenstab. Schade, dass wir die Ansagen nicht verstehen.

Ein Kameramann kann genug englisch, um mir den Namen dieses Treibens zu nennen: Arrastre de ganado! Perfekt. Dankeschön!

Als wir genug gesehen haben, geht es zum Mesa de Tejina. Ein Berg oberhalb von Tejina und Bajamar. Es ist windig, aber warm. Wir klettern erst über einen steinigen Pfad, dann über schmale Wege 200 Höhenmeter nach oben. Wir überblicken bei Sisi-Wetter (Lang lebe die Kaiserin!) diesen Teil der Insel. Teide, Bajamar, Punta del Hidalgo, den Faro und das Anaga-Gebirge. Sehr prächtige, wunderschöne Natur. M* fotografiert Glockenblumen (Canarina canariensis). Sie kommen nur hier vor, sind Nationalblume und heißen auf den Kanaren Bicácaro. Und sie blühen im Winter, also jetzt. Da hat sich der Weg ja gelohnt.

Im Abstieg trennen wir uns. M* steigt nach Bajamar ab, ich hole das Auto und sammle sie am Kreisverkehr wieder ein.

Beim Abstieg habe ich plötzlich eine Vision. Dem Effzeh singe Hennes steht hoch über allem und berührt den Himmel! Wer kann das Zeichen deuten?

Natürlich nutze ich die Zeit, um nach den Wellen am Faro in Bajamar zu schauen. Dazu habe ich bei den letzten Urlauben auf Teneriffa berichtet. Also hier nur kurz: Kleiner Leuchtturm, Mauer, Wellen, Gischt, Zisch, tolle Bilder. Es weht die grüne Flagge, Gischt-Zisch also nur klein, ich bin aber zufrieden.

M* und ich kehren Heim zum Prinzenhaus. Taxis und Süd-Ost-Europa haben den Weg frei gemacht oder sich in die Schlucht gestürzt.

Sundowner, Dinner. Nä watt schön!

Mer freue sich.

PS:

W* und und Lieschen übermitteln eine „kleine Prinzenanfrage“. Hihihihihi. Prinzenanfrage: sehr gut! Und gleich fallen mir überall die spanischen Wohnmobile auf… Selbstverständlich! schauen wir, dass wir die kPa gut beantworten. Wenn es was auf Papier gibt, finden wir es.

Herzlichen Dank an die Tanz-, Kreisspiel-, Nsorge- und Heilige Feldfrauen! M* und ich freuen uns sehr über die positiven Rückmeldungen.

Herzlichen Dank an die Wikinger! Ihr seid die Besten!

Herzlichen Dank an http://hodoblog.wordpress.com mit der unvergleichlichen D* (oder T*?)

BvF*

Stiere und Kühe warten auf das Viehziehen – Arrastre de ganado.

Ein Gespann im Ziel.

Canarina canariensis.

Der Leuchtturm (Faro) von Bajamar.

Tagesvideo:

https://youtu.be/fI-Ng4VAOIo

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Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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