Mi 05.01.2022 – Tag #5 – Levada do Rei

Was für eine wunderschöne Levada. Die königliche, die Levada do Rei! Das ist unser heutiges Ziel und unsere Wanderung.
Der Tag begann mit Sonnenschein, mit Ruhe und Entspannung am Pooldeck (habt ihr mitbekommen, was bei den Kreuzfahrten gerade abgeht? Was hatten H* und ich für ein Glück!).
Dann ging es quer über die Insel in den Nord-Osten. So zwischen São Vicente und Santana. Da ist die Levada do Rei. Sie ist neu für uns und deshalb steht sie heute auf dem Programm.

Nach gut einer Stunde Fahrt sind wir da und laufen los.
Zur Ausrüstung heute gehört eine wasserdichte Jacke, da ein Wasserfall zu unterqueren ist.
Die Levada liegt im Lorbeerwald und große Baumfarne säumen den Weg. Eukalyptus wächst hier und verbreitet guten Duft und seine charakteristischen Samen. (Er gehört nicht hier her und macht Probleme auf der Insel.)
Es ist mehr los, als auf den bisherigen Wanderungen, aber fast alle Wanderer sind rücksichtsvoll und halten Abstand, soweit das geht.
Die Levada läuft immer am Hang entlang in den wilden Uwald Laurisilva. Am Wendepunkt am Ende des Tals gibt es jeweils Bäche oder Wasserfälle, die die Levada speisen.
Ein Bautrupp macht gerade Mittagspause, sie graben neben der Levada ein tiefes Loch. Wofür das wohl gut ist? Immerhin können wir passieren.
Es ist mitunter schlammig und glatt am Kanal und ein falscher Tritt und ich kann mich gerade noch abstürzen, ehe ich lang im Dreck liege, aber das rechte Bein ist dafür bis zum Knöchel voll in der Levada. Mist. Ganz schön kalt das Wasser. Aber außer meinem Stolz ist nichts beschädigt. Hände abspülen und weiter.
Wir erreichen den Wasserfall. Rucksack unter die Jacke und durch. Erst M*, dann ich.
Dann noch ein paar hundert Meter und wir erreichen das Ende. Ein wildes Tal speist hier die Levada. Weiter geht es nicht mehr.
Eine Gruppe versperrt rauchend den Weg und die Aussicht. Wir warten, bis sie weg sind.
Die Fortsetzung der Levada wäre hier in den fast senkrechten Felsen zu hauen gewesen. Als Ingenieur hätte ich davon auch die Finger gelassen. Zumal die Levada wirklich gut gespeist viel Wasser führt.
Wir kehren um. Auch in die andere Richtung ist es ein schönes Erlebnis. Man sieht den Urwald, die steilen Hänge und ganz hinten das Meer.

Wir halten noch in Ribeira Brava zum Einkaufen, sind zum Sundowner – einem Vinho da Madeira D.O.P. am Pool.
Es war mit 12km und einem nassen Fuß ein bisschen anstrengend heute, aber trotzdem wunderschön!


Ende bzw. Anfang der Levada do Rei.

Baumfarne

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Di 04.01.2022 – Tag #4 – Ponta do Pargo e Paul do Mar

Vor dem ruhigen Frühstück auf der Pool-Terrasse lese ich die Kommentare zum Kotflügelkratzer. Ich bekomme zwei Affen, die sich die Hände vor das Gesicht schlagen mit Daumen nach unten. Danke Männer! Und ein Angebot für eine spezielle Politur. Auch mit Affe und Hände vor dem Gesicht! Danke Hubbi, das ist lieb. Und ja, das hätte nicht passieren dürfen.
Als wir heute starten, steht kein Pick-Up im Weg und dann ist es leicht.(Und nein meine Omis hätten es nicht gekonnt, die hatten beide keinen Führerschein)!
Wir fahren nach Ponta do Pargo. Das ist ganz im Westen am Ende der Insel. Doch erst noch Tanken. Der Liter E10 kostet 1,86€. Wow!

