Donnerstag 26.04.2018 Tag #11

Der vorletzte Tag. Wir liegen in Trondheim. Frokost mit Captain Nærbø. An seinem Tisch sitzen zwei neue Männer, die ohne Zweifel wichtig sind. Was machen die hier?

Da neben uns am Kai die MS Spitsbergen liegt, machen wir eine Besichtigung. Die MS Spitsbergen ist neu bei der Hurtigruten-Flotte.

Ein schönes, helles Schiff. Es gibt steile Treppen (-) und gute Aussichtsplätze im Bug (+). Man kann bis ganz vorne (+). Dafür fehlt ein Umgang (-).

Um 10h legen wir ab. Aber nicht so richtig. Wir paddeln nur ein paar Meter vom Kai weg, dann ist Schluss. Ein Rettungsboot der MS Finnmarken umkreist uns. Genauer: Es zischt hin und her. Die zwei Wichtigen vom Tisch des Captains sind auch an Bord. Fahrprüfung? Übung? Kontrolle durch den hiesigen TÜV? Inspektion? Wir erfahren es nicht. Das Konzept für Öffentlichkeitsarbeit kann man deutlich verbessern!

Es zieht sich, bis wir endlich Reisegeschwindigkeit haben.

Wir schippern bei eher miesem Wetter den Trondheimfjord entlang. An der Fosen-Werft in Rissa ist wieder Stop. Was ist jetzt?

Eine ausführliche Durchsage klärt uns auf. Die zwei Beamten der Werft haben ihre Inspektion beendet und das Schiff verlassen, ein Boot der Werft hat sie abgeholt. Na! Geht doch!! Lob Lob!

QUATSCH. Ich habe geschwindelt. Keine Durchsage, keine Info. Nix.

Wir raten uns die Geschichte beim Lunsj zusammen.

Dann raus. Das Licht ist gut, kein Regen, gegen Kälte kann man sich anziehen. Wir fahren Rallye mit einem Frachtschiff, es ist die Sea-Cargo-Express und wir ziehen nach vorne.

Ein paar Zweite-Wahl-Leuchttürme schiebt Norwegen vorbei. Alles sehr entspannt. Beleuchtete Wolken liegen über den Bergen. Man kann Grip fyr sehen. Ein 1A Leuchtturm. Die Seele schaukelt entspannt auf der gesammelten Erholung.

Wir kommen ins bunte Kristiansund. Ein paar coole Schiffe liegen hier. Versorger für Ölplattformen raten wir.

Nächster Halt ist Midda. Das letzte Abendessen an Bord:

Geräucheter arktischer Saibling vom Sjgerfjord, Rippchen vom Hampshire-Schwein aus Trøndelag und Käsekuchen aus Nýr vom Bio-Hof Grøndalen Gård.

Heute gibt es ein Ständchen. Eine Dame hat Geburtstag. Die Bedienungen singen und schwenken Norwegen-Fähnchen. Liebevoll. So muss Geburtstag Spass machen.

Die Sonne ist gekommen. Schnell raus. Schären bei Hurtigrutenlicht und tiefstehender, goldener Sonne. Dann kommt die MS Nordlys. Da J* gestern Schiffsbegegnungs-Dienst hatte, bin ich heute dran. Ich mache die vorgeschriebenen Bilder und Videos vom Trøøøt, Trøøøt, Trøt, Trøøøt. D* hilft.

Es kommt dann die Anfahrt auf Molde bei Abendsonne mit Reflexionen von Sonne und Schiff im Scandic Seilet Hotel, was aussieht, wie ein Segel. Sehr prachtvoll. Uns gelingen gute Bilder. Dann ist der Abend fast schon zu Ende und die Reise fast auch.

Heute abend kommt noch Ålesund. Morgen erreichen wir wieder Bergen. Dann fliegen wir über Kopenhagen zurück in die Arme von M*, B* und H*.

Ein herzliches Dankeschön geht an Hella SmvJ*. Sie gewinnt den Blog-Kommentar-Preis in Gold! (B* in Silber).

Herzlichen Dank an M*, B* und H*, die ja im Herzen und per Smartphone mitgereist sind.

Und herzlichen Dank an zahlreiche VerfolgerInnen beim Blog, Twitter, Instagram, Threema und WhatsApp. Über jedes Like und jeden Kommentar habe ich mich gefreut!

Tagesvideo:

https://youtu.be/qCzQ878EUB4

MS Finnmarken und MS Spitsbergen in Trondheim.

Coole Schiffe in Kristiansund.

Midda.

Die MS Nordlys bei der Schiffsbegegnung.

Das Scandic Seilet Hotel in Molde.

Nochmal. Mit MS Finnmarken.

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Mittwoch 25.04.2018 Tag #10

Können Sie sich vorstellen. wie es mit sieben wunderbaren Schwestern ist? Ich kann. Ich habe zwei wunderbare Schwestern. Für die, die keine Ahnung oder keine Schwestern haben, gibt es Tag #10 der Hurtigruten. Da kann man sich die Sieben Schwestern oder genauer De syv Søstre anschauen. Botnkrona, Grytfoten, Skjæringen, Tvillingene, Kvasstinden und Breitinden. Sie stehen gleich hinter Sandnessjøen am Ufer und die MS Finnmarken fährt an ihnen vorbei, nimmt huldvoll die Parade ab. Bei klarer Sicht grüßen die sieben Gipfel und huldvoll grüßt der geneigte Passagier zurück, indem er auf den Auslöser drückt und ein bis sieben Bilder macht.

Aber was ist bei Bodenwolken oder Hochnebel?

Pech?

Nö!

Dank moderner Technik können die wunderschönen Schwestern doch sichtbar gemacht werden und das Schwesternritual nimmt liebevoll seinen gewohnten Gang.

Der Tag hatte für uns aber mit Ørnes angefangen. Beim Frokost kam dann die morgendliche Schiffsbegegnung. Den Fotodienst dazu hatte heute J*. Er war draußen und hat sich gekümmert, ich war beim zweiten Kaffee. D* beim dritten.

Gemeinsam brachten wir dann den Polarkreis hinter uns. Die Zeremonie auf Deck 8 haben wir uns erspart, denn Bilder waren uns wichtiger.

