Futter machen

Das hört sich jetzt komisch an, aber eigentlich bin ich hier auf einer Rinderfarm. Die Herde musste leider sehr sehr reduziert werden. Sie umfasst nur noch 15 Tiere, die mühsam durchgefüttert werden müssen. In guten Zeiten waren es 75. Pro Kuh rechnet man 10-25 ha Farmland um sie gut zu ernähren.

Eigentlich fressen die Tiere vom Gras, das auf der Fam wächst. Dazu werden die Tiere in verschiedene Farmabschnitte getrieben, damit sie das Land abweiden. Die Farm ist mit Zäunen unterteilt, damit man wenigstens ungefähr weiss, wo die Tiere auf 1146 ha gerade sind. Eckenberg gehört mit dieser Fläche zu den sehr kleinen Farmen. Mehrere Wasserstellen und diverse Dämme wurden angelegt, um das Regenwasser aufzuhalten wenn es regnet. Sonst müssten die Tiere jeden Tag weit zum Wasser laufen.

Für die Wasserstellen wurde kilometerweit Rohrleitung verlegt. Über Berg und Tal und 40 cm tief vergraben, damit das Wild sie nicht wieder ausgräbt.

Um genügend Druck zu erhalten, muss der Vorratstank an der höchsten Stelle der Anlage stehen. Das tut er nicht, daher gibt es noch eine Steigleitung, die den nötigen Druck herstellt.

Die Wasserstellen bestehen hier aus einem Trog mit Schwimmerventil wie im Spülkasten des WC und einer Tropfstelle. Diese füllt einen kleinen Teich, der dann für kleines Wild und faule Kühe als Tränke dient. Oder als Suhle für die Warzenschweine.

Nun ist leider überhaupt kein Gras oder sonstiges Fressbares mehr für die Kühe da. Daher mussten schon viele Rinder verkauft werden. Der traurige Rest wird gefüttert. Mit Opuntien, Gras vom Farmhof, Resten aus der Küche, Blättern. Alles Andere wird zugekauft. Das ist ein Minusgeschäft. Nun hat ein hiesiger Farmer herausgefunden, dass fein gehäckselte Dornbüsche mit diversen Zugaben auch verfüttert werden können. Dazu haben meine Gastgeber eine mobile Häckselmaschine gekauft. Für 64000 NAD, das sind etwa 4000€. Man muss aber mit den hiesigen Gehältern rechnen, um zu verstehen, wie teuer das Teil eigentlich ist. So verdient der Vorarbeiter etwa 1500 NAD bzw 93€….

Bei Bestellung 6-8 Wochen Wartezeit. Dann sollte sie da sein und Marco fuhr nach Windhoek, um sie abzuholen. 3 Tage lang hat er auf sie gewartet. Jeden Tag wurde er auf den nächsten vertröstet. Letzten Samstag war es dann so weit. Marco kam stolz mit der Maschine an. Wir haben sie gleich mit meinen Olivenzweigen gefüttert. Eine wahre Höllenmaschine. Alles, was da reingerät, ist Kleinholz.

Alle waren mächtig stolz. Ich wünsche allen Beteiligten ganz viel Erfolg bei dem Projekt. Möge die Herde wieder auf stolze 70 Rinder anwachsen.

Jetzt müssen natürlich Büsche gerodet werden, um genügend Material zu haben zum Häckseln. Wir sind also heute in den östlichen Teil der Farm gefahren, um Nakare und Namatiku für den Tag abzusetzen. Sie schneiden Dornbüsche und Grünzeug an der Pad. Den ganzen Tag in der prallen Sonne. Für 95€ im Monat! Wer sich jetzt noch über seinen Job beschwert ist selbst schuld.

Auf dem Rückweg erhält Gaudentia noch Fahrstunden.

Den Nachmittag verbringen wir mit Briefe schreiben. Gegen 18 Uhr haben die Mitarbeiter Feierabend, wir fahren sie holen. Auf dem Rückweg lasse ich mich absetzen, um noch ein paar Fotos zu machen. Und natürlich das tolle Licht zu genießen….

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Mit Chevy und Schaufel

Da habe ich ja was angestellt. Mit meinem strahlenden Bericht über insgesamt 22 gesichtete Oryx, habe ich bestätigt, dass trotz der Dürre die Oryx Population auf Eckenberg wieder deutlich zugenommen hat.

Wegen der Dürre – Trudi sagte mir heute, dass sie es in ihrem ganzen Leben noch nie so schlimm gesehen hat – gibt es bis Ende September ein Sonderpermit vom Ministry of evironment and tourism für den Abschuss von mehr Antilopen, als für den Eigenbedarf nötig. Der Biltonghersteller (Biltong ist Trockefleisch. Lecker!) freut sich.

Marco zieht also heute früh wieder mit der Büchse los. Seine beiden Männer setzt er unterwegs zum Dornenbusch Schneiden ab. Dazu ein anderes Mal mehr.

