Dienstag 17.04.2018 Tag #02

Ich bin um 07:00h draußen. Wir legen gerade in Maløy an. Aus dem grauen Wetter ist lockere Bewölkung geworden, die Sonne geht hinter den Bergen auf. Die Máløybrua über den Ulvesund zwischen Vågsøya und dem Festland liegt am Heck und lässt sich noch gut ablichten.

Dann zum Frokost. Aber – oh Schreck! Frokost is nich. Ein rüstiger Methusalem rappelt an der Tür des Restaurants. Kräftig und erbost. Nix tut sich. Wir warten. Nix. Erst 07:30h geht es dann doch los. Der Kellner Hugo lässt uns rein. Er grüßt nicht zurück. Küchenteamkrise?

Der nächste Hafen ist Torvik. Kapitän Tom-Rune Einarsen (ein Name, der Vertrauen einflößt) parkt perfekt hinter zwei riesigen Spazialschiffen ein. Kurzer Halt, wir bleiben an Bord.

Bei blauem Himmel und Sonnenschein geht es nun nach Ålesund. Leuchttürme links und rechts. Teleobjektiv-Zeit.

Wir zeigen uns den Lieben daheim in der Bord-Webcam:

http://btweb.vosskom.no/hurtigruten_02_01.jpg

auf 5vorne.

Ålesund, die Jugendstilstadt liegt in der Sonne. Weil wir hier 3h Aufenthalt haben, gehen wir erstmal zum Lunsje (Mittagessen).

Dann spazieren wir durch das wunderschöne Städtchen. Wasser, schöne Häuser, Reflektionen. Es ist warm in der Sonne. Wir statten dem kleinen Leuchtturm auf der Hafen Olé einen Besuch ab. Die berühmte Jugendstil-Apotheke passieren wir nur, weil sie am Weg liegt. Gefallen tut sie mir nicht.

Ein Seeadler kreist über der Stadt. Wunderschön.

Wir folgen der Empfehlung des Reiseleiters J* und nehmen ein Taxi hoch zum Stadtberg Aksla, statt die 418 Stufen zu erklimmen.

Vom Aksla gibt es eine wunderbare Aussicht auf Inseln, Schären, Meer und die Stadt. Blau und silbern.

Die MS Finnmarken liegt am Kai, aber die Sicht ist recht zugebaut durch neue Bürobauten. Bei den letzten Reisen war das noch anders.

Zurück zum Schiff steigen wir die 418 Stufen der Treppe runter. Die Stufen sind alle verschieden weit und zum Teil verschieden hoch. Runter, kein Vergnügen, hoch sicher furchtbar.

Die MS Finnmarken legt pünktlich ab. Zeitplan ist wichtig bei einem Postschiff.

Ich ziehe mich auf die Kajüte zurück und mache technischen Dienst Augen.

Da die See ruhig ist und auch kaum Wind weht, sind wir zu früh in Molde. Es reicht für ein paar Schritte auf dem Kai, denn um 18 Uhr gibt es Midda (Abendessen).

Die Küchencrew reicht:

Carpaccio vom Klippfisch aus Dybvik,

Hellesylter Lammkeule und Äpfel mit Sahnevariationen.

Hört sich gut an, ist es auch.

Wir sind pünktlich fertig zur zweiten Schiffsbegegnung heute. Die erste war nächtens und fand ohne mich statt. J* war aber da. Jetzt kommt die MS Vesterålen. Das Hurtigrutenschiff, mit dem ich 2003 meine erste Reise hatte.

Das Ritual geht so, dass das nordgehende Schiff dreimal das Typhon erschallen lässt, das südgehende Schiff antwortet auch dreimal. Wir fangen also an. Die MS Vesterålen antwortet. (s.u. im Tagesvideo) Ich muss an meinen Vater und meinen Onkel denken, war ne coole Reise 2003 mit der MS Vesterålen!

Das Licht schwindet. Der Horizont verschwimmt mit dem Himmel. Silber-Blau-Grau. Hurtigrutenlicht. Prachtvoll.

Tagesvideo No 2:

https://youtu.be/0mVtOhe8R0c

Maløy mit Maløybrua.