Es nieselt in Ponta do Pargo, die Sonne scheint dazu und es gibt Regenbögen. Einsam ist es und ein bisschen ärmlich. Aber schön. Es ist hügelig, die Wiesen leuchten in sattem Grün und Wassertropfen hängen an Blumen und Sträuchern. Rot-braun ist die Erde hier. Ein paar Kühe schauen uns an, sie sind alle angebunden und dürfen nicht über die Weide laufen.
Ein Aussichtspunkt / Miradouro gibt den Blick auf das Meer tief unter uns frei. Hinter der wilden Brandung kommt irgendwann Amerika. Wir kehren um, nach Amerika wollen wir nicht.
Vom Weg nach Hause biegen wir ab nach Paul do Mar. Die Straße sieht aus wie in der Autowerbung. Leer, malerisch, pitoresk mit fantastischer Aussicht auf Steilküste, Atlantico und Himmel. Noch zwei Tunnel, ein paar Spitzkehren und wir sind unten. Der Regen hängt im Westen, in Paul do Mar scheint die Sonne.
Wir schauen auf das Meer, das Glitzern und die Wellen. Wir drehen eine Runde bis zum Ende der Straße, dann zurück. Das Restaurant Sol e Mar lockt. In der Sonne ist ein Tisch frei. Okay. Neben uns vier Einheimische im Gespräch.
Gespräch? Je länger wir sitzen und warten, desto lauter wird es. Was für ein Gebrüll. Ob es um die Corona- Politik oder ein Böllerverbot geht? Wir werden es nie erfahren.
Ein Tisch auf der West-Terrasse wird frei und wir ziehen um. Die Kellnerin zeigt Verständnis. Peace and quiet sagt sie.
Wir essen Prego especial. M* mit Fisch, ich mit Steak. Prachtvoll, lecker. Und dazu Batatas Fritas. Es dauert alles ein bisschen, dafür ist es super und kostet nur 12,-€.
Wir fahren nach Hause. Sonne, Wolken und Meer geben ein Festspiel, dass es eine Freude ist. Das will eingefangen und bewundert werden. Eine schmale Mondsichel zeigt sich am späten Himmel und krönt den schönen Tag.


Prego especial

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Mo 03.01.2022 – Tag #3 – Levada do Norte

Ich werde von ordentlich Krach geweckt. Was ist da los? Arbeiter in der Bananenplantage gegenüber? Nein, ein Bautrupp lädt auf der steilen Straße vor dem Haus einen Bagger ab. Als wir das Frühstück vorbereiten, dröhnt ein Pressluftmeißel los. Am Pool können wir also nicht frühstücken, wir nehmen heute die Terrasse am Hang mit Blick auf Kreisverkehr und Ponta do Sol. Jetzt ist das Haus zwischen uns und dem Bautrupp und das Frühstück ist ruhig.

Heute soll es die Levada do Norte entlang gehen, sie ist im Gebirge und beim momentanen Kaiserwetter eine gute Idee. Wir sind diese Levada beim letzten Aufenthalt schon gegangen (
https://flohblog.wordpress.com/2020/12/24/23-12-2020-madeira-04-levada-do-norte/amp/
) und wurden da von Franzosen beschimpft – evtl. wegen Frau Merkel – daher heißt die Wanderung bei uns die Franzosenwanderung. Jetzt ist unser Kanzler Herr Scholz und er ist zu kurz im Amt, als dass wir für ihn beschimpft werden könnten. Also los.
Das ist aber nicht so einfach, da der Bautrupp Straße und Einfahrt mit Ausrüstung voll gestellt hat. Und zugeparkt ist die Straße auch.
Als sich unser Garagentor hebt, wird geräumt, aber der fette Pick-Up, der uns zuparkt bleibt stehen. Ich komme kaum um die Kurve und schramme den Kotflügel ans Mäuerchen. Merde. Hin und Her und dann komme ich knapp an allen Ecken vorbei. Die Schramme geht auf mich. Das war echt nicht nötig!
Wir wandern die Levada entlang. Ich glaube es ist die schönste Levada der Insel. Hohe Bäume säumen den Kanal, die Sonne glitzert und plötzlich stehen zwei bunte Hähne vor uns und rennen ein bisschen vor uns her, ehe sie uns vorbei lassen.
Wir erreichen den Tunnel. Hier kommt das Wasser durch den Berg. Wir setzen die Stirnlampen auf und folgen dem Wasser. Am Anfang ist es eng, nur gebückt geht es. Einen großen Teil kann ich aber aufrecht gehen.
Plötzlich sehe ich im Wasser etwas kommen und leuchte und sehe, dass es M*’s Kappe ist. Ich fische sie flugs raus. Na sowas. Als wir draußen sind, hat M* den Verlust garnicht bemerkt.
Wir wandern durch dichte Vegetation mit Riesenfarnen, Baumflechten, Moos und Lorbeer weiter, überwiegend im Schatten bis zum Wasserfall. Hier geht die Levada wieder in den Berg, diesmal aber nicht 530m, sondern 1000m. Wir bewundern den locker 100m hohen Wasserfall und kehren dann um.
Wir rollen den Berg runter und halten an der Bar Torrié. M* organisiert Speis und Trank und wir sitzen in der Sonne und fühlen uns wohl.
In Ribeira Brava halten wir nochmal kurz an. Ich schaue nach dem Meer, M* nach einheimischen Früchten. Wir besuchen noch den Supermarkt und brummen nun zurück zur Villa do Sol.
Der Bautrupp ist weg, das Loch in der Straße ist mit Erde gefüllt und ich komme nun gut rückwärts in die Garage.
Nach all dem Schönen und der Anstrengung nimmt M* ein kühles Bad im Pool und ich ein kühles Bier.


