FlohBlog

Florians weblog

Ein paar Worte zur Technik

Geschrieben von Florian Seiffert am 1. November 2011

image

Alle Blogbeiträge auf La Palma habe ich auf meinem HTC Desire getippt und hochgeladen (WordPress App).
Ins Internet ging es mangels eines freien WLan auf unserem Balkon über das HTC und die Europa-Flat von Vodafone für 6€ im Monat.
Backup war das Hotel Sol Elite am Ortsende mit einem freien WLan.

Wirklich klasse war die App Maverick, die die sehr guten und genauen Offline-Karten des OpenStreetMap-Projektes zur Verfügung stellt und zusammen mit den GPS-Funktionen des HTC mir diesmal alle Papierkarten ersetzte. So ließen sich noch ein paar neue Abkürzungen finden und gehen oder fahren. Doof ist nur, dass Maverick nach dem Einschalten immer ca.10-15 Minuten braucht, bis es anzeigt, wo man ist.
Trotz der engen Schlucht in der Caldera, hat Maverick die Tour sauber aufgezeichnet. Am Südende der Insel, gab es Schwierigkeiten und „Löcher“ in der Aufzeichnung.
Bei der Schluchttour war alles bis aufs Telefon und GPS ausgeschaltet. Nach gut 7 Stunden war der Akku dann im gelben Bereich. Eine 8-Stunden-Tour könnte vielleicht schwierig werden.
Zweite unverzichtbare App war Google-Sky-Map. Da staunte die iPhone-Fraktion. So konnten wir den Merkur mit dem Fernglas finden. Den sonnennächsten Planeten hatte ich noch nie bewußt gesehen. Auch andere Sterne, Planeten und Sternbilder waren mit der App leicht zu identifizieren. Wirklich toll.

Bilder für den Blog habe ich erst nur mit der eingebauten Kamera des HTC gemacht. Als mir der Verdacht kam, dass die Kamera der Hauptstromfresser auf dem HTC war, habe ich die Bilder meiner Canon 50D benutzt und diese mit Bluetooth abends auf das HTC übertragen.

Für den nächsten Urlaub suche ich vorher im Netz, was es an gps-Tracks (gpx) gibt, die bei Wanderungen nützlich sein können. Gespannt bin ich da besonders auf die Hurtigrouten 2012 und was Jörg der Informationsspezialist an Infos so anschleppt.

Von Sonntag gilt es noch einen Geburtstagsglückwunsch an Lisa zu übermitteln: Alles Gute zum Geburtstag!

Das wars aus La Palma. Gestern habe ich alle Freundinnen und Freunde nochmal in Tazacorte mit in den kühlen Atlantik genommen. Habt ihr es gemerkt?

Veröffentlicht in Hurtigruten, La Palma | 1 Kommentar »

Schluchttour

Geschrieben von Florian Seiffert am 31. Oktober 2011

image

image

image

image

Ein Glanzlicht auf La Palma ist die Schluchttour. Wir brechen früh auf, das empfiehlt sich. Bei den VLF holen wir Anig ab, die uns netterweise begleitet. Die beste Ehefrau von allen is „watt nervös“ ob des Wetters, aber das Wetter ist kein Problem heute, es ist auch in der Schlucht sonnig und frei von Niederschlag.
Wir fahren in die Caldera, den RIESIGEN Krater der Insel. Unten am Grund gibt es einen Taxidienst, der für festgesetzte 51€ pro Taxi die Wanderer hoch fährt. In wilden Serpentinen, schrauben wir uns am Innenrand der Caldera hoch, bis wir nach ca. 30 Minuten das Ende der Piste erreichen. Hier am Brecitos, startet das Wandern. Die Tour führt nun an der Calderawand nach unten, bis man den Kratergrund und das Wasser erreicht. Von dort geht es immer dem Wasserweg folgend aus der Schlucht hinaus zum Parkplatz.

