31.12.2020 Madeira #12 – Teleférico das Achadas da Cruz.

Was ist das Wichtigste, was ein IT-Fuzzi haben muss? Richtig: Ein Netzwerk von Menschen, die man mal fragen kann, wenn es klemmt (und die dann nicht gleich sagen: Du Doof!) Das ist unverzichtbar. Für den Rest reicht ‚das Internet‘, booten und ab und zu ‚Hm, Hm‘ sagen. Noch besser ist, wenn das Netzwerk Tipps für Madeira parat hat.

Wir sitzen so schön beim Sonnenschirm-Sonnen-Frühstück, die Planungskommission hat schon beschlossen: Es geht nach Osten, da kommt so ein Tipp aus dem Netzwerk: M1* (also DER erste M*, der, der das * bei R* erfunden hat – aber das ist eine andere Geschichte). M1* schickt also Tipps zu Madeira und Tipp Nr.1 ist: Teleférico. Dazu ein Link zu Google-Maps. Das ist ein Glanzlicht. Die Kommission wirft sofort die Pläne über den Haufen und es geht zu Teleférico.
Wir fahren runter, dann rechts, dann kommt die Tunnel-auf-Tunnel-auf-Tunnel-Strecke. Nach Tunnel Zwei wird erst mal getankt. Hoppek hat Durst. Der Sprit E10 kostet 1,39€ pro Liter. Ich zahle 40€. Es gibt neben der Tanke einen Supermercado und schwupps, ist M* verschwunden.
Als wir dann wieder im Auto sitzen, hat M* regionale Lebensmittel erstanden und freut sich. Sonst gibt es hier im Supermarkt auch gerne mal Avocados aus Mexico. Oder stilles Wasser aus Spanien.

Wir fahren in den Nordwesten der Insel. Zum Miradouro do Teleférico das Achadas da Cruz. Teleférico ist eine Seilbahn. Als wir ankommen, ist es leer. Wir sind sofort dran, klettern in die kleine Kabine der Seilbahn und es geht krass steil in die Tiefe. Du meine Güte, fast so, wie bei einem Brunnenschacht. Unten rauscht der Atlantik mit blauem Wasser und weißer Gischt. Was für Felsen, was eine Höhe! Unter uns liegen Hütten und Felder. Das Gebiet war mal landwirtschaftlich genutzt. Oder wird noch? Was muss das für eine Plackerei gewesen sein, sich hier zu ernähren und wir schimpfen schon, wenn wir mal einen Gesichtspulli tragen müssen …

Was für eine grandiose Landschaft! Danke M1* für den Tipp!!
Mächtige Wellen krachen an den Steinstrand. Wunderbar rundgeschliffene Brocken liegen hier. Welle auf Welle rauscht an den Strand. Ein Weg, dann ein Pfad führt parallel zur Küste. Den gehen wir. Links liegen Hütten, rechts rauscht der Atlantik. Da könnte ich einen Tag sitzen und schauen, wie die Wellen an den Strand krachen. Im richtigen Winkel zu Sonne geschaut, bildet die Gischt sogar einen Regenbogen. Fantastisch! Die Gischt zieht dann die steilen Felsen hoch, Salz liegt in der Luft. Wunderbar.

M* hat junge Katzen entdeckt, das fesselt sie eine Weile. Ich mache Bilder der Wellen. Jetzt fehlt mir ein starkes Tele, aber man kann nicht alles immer dabei haben! So ist auch schon ganz okay.

Als wir uns satt gesehen haben und die Katzen auch genug gepüngelt sind, fahren wir wieder hoch. Oben ist jetzt eine Schlange, ganz viele Menschen wollen runter.

Wir nehmen einen Snack im Lokal gleich an der Seilbahn. Zum Club-Sandwich gibt es Fritten. Sehr gut. Wir schauen auf das Meer in der Tiefe, hören dem Rauschen zu und ab und zu rutscht eine Seilbahn den Hang runter. Wir haben es schon gut getroffen.

Ein Leuchtturm steht noch auf dem Programm. Der Exposição Faroís da Madeira. Er steht auf dem westlichsten Punkt Madeiras und erhebt sich 312 Meter über das Meer. Die Höhe erreicht er, weil die Klippen hier so hoch sind, das Gebäude selbst ist nicht so wirklich spektakulär. Jedenfalls nicht für Hurtigruten-Fahrer, die Landegode fyr oder Kjeungskjær fyr schon mal gesehen haben.

Wir fahren zurück. Draußen in dem Glitzer des Meeres liegt ein Pott von MeinSchiff. Was machen die da?

Wir kehren zu unserer Weihnachtsvilla zurück. Ein leckeres Bier beschließt diesen Teil des Tages.

Zu den WhatsApps, Threemas, Statusnachrichten und EMails, die mich erreichen, möchte ich sagen: Dankeschön!
ABER: Nein, 2020 war kein Jahr zum Vergessen. Es gab viele wunderschöne Momente, die ich nicht missen möchte. Ja, man darf jammern, aber nicht zu viel! Ich denke immer, meine Eltern haben einen Krieg erlebt, mein Vater hat die Heimat verloren, meine Großeltern haben zwei Kriege erlebt. Warum glauben wir, dass immer alles ohne Schwierigkeiten laufen muss? Haben wir ein ‚Recht‘ auf Freude, Spaß, Vergnügen, Party, Feuerwerk? Mir scheint dies eine Haltung zu sein, die für mich nicht sinnvoll ist. Ich denke, das Leben darf auch mal etwas krumm verlaufen. Entscheidend ist doch eher, was wir daraus machen. Und mir scheint, dass M* und mir das auch 2020 gut gelungen ist. Wir sind in Gottes Hand gut geborgen. Dafür bin ich dankbar.

Ich wünsche euch allen da draußen und weit weg (meiner Familie, meinen Freundinnen und Freunden, meinem Netzwerk) alles erdenklich Gute für 2021 und ein gesegnetes neues Jahr! Macht nichts kaputt!


Tagesvideo #683

Seilbahn in die Tiefe.

Meer und Gischt.

Leuchtturm. Exposição Faroís da Madeira.

Mehr Meer.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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3 Antworten zu 31.12.2020 Madeira #12 – Teleférico das Achadas da Cruz.

  1. theaseiffert schreibt:

    Lieber F*, da geben wir Dir zu 100% Recht! Wir finden, 2020 war ein Jahr, dass uns viele Chancen auf ein menschliches, liebevolles und phantasievolles Miteinander geboten hat! Wir sind äußerst dankbar, dass es so war, wie es war. Natürlich könnte Corona langsam mal aufhören. Wir wünschen uns, dass die Menschheit die Kurve bekommt, diese Chancen zu nutzen und etwas Gutes daraus zu machen!
    Wir fangen einfach mal bei uns an!
    Weiterhin Euch einen schönen Urlaub und uns diese wundervollen Bilder und Texte!
    Frohes Neues 2021! Theaa und Peterr

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