Der Chevy steht noch bei den Kühen, Futter runter Kuhmist rauf. Ich soll ihn holen und den Kuhmist abladen.

Das gute Stück ist so alt wie ich und funktioniert noch. Naja, die wesentlichen Teile – so wie bei mir. Ich soll nur bei den Toren aufpassen, die Ladefläche ist breiter, als das Fahrerhaus.

Ohne schlimmere Zwischenfälle hole ich das Schätzchen und manövriere es rückwärts an den Kompost. Die Gangschaltung ist etwas gewöhnungsbedürftig, die Kupplung darf man nie nie nie getreten lassen und das Gas ist so anschlagsdynamisch, dass man quasi im Standgas anfahren kann. Mithilfe der Spiegel kann man sogar sehen, wenn man einen Torpfosten umgenietet hat. Nicht früher. Ich lade die staubtrockenen Kuhfladen ab.

Dann kurve ich zu dem Baum, an dem das arme Schwein gestern zerlegt wurde und lade mit Trudi die Schubkarre mit den Därmen auf. Der Kopf wird dann doch wieder runtergenommen – Gaudentia kann ihn noch für irgendetwas verwerten.

Marco ruft an. Er hat ein Oryx geschossen, wir sollen mit Chevy und Schaufel kommen und das Blech mitbringen.

Also Hüte auf, Blusen an – beides als Sonnenschutz hier dringend notwendig und los. Wir fahren am Geierrestaurant vorbei und laden die Därme und die Haut ab. Schnell noch ein paar Knochen zerschlagen – quasi die Hyänen ersetzen und weiter zu den Männern. Das Oryx liegt neben der Tränke mit Kopfschuss und durchgeschnittener Kehle. Das ist nötig zum Ausbluten. Wir fahren den Chevy rückwärts dran, dann wird das Blech an die Ladefläche gelegt, quasi als Rutsche und das Tier an den Hinterläufen und dem Schwanz auf die Ladefläche gezogen. Ich schätze, dass das Tier 200 kg wiegt. Die Männer ächzen, ich ziehe an den Hörnern mit. Selbst der Kopf ist echt schwer. Die spitzen Hörner verhaken sich gern, man muss schauen, wohin man zieht. Aus dem Maul läuft Wasser, es wurde ja an der Tränke erlegt. Nun hängt die Zunge aus dem Maul, eine fiese Soße breitet sich auf der Ladefläche aus.

Wir bringen das Tier zum Hof, wo es an einem Hinterlauf in den Baum gehängt wird. Dazu werden die Läufe ab dem Knie abgetrennt. Oryxfüsse liegen hier überall rum – Lieblings Hundeknochen. Dann wird das Fell am Bauch komplett aufgeschnitten und mit einem scharfen Messer komplett vom Körper getrennt.

Zum Schluss über den Kopf gezogen und mit dem Kopf abgetrennt. Dann wird der Bauch geöffnet, die Därme entnommen, Leber, Nieren, Lunge und Herz kommen in eine große Schüssel, die Därme füllen eine Schubkarre. Jetzt sieht das Tier aus, wie man es vom Schlachthof kennt. Es wird in große Stücke zerlegt und zum Ausbluten aufgehängt. Gegen die Fliegen kommt ein Sack darum.

Während all dieser Arbeiten bin ich am Schattenhaus und säe aus. Daher kann ich alles einigermaßen verfolgen. Manches erspare ich mir auch, aber ich zwinge mich schon, hinzuschauen. Vor dieser Reise habe ich beschlossen, dass ich dieses Kapitel nicht ausschließen werde. Ich esse Fleisch, also muss ich auch mitmachen können, wie es gewonnen wird. Ich bin froh, dass ich nur Zuschauer sein darf. Der ganze Hof riecht nach Blut und mir wird über die lange Zeitspanne echt übel. Da muss ich jetzt durch. Die Männer sind wirklich schnell. In etwa 2 Stunden haben sie das große Tier zerlegt.

Als sie fertig sind, ruft Marco an. Er hat den nächsten Bullen erlegt. Trudi schickt Chevy, mich und die beiden Männer das Tier holen. Wieder sehr blutig. Ich bin froh, als ich mich zum Essen verdrücken kann, um den Blutgeruch aus der Nase zu bekommen. Klappt nicht. Und ich esse auch nicht wirklich viel. Es ist schon spät, trotzdem mache ich eine Siesta. Ich gestehe, mich mit Parfum am Arm eingesprüht zu haben, um bei Bedarf schnell mal dran zu schnuppern. Statt Siesta schreibe ich natürlich Blog.

Nach der Pause ist der zweite Oryx fast fertig zerlegt, die Männer haben ohne Pause praktisch durchgearbeitet. Neben der Treppe zu meinem Domizil hängen Oryxteile. Ein komisches nicht identifizierbares Teil erklärt mir Marco: Speiseröhre, Herz, Leber und Nieren am Stück.