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So 02.01.2022 – Tag #2

Wir frühstücken in der Sonne. IN DER SONNE! Fantastisch. Besser kann der Tag nicht mehr werden.
Der Sonnenaufgang ist über dem Meer und vom Prinzessinnenbalkon gut zu sehen. Über das Tal von Ponta do Sol senkt sich golden das Morgenlicht. Tief einatmen.
Wir wollen heute zum Sonntags-Markt von Prazeres und dann vielleicht die Levada Faja entlang. Mal sehen.
Ich muss dafür das weiße Auto schadfrei aus der Garage auf die steile Straße quetschen und dann am Hang anfahren, obwohl die Handbremse die Karre nicht halten kann. Schwitz. Aber es gelingt. M*’s Lob adelt die Tat. Hach. Wie schön.
Wir fahren die zahlreichen Tunnel am Meer nach Nord-Westen und dann den Berg hoch. Kurz suchen, ja, da ist die Markthalle, aber sie hat zu. Pech. Dann also die Wanderung am Wasserkanal (Levada) entlang.
Bei bestem Kaiserwetter geht es los. 23 Grad, Sonne, blauer Himmel.
Immer eben, neben der Levada Faja geht es am Hang entlang. Grün ist es hier und es duftet sanft nach Frühling, nach dunkler Erde, nach frischem Wasser und nach Eukalyptus und Fichte. So lässt es sich aushalten.
Eigentlich sollte es am ersten Tag nur eine kurze Wanderung werden, aber es läuft so gut, dass wir erst nach über einer Stunde umkehren.
Einem Hinweis zu einer Snackbar folgen wir (gerne). Eine von Einheimischen gut gefüllte Dorf-Mittelpunkts-Bar liegt in der Sonne. Wo die Einheimischen sind, da lass Dich nieder Fremder!
Eine robust-freundliche Bedienung, die kompetente Tüchtigkeit ausstrahlt bringt Kaffee, Sandwich und Kuchen. Alles lecker, gut und zusammen nur 6 Euro. Wunderbar.
Wir müssen weiter. Die Levada wartet. Libellen tanzen, Eidechsen flüchten, wir wandern zurück zum weißen Auto und suchen einen Supermarkt. Mit etwas Kreuzen gelingt auch das und wir bringen ein paar Eier und Wein zum Camp, der Villa do Sol.
Die Sonne senkt sich ins Meer und ich fange den grünen Blitz! Ha!! Das hatte ich wirklich lange nicht mehr hinbekommen.
Bei klarer Sicht kann man das Sinken der verschieden farbigen Sonnenscheiben hinter den Horizont sehen. Die letzte ist die grüne Sonnenscheibe. Das kann man als grünen (oder blauen) Blitz sehen. Genauer: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Blitz.
Da ich das 100-400mm mit 2x Konverter an der Canon R5 habe, könnte ich das brauchbar gut eingefangen haben. (Liefere ich nach).
Der Abend endet mit dem wunderbaren Abendrot und dem wunderschönen Untergang der Venus im goldenen Lichtstreifen über dem Atlantico.
Kann ein Tag besser sein?

Das Bild ist eine Verkleinerung der 45 Megapixel auf 1600px. Aber auch hier kann man den grünen Blitz schon ahnen.