D* hat heute das Top-Bild geschossen:

https://instagram.com/p/Bh_GBTkAtD7/

Polarkreis-Kugel mit Seeadler.

RL J* hatte der Teleobjektiv-Fraktion eine Belohnung versprochen, wenn wir denn schön artig seien. Da wir schön artig waren (nur gute Witze erzählt, Betten gemacht, am Büffet nicht gedrängelt, Gläser zurück zur Bar gebracht, …) gibt es von J* also den Seeadler. Er sitzt auf der kleinen Schäre neben der Polarkreiskugel und wartet auf die MS Finnmarken. Als Captain Nærbø das Typhon erschallen lässt, fliegt er auf und gleitet majestätisch über die Kugel. Und D* fängt den Moment perfekt ein. Großartig, gell?

Dann kommt Nesna, dann Sandnessjøen, dann Brønnøysund. Eine Fahrt durch flache Schäden bei Regen und Wind und wenig Sicht.

Nach Brønnøysund kommt der Tiefpunkt der Reise. Ganze vier mal musste ich schon da durch. Auch *DJ* gefällt es nicht. Aber zu verhindern ist es auch nicht. Es kommt der Torghatten. Ein Berg mit einem Loch. Und dafür jagd man uns raus! Und alle müssen sich auf Dekk 5 an die Reling stellen und Bilder machen. Gerne auch mit Blitz!

Seit 2003 versuche ich mich der Sache zu entziehen – aber die Entziehung zieht nicht. Auch ich muss raus und schauen, ob der Tiefpunkt der Tiefpunkt ist Und? Ja der Torghatten ist der Tiefpunkt. Nicht umsonst will meine Autokorrektur statt Torghatten lieber Totgeburt schreiben.

Midda dagegen ist wieder ein Glanzlicht. Wir bekommen Sekt und es gibt 5 Gänge. Spekemat, Ertesuppe, Torsk, Oster und Omelette.

Während des Essens tauscht Norwegen die Kulissen aus und Sonnenschein empfängt uns, als wir wieder draußen sind.

Jetzt kommt das volle Programm. Goldene Sonne – tiefstehend, Regenwolken, Reflexionen auf dem Meer, golden beleuchtete Schären, Regenbogen und ein Seeadler. Wir fangen ein, was möglich ist. Wunderbar!!

Dann kommt Rørvik. Da war ja nordgehend Nebel satt. Jetzt sieht man was und wir warten auf die MS Lofoten. Das alte Schiffchen (Baujahr 1964) kommt, unterquert die Nærøysund bru und legt an. Was für ein super schönes altes Schiff.

Wir gehen rüber für eine Besichtigung. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Es sieht 100 Jahre alt aus, dabei ist es jünger, als ich. Was für ein Unterschied zur MS Finnmarken.

Der Tag endet fröhlich auf 8vorne.

Tagesvideo:

https://youtu.be/2wnU-MeFptM

Polarkreiskugel.

Die sieben Schwestern. Sichtbar dank moderner Technik.

Die MS Finnmarken in Brønnøysund.

Der Torghatten. Berg mit Loch. Dank moderner Technik sieht man es endlich mal!

Hurtigrutenlicht.

Hurtigrutenlicht.

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Dienstag 24.04.2018 Tag #09

Ich sehe Harstad. Ich habe Harstad noch nie gesehen. Nicht weil es bei den Reisen bisher nicht da war, sondern weil es einfach immer zu früh angefahren wird. Heute aber bin ich auf. Wow. Ich lobe mich. J*, der Harstad schon sechs mal gesehen hat, erklärt mir die Stadt. Dankeschön.

Ich gehe zum Frokost. So lerne ich wieder ein nettes norwegisches Paar aus Oslo kennen. Ich lerne, dass ich mit vier Reisen ein Expert bin und dass es alle fünf Jahre in Oslo Polarlicht gibt.

Ich gehe raus, es regnet und ist grau. Das Faszinierende ist, dass hier auf den Vesterålen und den Lofoten das Grau eher silbern ist. Das sieht einfach super aus. Ich bleibe bis zur Risøyrenna draußen. Die Risørenna ist eine Fahrrinne durch flaches Wasser und führt nach Risøyhamn. Hinter Risøyhamn kommt die erste Brücke des Tages, Andøybrua. Es regnet.

J* beordert uns nun zum Augenoptiker in die Kabine.)Ich glaube das Niveau der Witze war für ihn nur bei 2 von 10). Durch langes, ruhiges Schließen der Augen, repariert sich die Optik! Sagt er.

Ahhhchso!

Wir erreichen Sortland. Lunsj. Dann folgt Brücke Nr.2. Die Sortlandbrücke ist eine Straßenbrücke zwischen den Inseln Langøya und Hinnøya. Aha! Jetzt geht’s nach Stokmarknes. Hier gibt es das Hurtigrutenmuseum. Wer die erste Reise hat, muss da rein. Wir müssen nicht. Wir haben 4, 3, 2.

Wir drehen eine Runde und machen Bilder an der alten MS Finnmarken, die hier als Museumsschiff auf Land liegt.

Nun folgt das Tagesglanzlicht. Der Raftsund. Eine schmale Wasserstraße zwischen Lofoten und Vesterålen. Zu Beginn gibt es Brücke Nr. 3.

Vom Raftsund zweigt der berühmte Trollfjord ab.

Das Licht silbert, ein kalter Wind bläst und der schwere Regen hat aufgehört und es nieselt nur noch.

Unser Deck 5vorne füllt sich. (Es füllt sich nicht, wenn es schön ist, sondern, wenn die Reiseleitung sagt, dass es schön ist.)

Nur ein Pax neben mir „hilft“ dem Zauberlicht mit seinem Kamerablitz auf die Sprünge. Ich nehme es gelassen und schweigend hin und nehme mir kurz die Zeit Kamerasoftwareautomatik zu verachten.

Kapitän Nærbø fährt uns zum Eingang vom Trollfjord, rein fahren wir nicht – Lawinengefahr. Wir machen Bilder und freuen uns an diesem besonderen Licht, an einem Seeadler, der vorbeizieht und an Geschichten von Entusiast Stephan.