Aus Respekt vor dem Tier wird hier das ganze Tier verwertet: Innereien als Hunde- und Katzenfutter, Beine als Hundeknochen, Reste gehen an die Geier. Auch die Knochen werden kleingeschlagen von den Geiern gefressen.

Am Abend machen wir noch eine Tour mit dem Chevy – Padpflege.

Und dann schwindet schnell das schönste Licht der Welt….

PS. Am Wasserloch war wieder nur Perlhuhnkrawall

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Armes Schwein

Ich bin wieder früh wach, irgendwelche gackernden Vögel machen Rabbatz vor meinem Fenster. Das Wasserloch – heute gekrönt von den Omatakobergen liegt unbesucht vor mir.

Ich klettere kurz zum Farmhaus runter, meine Farmer wuseln schon wieder eifrig umher. Es riecht nach eingekochtem Obst – um 6 Uhr kocht Trudi schon ein…

Mir wird empfohlen, mich noch einmal hinzulegen, was ich nicht wirklich lange schaffe, die Situation um Thomas Cook und Condor treibt mich schon um. Eine Bekannte schreibt, dass sie nur aus Andalusien zurückkommt, wenn sie nochmal zahlt. Mein Condorflug vom Mittwoch wird pünktlich gehen laut Flugstatus Condor. Das lässt für Samstag hoffen.

In der Küche läuft das Radio. Ein Mann liest Nachrichten vor. In Deutsch. Ich finde es interessant, einmal andere Sichtweisen, Fremde Programme und Nachrichten aus und über andere Teile der Welt zu hören. Sicher würden sie auch berichten, wann es wo geregnet hat – und das nicht im Wetterteil des Programms. Ich google die Internetseite des NBC:

Das Deutsche Hörfunkprogramm der Namibian Broadcasting Corporation besteht seit 1979 und ist ein öffentlich-rechtlicher Sender, der sich dem Erhalt und der Förderung der deutsch-namibischen Kultur verpflichtet hat. Ziel des Senders ist es, Brücken zu bauen zwischen den diversen Kulturgruppen des Landes und das Verständnis der Sprachgruppen untereinander zu fördern. Wir versuchen, einen aktiven Beitrag zum Fortbestand des Friedens und der nationalen Versöhnung zu leisten. Wir produzieren Programme für alle Altersgruppen und bemühen uns allen Musikrichtungen gerecht zu werden. Unser Programm ist so vielfältig wie das Land und seine Menschen.

Das kann ich bestätigen. Die Musikrichtungen decken wirklich jede Richtung ab.

Kürzlich wurde der Etat massiv zusammengestrichen, das Radioprogramm wird jetzt nur noch bis 20 Uhr gesendet, nicht mehr rund um die Uhr. Das kommt mir bekannt vor.

Heute bin ich wieder an der westlichen Wasserstelle. Mein Bakki-Taxi setzt mich am Hauptweg ab und ich schleiche durch den Busch zur Wasserstelle. Dabei prüfe ich die Windrichtung. Interessant, zu Hause ist das eher unbedeutend für mich. Hier weiss ich dadurch eher, aus welcher Richtung die Tiere nicht kommen.

Ich habe viel Zeit zum Nachdenken. Der Boden ist hier rötlich. Mal heller, mal tiefrot. Mir gefällt das sehr. Es unterstützt die Wirkung des sanften Lichtes. Irgendwie Ur-Afrikanisch. Trudi – die eigentlich und sehr passend Wiltrud heißt – erzählte mir aus ihrer Kindheit. Es ist für die Menschen hier wichtig zu sehen, auf welchem Boden die Menschen leben. Braun, grau, rot, gelb, weiss, welche Schattierung? Es hat sie dann in Europa gestört, dass man die Farbe des Bodens nirgendwo sehen konnte! Wir sind nicht mehr so „geerdet“ wie die Menschen hier.

Aber eigentlich sitze ich ja an der Wasserstelle. Ab und zu blicke ich vorsichtig auf von meinem Geschreibsel und schaue, was sich so tut. Mal hier ein Warzenschwein, da eine Menge Perlhühner. Dann entdecke ich einen Oryx im Gezweig. Gut getarnt sind sie, im Busch lösen sich die Kontouren auf. Wenn sie still stehen, kann man sie schnell übersehen. Richtig, es sind zwei. Langsam und vorsichtig kommen sie heran. Knabbern hier, schauen da. Ein dritter Oryx taucht auf. Von rechts kommen auch zwei, nein drei, vier. Schlussendlich sind es 13 Oryx und 5 Schweine gleichzeitig. Man kann toll sehen, dass es eine Rangfolge gibt. Wer darf zuerst trinken oder an den Salzstein? Zwei Böcke duellieren sich über dem Wasserbecken. Die Gruppe lässt sich Zeit, ich mache viele Bilder Ich bin zufrieden. Können alle Kudus zusammen einpacken!