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Sa 01.01.2022 – Tag #1

Routiniert laufen die letzten Tätigkeiten ab. Neu ist nur der Abschied von Hinze und Tirza. Die zwei werden auf unser Häuschen aufpassen. G* holt uns ab. Ich fahre erstmals Tesla. Coole Sache. Dankeschön!
Der Flughafen ist leer, keine Schlangen. Am CheckIn sind wir sofort dran. QR-Code der Impfungen, grüner QR-Code der Einreiseerlaubnis von madeirasafe.com, Reisepässe. Klappt alles, kein Problem. Nur der Antigen-Schnelltest von gestern wird nicht abgefragt. Egal, Hauptsache er war negativ.
Wir warten noch ein bisschen und gehen dann an Bord der Boeing 737-800. Es ist krass leer. Jede(r) könnte eine Dreier-Sitzreihe für sich allein haben – was aber nicht erlaubt ist.
Wir starten über Bornheim und sehen Rhein, Werth und Uedorf unter uns in der Sonne liegen.
Es geht über Frankreich, die Biskaya und Spanien auf den Atlantik hinaus. Leichte Bewölkung liegt über dem Meer. Ein paar Schiffe ziehen weiße Spuren hinter sich her.
Irgendwie vergeht die Zeit wie im Flug und wir landen nach gut 4 Stunden sicher im Frühling, in der Sonne, im Urlaub.
Das DeBoarding verläuft perfekt und diszipliniert, niemand drängelt, man steht erst auf, wenn die Vorderleute losgehen. Das übliche Ich-Zuerst-Chaos entfällt heute.
Schnell haben wir die Koffer. Die Paxe mit grünem QR-Code von madeirasafe.com haben Impfungen und negativen Test und dürfen raus.
Draußen wird über den QR-Code der zugehörige Datensatz von uns aufgerufen, kurz kontrolliert und fertig. Das ging echt zügig.
Auch das Auto abholen geht fix. Wir bekommen einen weißen Fiesta und können gleich los.
Da wir die Insel schon kennen, finden wir schnell auf die Autobahn und nach Ribeira Brava. Aber Einkaufen ist nicht. Es ist Feiertag. Da hier die Supermärkte auch Sonntag auf haben, war das so nicht eingeplant.
Wir fahren nach Ponta do Sol, da ist unser Camp für 14 Tage und es gibt eine Tanke mit Supermarkt und jaaaa – der hat offen. M* kauft ein, ich denke über mein Leben nach.
Dann weiter, den Berg steil hoch und am Friedhof rechts. Caminho do Passo. Am Blumentopf liegt der Garagenschlüssel. Das Tor hebt sich, wir sind zu Hause.
M* hat eine prächtige Villa ausgesucht, Sonnenuntergang, Pool, Meerblick und Platz!
Wir setzen uns auf die Terrasse und genießen erstmal den Sonnenuntergang. Einen solch prächtigen hatten wir wirklich lange nicht. Da machen wir schnell den Rotwein auf und nehmen einen Sundowner.

PS: Noch ein erstes und letztes Wort zu Corona. Wir sind beide dreifach geimpft und gestern negativ getestet. Auf dem Flieger waren auch alle geimpft und getestet – sonst dürfen sie nicht einreisen. Die Inzidenz auf Madeira liegt bei 190, also ähnlich, wie in NRW. Wir treffen hier niemanden, gehen nicht in Bars oder Discos. Nur das Einkaufen haben wir hier, wie zu Hause auch. Dazu ist hier Frühling und die Fenster offen.
Wir halten das Risiko uns hier anzustecken für kleiner, als zu Hause. Warum also nicht in den Urlaub fliegen?

Unsere Villa do Sol:
32.67973N, 17.10146W:
https://geohack.toolforge.org/geohack.php?pagename=Aldi&language=de&params=32.67973_N_17.10146_W_dim:1000_region:NL_type:building&title=unserhaus


Da unser Häuschen!

Madeira

Sonnenuntergang am Pool.