Lofoten-Büfett mit Karottensuppe mit Capra-Ziegenkäse von Aalan Gård, Kabeljau mit gedünstetem Kohl, Schnittlauchsauce und Birkensalz von Judith i Kabelvåg, Boknasteik und Gewürzkuchen. Das ist unser Midda. Gut, ne?

Wir erreichen Svolvær beim Essen. Da wir hier 120 Minuten haben und der leichte Regen zugunsten eines Nieselns aufgehört hat, gehen wir raus. Der Hafen bietet zahlreiche Motive und besondere Spiegelungen. Das nutzen wir reichlich aus.

Wir laufen aus nach Stamsund. Gleich nach der engen Ausfahrt mit der Fiskerkona (Fischerfrau – eine Bronzeskulptur) kommt unser Schiff 2009, die MS Trollfjord.

Finnmarken und Trollfjord mögen sich und sind beide gut bestückt. Das gibt kein Begrüßungsritual, sondern ein Konzert. Genauer Hupkonzert – „Mein Typhon ist lauter als Deins XXL“. Die nordgehende Trollfjord røhrt los, Finnmarken folgt. Trollfjord legt ne Schippe drauf, Finnmarken trötet zurück. Und nochmal und nochmal. Trøøøøøøt, trøøøøt, trøt, trøøøøøøt.

Wir kriegen uns nicht mehr ein, was ein klasse Konzert. Dafür würde ich Eintritt zahlen! Wir klatschen uns ab! Das gibt es nur hier draußen in der kalten Einöde.

Es folgt ein Mack-Øl mit einem Auge auf Himmel und Meer. Um 22:00h kommt Stamsund. Wir machen schöne Bilder in blau und gold. Die blaue Stunde hier ist laaaaaaang.

Jetzt queren wir den Vestfjorden zurück zum Festland.

Es sieht gerade nicht nach Seegang aus. Fast Ententeich. Nix für Freundin Hildegard.

Morgen gibt es wieder den Polarkreis bei leichtem Regen. Aber nach dem Hupkonzert gerade, werden wir immer noch lächeln.

Tagesvideo:
https://youtu.be/2iCAgusvZBQ

Brücke. 🤗

Zwei von Drei an der Schraube der alten MS Finnmarken.

Raftsund.

Am Eingang zum Trollfjord.

Die MS Finnmarken in Svolvær.

Stokmarknes.

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Montag 23.04.2018 Tag #08

Ich bin früh zur morgendlichen Schiffsbegegnung draußen. Wir treffen die MS Vesterålen. Da wir nun südgehend sind, beginnt die Vesterålen das Spiel mit dem Typhon. Dann wir. Herrlich.

Dann Frühstück. Herrlich.

Da J* heute Namenstag hat, durfte er schon um 7:00h mit Captain Nærbø frühstücken. Wow! Und da D* auch wieder da ist und auch früh auf war, frühstücke ich allein.

Dann raus. Es lacht die Sonne vom blauen Himmel, es ist eine Pracht.

Ich stehe auf 5vorne und schaue aufs Meer und die Berge. Alles ist heute blau oder weiß. Ich mag das Meer. Jeder Blick ist einzigartig und jederzeit kann etwas besonderes passieren.

Wir biegen dann nach Hammerfest ein. Vorbei geht es an der Milchinsel Melkøya, die heute voller Industrie für Gas vom Erdgasfeld Snøhvitfeltet ist.

In Hammerfest haben wir nicht viel Zeit. Wir eilen zur Kirche. Sie hat erstmals auf (Lob!) und ist von Passagieren gut besucht. Auch hier ist der Friedhof noch gefroren und tief mit Schnee bedeckt.

Der Isbjørnklubben ist nun direkt am Anleger, man kann ihm nicht mehr ausweichen. Wir machen ein paar Bilder. Aber ein Geheimtipp ist der Eisbärenklub nicht mehr.

Auch am Nachmittag versuchen wir einen Sonnenbrand zu bekommen. Wir sind auf 5vorne und genießen die Fahrt an den Bergen entlang. Es wirkt ein bisschen so, als ständen wir fest und das freundliche Norwegen schiebt die Berge an uns vorbei.

Wir legen in Øksfjord an, dann geht es mit Rückenwind nach Skjervøy. Man kann sich nicht sattsehen! Ich kann euch nur raten: Fahrt Hurtigruten.

Weiter geht’s. Etwas gegenüber von Øksfjord liegt Hasvik. Das Örtchen ist uns sympathisch, denn 1997 gab es hier eine Demo für eine größere Sonne und wenn sich das nicht machen ließe, dann bitte zwei Sonnen!! Gut, oder?

Jedenfalls heute kann sich Hasvik nicht beklagen. Heute gibt es Sonne satt.

Das Abendessen Midda treibt uns rein. Und weil wir durch Zusammenräumen der leeren Teller immer schnell Platz auf dem Tisch haben, kommen die Gänge schneller zu uns und wir sind früher fertig. Perfekt.

Gleich wieder raus, denn es folgt der Lyngenfjord. Der wird nur im April und Mai von den Hurtigruten befahren und bei dem Wetter heute, ist die Fahrt besonders schön!

Der Sonnenuntergang zieht sich, das ist gut für Fotografen. Dann kommt Havnnes im Lyngenfjord. Hier gibt es einen (organisierten) Flashmob. Unten im Örtchenchen stehen Leute und winken. Auf 5vorne stehen Passagiere und winken mit (vorher verteilten) Flaggen. Ich winke mit meiner großen Norwegenflagge und alle haben Spass! Eine Drone kreist um das Schiff! Ob man das Video online finden kann? Die Finnmarken fährt nah an den Kai und das ganze Örtchenchen ist begeistert. Ein paar Raketen steigen, das Typhon drönt.

Während wir durch die blau-grauer werdende Farbenpracht fahren, nähert sich die MS Richard With. Die zweite Schiffsbegegnung. Wir winken und fotografieren. Tolles Licht, tolle Bilder.

Dann ist kurz Pause. Es kommt nun die Nachteinfahrt in Tromsø. Ein Glanzlicht der Reise. Die Jungs und ich sind draußen. Wir haben tiefblaue Stunde. Wir sind die einzigen drei Stative auf 5vorne. Der Fjord ist ganz ruhig, fast wie ein Teich ohne Wind. Das goldene Licht spiegelt sich und kontrastiert perfekt mit dem tiefen Blau. Ganz wunderbar!