Ich mache mich auf den glutheißen Rückweg.

Trudi hat mit dem Mittagessen auf mich gewartet. Ich berichte von den 13 Oryx. Ich hätte mir denken können, was nun kommt. Der Boss beschließt, dass es genügend sind, um eines zu erlegen und zieht mit der Flinte los.

Derweil schreiben wir Frauen einen Brief an eine Hilfsorganisation. Die Hütten von Gaudentias Bruder sind abgebrannt. Die Familie steht vor dem Nichts. Trudi sortiert Sachen für sie aus, das von Marco geschossene Schwein wird zu Biltong (Trockenfleisch) verarbeitet.

Wir hoffen, mit dem Brief auch noch Geld für die 7-Köpfige Familie aufzutreiben.

Der Abend endet gemütlich am Feuer mit Stockbrot und Steaks. Und natürlich mit dem schönsten Licht der Welt.

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Milchstraße

Guten Morgen Namibia! Die Dämmerung begrüßt mich und ich schau zum Wasserloch. Putzig flitzen die Perlhühner über den staubigen Boden. Sonst ist nichts los dort. Marco fragt mich dann, ob ich den Springbock gesehen habe…. Wie gut, dass meine Trapperkarriere schon besiegelt ist.

Ich stelle meine Minztee Aufgabe fertig. Die Blätter von den Stielen zupfen und gleich noch dasselbe bei Petersilie.

Dann kommt das erste mitgebrachte Saatgut zum Einsatz. Ich bereite Beete für die Lupinen Aussaat vor, Trudi sät, ich bewässere. Der Schlauch ist 3/4 Zoll gross, ziemlich hart und alt. Die Brause wie auch die Verbindungen werden einfach ineinander gesteckt. Wenn man nun am Schlauch zieht, knickt er entweder ab, oder eine Verbindung löst sich. Man hat mehr Arbeit mit der Instandhaltung des Schlauches, als mit dem Gießen.

Es tauchen „komische Vögel“ am Himmel auf. Jeder lässt alles fallen und die Ferngläser werden ausgepackt. Ich bevorzuge 300mm Teleobjektiv und Chipkarte. Mit diesen Hilfsmitteln ist das Rätsel bald gelöst.

Pelikane.

Was die jetzt 280 km vom Meer entfernt hier tun, lässt mich besorgt werden. Irgendwie gerät unsere Natur immer mehr durcheinander. Im NBC – das ist das namibische Radio wurde kürzlich berichtet, dass diese Saison in der False Bay in Südafrika kein einziger weißer Hai aufgetaucht ist.

Die Kühe werden gefüttert und die Warzenschweine werden immer dreister. Sie fressen den Kühen das knappe Futter weg und lassen sie nicht mehr an die Futtertröge. Mit ihren Zähnen können sie die Kühe schlimm verletzen. Marco hält also Wacht bei der Fütterung, ich löse ihn dann ab, damit er sich noch zur Siesta begeben kann. Ich muss mich schon zwischen die Kühe stellen, um die hungrigen Schweinchen zu vertreiben. Trudi wünscht sich jetzt dazu von mir einen Dokumentarfilm. Ich werde morgen mal schauen, ob eine Karriere als Dokumentarfilmerin drin ist.

Die hungrigen Tiere verlieren immer mehr ihren Rhythmus und ihre Scheu. Gestern spazierte der Honigdachs seelenruhig am Zaun entlang. Ich konnte bis zum Zaun gehen – begleitet von den Hunden – das hat ihn wenig gestört. Er hat die dreimal so großen Hunde nur angefaucht. Normalerweise ist überhaupt eine Sichtung die absolute Ausnahme!

In der Dämmerung bekomme ich noch eine Mitfahrgelegenheit auf der Ladefläche vom Bakkie (Pickup) über die Farm. Rotglühend versinkt die Sonne. Wunderschön – wie jeden Abend.

Dann gibt es noch ein besonderes Geschenk für mich: der Chevy steht im Hof, es liegen Matratzen, Kissen und Decken darauf und wir legen und zwei Stunden unter den wahnsinnig schönen Sternenhimmel.

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Trapperkarriere?

Draußen dämmert es, es ist Sonntag. Also arbeitet fast keiner. Ich jedenfalls nicht. An meiner Wasserstelle ist niemand, auch die Kühe sind nicht zu sehen. Ich checke meine überschaubaren Nachrichten und stehe auf. Als ich ins Farmhaus gehe, sind alle Türen auf. Mist. Ich möchte niemanden um seinen verdienten Schlaf bringen. Also schleiche ich mich leise an die Verbindungstüre und schließe sie. Dann ins Bad. Ich verzichte auf Creme wegen der Düfte, was mir sehr schwer fällt – die Luft ist hier unglaublich trocken. Gestern waren es 6%. Die Fingerkuppen reissen auf, alles ist spröde und hart. Die Nase trocknet so aus, dass man vor dem Nase Putzen erst einmal mit Wasser einweichen muss.