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Di 30.11.2021 Kanaren #20

Ich bin vor 7 Uhr draußen. Es ist dunkel, aber rings um uns leuchten Fahrwassermarkierungen, Leuchtfeuer, Schiffe und die Lichter von Wangerooge.
Ich gehe Frühstücken. Das zieht sich etwas, da es sehr voll ist. Aber ich nehme es gelassen. H* kommt. Sie will vor 8:30h fertig sein, weil wir dann die Kabinen geräumt haben müssen.
Ich ghettofauste Olena unsere Kellnerin, hole mein Handgepäck aus der Kabine, ghettofauste Michael den Kabinensteward und bin raus auf 5vorne.
Es dämmert. Der Leuchtturm Robbenplate liegt voraus. Die Leuchttürme Roter Sand und Alte Weser liegen hinter uns in der Dunkelheit. Die hätte ich gerne mal gut abgelichtet. Pech. Ich muss nochmal kommen 🙂 Ich winke nach Husum rüber. Ob der helle Schein am Horizont Helgoland sein kann?
Ich bin lange alleine hier. Dann kommt uns die AIDAcosma entgegen. Was ein Riesenschiff! Wir kennen sie ja schon aus der Meyerwerft in Papenburg (https://flohblog.wordpress.com/tag/papenburg/). Jetzt ist 5vorne bevölkert.
Zwei Schlepper kommen, sie helfen beim Drehen, damit es schneller geht. Wir legen 9:50h an.
Dann zieht es sich mir der Freigabe durch die Hafenärztin, da wir Covid-19-Fälle an Bord hatten. Auch die Gepäckausgabe verzögert sich, weil zwei Spezialisten an Bord müssen, das aber erst nach einem Negativtest dürfen. Ich denke, da das Gepäck mit Kran über das Heck ausgeladen werden muss (2000 Koffer von 900 Paxen), dauert das halt seine Zeit. Besser dran sind die, die ihr Gepäck selbst von Bord bringen, sie dürfen nach der Freigabe zuerst los.
Um 12:25 werden die Decks 2 und 4 aufgerufen. Das Gepäck stehe nun im Terminal. H* und ich dackeln los. Temperaturmessung, Piep, Auschecken, Piep.
Mein Koffer und mein Pelicase sind fix gefunden, H*’s Köfferchen ist fott. Nach mehrfacher Besichtigung der Koffer von Deck 4 finde ich das Schätzchen bei Deck 6 am Ende des Terminals. H* strahlt, ein netter Gepäckträger schafft H*’s Koffer zum Bus. Der Zoll ist nicht besetzt, wir waren ja auch nur in der EU. 12:54h, wir rollen los. Ankunft Bonn 19:02h. Ein schöner Urlaub ist zu Ende.
Dankeschön M*, Dankeschön H*.
Glanzlichter waren für mich:

  • Die Einfahrt nach Lissabon
  • Das Ablegen aus Funchal
  • Die Wanderung und die Kathedrale von Santiago de Compostela.
  • Der Abendspaziergang in Vigo

Würde ich die Reise nochmal machen? Ja, unbedingt.

Corona-Nachtrag: Auf der Fahrt zurück kommt per WhatsApp im Bus die Info an, dass die Nachfolge-Reise der Artania abgesagt ist. Sie sollte gleich heute Abend wieder starten. Nochmal die Reise zu den Kanaren.
Ich google das. Ja es stimmt. Es gab wohl weitere Corona-Fälle an Bord, in Portugal hätten weitere Corona- Kranke das Schiff verlassen. [1]
An Bord wußten wir Passagiere nichts davon. Es gab für Passagiere auch keine Tests. Nicht einen. Auch nach den vier Infizierten, die auf Teneriffa blieben nicht. Dass wohl auch auf Madeira (Portugal) Infizierte ausstiegen, war uns nicht bekannt, d.h. es gab dazu weder Durchsagen noch schriftliche Meldungen.
Man kann sich natürlich fragen, ob Passagiere sowas wissen müssen, aber mir wäre es lieber gewesen es zu wissen. So hat mein Vertrauen zu Phoenix-Reisen schon einen Knacks bekommen.
Im Bus zurück trug außer dem Fahrer und mir nach meiner Beobachtung niemand den Mund-Nasen-Schutz. Hätten wir die Corona-Infos der Artania gekannt, wäre das wohl anders gewesen.
Ich habe zu Hause erstmal mit M* einen Schnelltest gemacht. Negativ. Dann erst Küssen.

[1] 12 Corona-Fälle an Bord von Kreuzfahrtschiff „Artania“ in Bremerhaven – buten un binnen
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/corona-artania-kreuzfahrt-bremerhaven-100.html

https://youtu.be/lVZOdyaZY7s

AIDAcosma

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Mo 29.11.2021 Kanaren #19

Heute Nacht war es ruhig. Nach der Biskaya, ist der Kanal praktisch ein Ententeich. Leider fahren wir soweit draußen, dass man die französische oder englische Küste nicht sehen kann. Aber immerhin zeigt sich die Sonne heute früh ein bisschen zwischen den Wolken.