Auf nach Ålesund.

Ålesund vom Hausberg.

MS Vesterålen.

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Montag 16.04.2018 – Tag #01

M* begleitet mich liebevoll zum Flughafen nach Düsseldorf, während die Jungs sich schon zu Hause von B* und H* verabschieden. Es muss auch Vorteile geben, wenn man der dienstälteste Hurtigreisende ist 🙂

Der Flug nach Oslo ist Routine, aber es ist kein Meer zu sehen. In Oslo ist alles weiß aus der Luft und auf dem Flughafen türmen sich noch gewaltige Berge von geräumtem Eis, Dreck und Schnee.

Der Flughafen spendiert ein freies und schnelles Eduroam-WLan. Fettes Lob.

Wir ziehen Norwegische Kronen aus der Wand und sind nun für alles bereit.

Meine Bemühungen ein paar Szenen für meine Youtube-Kanal zu drehen, heben die Jungs durch den Kommentar: „Oh das ist ja Puschel-TV“. Das liegt wohl an dem externen Mikrofon…

Wir fliegen nach Bergen über den Wolken in der Sonne und die Schönheit Norwegens bleibt leider verborgen.

Landung, Gepäck, Bus zum Hurtigruteterminalen. CheckIn professionell und schnell. Gepäck wird auf die Kabine gebracht. Super.

Wir gehen an Bord. Ich muss zu Kabine 203, die ist schon fertig. Die Jungs auf 316 und 326 müssen noch warten. Der Roomservice ist noch zu gange.

Meine Bordkarte öffnet meine Kabine nicht. Wrks. Ich muss zweimal zur Rezeption, bis der Rezeptionsmeister mit dicker Elektronik anrückt und meinem Türschloss die Leviten liest. Dann geht’s.

Meine zwei Bullaugen in der Kabine sind Kanonenrohre, von meiner Kabinenscheibe bis zur Bordwand sind es lockere 150cm. Das meinte man also mit „eingeschränkter Sicht“. Ist nicht so schlimm. Jedenfalls kein Grund, sich den Tag zu verderben.

Wir gehen ins Restaurant. Heute ist freie Platzwahl und es gibt das Bergen-Buffet. Legendär und gut. Wir wählen Meerestiere und essen lecker und in Ruhe.

Nächster Programmpunkt ist Norwegens zweitgrößte Stadt: Bergen. Wir tummeln uns zwei Stunden durch die schöne Stadt, genießen die frische Seeluft, junge Menschen, die norwegisch in ihre Smartphones sprechen und das blau-grauer werdende Licht.

Das Hanseviertel Bryggen, immer wieder schön, diese alten, schiefen Holzhäuser.

Langsam zurück. D* und ich nehmen noch ein Hafenbecken extra, wir wollen die MS Finnmarken mal in voller Schönheit ablichten.

Vor dem Auslaufen, nehmen wir noch ein Bier auf 8vorne, dann stechen wir in See. Ladeklappe zu, Leinen los, die Reise beginnt. Es regnet, aber wir sind glücklich.

Die Lichter von Bergen verschwinden, die Askøybrua, die Brücke von Askøy kommt. Prächtig leuchtet sie, großartig reflektiert das Wasser. Wunnerschie.

Auch eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Ja, wir sind unterwegs. 2700 Kilometer der langen norwegischen Westküste liegen vor uns.

Tagesvideo No 1:
youtu.be/rhLDQebqF7M

MS Finnmarken

Bryggen

Drei Wikinger auf Reisen.

Askøybrua

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15.04.2018 – Wir freuen uns!

Ja, wir werden wieder auf die Jagd gehen. Morgen schon. Wir jagen wieder das Licht und das beste Bild.

J*, D* und ich brechen morgen auf nach Norwegen. Von Düsseldorf geht es mit Zwischenlandung in Oslo nach Bergen. Dort wartet die MS Finnmarken, um uns 12 Tage lang eine Heimat für Abenteuer, Brücken, Eismeerkathedralen, Fjorde, Föne, Jacuzzi in der Barentsee, Jagdausflüge, Kamtschatka-Krabben, Kettensägen, Lachs zum Frühstück, Nordlichter, Seeadler, Wikingertreffen und mehr zu bieten.