Ich brauche keine frischen Sachen, wird sowieso alles gleich staubig. Dann packe ich zusammen. Rucksack, Plan von der Farm, Wasserflasche, Sitzkissen, Kamera, Ersatzakku.

Zum Frühstück mache ich mir zwei Käsebrote. Da steht Trudi im Rahmen. Sie macht das Radio an, es läuft Kirchenmusik. Ich fühle mich gleich in meine Kindheit zurückversetzt.

Hut auf und los. Es ist tatsächlich wolkig, für das Wochenende sind eventuell Regenfälle vorhergesagt. Das ganze Land hofft, dass der Regen auf der eigenen Farm fällt. Schön sanft, damit nicht alles weggespült wird.

Die Sonne ist gerade aufgegangen, die Vögel sitzen ganz oben in den Bäumen, um sie zu begrüßen. Ich mache ein paar Fotos.

Dann wandere ich nach Norden. Etwa 2km am Zaun entlang. Rumlaufen ist zu laut, um Wild zu beobachten, ich sehe: nix. Meine Karriere als Trapper stirbt gerade den Heldentod. Ich genieße diese unglaubliche Stille, die Sonne zwischen den Wolken, die endlose Landschaft. Ich frage mich, was das für ein Gefühl ist, wenn man so geradeaus schaut und weiß, „das ist alles meins“. Wenn ich „meins“ betrachte, schaue ich nach 11 Metern vor eine Mauer.

Der Zaun ist so konstruiert, dass das Wild ihn passieren kann. Darunter herkriechen, an den Durchlässen durch, oder größere Tiere wie Kudus springen drüber.

Der Ansitz mit Wasserstelle kommt in Sicht. Punkt 8 Uhr.

Ich klettere rauf und mache es mir auf zwei Ölfassern und einem Brett gemütlich. Gut, dass ich ein Kissen dabeihabe, still sitzen ist enorm anstrengend. Gleich zu Anfang kommen zwei Oryx, sie sind misstrauisch und bleiben nur kurz. Einer verzichtet sogar aufs Trinken.

Dann kommt ein Schakal, zwei Warzenschweine, eine Gruppe Perlhühner. Hinter mir bellt es, wie ein Hund. Einzelne Tiefe Rufe. Was das wohl ist?

Es ist still und ungewöhnlich wenig Action für die heutige Zeit. Alles muss immer groß und schön und besser und schneller sein. Hier lernt man, bescheiden zu sein und geduldig. NICHTS ist irgendwie auch toll.

Ich mache mich auf den Rückweg. Zeit, eine schöne Pause zu machen…..

Der Tag endet mit einem echten Käsefondue – immerhin bin ich Gast bei einem waschechten Schweizer!

Und natürlich mit dem schönsten Licht der Welt diesmal mit Wolken!

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Kududung und Erdhörnchen

Es dämmert. Ich stehe auf und schaue zum Wasserloch. Ihr wisst schon …. Demnächst winken mir die Kühe sicher zu.

Ich steige von meinem Ausguckhaus runter, um etwas Platz in der Blase zu schaffen. Ich könnte auch das hier benutzen, aber modern ist mir lieber….

Trudi erwischt mich beim Reinschleichen. Sie schlägt eine Frühpirsch vor. Ok, gute Idee! Ich gehe mich schnell in einen Fährtenleser verwandeln, Hut auf, Kamera einpacken. Wir wandern Richtung Damm. Karl May wäre sicher begeistert von unseren leise ausschreitenden Schleichschritten. Kein Tier weit und breit – weil wir so leise sind. Trudi bleibt oft stehen und erklärt flüsternd Spuren. hochinteressant. Wer ist hier wann vorbeigekommen, ist die Spur frisch oder alt? Welche Richtung – das sehe sogar ich. Ich lerne viel über die Tiere hier. Eigentlich gibt es keine einzige Stelle, wo keine Spuren sind. Trudi ist ins Spurenlesen versunken und übersieht zwei Oryx- daher bleibt sie nicht stehen und schwupps galoppieren meine Fotomotive davon. Ich lerne welche Termitenhügel noch aktiv sind, welche nicht. Wie man erkennt, ob ein Erdbau bewohnt ist, oder schon ein Nachmieter eingezogen ist. Zu wem welcher Bau passt und von wem die drops (der Mist) so ist. Die drops von Kudus sind eher spitz und haben hinten eine Kuhle. Sie liegen eher verteilt, die von Oryx auf einem Haufen.

