Kleine Wasserlochgeschichte

Heute trete ich vor 7.30 Uhr zur Arbeit an. Ich rede zwei Sätze mit Trudi, dann mit ist sie verschwunden. Ok. Gehe ich halt erst einmal auf Fotopirsch im Garten.

Opuntien Doppelherz

Dann höre ich die Chefin vorn reden:

Morgenmeeting

Es scheint ein nettes Meeting zu sein, es wird viel gelacht.

Ich schneide einen weiteren Olivenbaum in Form und beschließe, heute Nachmittag mit der Kamera zu jagen. Dieses Mal am Wasserloch mit Wasser. Vielleicht erhöht das meine Chancen.

Ich werde sogar mit dem Chevy gefahren. Es wird auch gleich etwas Futter abgeladen.

Dann steige ich in den Ansitz und bereite meine Lautlosigkeit vor. Alles bereitlegen, falls jemand auftaucht. Ich warte. Ein paar Täubchen fliegen umher. Ich warte. Unbequem. Wenn ich mich bewege, knarrt es. Ich warte. Fliegen surren anstrengend um meinen Kopf. Nicht bewegen. Es juckt irgendwo. Ich warte. Das Gesäß schläft ein. Knarr. Die Fliegen nerven, es ist heiß und wunderbar still. Ein paar Perlhühner kommen zu Besuch. Sie sind extrem vorsichtig, trauen sich nicht zum Wasser. Na dann halt nicht. Wann kommt denn nun was Großes ?!?! Ich warte, die Fliegen summen um mich, nichts geschieht. 90 Minuten vergehen. Niemand von Bedeutung zeigt sich. Ich könnte statt still zu halten auch Saturday night fever tanzen. Wäre kein Unterschied.

Ok, gibts halt ein Perlhuhnportrait

Hinter mir rauscht es. Wow. Ein riesiger Geier landet vor mir. Ich hebe die Kamera, er startet durch. Mist! Nur Geier-im-Abflug-Bild. Er setzt sich in einen Baum. Ich gebe ihm 5 Minuten, dann muss ich los. Ist noch eine Stunde Fußmarsch zurück, ich möchte nicht im Dunklen laufen. Nicht, weil ich Angst vor Tieren habe – die fürchten mich ja mehr, als umgekehrt. Ich habe Angst, den Weg nicht zu finden…. Der Geier hat keine Gnade mit mir. So marschiere ich los. Ein Oryx steht hinterm Baum und will sich nicht ganz zeigen. Andere Tiere huschen vorbei.

Ich glaube, meine Talente liegen nicht im Stillhalten und Großwild ablichten. So genieße ich den Busch, die Hitze, den Staub, den schweren Rucksack und den Schweiß, der schön den Staub auf die Haut klebt.

Aaaaaber, dafür darf ich immer noch das schönste Licht der Welt genießen!

Über theaseiffert

Ich bin die Schwester von Florian. Ich reise gern, ich blogge gern auf Reisen. Danke für den Gastauftritt hier!
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5 Antworten zu Kleine Wasserlochgeschichte

  1. Veronika schreibt:

    Grandioses Abendlichtbild!!!

  2. M* schreibt:

    Ich mag ja Perlhühner, die haben so eine irrwitzige Form!
    Vielen Dank für die schönen Fotos und interessanten Berichte, liebe Thea

  3. Peter Hänggli schreibt:

    Liebe Thea! Zum Glück kann man, jedenfalls bei Euch, die Tiere nicht bestellen…. auch online nicht! Auf so einem Beobachtungsplatz kann man seine eigene Geduld sehr gut üben! Zum Glück hast Du noch den Geier gesehen… Prachtsvögel sind sie!! Die Abendstimmungen bilden immer einen fantastischen Abschluss Deiner Blogs!! Lieber Gruss aus dem Altweibersommer!! Von Herzen Peter

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