Genießend machen wir Bilder.

Wir liegen hier eine Weile. Ich kann auf 8vorne sitzen und den Blick auf das leuchtende Tromsø genießen.

Meine Jungs und Stephan (Entusiast und Spezialist – haben wir heute kennengelernt) haben ganze Arbeit geleistet und das Dronenvideo aufgespürt :

https://m.facebook.com/Havnnes/posts/1909749569058188

oder via:

https://lyngen-havnnes.no/bilder
Lob!! Cooles Video!

Tagesvideo:
https://youtu.be/F0qxYR25nU8

Kirche in Hammerfest.

Gefrorener Friedhof in Hammerfest.

Eisbär und Wikinger in Hammerfest.

Norwegen schiebt die Küste vorbei.

Dämmung auf 5vorne.

Schiffsbegegnung mit Richard With.

Eismeerkathedrale in Tromsø bei Nacht.

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Sonntag 22.04.2018 Tag #07

Still tropft Wasser von den Eiszapfen. Kein Laut ist zu hören. Entvölkert liegt das staubige Städtchen vor uns. Das Ende der Welt. Kirkenes.

J* nennt es K-Dorf, das macht es leichter, das Elend erträglicher. Die Sonne diest durch einen Schleier, sie will es auch nicht sehen.

Wir lenken unsere Schritte ins Zentrum, an der Straße lang, zwischen aufgetürmtem Dreck und Schnee. Ein wir-machen-es-jede-Reise-Bild an der Feuerwehr. Am Hotel, sieht man die ersten Menschen. Eine junge Frau mit blauen Augen ignoriert uns und starrt auf ihr rosa iPhone. Ob es hier überhaupt Internet gibt?

Wir wende uns zur Hauptstraße, zur Kirche und zum Rütz. Müll und Schnee. Eiszapfen. Weiter zum Wegweiser. Das soll das Glanzlicht der hiesigen Attraktionen sein. Der Wegweiser aus Holz ist tief in Eis und Schnee versunken. 3881 km bis Berlin. 8 km bis zur russischen Grenze, 143 km bis Murmansk.

Gruppenselfi.

Es kommen Menschen die Straße hoch. Gäste vom Schiff. Sie scheinen froh zu sein etwas lebendiges zu sehen. Sie grüßen freundlich.

Wir stapfen lächelnd zum Hurtigruten-Anleger zurück. Wann werden wir wohl wiederkommen und hier unsere Runde drehen?

Von K-Dorf geht es durch den Varangerfjorden rüber nach Vardø. Das ist dann südgehend, wir haben Halbzeit, Bergfest.

In K-Dorf ist es bedeckt, auf dem breiten Fjord kommt die Sonne raus. Hier hatten wir schon hohe Wellen und Schietewetter.

Wir drei stehen auf 5vorne. Wir schauen aus nach Walen. Es gab gestern Hinweise von der MS Nordkapp, dass man welche gesichtet hätte.

Wir stehen in der Sonne und warten. Kein Wal, keine Welle, nichts. Wenn wir nicht schon entspannt wären, wären wir es jetzt. Das Schauen auf das Meer, die Seele schaukeln lassen, ruhiger geht es kaum.

Da wir auf der Barentsee unterwegs sind, gilt es eine Wette einzulösen. D* und ich gehen schwimmen. Da das Schwimmbad an Bord leider defekt ist, muss das Jacuzzi reichen.

Fix ömträcke, erupp, platsch. Herrlich!

J* macht ein paar Aufnahmen für das Poesiealbum. Wir planschen eine Weile im warmen Wasser, während es blubbert, dampft und das Meer unter uns in der Sonne leuchtet. Herrlich!

Zur Einfahrt nach Vardø sind wir zurück an unserem Stück Reling auf 5vorne. Vor Vardø liegt die Vogelinsel Hornøya. Die Insel ist der östlichste Punkt Norwegens und oben drauf steht Vardø fyr, ein kleiner Leuchtturm. Bei Sonne gibt das gute Bilder.

Papageientaucher sind besonders putzig. Wenn sich die Finnmarken nähert, kommt Plan A. Alarmstart. Das klappt nicht immer, die Vögel brauchen eine gute Startbahn. Manchmal gibt es eine Kollision mit der nächsten Welle. Dann kommt Plan B. Tauchen. Ich hoffe, die netten Viecher überleben eine Überfahrt der MS Finnmarken.

Weil ich Vardø noch nie bei gutem Wetter hatte, hüpfe ich kurz raus. Ich finde ein paar hübsche Motive. Es gibt eine kleine Bibliothek, eine Kirche und Radarkuppeln aus dem kalten Krieg.

Während die Sonne den Wolken weicht, gibt es Midda.

Leicht marinierter Lachs mit Zitronencreme, Lachsrogen und Kresse.

Rentier aus dem Ofen mit Rosenkohl, gebackenem Steckrübenpüree und gerührten Preiselbeeren.

Russischer Scharlotka-Kuchen serviert mit Skjenning-Eiscreme vom Hof Gangstad Gård.

Alles sehr lecker. NUR D* fehlt. Was ist los Jung? Zu viel Wasser im Jacuzzi geschluckt? Verschlafen? Jedenfalls gute Besserung von 8vorne!

Das Wetter wird schlechter. In Båtsfjord regnet es bereits.

Vor uns liegt noch die Schiffsbegegnung in Berlevåg mit der MS Polarlys (unser Schiff 2012), die im Zyklus hinter uns fährt.

Wenn das Licht gut ist, geht es nochmal raus. Wenn nicht, dann nicht.

Ein herzlicher Gruß an B*. J* wollte sich nicht küssen lassen. Herzliche Grüße an Hella SmvJ! Wir freuen uns, dass Du virtuell mit uns reist!

Tagesvideo

https://youtu.be/LdxGi1OytCw

Kirkenes.

Kirkenes.

Wegweiser.

Varangerfjorden.

Vogelinsel Hornøya mit Leuchtturm.

Wikinger im Jacuzzi.

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Samstag 21.04.2018 Tag #06

Die Sonne scheint. Hurra. Durch mein Kanonenrohr-Fenster kann ich das sehen.