Wir laufen zu einem Baum, in dem ein Leopard ein Oryx verspeist hat. Die Reste hängen noch da.

Gegen 9 knurrt mein Magen und wir laufen zurück. Einfach schauen, wo der Ombotozo-Berg ist und schon weiß man den Rückweg. Quasi Wegweiser-Berg. Das Windrad schaut über die trockene Vegetation, da finde sogar ich zurück.

Eine Kuh hat sich separat abgelegt. Das ist kein gutes Zeichen. Am Haus angekommen, wird erst einmal per Telefonkonferenz mit dem Boss die Lage besprochen. Der Tierarzt ist nicht erreichbar, daher wird sie separat gefüttert, um zu sehen, wie viel sie frisst. Ich schaue mir das aus der Nähe an. Kuh frisst, alles gut. Die anderen Kühe streiten sich ums karge Mahl und müssen das auch noch mit den Warzenschweinen teilen.

Dann gibt es ausgiebig Frühstück. Ich mache mir den ersten Kaffee seit 2 Wochen. Hmmm.

Ich setze mich ans Laptop und sortiere das Desktop. Damit Trudi alle Dateien über den Dammbruch in einem Ordner hat. Der Damm ist 2008 gebrochen, weil der Nachbar (stinkreiche absentee owner – also Europäer) seinen Überlauf des Damms nicht freischnitt und so das Schwemmholz den Überlauf verstopfte, bis deren Damm brach. Die Flutwelle riss dann den Eckenberg Damm fort. Die beiden haben 11 Jahre sparen müssen, bis sie den Damm reparieren lassen konnten.

Dann machen wir Haus und Hof chic, Marco kommt heute aus Windhoek zurück – er wollte eine Häckselmaschine holen, mit der man Dornenbüsche zu Viehfutter häckseln und als Viehfutter verwenden kann. Das hat dann nach 3 Tagen Aufschub endlich geklappt. Glücklich werden Fotos gemacht von dem guten Stück.

Ich setze mich dann zur kleinen Abendpirsch ab. Als ich mich in dem Ansitz niedergelassen habe, fällt mir ein, dass ich ihn besser vorher nach Schlangen abgesucht hätte. Mulmig schaue ich mich um. Aber keine ungebetenen Mitbewohner zu sehen. Ich muss nicht lange warten, da zeigen sich erste Veld-Bewohner im Abendlicht.

Erdhörnchen:

Auf der anderen Seite der Farm galoppieren die Kühe hin und her. Da muss ich mal nachsehen, was sie so aufregt.

Ein Honigdachs lässt sich nicht von mir stören.

Und wieder leuchtet das schönste Licht der Welt für mich!

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Von Skorpionen und Erdferkeln

Eine Großfamilie von Täubchen gurrt sich vor meinem Fenster um die Wette nette Dinge zu. Ein schlauer Mensch hat mal gesagt, dass ihm Tauben lieber sind, als eine Autobahn. Trotzdem bin ich wach und schaue mal, ob der Elefant an meiner Wasserstelle ist. Leider wieder nur eine Kuh. Er hat sich nicht hören lassen. Das wäre sicher spannend gewesen, aber nicht gut für meine Farmer.
Ich werde heute versuchen, die Schattenhalle fertigzustellen. Die Näharbeiten von Hand liegen in meiner Hoheit. Da Nakare für die Bespannung neben der Tür noch eine Lösung bauen muss, befestige ich erst einmal die Schattierung am First. Da ich zu klein bin, baue ich mir wieder eine Laufplanke. Dazu benutze ich Ziegelsteine. Wie ich ja gestern lernte, schön schauen, wo man hingreift…. und tatsächlich:

Da ich auch gelernt habe, dass Skorpione Schadinsekten fressen, wird er nur gefilmt (Status Whatsapp) und auf Festplatte gebannt, dann darf er weiter böse Insekten fangen. Das wäre ja was für unsere Pflanzenschutztheke! Je nach Freundlichkeit der Kunden, hätte man die Auswahl.

In der Mittagspause schaue ich mir die Fütterung der Kühe an. Eigentlich beobachte ich aber die Futterschmarotzer:

Das Schwein sitzt tatsächlich im Futtertrog – die Kühe wagen sich nicht mehr dran!