Da es meine vierte Hurtigruten-Reise ist, spare ich mir hier die Details und die Route, die Zeiten und die Häfen. Kenntnishungernde mögen es bitte nachlesen bei Hurtigruten 2012 und 2009 via: flohblog.wordpress.com/reisen. Die Kurzfassung davon ist: Es geht mit dem Postschiff von Bergen die Küste hoch nach Kirkenes an der russischen Grenze und wieder zurück. Hört sich langweilig an? Nö, ist es nicht. Es ist für J*, D* und mich die schönste Seereise der Welt.

Ich grüße schon mal vorab, die stille und die fleißig kommentierende LeserInnenschaft: B*, Gigomat, H*, Hella, Hildegard (gute Besserung!), hodoblog, M*, optimisc und alle anderen. Viel Spass und gute Reise uns allen!

Wir freuen uns!

Hurtigruten 2012

Hurtigruten 2012


Das Beste aus 2012!

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Ich fliege ins All!

Heute abend startet eine Falcon 9 mit einer Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation ISS. Mit an Bord ist die berühmte Zeitkapsel des DLR. In dieser Zeitkapsel fliegen 2197 Bilder auf einer Silberscheibe mit, die viele Menschen an unvergleichlich einzigartigen Dr.K von DLR_next via Twitter und Instagramm geschickt haben. Unter anderem auch ich! Und so fliegen die folgenden Bilder von mir und euch zur ISS und dann zurück zu Erde. Und sie kommen anschließend mit der Zeitkapsel ins Haus der Geschichte in Bonn. Und in genau 50 Jahren wird sie geöffnet. Wenn ich mit 106 noch kann, werde ich dabei sein!
Drückt also alle die Daumen, dass Flug und Reise der Zeitkapsel gelingen! Guten Flug ihr vielen schönen Bilder!

