Dienstag, 02.04.2019 – #2 Kapharnaum, Berg Tabor

Wir beten um 6:00h die Laudes, das Morgengebet der Kirche. Es ist noch dunkel. Da es in der Nacht geregnet hat (ein Segen für Israel), beten wir im Saal unter der Mensa.

Nach dem Gebet kommt das Frühstück. Da Korea beim Frühstück das Smartphone aus der Hand legt, wie es sich gehört, bekomme ich das Tagesvideo von gestern hochgeladen. Razzifazzi, fertig.

Yamil fährt uns dann nur ein paar Meter zum Hafen des Kibbutz. Wir besteigen ein Boot. Yossi fährt mit uns zur Mitte des Sees, wo wir auf Rabbuni Michael treffen, der mit ein paar Getreuen zu Fuß nachgekommen ist. Rabbuni Michael liest dann die passende Bibelstelle mit: Jünger haben Angst, weil es stürmt und Jesus schläft, dann aber geweckt wird und Sturm und Wellen Einhalt gebietet. Yossi erklärt, dass der See wirklich gefährlich ist, wenn Wind vom Golan herunter weht und in kurzer Zeit hohe Wellen erzeugen kann.

Bei uns geht aber alles gut. Wir klettern in den Bus und brausen zum Berg der Seeligpreisungen. Hier gedenkt man – welch Überraschung – der Seeligpreisungen. Heute ist es so voll und die Zeit ist so knapp, dass die Preisungen nicht so richtig ihre Wirkung entfalten können. Auch die Schönheit des Ortes geht leider ein bisschen fliegen.

Huschhusch in den Bus, runter nach Tabgha. Wir haben Dalmanutha 1 um 10:00h. Das klappt so gerade.

Dalmanutha ist ein Gottesdienstplatz im Freien, fast am Seeufer, umgeben von Stille und Schönheit. Hier dürfen wir die erste Heilige Messe feiern. Da wir diesmal eine Kantorin und einen Kantor dabei haben, ist auch der Gesang noch etwas prachtvoller, als die Jahre davor. Auch Texte und Ansprache sind von Michael gut und passend ausgesucht. Und mit Blick auf den stillen, blauen See, wirken die Worte Jesu einfach stärker. Dieser Boden hier ist heiliger Boden, hier wurden die Worte Jesu, die wir hören zu erst gesprochen.

Die Brotvermehrungskirche ist auch hier in Tabgha und wir schauen im Anschluss vorbei. Hier gibt es dieses berühmte Mosaik mit Fischen und Brotkorb und hier wird die Stelle verehrt, wo dieses Wunder stattfand.

Die Kirche ist voll, aber still (genug) und es ist ein wunderbarer Ort, Alabasterfenster geben schönes Licht und der byzantinischen Stil der Kirche gefällt mir. Dazu kommen weitere schöne alte Mosaike.

Vor dem Mittagessen geht es nach Capernaum, der Stadt Jesu. Hier hat er mit seinen Freunden gelebt und gewirkt und hier gibt es das Haus des Petrus. Über den ausgegrabenen Ruinen, steht eine riesige Kirche mit Glasboden und man kann von oben auf die Stelle schauen, wo Simon bar Jona mit seiner Familie lebte, bevor er Petrus, der Fels und erster Papst wurde. Die Reste der Synagoge aus dem dritten Jahrhundert steht gleich nebenan und ich mag die strengen Linien und alten Säulenreihen.

Die nächste Station ist der Petrusfisch in Ali’s Restaurant. Ein Musthave. Der Petrusfisch ist ein Barsch, der aus Marketinggründen nicht mehr so heißen darf…

Der Weg zu Ali ist holprig, der Laden klapprig, aber das Essen ist lecker und reichlich. Die Vorspeisen sind eigentlich das Beste und wenn der Fisch kommt, ist man schon fast satt.

Yossi hat sich einen Spaß daraus gemacht, dafür zu sorgen, dass Eva einen Fisch mit brennender Zigarette im Maul bekommt. Witzig!

Zur Abrundung gibt es Kaffee (ohne Schaumscheiß), heiß. aus kleinen Bechern und ungewöhnlich lecker. Dann kommt noch einen Arak zum Verdauen. Perfekt.

Das Triumvirat Elisabeth, Yossi und Rabbuni Michael ändern nun kurzfristig das Programm. Der Berg Tabor wird gestrichen und wir fahren zur Primatskapelle am See. Ist nur um die Ecke. Hier gedenkt man – vereinfacht – den Worten Jesu, die Petrus und seine Nachfolger zu den Anführern der Kirche machten.

Eine Gruppe aus Südkorea ist noch bei der Selfiestickmode und Selfies und Gruppenbilder mit Hochspringen sind gerade voll in. So verschönert Korea diesen verzauberten Ort noch ein bisschen mehr und ich habe meine Freude daran. Eigentlich könnten wir Flittarder da noch dazu lernen, aber wir sind nicht mehr so jung, wie Korea…

Nach Gebet und Gesang reisen wir zur letzten Station, der Taufstelle von Jesus im Jordan. Ja Ja, die RICHTIGE Taufstelle ist in Jericho, aber ein Gedenken geht hier auch sehr gut – vielleicht sogar besonders gut, da der Jordan hier ein Fluß ist und kein stehender Tümpel und weil viele Baptisten hier durch Untertauchen taufen und das ordentlich feiern. Wir singen und beten zunächst mit etwas räumlichem Abstand für uns, erneuern unser Taufversprechen und schauen dann der Feier der Baptisten zu und die Auslagen der Geschäfte an.

Dann geht es zurück nach Ein Gev mit einem zauberhaften Sonnenuntergang über dem stillen See Genezareth. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Der See Genezareth am Morgen.

Kirche auf dem Berg der Seeligpreisungen.

Synagoge in Capernaum.

Taufstelle im Jordan.

Morgen haben wir:
06:30h Laudes
07:00h Frühstück
08:17h Bus

Dann geht es nach Haifa und Nazareth.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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Eine Antwort zu Dienstag, 02.04.2019 – #2 Kapharnaum, Berg Tabor

  1. Veronika schreibt:

    Da wird Taufe zu einer wirklich nassen Angelegenheit…
    Weiter gute Fahrt und viele schöne Eindrücke und Erlebnisse. Lg. an alle

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