Frokost um 8:00h. Schiffsbegegnung mit der Nordlys beim zweiten Kaffee. Sie passiert uns so knapp, dass ich meinen Kaffee festhalten muss. Wow. Wir biegen ein nach Havøysund. Draußen ist es eisig. Eisbrocken liegen auf dem Vorschiff. Dafür scheint prachtvoll die Sonne.

Hvøysund liegt bunt an die schneebedeckten Berge geschmiegt. Den Bergen sieht man noch an, dass die Eiszeit sie geformt hat. Rund geschliffen.

Wir fahren die magere Insel an. Magerøya. Auf ihr liegt das sogenannte „Nordkapp“. Halt ist am kleinen Städtchen Honningsvåg. Scharenweise verlassen die Gäste das Schiff, springen in Busse und sind weg. (Wer das Nordkapp für das nördliche Ende Europas hält, wie die Gäste im Bus, lese gerne: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nordkap)

Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang durch das Städtchen. Überall liegen noch hohe Schneeberge und Eisplatten. Erstmals ist die schöne kleine Kirche offen. Lob!! Beim Friedhof schauen nur die Spitzen der Grabsteine aus dem unberührten Schnee.

Wir kehren zum Schiff zurück und gehen zum Lunsj. Wir sind wieder sparsam.

Ich mache ein Nickerchen. Das ist eine dumme Idee. Denn die Crew hat eine Übung – das war bisher auf jeder Reise so gewesen. Erst platzt eine Warnweste in mein Zimmer. Ich bin wach. 30 Minuten später kommt eine Lautsprecherdurchsage und dann folgt noch ein lautes Alarm-Ende-Signal. Toll. Ich bin wach.

Ich gehe wieder raus. Wir legen ab. Es folgt die schöne Strecke nach Kjøllefjord. Kalt und windig. Aber: Es leuchtet die Sonne, majestätische liegen diese flachen Berge neben uns. Zum Teil felsig, zum Teil mit Schnee bedeckt. Wir halten nach Blas und Papageientaucher Ausschau.

Die kleinen netten Papageientaucher sichten wir. Sie fliegen tief und schnell. Nicht viele, aber für Bilder reicht es. D* hat seine 7D im „Maschinengewehr-Modus“. Er macht mehr Bilder als ich.

Wir kommen an Finnkjerka vorbei, eine markante Felsformation am Ufer. Dann erreichen wir Kjøllefjord. Am Ufer ist ein Gestell mit Stockfisch. Unbedingt müssen D* und ich dahin.

Die Dame am Ausgang will mich nicht rauslassen. Only the Expedition-Team! Ich erzähle wieder: Only one Picture… Vielleicht ist es auch nur mein und D*’s 1000-Watt-Lächeln.

Wir hetzen raus. Kaum am Stockfisch angekommen (es sind nur mumifizierte Fischköpfe) und zweimal den Auslöser gedrückt, ertönt das Typhon der Finnmarken. Laut und energisch. Oh jeeee. Wir nehmen die Beine in die Hand und rasen zur Freude von J* auf 5vorne zurück zum Schiff. Die Gangway wird schon eingefahren. Mit der Zunge auf der Erde erreichen wir unser Schiff. Wir klatschen uns ab. Wir haben stinkende Stockfischköpfe eingefangen.

Um 18:00h gib es Midda. Nordkap-Büfet mit Auroralachs, frische Garnelen vom Lyngenfjord und Finnbiff aus der Finnmark.

Wir sitzen da ganz gemütlich, sagt (der neue) Kapitän Kurt H. Nærbø plötzlich durch: Walschule voraus.

Der Wikinger hat die Ausrüstung ja immer dabei. Also raus, nach 5vorne.

Tatsächlich Blas. Mehrere Wale. Viel mehr als Walatemwolke in der Luft ist aber nicht zu sehen. D* bekommt mit 500mm und Maschinengewehr-Modus mehr Treffer mit mehr Details. Ich hätte ja auf Buckelwahl getippt, aber die kleine Rückenflosse ist weiß, nicht schwarz. Also unbekannte Walart zwischen Kjøllefjord und Mehamn. Wow!

Es folgt der Sonnenuntergang. Da es klar ist, ist er grandios. In den Tropen ist Sonnenuntergang schnell. Wupps vorbei. Im Norden ist Sonnenuntergang laaaaaaangsam. Wuuuups und immer noch keine Änderung.

Die Finnmarken liegt so, dass das Kielwasser auf die Sonne zeigt. Perfekt. Sogar die Crew kommt, um Bilder zu machen. Und Vögel über Vögel folgen uns. Auch die Mondsichel. Wir fangen perfekte Bilder ein.

Jetzt beginnt das lange Warten auf Aurora Borealis. Kp ist über Vier. Aber es ist noch zu hell. Und, wie gesagt: Hier wird es laaaaaaangsam dunkel. Ein Mack-Øl verkürzt die Zeit.

Wir erreichen Berlevåg. Es gibt eine Schiffsbegegnung mit der MS Nordkapp. Wir liegen vor dem kleinen Häfchen und lassen die Nordkapp raus, um dann selbst anzulegen. Als sie uns passiert, erfolgt die Begrüßungszeremonie. Erst unser Typhon. Dreimal, dann die Nordkapp auch dreimal. Dann noch einmal wir.

Sehr schön.

Ein perfekter Tag.

Tagesvideo

https://youtu.be/r_TBCRFYP_k

Sonne zum Frokost.

Auf nach Honningsvåg.

Spaziergang durch das Städtchen.

Finnkjerka. Die zwei kleinen „Türmchen“ sind es.

Fischköpfe.

Sonnenuntergang mit Vögeln.

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Freitag 20.04.2018 Tag #05

Frühstück um 8:00h. Die Jungs sind schon durch und geben Tipps, was ich essen soll. Heute gibt es Pfannkuchen! Nimm die! Ich brauche doch keine Tipps Männer! Also ehrlich.

Ich hole mir Kaffee, O-Saft und Nüsse und natürlich frische Pfannkuchen. 🙂

Bis Finnsnes um 11:15h tut sich nichts. Das Wetter ist weiter trüb und grau. Wir sitzen am Fenster und lesen in der Landschaft. Flache Berge mit Schnee, ruhiges Wasser hin und wieder ein Schauer. Hektik geht anders.