Uedorf fliegt ins All

Unwetter über Uedorf

Unwetter über Uedorf

Bornheim Uedorf Rapsfeld 2017

Bornheim Uedorf Rapsfeld 2017

Die Spur der ISS am Himmel über Uedorf

Die Spur der ISS am Himmel über Uedorf

Startrails, Flugzeuge und die ISS am Himmel über Uedorf

Startrails, Flugzeuge und die ISS am Himmel über Uedorf

Köln fliegt ins All

Der Kölner Dom bei Silent MOD

Der Kölner Dom bei Silent MOD

Institut für Kernphysik Köln

Institut für Kernphysik Köln

Das Bedienpult des Tandembeschleunigers des Institut für Kernphysik in Köln 1986

Das Bedienpult des Tandembeschleunigers des Institut für Kernphysik in Köln 1986

Israel fliegt ins All

Regenbogen über dem See Genezareth

Regenbogen über dem See Genezareth

Liebespaar über Haifa Israel 2017

Liebespaar über Haifa Israel 2017

Der Himmel über Ein Gev Israel 2017

Der Himmel über Ein Gev Israel 2017

Frühstück in Ein Gev Israel

Frühstück in Ein Gev Israel

Pilgerin Israel 2017

Pilgerin Israel 2017

Schuhe in Jerusalem

Schuhe in Jerusalem

Die Deutsche Sporthochschule Köln fliegt ins All

Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln

Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln

Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln

Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln

Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln

Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln

Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln

Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln

Entspannung nach der Mensa. DSHS 2017

Entspannung nach der Mensa. DSHS 2017

Bibliothekstreppe ZBSport Köln 2017

Bibliothekstreppe ZBSport Köln 2017

Flittard fliegt ins All

Das Königsschild der St.Sebastianus-Bruderschaft Köln Flittard von 2017

Das Königsschild der St.Sebastianus-Bruderschaft Köln Flittard von 2017

Schützenplatz Flittard 2017

Schützenplatz Flittard 2017

M* fliegt ins All

M* Magenta an Magenta in Schottland

M* Magenta an Magenta in Schottland

Hände von R* und M*

Hände von R* und M*

Die Kanaren fliegen ins All

Regenschauer in der Sonne - Tenerife

Regenschauer in der Sonne – Tenerife

Sonnenuntergang auf La Palma

Sonnenuntergang auf La Palma

Noch mehr fliegt ins All

Die Frau und der schöne Mann in Venedig

Die Frau und der schöne Mann in Venedig

Die Antwort ist 42

Die Antwort ist 42

Blume

Blume

Ufo über Norwegen - Hurtigruten

Ufo über Norwegen – Hurtigruten

Frauen- und Männdergrill in Uedorf 2017

Frauen- und Männdergrill in Uedorf 2017

Weites Land - Namibia 2013

Weites Land – Namibia 2013

Ihr wollt noch mehr? Schaut hier:
Alle Bilder, die mitfliegen!

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Wien #4 Freitag 23.02.2018

Wie cool war das denn?

Ich sitze am Flughafen und höre nicht auf das Dienstgeschnatter der Businesspeople um mich rum. Ich glaube, sie wollen mir Geheimnisse mitteilen. Dabei habe ich doch den ganzen Kopf schon oder immer noch voll Magie und Zauberei von der #inetbibodok18.

Voll coole Tagung! Hab‘ ich schon ein paarmal getwittert, aber Gutes darf man mehrfach sagen: Ich bin inspiriert!

Nicht nur, dass Bibliothekarinnen die zweitnetteste Menschengruppe (nach Krankenschwestern) sind und abgesehen von Wien als ganz wunderbarer Stadt und auch noch davon abgesehen, wie lecker es hier immer ist – die Inhalte der Vorträge war sooo inspirierend und interessant und sicher das Glanzlicht.

Coole Sachen, die andere Bibliotheken machen. Z.B. Leserinnen dürfen Möbelrücken! Oder Bibliotheken nur für Kinder! Oder fluide Aufstellungen oder Abfragesprachen, um leicht Daten von Publikationen aus dem Netz oder von Papier zu fischen…

Irgendwie hätte ich gerne ein paar KollegInnen dabei gehabt. Mehr inspirierte „Lokomotiven“ ziehen längere „Züge“. Dann wäre es sicher leichter, bei uns vielleicht Arbeitsräume einzurichten, die wie Wohnzimmer aussehen und unterstreichen, dass die Bibliothek als Wohlfühl- und Lernort besondere Bedeutung hat oder weiter gewinnt!

Ich sitze jedenfalls hier und denke mir: Diese Woche waren mal wieder viele engagierte Menschen ihr Geld wert! Vielleicht sogar ein bisschen darüber hinaus. Also: Lob Lob! und herzlichen Dank an Opti* und sein Team!

Ich komme gerne wieder!

Der Tag hatte – wen wundert’s – mit guten Frühstück angefangen. Dann nahm ich mir die Freiheit, kurz zum Naschmarkt abzuschweifen und die Atmosphäre dort zu genießen! Ja – Märkte sind Bibliotheken, es gibt die vordergründige Dienstleistung, aber auch das MEHR dahinter – was auch (zunehmend) wichtig ist.

Viele nette Verkäufer wollen mir Wurst, Käse, Oliven, Mandeln, Nüsse und noch mehr Naschkunst in den Mund stecken – schade, dass ich satt bin…

Ich drehe eine Runde und genieße, schaue, bedanke mich für die angebotenen Leckereien und mache Bilder.

Dann flugs zu den Vorträgen.

Nochmal die Inspiration aufladen. Mir fällt auf, dass bei mir die Vorträge mit (selbstverständlich schönen) Bildern besser im Gehirn festkleben. Das muss ich mir merken!

Mir fällt auch (nochmal) auf, wie inhaltsstark ein paar wenige mit mir getwittert haben! Das hat Spaß gemacht!

13:30! Lächeln, Schlussworte. Schade schon vorbei. Wir müssen raus!

Ich gehe zum Stefansdom und besichtige die Katakomben. Man darf keine Bilder machen. Oh Mist. Ich frage den Guide. Jaaaaa das ist so. Man soll durch Bilder der Gebeine die Totenruhe nicht stören. Ansonsten … Augenzwinker. Weil nicht alle Touris das verstehen, sagt er aus Sicherheitsgründen, nix ist erlaubt.

