Mi 13.07.2022 Perlen der Ostsee #4

Der frühe Vogel fängt die Zimtschnecke!
Es wird garnicht mehr so richtig dunkel. Die Erde dreht die Sonne unter den Horizont. So wandert das Abendrot von West über Nord nach Osten. So ist es nicht verwunderlich, dass ein grandioses Abend/Morgenrot im Fenster steht, als ich gegen 03:30 mal aus der Kajüte schaue.
Um 04:00 geht es in den Schärengarten vor Stockholm, um 5 klingelt der Wecker für mich frühen Vogel.
Aber zu meinem Erstaunen bin ich nicht alleine. Massen tummeln sich auf Deck 9 und nehmen Kaffee oder Earl Grey und Zimtschnecken. Wow.
Es lohnt sich auch wirklich sehr. Die Sonne blinzelt durch die Wolken und die Artania schiebt sich durch die Schären. Flache Felsinseln, von der Eiszeit glatt geschmirgelt, meist mit struppigen Kiefern bewachsen und viele mit hübschen Holzhäusern bebaut.
Hinter uns läuft die World Voyager. Ein portugiesisches Schiff, sie kommt gerade aus Finnland. Zusammen geht es nach Stockholm. Beim Fort Oskar-Fredriksborg wird es strack eng, die Passage gelingt aber unfallfrei.
Das Licht ist super, die See ist ruhig, wir werfen wunderbare Wellen auf, die symmetrische Muster auf das Wasser malen. Nur wenige Vögel sind schon wach. Ein paar Kormorane und ein paar Möven. Überall glitzert und spiegelt es sich. Das ist wunderschön.
Nachdem ich Tee und Zimtschnecke ergattert habe, verschwinde ich auf Deck 5. Da ist es ruhig und ich habe Platz für mich.

Wir erreichen in Stockholm einen Industriehafen und legen an. Die Leinen fliegen, wir werden festgemacht.
Ab zum Frühstück. Tee, Omelette. Die junge Dame, die mich bedient scheint verwundert ob der knappen Bestellung. Sie hat Recht. Links und rechts von mir wird deutlich mehr aufgefahren.
Um 09:30 startet mein Ausflug. Gut organisiert geht es in den Bus. Reiseleiterin Gün kümmert sich um uns, um Information und Bildung.
Wir fahren zum Stadshus, dem Rathaus. In der „Blauen Halle“ (die nicht blau ist) wird alljährlich für die Nobelpreisträger:innen das traditionelle Nobel-Festmahl abgehalten. Prachtvoll. Erinnert an die Konstantinbasilika in Trier. Mit mehreren Gruppen bevölkern wir das Gebäude, aber der Bordfotograf findet immer Perspektiven, wo die Paxe nicht stören und ich mache es ihm einfach nach.
Gün erklärt die Mosaiken im goldenen Raum. Eine Menge Erics und Wikinger. Ich bin schlecht vorbereitet. Ich habe meine schwedische Verwandtschaft nicht im Kopf. Noch ein paar Bilder und es geht zurück zum Bus.
Wir drehen eine Runde durch die Stadt und halten in Gamla Stan, der Altstadt, direkt am Schloss – es ist das größte Schloss der Erde. Es folgt ein Spaziergang durch die Gassen. Wir passieren die Tyska kyrka, die deutsche Kirche, Storkyrkan, den Dom, wo Victoria ihren Prinzen heiratete und Järnpojke, den kleinen “Eisenjungen”. Er bringt Glück, wenn man ihn streichelt, ihm opfert oder Bilder von ihm macht („Gopro Foto machen“). Eine hübsche Altstadt, die Lust auf einen längeren Besuch macht. Es geht zum Schiff zurück. Danke Peter, danke Gün.
Ich gehe zum Mittagessen. Dann ist Zeit und Gelegenheit, mit M* zu telefonieren. Ich habe viel zu berichten. M* auch. So zieht sich das Gespräch. Aber wir haben Zeit und EU sei Dank ist es kostenlos möglich. Ich verziehe mich auf meine Kabine 2203. Ich arbeite am Blog und am Video.
Zum Ablegen bin ich draußen. Morten Hansen parkt rückwärts aus, dreht und wir fahren durch die Schären zurück auf die Ostsee.
Wie schon in Oslo amüsieren sich jede Menge Wasserfahrzeuge mit unserer Bugwelle. Meist wird sie als Sprungbrett benutzt.
Wir gehen Essen. Auch H* hatte einen schönen Ausflug und anschließend ein Stück Kuchen.
Wir können ihr ‚Kerlchen‘ wieder in Betrieb nehmen, denn die Sim-Karte war gesperrt, aber M* konnte heute helfen. So kann ich noch eine Unterrichtsstunde erteilen: Niemals mobiles Internet über Satelitentelefon nutzen!
Wir erreichen die Ostsee. Ein paar Schauer und Gewitter umgeben uns. Die zwei Lotsen gehen von Bord.

Morgen Mittag sind wir in Riga. Es soll regnen. Schaun wir mal.

Schären

Rathaus. Blaue Halle.

Rathaus, goldenes Zimmer.

Järnpojke – Eisenjunge.

Gamla Stan

Schlechtes Wetter voraus.

Über Florian Seiffert

http://www.seiffert.net
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