Mein Morgenroutine-Decksbesuch sorgt dann dafür, dass meine Temperaturmessung am Hals vor den Vier Jahreszeiten nur 30 Grad anzeigt. Der Offizier schickt mich zum Frühstück. Als ich fertig bin, ist mein Hals bei 36 Grad, damit ist er zufrieden. Ich Heizöfchen auch.

Plan A heute war: 9-15h: IJmuiden / Amsterdam. Gebucht war: Windmühlen und Volendam. Plan B ist: Der letzte Seetag.

Wir machen das Beste daraus. Die Sonne scheint und ich filme ein bisschen draußen. Auf Deck 8 ist Weihnachtsmarkt mit Glühwein, Feuerzangbowle, Hot Toddy, süßen Leckereien und deftigen Klassikern. Ich staune, wie voll es ist. Ich gehe nach vorne und genieße dort den Wind, das Meer und die Sonne.

Viel los hier im Kanal. Schiffe rund um uns herum. Ein kleines Flugzeug umkreist uns zweimal. Was das wohl soll?

Wir gehen zu unserem letzten Mittagessen an Bord. Dann wieder raus. Wir passieren die Straße von Dover. Da hat es Mobilfunknetz und alle Paxe verschicken und empfangen Nachrichten. Ich übe mit H* den Unterschied zwischen SMS und WhatsApp. Dabei scheint die Sonne und das Meer glitzert. Basstölpel begleiten das Schiff. Hunderte Möven sitzen auf dem Wasser. H* tippt eifrig.

Ich packe Koffer. Dem Abschied wohnt die Freude auf die zauberhafte M* inne.

H* und ich haben noch ein Date in Harry’s Bar. Wir müssen einen Sektgutschein vor dem Verfallsdatum schützen. Dann geht es in die Vier Jahreszeiten. Es ist voll heute, die Dampfversorgung des Lido ist defekt und das Lido deshalb geschlossen. Die Lido-Leute sind also im Artania und im Vier Jahreszeiten zusätzlich.

Der Schiffs-Videograf Krzysztof Jarzebinski hat mein Videoschnipsel in das Reisevideo eingebaut. Das, wo er am Bug die Gischt abbekommt. Jeder Gast, der das Reisevideo kauft sieht nun

im Abspann: Aufnahme des Kameramanns Florian Seiffert.

Großartig!

Ich stelle Koffer und Pelicase raus. Handgepäck bleibt in der Kabine. Die neueste Info heute lautete, Sondergruppen, die mit eigenem Bus abreisen – also wir, können das Schiff erst um 12:00h verlassen. Uijujui. Bis alle und alles im Bus nach Bonn sitzt, kann es 13h sein. Nun ja. Vielleicht kann Frau R* als Premiumpartnerin da noch was aushandeln …

Aber das Problem sind nicht die Paxe, das Gepäck muss von Bord.

Programm morgen: Koffer auf den Gang bis 02:00h, Kabine räumen bis 08:30h, 10:00h geplante Ankunft Bremerhaven. Rückfahrt nach Bonn. kkk.

https://youtu.be/QkKMfmQvsCs

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So 28.11.2021 Kanaren #18 – Biskaya

Man darf die Bundeswehr nicht unterschätzen. Da lernt man im Zug, auf der LKW-Pritsche, im Gras und bei Helligkeit zu schlafen.
Hier stören zwar die Kabinengeräusche ein bisschen, bringen einen aber nicht – dank der Bundeswehr – dauerhaft um den Schlaf.
Das Schaukeln ist eher angenehm. Es wiegt einen sanft rauf und runter. Das mag ich.

Erster Advent, aber die Biskaya ist grau, die Sonne hinter Wolken schon aufgegangen. Die Wellenhöhe hat abgenommen. Bis zum Kap Finistere in Frankreich sind es noch knapp 400 km, d.h. 1/3 Biskaya liegt hinter uns.

Ich gehe zum Frühstück und höre mir dann den Vortrag der Lektorin Marita Basalla zur Mosaic-Expedition an. Die Frau ist top!
Dann raus. Ich drehe ein paar Runden durch die salzige Seeluft und fahre ein bisschen Achterbahn auf 5vorne. Keine Wale. Nur ein Frachter tuckert am Horizont und bleibt langsam zurück. Wir sind heute früh mit 12 Knoten Fahrt in den Tag gestartet, jetzt hat Kapitän Zinkovskiy auf 17.7 Knoten erhöht. Wir wollen wohl nicht zu spät in Bremerhaven sein.