Habe verstanden und akzeptiere. Wenn ich hier läge, würde ich auch nicht gerne als Bild in einem Blog landen.

11.000 Menschen sind im Laufe der letzten 2000 Jahre hier verscharrt, in Löcher geworfen oder bestattet worden. Die Kardinäle hinter Marmor, die Pesttoten in tiefen Gruben.

Man bekommt Schädel, Knochen, Kanopen (mit Hohenzollerneingeweiden) und viel alte Steine und Fundamente zu sehen. Super. Eine Taschenlampe ist hilfreich – ich habe eine.

Dann wird es auch schon Zeit. Auf zum Hotel, Koffer holen, dann zum Bahnhof und mit der Bahn zum Flughafen.

Die Flughafenautomatisierung hat offenbar bei Bibliothek abgeschaut und ich gebe mein Köfferchen in einer Art Rückgabeautomat ab. Was wohl die Mitarbeiterinnen dazu sagen, die das bisher gemacht haben?

Gleich ist HoppHoppAnBord! Ich danke nochmal und:

Wir lesen uns zu den Hurtigruten im April hier wieder!

Abschlussinspiration.

Wien.

Wiener „Wurst“

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Wien #3 Donnerstag 22.02.2018

Mein Vortrag „Ist Digitalisierung der der Tod der Bibliothek?“ klappt gut. Es sind trotz starker Parallelvorträge ca. 40 Damen und Herren anwesend, die mich sehen und hören wollen, das ist super! Ich freue mich. Es gibt sogar noch eine kleine Diskussion am Ende und so sind die 30 Minuten gut gefüllt und schnell rum. Es gibt noch Lob dafür, dass der Vortrag im Blog (s.o.) und bei YouTube schon kurz vor dem Vortrag online ist. Da freue ich mich gleich zum zweiten mal.

Der Tag begann wieder mit einem gemütlichen Frühstück im Hotel. Dann wieder diese nette Straßenbahn, dann wieder Vorträge. Aber so langweilig sich das anhören mag, das sind richtig gute Vorträge. Zum Teil ist es das Thema, wie „Smart Harvesting with OXPath“, was mich sehr interessiert und was mit bei meiner Arbeit hilft oder es ist einfach das Engagement oder das Feuer, mit dem einige vortragen, wie z.B. Tanja Erdmenger von der Münchner Stadtbibliothek. Da hätte ich mir mal gewünscht, dass die gesamte Service-Abteilung der ZBSport dabei gewesen wäre. Das hätte denen sicher auch Freude gemacht und wäre Vorbild gewesen.

Heute gibt es ein kleines Mittagessen. Zu einem Glas Nudelsalat erbitte ich mit eine Falafel, aber das wird mir verweigert, weil man Veggy und Fleisch nicht mischen dürfe. Ich staune. Ist das in Wien so? Oder in Österreich? Oder ist die EU schuld? Oder Trump? Sachen gibt’s!

Ich bin sehr pünktlich im Seminarsaal 20 und checke nochmal den PC, ja, mein Vortrags-PDF ist noch da. Das hatte ich schon heute früh aufgespielt und getestet, ob Beamer und Acrobat-Reader das tun, was ihre Pflicht ist. Das mache ich immer weit vor dem Vortrag so, denn wenn der Saal schon voll ist und man bekommt den Vortrag nicht auf die Leinwand – das ist für jeden ITler super peinlich.

Stefan Drößle moderiert den Block, den ich zusammen mit zwei anderen Herren habe. Er stellt mich kurz vor und los gehts. Ich rede, wie immer frei und orientiere mich grob an den Folien, möglichst ohne abzulesen.

Richtig gut sind dann aber die beiden nach mir: Harald Eberle von der Vorarlberger Landesbibliothek und Wolfgang Stille von der UB Darmstadt. Sie zeigen, wie man Digitalisate heutzutage im Web präsentieren muss. So, dass man richtig Spass daran hat und irgendwie hängen bleibt und die Zeit vergisst. Besonders die Flora Graeca (http://www.flora-graeca.de) hat es mir angetan! Alte Kupferstiche in sehr hoher Auflösung von Pflanzen aus Griechenland – verknüpft mit aktuellen Informationen aus der Wikipedia. Das muss man erstmal hinbekommen! … Ich muss dringend mit Chefin reden. Ich bin ganz hibbelig. Immer wenn ich von einer Inetbib-Tagung nach Hause komme, will ich gleich eine Menge neue Dinge anschieben oder ausprobieren. So muss das sein!