Finnsnes. Eine bunte Gruppe Kinder steht am Ufer. Der Portier, der Bordkarten scannt und Kommen und Gehen bucht, will uns nicht raus lassen. Ich erkläre ihm auf nordisch, dass wir nur EIN Bild machen wollen, weil wir das jede Reise machen. UND es meine vierte Tour ist. Okay. Aber nur kurz! Thank you.

Schnell raus. Bild gemacht, wieder rein.

Wir legen ab und unterqueren die Gisundbrua, eine hübsche Brücke über den Gisundet, eine der längsten Pfeilerbrücken Europas. Sie passt nicht ganz in die Kamera.

Nächster Halt ist Lunsj. Wir sind bescheiden, Halbpension hätte uns auch gereicht.

Um 14:15h erreichen wir Tromsø. Hier gibt es die Macks Ølbryggeri. Die Mack-Brauerei. Die Tromsøbrua und die Eismeerkathedrale.

Es beginnt zu regnen. Wir machen einen Stadtrundgang. Überall noch große Schneeberge. Die Hauptstraße ist bunt und nett, beheizt und schneefrei. Ein paar Geschäfte kennen wir schon, auch die Bibliothek.

J* geht mit uns zum Polaria einem Museum, welches, wie sich übereinander schiebende Eisschollen aussieht.

Weiter geht es zu den Ølhallen, die nördlichsten Bierkeller der Welt. Hier gibt es Mack-Bier. Sie öffnen bereits am Vormittag zum Bierausschank, was einmalig in Norwegen ist. Von Anfang an galten sie als Treffpunkt für Walfänger und Polarforscher. Also was für uns!

Aber – oh Schreck. Es ist erst 15:30h und getreu der Regel: Kein Bier vor Vier – fällt das Mack-Øl leider aus. J*, der RL ist da heute streng. Und auch die Ausweichregel: Irgendwo auf der Welt ist es sicher schon nach Vier, hilft heute nicht weiter.

Also geht es zurück zum Schiff und wir trinken Tee …

Dann um 18:00h Midda:

Hühnersuppe aus Andvika

Gebackener arktischer Saibling vom Sigerfjord.

Joghurtkuchen von Røros.

Alles gut und lecker.

Mittlerweile sind Lücken in den Wolken, die Sonne steht tief. Allerbestes Licht. Arktisausrüstung angelegt und raus. Schon riesig, was die Natur so zaubert. Fantastische Silber- und Blautöne, das Meer fast glatt, schöne Reflexionen. Wir überholen ein paar Schiffe, die an der Spitze eines Wellenkeils fahren. Darum sind wir hergekommen!

Ich wärme mich kurz auf 8vorne auf, bevor ich zur Schiffsbegegnung mit der MS Spitsbergen wieder raus gehe. Aber durch kurstechnische Verwicklungen, sehen wir das neue Schiff der Hurtigruten nur aus der Ferne.

Wir treffen es dann in Trondheim wieder. Das ist die zweite Chance.

Auf dem Programm steht noch Polarlicht (kp > 5), aber die Wolken sind dicht, die Chance auf sichtbare Aurora Borealis schätze ich gering ein.

Aber man weiß ja nie. Ich bin wachsam.

Tagesvideo:
https://youtu.be/2WmL0UjQmT0

DAS Finnsnes-Bild. Habe ich glaube ich von jeder Reise.

Anfahrt auf Tromsø. Brua und Eismeerkathedrale.

Wir haben noch schnell einen Schneemann gebaut!

Hurtigrutenlicht.

Hurtigrutenlicht am Heck.

Und nochmal.

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Donnerstag 19.04.2018 Tag #04

Ich habe auf die Polarkreisüberquerung gewettet. 07:07h. (D* 07:20, J* 07:24). So bin ich um 07:00h draußen auf 5vorne. Nebel, diesig, kaum Sicht. D* und J* sind (natürlich) auch schon da. Sie sind wohl schon seit 5:00h oder 4:30 oder so hier. Oder übernachten sie hier draußen?

Die Weltkugel auf der kleinen Schäre Vikingen markiert den Polarkreis, der aber 2 km nördlicher verläuft. Aber da ist keine Schäre für die Weltkugel. Also ist für uns und Norwegen der Polarkreis jetzt hier.

Um 7:08h sind wir auf Höhe der Weltkugel UND? Nix. Unser Schiff schweigt. Kein Typhon. Garnichts.

Mensch Captain! Das geht besser!

Ohne Hornsignal ist doch der ganze Polarkreis für die Katz!

Wir machen nun auf Kultur und gehen zum Frokost. Gemütlich. Wir haben Zeit.

Als wir wieder draußen sind, passieren wir Örtchen am Ufer, die offenbar ihre Sonnensteuer bezahlt haben und wo es tatsächlich Löcher im dicken Grau gibt und es fast blendend hell ist. Ein Fest fürs Auge!

Bis Ørnes hält das Licht und die Nebellöcher. Wir legen kurz an. Und weiter geht’s.

Wir gehen rein. Jetzt ein Tee, dann in der Landschaft lesen bis Lunsj.

Das Lunsj fällt für uns klein aus.

Dann geht es von Bord und rein nach Bodø. Wir machen einen Spaziergang zum grünen Leuchtturm (die Jungs nennen ihn Schützenleuchtturm).

Bodø ist keine schöne Stadt. Der Hafen ist interessant, die Dom-Kirke ist auf (Lob!) und es spielt die Orgel (super)! Eine sehr schöne, helle Kirche.

Wir schlendern zur Finnmarken zurück. Um 15:00h soll es weitergehen, aber die Abfahrt verzögert sich.

Ein Crew-Mitglied kommt 30 Minuten später mit dem Taxi angebraust. Das Crew-Mitglied scheint wichtig zu sein, denn das Typhon erschallt. Kaum ist der Bursche an Bord, geht es los, Klappe zu, Gangway rein, Leinen los.

Es geht raus aufs Meer. Über den Vestfjorden und rüber zu den steilen Klippen der Lofoten. Vier Stunden dauert die Überfahrt. Eigentlich könnte es hier RICHTIG Seegang geben, aber es ist nichts los, Hildegard hätte an dem Ententeich hier keine Freude.