Die Grand Lady hat Adventsschmuck angelegt. Tannengrün und Schleifen ziehren den ein oder anderen Handlauf oder die ein oder andere Säule.

Das Bord-WLan ist ausgefallen. (Vorm Kriesch hatte ma och kinne Internett, da hamma Postkärtchen jeschrieben!). Kein Problem. Ohne geht auch eine Weile. Oder?

H* und ich gehen Essen. Treffpunkt 13:00h am Rondellchen, das ist die runde Sitzgelegenheit in der Lobby. Lecker Essen – wie immer!
Watt soll ich sagen, wird sind wieder mal die letzten Paxe im Saal. Wie schon häufiger! Wir schlingen nicht, gehen später, als die meisten Paxe und dann finden wir immer interessante Themen, die einen intensiven Austausch nötig machen. Dann kommt auch noch unsere Weinkellnerin vorbei – man soll ja nichts verkommen lassen – ja und schon sind 90 Minuten rum, die Kellner tragen die Knusperhäuschen rein und die Kellnerinnen die Nikolausdeko. Jetzt aber fix raus hier.

Heute wären ich in Canterbury (Plan A) oder am Mont Saint Michel (Plan B) gewesen, jetzt bin ich in der Biskaya und hatte aber dafür die schöne Weihnachtsbeleuchtung in Vigo. Man muss es nehmen, wie es kommt. Vielleicht ist das ein Fazit dieser seltsamen Zeiten. Und dann das beste daraus machen!

Die Gala-Show schenken wir uns, wie üblich. Das Abendessen nehmen wir mit. Sehr lecker, wie immer.
Der Bordfotograf kommt vorbei, er hat es schwer. Gute Bilder beim Essen machen, ist echt eine Herausforderung. Ich lächle zusammen mit H* in die Kamera. Das sollte ein hübsches Bild geben. Fast sind wir schon wieder die letzten Paxe im Saal. Jetzt aber raus!

Wir passieren Kap Finistere in der Bretagne. Aber wir sind zu weit draußen, um ein Mobilfunknetz zu bekommen. Schade, dann drücke ich Tagesvideo und Blog wieder mühsam durch das Bord-WLan raus.

Programm morgen wäre gewesen: 9-15h: IJmuiden / Amsterdam, Gebucht: Windmühlen und Volendam.
Wir haben aber erneut einen Seetag. Dienstag ist dann fertig. Wir legen in Bremerhaven an und fahren nach Hause.

[nogallery]

https://youtu.be/vQn8ExSCPeI

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Sa 27.11.2021 Kanaren #17

Was für eine schöne ruhige Nacht! Es wird hell und ich nutze die Gelegenheit für ein paar Bilder von Vigo in der blauen Stunde. Dann geht’s zum Frühstück. J* ruft an. Wir tauschen uns aus zur Lage der Nation. Bleibt gesund!
Nach einer kleinen Pause gehe ich in die Stadt. Die Sonne scheint und 10 Grad sind ganz okay.
Ich gehe den Weg von gestern, nur andersrum. Weihnachtsschmuck in der Sonne hat auch was. Ich statte der Concatedral de Santa María – Colexiata de Vigo einen Besuch ab. Interessant, wieviele Menschen zum Beten hier sind.
Die Security von Vigo ist sehr gründlich, war sie gestern schon. Nur heute geht die Schlange bis auf die Straße und ist etwa 40 Minuten lang. Wir müssen nicht nur Kamera und Rucksack röntgen lassen, sondern auch Gürtel, Handy und Uhr. Sie kontrollieren nur (denke ich) ob wir Waffen oder Sprengstoff dabei haben. Ob wir Viren mit uns rumschleppen kontrolliert niemand. Auch meine Impfzertifikate wollte noch niemand sehen auf der Reise.
Die Nuss vor mir in der Schlange schnauzt seine Frau an und reißt ihr die Handtasche aus der Hand. Pöbelt: Immer das selbe mit dir… Wenn es was nützte würde ich gerne was sagen: Z.B was wohl aus Lieben, Achten und Ehren geworden ist? Ich lächel der Frau zu und versuche die Nuss zu verachten, was mit Maske nur begrenzt gut geht.
H* hat in der Zwischenzeit fleißig geübt und mir die URL meines Blogs per WhatsApp geschickt. Nicht schlecht! Ich antworte mit: Ich geh Essen, kommst Du mit? H* kommt, es gibt aber noch gar kein Essen. Zu früh!
Wir trösten uns in Harry’s Bar mit zwei Campari und H* schickt jetzt die URL meines Blogs an S* und per SMS an W*. Viel Vergnügen euch mit diesem Blog! Und schön alles lesen! Dienstag, wenn wir zurück sind, schreiben wir einen unangekündigten Test 🙂
Wir verlassen Vigo. Das letzte Mal ertönt für uns die Auslaufmelodie. Die Grand Lady nimmt Kurs nach Norden. In der Biskaya erwarten uns Wellen bis 5,5m die nach 18 Stunden dann bei 3m liegen werden.
Durch die Fahrt an der Küste hoch, haben wir noch etwas Mobilfunknetz und es reicht knapp, um sich noch über den Effzeh zu freuen.
H* und ich gehen Essen. Einmal müssen wir die Gläser festhalten, da Kapitän Zinkovskiy von der Schotterpiste abkommt und durch ein Schlagloch fährt.
Ich setze mich jetzt ans Bord-WLan und schiebe die Bytes einzeln durch. Tagesvideo und Blog müssen zum Satellit und dann in die Welt hinaus.