Da ich heute und gestern nur Bahn gefahren bin, will ich mich jetzt mal bewegen und gehe zu Fuß zum Abendevent – zu dem ich netterweise eingeladen bin. Ich nutze die 30 Minuten Weg dazu, Wien bei nassen und glänzenden Straßen mit den vielen bunten Lichtern zu fotografieren. Die RX0 leistet da gute Dienste. Zwischen Rathaus und Burgtheater ist eine riesige Eisbahn aufgebaut. Das ist super. Bunte Lichter in den Bäumen, Eisläuferinnen, das tolle Rathaus. Ich mache Bilder, was das Zeug hält. Dann eile ich das letzte Stück zur Wiener Hauptbücherei. Hier verbringe ich einen schönen Abend, bei leckerem Essen und angenehmen Gesprächen und von der Dachterrasse hat es einen fantastischen Blick auf Wien!

Da ich noch das Tagesvideo schneiden und den Blog verfassen möchte, bleibe ich nicht allzulang. Ein weiterer Spaziergang durch das nächtliche Wien bringt mich zu meinem Erzherzog Rainer.

Seminarsaal 20. Noch leer.

Eisbahn, buntes Licht und der Rathausturm.

Wien bei Nacht.

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Ist Digitalisierung der Tod der Bibliothek?

Ich halte auf der InetbibODOK-Tagung in Wien am 22.02.2018 um 17h den Vortrag:

Vortrag

Vortrag

Dies ist ein Dokument der ZBSport:


Onlineversion mit Sprache und Folien

Abstrakt: Wir beobachten, dass die elektronische Vernetzung die Welt verändert und sind sicher, dass diese Veränderung noch lange nicht ihr Ende gefunden hat. Wie werden Bibliotheken zukünftig aussehen, wenn die Digitalisierung weiter fortschreitet? Die Musikindustrie und das Fernsehen wurden von der Digitalisierung schon weit heftiger getroffen, als die Welt von Papier, Druck und Wissen. Lernen Bibliotheken aus dem Schicksal anderer? Eine ganz private Beleuchtung der Situation!

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Wien #2 Mittwoch 21.02.2018

Die Morgenherausforderung ist es ein 3-Tages-Ticket für den Nahverkehr in Wien zu kaufen. Ich will das via Smartphone machen und ich hätte es am liebsten ohne Papier. Von der Wien-App hatte Opti* abgeraten (Du musst gefühlt eingeben: 7 Generationen der Vorfahren, alle jemals vorhandenen persönlichen IDs+Passwörter, alle Kontoverbindungen seit 1870 … und das pro Aufruf!). Online kann man das gewünschte Ticket kaufen, finde ich heraus. Aber … (Doofe Webseite, keiner erklärt, was eine Printansicht auf dem Smartphone ist, die Kreditkarte will einen SecureCode, was war das nochmal? eTicket kommt als Download ZUM AUSDRUCKEN (Hallo?!!), Wrks, Drucker gibt es am Gäste-PC im Hotel (Hurra!), alle Browser veraltet, können Download nicht, … per Email an GMX als Anhang, GMX auf PC, da EMail aufrufen und dann endlich ausdrucken. Klappt) Ich frage mich bei sowas immer: Wie schafft man das, wenn man keinen IT-Hintergrund hat?

Mit dem ausgedruckten eTicket mache ich mich auf den Weg. Wien bei Schnee und grauem Himmel hat auch was. Ich fahre mit der Linie 1 – tolle alte Straßenbahn – und laufe dann zum Juridicum. Die Tagung ist schlecht ausgeschildert. Am Zweiteingang kein Hinweis auf Inetbib-ODOK. Ich schaffe es aber. Anmeldung und ab zu den Vorträgen.