Nakare hat aus einem Drahtgeknuddel zwei wirklich gerade Drahtstangen gehämmert. Ich hätte niemals 1. gedacht, dass man das Häufchen Draht noch verwenden kann und 2. das so gerade hinbekommen. Sieht aus, wie frisch aus dem Baumarkt! Diese verwenden wir, um das Geflecht neben der Türe zu spannen, da eine Umwicklung der Pfosten die Türe behindern würde.
Ich bin wirklich stolz auf uns. Nun muss ich ‚nur noch‘ die Netze auf den Bögen zusammennähen. Wir arbeiten in der prallen Sonne. Lekker warm. Der Schweiß zieht die Fliegenfamilien der Region zusammen. Es summt beharrlich an meinem Ohr. Lästige kleine Biester kitzeln auf dem Handrücken. Ich schüttele wie doof den Kopf und schlage um mich. Hilft alles nichts. Wenn ich den Onkel erschlagen habe, tauchen drei Neffen auf. Ok. Hilft nichts, waschen gehen und was trinken. Ich staube einen frischen Orangensaft ab, dann geht es wieder ans Werk. Die Füße glühen, die Fliegensippe ist schnell zurück. Aber wir ziehen das durch. Gegen 17 Uhr bin ich fertig. Im doppelten Sinn.

Ist mir egal, wer noch arbeitet. Ich geh schwimmen. Den Rest des hellen Tages verbringe ich am Wasserbecken. Ein Erdferkel tappst tatsächlich vorbei. Lustig anzusehen! Ich habe natürlich nur das Handy dabei. Das Erdferkel ist schon drauf auf dem Bild, aber man erkennt es kaum. Etwas rechts von der Mitte.

Ich höre, dass diese Begegnung äußerst selten ist (juhu). Erdferkel sind nachtaktiv. Dass es bei Tag unterwegs war zeigt, wie hungrig die Tiere sind.

Und wieder geht ein Tag mit dem schönsten Licht der Welt zu Ende.

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Projekt 1 ist zurück

Heute gehen wir die Schattierung im neuen Gemüsehaus an. Gestern haben wir die Näharbeiten abgeschlossen, sodass das große Schattiergewebe nur noch befestigt werden muss.

Gut bewacht!

Die Stirnseiten werden mit gröberem Material bestückt, damit die Bienen rein und raus können, aber Vögel abgehalten werden. Dieses Netz ist sehr elastisch und muss gespannt werden. Kabelbinder wären hier die beste Lösung. Gibts nicht. Baumarkt um die Ecke auch nicht. Also hefte ich das Türnetz mit Nadel und Faden grob an und nähe dann unten richtig fest. Hat was, im Staub zu sitzen – es ist gerade mega windig…. hust. Dann wieder oben. Gleichzeitig spannen und nähen ist unmöglich. Also suche ich feinen Draht. Das klappt auch nicht wirklich gut. Der Draht ist zu dick, ich bekomme ihn nicht gezwirbelt. Also suche ich nach Sicherheitsnadeln. Wenn man eine gerade Naht machen möchte, muss man sich sehr konzentrieren, da die Kästchen irgendwann vor den Augen Polka tanzen. Dann ist auch noch das Garn hell, während das Netz dunkel ist. Sieht alles etwas rustikal aus. Nicht schön! Leider sind die Hausherren gerade nicht verfügbar. Ich geh frühstücken!
Nach dem Frühstück habe ich die Strategie verfeinert: ich ziehe einen Faden als Richtschnur durch, dann finde ich die gerade Kästchenreihen wieder. Jetzt hole ich eine dickere schwarze Schnur und wickele durch jedes vierte Kästchen des Netzes. Das sieht besser aus.

Bis zur Mittagspause habe ich wenigstens die Tür geschafft. Nach der Pause gehe ich die Rückwand an.
Ich messe Schnur ab und baue mir ein Gerüst, damit ich nicht immer die – kaputte – Leiter rauf und runter steigen muss. Gute Idee! Die Schnur habe ich über einer Flamme angeschmort und gespitzt, weil es in dieser Stärke natürlich keine Nadel gibt. Ich nähe los. Die meiste Arbeit macht das Schnur nachziehen, da sie lang sein muss und bis zum Ende reichen soll. Das Vieh verdreht sich immer und macht Knoten. Ich bleibe erstaunlich gelassen. Wegen der extremen Sonne habe ich eine Bluse angezogen und den Hut auf. Ab und zu mache ich Wasser in den Hut (ist wirklich wie angepriesen wasserdicht) und setze ihn wieder auf. Schnell habe ich die erste Hälfte fertig. Die Mitarbeiter räumen derweil um die Baustelle herum auf. Harken Erde glatt (Staub!!!) und stapeln Steine um.

Fundtier zwischen den Steinen

Nett, dass sie mir den gezeigt haben!

Team Gewächshaus :

Dann kommt die Chefin und sieht eine schiefe Naht. Alles wieder auftrennen, Nähmaschine holen. Tisch aufbauen, Strom legen. Schwupps Sonne weg. Aber sie bleibt konsequent. Das muss jetzt fertig werden….

Morgen gibts noch viel zu nähen. Wir möchten dem Chef eine Freude machen, dass es endlich fertig ist und ich anfangen kann, auszusäen.