Das geplante Programm morgen war: 9-19h: Dover / England. Gebucht: Canterbury mit Kathedrale. Wir bekommen stattdessen: Urlaub auf See und Abschiedsgala.

https://youtu.be/vX354-8yggM

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Fr 26.11.2021 Kanaren #16

Die Sonne scheint durch mein Fenster. Es schaukelt wild, die See schäumt und es hat die ganze Nacht geknarzt und geknarrt unter mir. Aber, als alter Freizeitleiter habe ich mich daran vorbei konzentriert.
Ich springe also raus und flitze an Deck. Es bläst ordentlich und die Wellen haben 4,5 bis 5m Höhe. Das ist auf 5 vorne eine ordentliche Fahrstuhlfahrt. Frühstück.
Dann habe ich das Gespräch mit Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka, ein angenehmer Mann. Wir führen ein gutes Gespräch. Ich halte ihm meine Verbesserungsvorschläge, wie eine warme Jacke hin und haue sie nicht, wie einen nassen Lappen um die Ohren. Dazu Ich-Botschaften und Lächeln. Herr Gruschka hört zu, erklärt hier und da die Sicht von Phoenix und will einiges Aufgreifen. Zu meinem Vorschlag eine CO2-Kompensation anzubieten sagt er: Das ist eine sehr gute Idee. Und er ist beeindruckt, dass ich für H* und mich vor der Reise unseren Anteil überwiesen habe. Das Thema Umwelt, Verbrauch und Marinediesel offensiver anzugehen kann heute nicht schaden. Und die vielen Großeltern an Bord tun dann vielleicht ein bisschen was für ihre Enkelkinder.
Der Kapitän kommt vorbei. Es liegt was an. Ja. Und ich bin mit meinen 20 Punkten auch gleich fertig. Danke, Ghettofaust und weg ist er.
Als ich draußen nach Wind und Wetter schaue, kommt die Durchsage. Wir laufen Vigo in Spanien an, um das schlechte Wetter in der Biskaya vorbei ziehen zu lassen. Wir werden Vigo gegen 18 Uhr erreichen und morgen gegen Mittag wieder verlassen. Cherbourg fällt leider aus. Von Vigo geht es gleich zurück nach Bremerhaven.
Schade Schade, ich wäre zu gerne zum Mont Saint Michel gefahren und hätte dieses schöne Kloster mal wieder gesehen.
So müssen wir mal schauen, was Vigo so bietet. Wir liegen die Nacht über da. Ich bin gespannt, ob das Reiseteam an Bord Ausflüge oä anbieten wird. Abendessen mit iPhone-Lektion für H*: Internet über Mobilfunknetz.
Dann gehe ins regnerische und dunkle Vigo. Wow. Hier ist schon Weihnachten. Ein paar Straßen sind wenig aber einige sehr geschmückt. Was eine Pracht. Eine elektronisch beleuchtete Riesenweihnachtskugel wird von einem Riesenrad übertroffen. Da könnte ich ein paar Filme von voll machen.
Zurück zum Schiff. Ich will noch Blog schreiben und das Tagesvideo fertig machen.

Programm morgen: Auslaufen um 14:00, anschließend ‚Erholung‘ in der Biskaya.

https://youtu.be/j4SBqJAy-Bw

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