Eine sympathische Dame erzählt über Ihre Liebe zu Büchern … Ich denke, jede(e) hier im Saal hat eine ähnliche Geschichte und mir erschließt sich nicht so ganz, was ich hier lernen kann… Kathrin Passig danach ist sehr interessant. Schattenbibliotheken. Es geht um die klar illegalen Angebote, Artikel, die man legal nicht bekommt, durch Piraterie oder vielleicht auch halbseiden zu besorgen. Das erinnert mich an die Prohibition. Wenn Alkohol nicht zu bezahlen ist, dann „muss“ man halt schmuggeln (oder Selbstbrennen – was bei Artikeln aber nicht geht). Und ich verstehe auch sehr gut, dass z.B. Menschen ohne Bibliothekszugang einfach keine Chance haben. Soll man echt $50 bezahlen für einen Artikel, den man erstmal sehen muss, um zu beurteilen, ob man ihn braucht? In Afrika kann $50 leicht ein Monatseinkommen sein. Kein Wunder, dass es Wege um die hohen Bezahlhürden der Verlage gibt. Und warum Bibliotheken nicht rigoros dagegen vorgehen? Wer soll den Aufwand betreiben und Blacklists pflegen, um die laufend wechselnden Domains von Sci-Hub und Co nachzuhalten? Warum sollen Bibliotheken da die Internet-Polizei sein?

Ich frage morgen in meinem Vortrag: Wie sähe wohl eine Welt ohne Urheberrecht in der Wissenschaft aus? Es gäbe keine Schattenbibliotheken mehr, man käme an alle Artikel dran, wenn sie denn im Netz sind! Und gäbe es Autorinnen oder Autoren, die dann Hunger litten? Ich wüsste es gerne!

Ich habe bei allen meinen wissenschaftlichen Artikel auf den Schultern von Riesen gestanden (um es mal mit Sir Isaac Newton zu sagen). Und ich finde es nur fair und richtig, wenn ich das wenige, was ich an eigener Leistung dem Gebäude Wissenschaft hinzufüge, auch wieder der Allgemeinheit zur Verfügung stelle – weil ich von der Allgemein profitiere, gebe ich ihr etwas zurück! Damit dann auch auf meinen Schultern WissenschaftlerInnen stehen können. Ich habe nie einen Cent für meine Publikationen bekommen und auch nie einem Verlag irgendwas unterschrieben. Von mir aus könnten alle wissenschaftlichen Artikel weltweit frei verfügbar sein!

Richtig cool ist ein kleines Schauspiel von Prof. Dr. Achim Oßwald, Martin Iordanidis zum Thema Archivierung persönlicher digitaler Daten. Ja, da muss man sich drum kümmern. Ab und zu muss man schauen, was man an alten Daten auf CDs, Kassetten, Bändern etc. noch hat. Und eine Bibliothek könnte schon Fachleute parat haben, die daraus etwas machen, was man auf der Festplatte speichern und wieder mit nach Hause nehmen kann. Ich bin dafür!
Oder seid ihr euch alle sicher, dass ihr die Bilder und Texte auf euren Smartphones und PehZehs in 50 Jahren auch noch habt? Denkt daran: Kein Backup – Kein Mitleid!

Das Tagesglanzlicht ist aber die Fluide Bibliothek. Es gibt einen ganzen Themenblock. Coole Konzepte und Lösungen für das Problem: Wie finde ich ein Buch wieder, was man irgendwo in der Bibliothek ins Regal gestellt hat. Wie „klumpen“ Bücher zusammen, wenn Leserin und Leser die Bücher, die sie interessant finden zusammen ins Regal stellen? Was findet man in der Bibliothek, was man nicht gesucht hat, aber trotzdem für einen interessant ist? Ich habe sofort Lust auf so eine Bibliothek! Ich muss mal mit Chefin sprechen.🤗

Ein Sektempfang mit Häppchen beschließt die Tagung heute. Tag Eins war schonmal super!

Interessant sind auch die vielen Gespräche beim Kaffee und am Rand. Was man nicht alles erfahren und weitergeben kann.

Ich fahre zum Hotel und esse noch etwas. Ich mache noch ein paar Bilder im Hotel – von Wien konnte ich heute nicht so viel ablichten. Die Treppe des Erzherzogs ist schon faszinierend.