DER Fototermin heute ist der Leuchtturm Landegode fyr, er kommt eine knappe halbe Stunde nach Bodø. Immerhin lässt das Wetter einen ganz guten Blick zu. So mögen wir das. Leuchtturm vor weiß-schwarzem Berg mit silbrigem Wasser und Hurtigrutenlicht. Teleobjektiv-Zeit. Alles eingefangen.

D* und ich schicken jetzt J* in die Koje, er hat so herzzerreißend gegähnt, dass sich gleich wieder Nebel um das Schiff legt.

D* und ich machen eine Tee-Zeit, während die Finnmarken sanft in der Atlantikdünung schaukelt.

Der Nebel rückt mal näher, mal weiter weg vom Schiff. Das grandiose Panorama, was der Vestfjorden bieten kann, bleibt verborgen.

Wenigstens die Ess-Kultur bleibt verlässlich:

Carlo sild von Kyvik (war gut, musst Du nicht wieder kochen)

Geschmorter Rinderbraten aus Trøndelag (super)

Schokoladenparfait (super)

Wir sind dank der Verspätung mit Midda fertig, bevor wir in Stamsund anlegen. Wir erreichen die Hafeneinfahrt und sehen den Kai NICHT. So dicht ist der Nebel. WOW. Ein Hoch auf Radar und GPS!

Kapitän Tom-Rune Einarsen spart Zeit ein, fast pünktlich legen wir wieder ab.

Es ist kalt, regnet und ist windig. Bestes Wetter für die Schiffsbegegnung mit der Kong Harald. „Wenn Du Bilder willst, die niemand hat, musst Du Dinge tun, die niemand tut!“ (Ben Jaworskyj). Jaaaaa, nämlich bei Sauwetter raus!

Wir wûrdigen die Kong Harald mit Bildern und Videos.

Und weil wir jetzt nass sind, bleiben wir bis Svolvær gleich draußen.

Das Licht ist super, ich denke, wir machen gute Bilder.

Ich gehe in Svolvær von Bord, ich will die MS Finnmarken noch von der anderen Hafenseite ablichten – die Jungs müssen telefonieren. Okay.

Das klappt, denke ich. Das werden hoffentlich schöne Bilder.

Klatschnass komme ich zurück. Ich trockne die Ausrüstung. Dann rauf auf Deck 8 zur Bar.

Ich unterhalte mich mit einem netten Norweger. Er gibt Bier und Aquavit aus. Wie nett! Dankeschön!

Ich bereite den Blog vor. Es kommt jetzt noch der Raftsund. Er verbindet Vestfjorden und Hadselfjorden, eine schmale und spektakuläre Wasserstraße. Der berühmte Trollfjorden zweigt hier ab. Mal sehen, ob Kapitän Tom-Rune Einarsen rein oder wenigstens zum Eingang fährt. Kann noch ein lustiger Abend werden.

Nö. Wird nix. Die Stimme gibt durch, wir lassen den Trollfjorden aus. Das Wetter sei zu schlecht. Och manno.

Tagesvideo

https://youtu.be/lJcyx_2HrhU

Anfahrt auf Ørnes.

„Schützenleuchtturm“ in Bodø.

Landegode fyr

Svolvær am späten Abend.

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Mittwoch 18.04.2018 Tag #03

Die Kochkunst ist ein wichtiges Kulturgut. Das muss richtig sein, denn es steht so auf der heutigen Speisekarte. Gleich unter „Pudding aus Bio-Dickmilch von der Molkerei Røros“. Bio-Dickmilch! Da muss es doch stimmen!

Es regnet zum Kulturgut Frokost. Das ist nicht schlimm. Wir sitzen ja drinnen.

Neben uns in Trondheim liegt das Hurtigrutenschiff Richard With. Da Finnmarken und Richard With hier bis 10 Uhr nah beieinander liegen, ist das die Gelegenheit für eine Schiffsbesichtigung. Die MS Finnmarken haben wir 2012 so kennengelernt.

Also kurz rüber, mal schauen, Rundgang, ein paar Bilder. Fertig. Hübscher Kahn.

Ob wir nun in Norwegens drittgrößte Stadt gehen, hängt vom Regen ab. Ich frage die M*-Wetterexpertin in Uedorf. Regenradar sagt: Regen hört auf. Okay. Dann los.

Da der Regen die gute Nachricht aus Uedorf noch nicht kennt, wollen wir ihm Gelegenheit geben sie kennen zu lernen und nehmen erstmal ein Taxi zum Nidarosdom, dem Glanzlicht Trondheims. Das Herz Norwegens und Krönungskirche, Grablege und mehr. Wir kommen gut rein (was oft schwierig bis unmöglich war), trotz einer Veranstaltung, die gleich los geht.

Ein schöner, großer, gotischer Dom. Lohnt sich. Der Heilige Olaf (Olav II. Haraldsson) ist hier bestattet. Muss ich erwähnen, dass er mein Vorfahr ist? (Auch Harald Blauzahn ist mein Vorfahr und sein Schatz auf Usedom ist der lang gesuchte Familienschatz! Könnte sich da bitte mal jemand aus der Familie zu Hause drum kümmern?)

Nach einer Runde um den Dom, geht es zu den Speicher- und Stapelhäusern. Der Regen hat aufgehört und immer, wenn doch noch ein paar Tropfen fallen, schicken wir Blumen (💐) an M*, die das dann regelt und die Tropfen stoppt. Danke M*!

Nach einer ausführlichen Runde zu den Speicherhäusern am Nidelv, gehen wir gemütlich zurück zum Hafen und zum Schiff.

Ein Tee wärmt uns und macht uns bereit für wenige kleine Kulturgüter beim Lunsj.

Die MS Finnmarken läuft nun den Trondheimfjord entlang. Vorbei an der Nebelglocke von Rødberg, an Rissa mit seiner Fosen Mekaniske Verksted, einer Werft und vorbei am Leuchtturm Agdenes fyr.

Im Krågvågfjorden müssen wir eigentlich rechts abbiegen, doch wir drehen nach links, die MS Finnmarken wird langsamer und schaukelt dann ohne Fahrt auf den Wellen. Uns ist schnell klar: Irgendwas ist passiert. Aber was? Es zieht sich, bis wir langsam wieder Fahrt aufzunehmen und auf den richtigen Kurs zurück kehren. Schwarzer Qualm zieht vom Schornstein weg. Was war das denn?

