Wasser

Hier herrscht der Ausnahmezustand. Die Namibische Regierung hat diesen ausgerufen, weil es zu trocken ist. Die Namibier waren es schon immer gewohnt, mit dieser Dürre zu leben und auf die nächste Regenzeit zu hoffen. Um aber diese sprichwörtlichen Durststrecken zu überstehen, haben sie sich viel ausgedacht. So zum Beispiel das
Grundwasser anzuzapfen. Wie manche Bäume hier, deren Wurzeln bis zu 60 Meter tief reichen, bohrt man das Grundwasser an. Leider ist das nicht überall gleich tief anzutreffen. Es kann also sein, dass man bohrt und dann nichts findet. Jeder gebohrte Meter kostet teures Geld, daher überlegt man sich gut, ob man sich das leisten kann.
Auf dieser Farm wird das Wasser aus 60 Metern Tiefe mithilfe von Solarstrom und Pumpe ans Tageslicht befördert. Von der Farm aus gehen viele Leitungen ab zu mehreren Wasserstellen. Es ist viel billiger, einige Kilometer Leitung zu verlegen, als einen Brunnen zu bohren. Die Wasserstellen sind nötig, damit die Rinder nicht immer von der Weide zum Wasser am Farmhaus laufen müssen. 11 Quadratkilometer hat diese Farm. Das ist klein für hiesige Verhältnisse. Natürlich nutzt auch das Wild die Wasserstellen. Zum Eigenbedarf und für die Angestellten dürfen die Tiere geschossen werden. Trudi sagt, so brauchen sie kein Fleisch zu kaufen, das spart Geld.
Wasser muss man festhalten, wenn es da ist. Also werden die natürlich gegebenen Geländeverhältnisse angepasst: Staudämme halten das Wasser. Hier auf dem Gelände gibt es mindestens 5 davon. Je tiefer die Mulde, umso länger hält der Vorrat an Wasser, weil die Oberfläche und somit die Verdunstung geringer ist. Alle Dämme sind absolut ausgetrocknet:

Mit automatischen Bewässerungen bei Obst und Gemüse wird auch Wasser gespart, weil diese betrieben werden, wenn wenig Wasser verdunstet – am frühen Morgen.

Im Haus und beim Duschen muss dagegen nicht mit Wasser gespart werden. Das Brauchwasser wird an die Bäume geleitet. Status: Duschen ist nützlich!

Meine heutigen Tätigkeiten: Aprikosenbaum halb-Fachmännisch auslichten (danke Google), Triebe mithilfe von Muttern als Gewichten in die Waage bringen. Forschungsprojekt Phase eins wurde erfolgreich abgeschlossen. Wir hoffen nun, dass der Baum wieder blüht und Früchte trägt.
Mithilfe von Berater Internet einen Lösungsansatz für nichtblühende Oliven suchen. Forschungsprojekt ist noch in der Planungsphase.
Aus Aloeblättern ein Gelee gewinnen, mit dem die Schnittwunden an den Bäumen behandelt werden sollen. Forschungsprojekt war nicht allzu schwierig, aber eine tolle Matscherei. Status: erfolgreich abgeschlossen.

Von den verbliebenen mehrjährigen Grasbüscheln die Blüten ernten, damit beim nächsten Regen dem geschundenen Busch per Aussaat ein bisschen nachgeholfen werden kann. Forschungsprojekt musste wegen allzu schönem Sonnenuntergang und plötzlich hereinbrechender Dunkelheit unterbrochen werden. Status: morgen weitermachen.


 


 

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Über theaseiffert

Ich bin die Schwester von Florian. Ich reise gern, ich blogge gern auf Reisen. Danke für den Gastauftritt hier!
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4 Antworten zu Wasser

  1. Stefan schreibt:

    Da versteht man, warum in Südafrika ernsthaft darüber diskutiert wird, ob man abgebrochene Eisberge aus der Antarktis zur Küste ziehen soll, um die Wasserarmut zu bekämpfen. Dir weiter spannende Erlebnisse und tolle Begegnungen!

  2. Florian Seiffert schreibt:

    Ich finde es großartig in meinem Blog mal schöne Abenteuer zu erleben, die nicht von mir und M* oder den Wikingern sind.
    Und ich finde es mutig Urlaub mal ohne Netz und doppelten Boden zu machen! Super!

  3. Yvonne schreibt:

    Mensch, wenn wir mal so sparsam mit unseren Ressourcen umgehen würden! Es klingt, als würdest du sehr viel lernen und helfen können. Was für ein Abenteuer!

  4. Veronika Nestler schreibt:

    Interessante und lesenswerte Einblicke. Verfolgung ist garantiert :-). Danke, dass du uns mitnimmst.

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