Juridicum noch leer.

Ausgang am Abend.

Straßenspiegel.

Tiefe!

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Wien #1 Dienstag 20.02.2018

Wien ist eine schöne Stadt und immer eine Reise wert. So mache ich mich also auf nach Wien – ich will meine berufliche Nase mal wieder in den Wind halten, bevor der nächste Urlaub kommt.

Von morgen bis Freitag ist Inetbib-Odok-Tagung in Wien (#inetbibodok18) und das ist was Feines für die berufliche Nase.

Am Gate treffe ich O*, einen netten Kollegen aus Köln und wir plaudern gleich lustig über das Bibliothekswesen und über die Bibliothekswesen und stellen fest, dass wir beide im Erzherzog Rainer absteigen, also in dem Jung singe Hotel. Sehr gut.

Aus Wien fragt Opti* schonmal nach dem Abendessen. Aber der erforderliche Flugmodus verhindert eine Verabredung.

Pünktlich geht es in die Luft. Blaue Stunde über Köln. Wäre es nicht so hell im A319, könnte man gute Bilder aus dem Fenster machen.

Euroflügel spendieren ein Käsebrot und ein Tässchen Wasser. Super.

Ich hoffe in Wien auf eine spannende und anregende Tagung, einen guten Vortrag am Donnerstag (mit mehr als 5 ZuhörerInnen) und ein paar gute Bilder oder Videos. Mal sehen. Als kreative Herausforderung habe ich nur das Sigma 30mm für die Sony A6500 mit, da muss man sich bewegen, statt am Zoom zu drehen, wenn die Komposition nicht passt – ich bin gespannt, wie gut Wien und ich damit zurecht kommen.

Wir landen in Österreichs Hauptstadt und es schneit ein bisschen.

O* ist offensichtlich ein gewievter Nahverkehrsexperte und flugs sitzen wir im richtigen Zug und fahren durch eine Winter-Landschaft. Wir steigen nochmal um, fahren kurz U-Bahn und laufen ein paar Schritte bis zum Erzherzog Rainer. Perfekt. Danke O*!

Kurz aufs Zimmer, dann husch rüber ins Zur Herknerin wo noch mehr nette KollegInnen warten.

Opti* bestellt mir einen Krautwickel, damit ich mal was anderes esse, als die ewige Sporthochschulen-Currywurst, die es ja gefühlt wohl an sieben von fünf Tagen bei uns gibt, (sagt Opti* 😇) und die ja auch überhaupt gar nicht gesund aussieht – auf meinen Instagram-Bildern. 🤔

Das gefällt mir, ich mag es, wenn Opti* sich um mein Essen kümmert. 🤗

Früh ist der Abend zu Ende, morgen ist viel zu hören, da müssen die Ohren jetzt ausruhen.

Schauen wir mal, was Wien uns morgen bietet.

O*und F* warten plaudernd auf den Abflug.

Des Erzherzog’s Treppe.

Des Opti*’s Krautwickelempfehlung.

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25.01.2018 #16 – Heimflug

Heute ist Reisetag. Das bedeutet 3h früher aufstehen. Wie doof.

Wir fahren zum Flughafen. ‚Andersrum‘ d.h. durch die Berge und über Santiago, da die normale Route über die Autobahn einen Stau hat. Die Sonne scheint. Wie schön.

Alles klappt gut. M* und ich verabschieden uns. Wie doof.

Eine Boeing 737-800 bringt mich gut in die Luft. Gran Canaria liegt unter uns im Blau. Wir fliegen über Lissabon, ich sitze auf der falschen Seite, wie doof. Dann über Spanien. Auf den Cordillera Cantábrica liegt Schnee. Ab der Biskaya liegt Europa unter Wolken. Auch der Eifelturm ist nicht zu sehen. Erst in Köln gibt es wieder Bodensicht. Wir landen bei Regen. Ein schweigsamer Taxifahrer fährt mich nach Hause.

Das war’s mit dem Urlaub. Wie doof.

Es war aber ein sehr schöner Urlaub. Wie schön!

Der Morgen in La Matanza.

Schnee auf den Cordillera Cantábrica.

Wieder in Köln.

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