Am Kjeungskjær fyr haben wir wieder ca. 14 Knoten Reisegeschwindigkeit, sind aber vielleicht 30 Minuten zu spät. Trotz des schlechten Wetters (grau, kühl, Regen) lassen wir uns den schönen Leuchtturm Kjeungskjær fototechnisch nicht entgehen. Trotzdem wüssten wir gerne, was da mit der Maschine gerade passiert ist.

Wir sitzen wieder beim Tee, da kommt die Durchsage, dass wir den Stokksund auslassen, wegen wolkigen Wetters. Hää?? Das glauben wir keine Sekunde. Trotz Wolken kann man da genug sehen! Immerhin ist der enge Stokksund schon ein Glanzstück der Reise. Wir vermuten, dass der Kapitän die verlorene Zeit wieder aufholen möchte. Na sowas!

Gute (und ehrliche) Kommunikation geht anders!

Nach dem Stokksund kommen eigentlich Leuchtürme, Kaura fyr, Saska und Buholmråsa fyr. Aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir sehen nur Grau und nicht weit genug. Die Sichweite liegt unter 800m. Schade, sehr schade.

Das Abendessen Midda reißt es ein bisschen raus:

Kartoffel-Lauch-Suppe

Lachs aus Aukra

Pudding aus Bio-Dickmilch von der Molkerei Røros.

Ja, wie schon gesagt: Die Kochkunst ist ein wichtiges Kulturgut.

Jetzt kommt noch der ein oder andere Leuchtturm, wenn er denn sichtbar ist, dann sind wir in Rørvik. Da treffen wir die südgehende Nordnorge.

Tagesvideo No 3

https://youtu.be/dGKsR9D81xE

MS Finnmarken

Das Herz Norwegens. Der Nidaros-Dom.

Speicherstadt.

Kjeungskjær fyr.

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Dienstag 17.04.2018 Tag #02

Ich bin um 07:00h draußen. Wir legen gerade in Maløy an. Aus dem grauen Wetter ist lockere Bewölkung geworden, die Sonne geht hinter den Bergen auf. Die Máløybrua über den Ulvesund zwischen Vågsøya und dem Festland liegt am Heck und lässt sich noch gut ablichten.

Dann zum Frokost. Aber – oh Schreck! Frokost is nich. Ein rüstiger Methusalem rappelt an der Tür des Restaurants. Kräftig und erbost. Nix tut sich. Wir warten. Nix. Erst 07:30h geht es dann doch los. Der Kellner Hugo lässt uns rein. Er grüßt nicht zurück. Küchenteamkrise?

Der nächste Hafen ist Torvik. Kapitän Tom-Rune Einarsen (ein Name, der Vertrauen einflößt) parkt perfekt hinter zwei riesigen Spazialschiffen ein. Kurzer Halt, wir bleiben an Bord.

Bei blauem Himmel und Sonnenschein geht es nun nach Ålesund. Leuchttürme links und rechts. Teleobjektiv-Zeit.

Wir zeigen uns den Lieben daheim in der Bord-Webcam:

http://btweb.vosskom.no/hurtigruten_02_01.jpg

auf 5vorne.

Ålesund, die Jugendstilstadt liegt in der Sonne. Weil wir hier 3h Aufenthalt haben, gehen wir erstmal zum Lunsje (Mittagessen).

Dann spazieren wir durch das wunderschöne Städtchen. Wasser, schöne Häuser, Reflektionen. Es ist warm in der Sonne. Wir statten dem kleinen Leuchtturm auf der Hafen Olé einen Besuch ab. Die berühmte Jugendstil-Apotheke passieren wir nur, weil sie am Weg liegt. Gefallen tut sie mir nicht.

Ein Seeadler kreist über der Stadt. Wunderschön.

Wir folgen der Empfehlung des Reiseleiters J* und nehmen ein Taxi hoch zum Stadtberg Aksla, statt die 418 Stufen zu erklimmen.

Vom Aksla gibt es eine wunderbare Aussicht auf Inseln, Schären, Meer und die Stadt. Blau und silbern.

Die MS Finnmarken liegt am Kai, aber die Sicht ist recht zugebaut durch neue Bürobauten. Bei den letzten Reisen war das noch anders.

Zurück zum Schiff steigen wir die 418 Stufen der Treppe runter. Die Stufen sind alle verschieden weit und zum Teil verschieden hoch. Runter, kein Vergnügen, hoch sicher furchtbar.

Die MS Finnmarken legt pünktlich ab. Zeitplan ist wichtig bei einem Postschiff.

Ich ziehe mich auf die Kajüte zurück und mache technischen Dienst Augen.

Da die See ruhig ist und auch kaum Wind weht, sind wir zu früh in Molde. Es reicht für ein paar Schritte auf dem Kai, denn um 18 Uhr gibt es Midda (Abendessen).

Die Küchencrew reicht:

Carpaccio vom Klippfisch aus Dybvik,

Hellesylter Lammkeule und Äpfel mit Sahnevariationen.

Hört sich gut an, ist es auch.

Wir sind pünktlich fertig zur zweiten Schiffsbegegnung heute. Die erste war nächtens und fand ohne mich statt. J* war aber da. Jetzt kommt die MS Vesterålen. Das Hurtigrutenschiff, mit dem ich 2003 meine erste Reise hatte.

Das Ritual geht so, dass das nordgehende Schiff dreimal das Typhon erschallen lässt, das südgehende Schiff antwortet auch dreimal. Wir fangen also an. Die MS Vesterålen antwortet. (s.u. im Tagesvideo) Ich muss an meinen Vater und meinen Onkel denken, war ne coole Reise 2003 mit der MS Vesterålen!

Das Licht schwindet. Der Horizont verschwimmt mit dem Himmel. Silber-Blau-Grau. Hurtigrutenlicht. Prachtvoll.

Tagesvideo No 2:

https://youtu.be/0mVtOhe8R0c

Maløy mit Maløybrua.

Auf nach Ålesund.

Ålesund vom Hausberg.

MS Vesterålen.

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