Gute Nacht Bild passend zur Tagesaufgabe:

Ps. Auf der Nachbarfarm ist ein Elefant aus Botswana vorbeigekommen. Hat alle Zäune umgetrampelt. Ich habe den Auftrag, falls es trompetet, Trudi zu wecken. Drückt mal die Daumen, dass er bei den Reichen rumtrampelt! 🐘

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Farmcharme

Eckenberg – so heisst diese Farm hier wurde nicht von Generation zu Generation vererbt. Die Simonis haben sie gekauft. Trotzdem versprüht die Farm den Charme der vergangenen Zeiten.
Da hier alles knapp ist, wird alles Nützliche aufgehoben – man weiss nie, wozu es noch zu gebrauchen ist. Viele Dinge werden gehandhabt, wie zu Omas Zeiten. So verfügt die Küche über eine Kochkiste. Langsam garende Speisen werden angekocht und dann in die Kochkiste gepackt. Beispielsweise Reis wird so energiesparend zubereitet. Ich überlege wirklich, ob ich mir auch eine zulege. Hier ist die Kiste praktisch in einem Küchenstuhl untergebracht. Oder man nutzt Solarenergie für Strom, zum Kochen und auch zum Backen – wie ich heute lerne. Ja, es gibt auch einen Solarbackofen!

Hier backen gerade Brötchen

Alles wird verwertet. Brennbares geht in den Donkey Ofen. Mit diesem Ofen wird das warme Wasser für den Haushalt gemacht. Wer also früh duschen möchte, muss noch früher aufstehen, um Feuer zu machen….

Donkey Ofen

Biomüll wird verfüttert, oder kompostiert (hier bleibt der Kompost nicht lange nass, er muss bewässert werden). Plastik, Glas und Dosen werden gesammelt und in Windhoek ins Recycling gegeben. Also bleibt hier kein Restmüll. Alles charmante und Umweltfreundliche Maßnahmen.

Die ganze Farm ist ein Museum mit liebevoll dekorierten Altertümchen

Keine Angst, ist nur zur Deko

Alles wird aufgehoben. So ist für die nächste Reparatur garantiert das Passende dabei.

Selbst die Sonnenuntergänge sind hier immer charmant…

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Kleine Wasserlochgeschichte

Heute trete ich vor 7.30 Uhr zur Arbeit an. Ich rede zwei Sätze mit Trudi, dann mit ist sie verschwunden. Ok. Gehe ich halt erst einmal auf Fotopirsch im Garten.

Opuntien Doppelherz

Dann höre ich die Chefin vorn reden:

Morgenmeeting

Es scheint ein nettes Meeting zu sein, es wird viel gelacht.

Ich schneide einen weiteren Olivenbaum in Form und beschließe, heute Nachmittag mit der Kamera zu jagen. Dieses Mal am Wasserloch mit Wasser. Vielleicht erhöht das meine Chancen.

Ich werde sogar mit dem Chevy gefahren. Es wird auch gleich etwas Futter abgeladen.

Dann steige ich in den Ansitz und bereite meine Lautlosigkeit vor. Alles bereitlegen, falls jemand auftaucht. Ich warte. Ein paar Täubchen fliegen umher. Ich warte. Unbequem. Wenn ich mich bewege, knarrt es. Ich warte. Fliegen surren anstrengend um meinen Kopf. Nicht bewegen. Es juckt irgendwo. Ich warte. Das Gesäß schläft ein. Knarr. Die Fliegen nerven, es ist heiß und wunderbar still. Ein paar Perlhühner kommen zu Besuch. Sie sind extrem vorsichtig, trauen sich nicht zum Wasser. Na dann halt nicht. Wann kommt denn nun was Großes ?!?! Ich warte, die Fliegen summen um mich, nichts geschieht. 90 Minuten vergehen. Niemand von Bedeutung zeigt sich. Ich könnte statt still zu halten auch Saturday night fever tanzen. Wäre kein Unterschied.

Ok, gibts halt ein Perlhuhnportrait

Hinter mir rauscht es. Wow. Ein riesiger Geier landet vor mir. Ich hebe die Kamera, er startet durch. Mist! Nur Geier-im-Abflug-Bild. Er setzt sich in einen Baum. Ich gebe ihm 5 Minuten, dann muss ich los. Ist noch eine Stunde Fußmarsch zurück, ich möchte nicht im Dunklen laufen. Nicht, weil ich Angst vor Tieren habe – die fürchten mich ja mehr, als umgekehrt. Ich habe Angst, den Weg nicht zu finden…. Der Geier hat keine Gnade mit mir. So marschiere ich los. Ein Oryx steht hinterm Baum und will sich nicht ganz zeigen. Andere Tiere huschen vorbei.

Ich glaube, meine Talente liegen nicht im Stillhalten und Großwild ablichten. So genieße ich den Busch, die Hitze, den Staub, den schweren Rucksack und den Schweiß, der schön den Staub auf die Haut klebt.

Aaaaaber, dafür darf ich immer noch das schönste Licht der Welt genießen!

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