Wir haben ein spanisches Paar mit im Taxi, die die Tour zum ersten mal machen, sie überholen nach einem Kilometer und werden nicht mehr gesehen. Bei Sonnenschein bewundere ich vor allem die alten und gigantischen Urgroßväterbäume, die hier überall stehen. Kanarenpinien, denen die alten Nadeln so dicht im Pelz hängen, dass darauf z.T. schon wieder Farne wachsen. Dazu sind eigentlich alle Bäume angebrannt, haben schwarze, rissige Rinde. Sie werden wohl mehr als einen Waldbrand überlebt haben. Wirklich tolle Bäume, schwer mit der Kamera einzufangen.
Wir erreichen die Zona de Acampada und treffen hier erstmals einen breiten Bachlauf.
Nun geht es nach einer Pause steil bergab – aber der Weg ist gut befestigt und mit Wanderschuhen kein Problem. In Phase 3 erreicht man das Flussbett und hat nun ca. 5km von Fels zu Fels und Stein zu Stein springen. Ein Universum an Steinen aller Größen, Formen und Farben ist zu betreten, zu betrachten und zu überwinden, ohne zu tiefe Bekanntschaft mit dem Wasser zu machen. Nicht immer leicht für einen mittelalten Sack, wie mich.
Der Blaubasalt hat es mir am meisten angetan. Tolle Farbe, weiche, runde Formen. Blaubasalt stammt vom Meeresgrund und ist hier, weil er bei der vulkanischen Entstehung von La Palma über die Meeresoberfläche gedrückt wurde.
Das Flussbett hat zu viel Wasser, um ihm immer folgen zu können, an kritischen Stellen gibt es höhere Wege am Rand.
Schließlich weitet sich die Schlucht, aber bis zum Ausgang sind es noch immer 3km. Immer noch geht es von Stein zu Stein. Puh!
Ohne Konzentration gibt es zumindest nasse Füße.
Nach 6:42 Stunden und 16,8km (GPS) sind wir erschöpft am Auto.
Es geht zurück nach Puerto Naos, wo die Brecher und die rote Flagge das Bad im Atlantik verwehren.
Der Abend klingt in der Orinoco-Bar aus, wo leckeres einheimisches Essen serviert wird und alle VLF es mit uns krachen lassen – und der EffZeh hat auch gewonnen, was will man mehr?
Wieder endet ein schöner Urlaubstag, wieder einer mit einem schönen Glanzlicht.

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

Volcán Teneguía

Geschrieben von Florian Seiffert am 30. Oktober 2011

Bisher hat die Natur uns verwöhnt, jetzt setzt sie noch einen drauf.
Beim Frühstück denke ich mir, die Brecher, die auf den Strand schlagen, sind doch was kräftig für gelbe Flagge. Das lässt gute Bilder für heute erwarten.

Die VLF wollen nach Mazo auf den Markt. Wir wollen zum Südende der Insel, zum Volcán Teneguía, zu einem der ältesten Leuchttürme der Kanaren (Spaniens, Europas, der Welt – ja, was weiß denn ich …) und zu den Salinen von Fuencaliente.

Wir durchwandern dann später am Vormittag die dunkle Mondlandschaft am Fuße des Volcán San Antonio, der zuletzt 1677 ausgebrochen ist. Im schwarz der Asche, zwischen den herbstlich leuchtenden Weinbergen, steckt ein riesiger gelber Felsen auf den die Guanchen, d.h. die Ureinwohner Kringel und Kreise in den Fels gemeißelt haben. Heute nennt man sie Petroglyphen. Die Wissenschaft rätselt über die Bedeutung und ich würde mich freuen, wenn die Guanchen sich nur einen kleinen Scherz mit uns erlaubt hätten.
Auf dem Teneguía donnert der Sturm einem fast die Klamotten vom Leib. Die Sonne lässt die Lava leuchten, vor allem Rottöne hat es hier. 1971 ist der Volcán Teneguía zuletzt ausgebrochen. Schwefeldämpfe sollen hier noch aufsteigen und der Boden noch heiß sein. Aber ich glaube das nicht. Das hat ein Reiseführerautor vom anderen abgeschrieben, ohne es selbst zu prüfen. Ich merke nix von alledem.
Ein Typ a la Wladimir Putin, den Oberkörper nackt, mit einer äh Dame im „kleinen Schwarzen“ kommt uns entgegen. Ich staune. Die beste Ehefrau von allen zieht die Augenbraue hoch. Die andere als sonst. Die Badelatschenfraktion an unmöglichen Orten kennt man ja schon. Aber der hier?
Wir genießen das Spiel von Licht und Schatten auf Meer, Lava und Asche solange wir können, dann entfliehen wir dem ca.100km/h Sturm und kehren zum Auto zurück.
Auf der Fahrt zu den Leuchttürmen kehren wir in einer Bar ein, die fast am Strand liegt. Die Hütten und Wohnwagen ringsum machen trotz der Sonne einen finsteren Eindruck. Die Männer, die in einer Gruppe zusammenstehen – Muscleshirt, Kippe im Mundwinkel, sonnenverbrannte Gesichter, Lächeln nur zu Weihnachten – besprechen sicher Geschäftliches.
Ich nehme einen Café cortado. Das Teil zieht mir die Schuhe aus, nicht brutal, sondern die Schuhe werden erst aufgeschnürt, dann abgezogen. Jedenfalls wunderbar. Ich bin wach, voll neuer Energie. Keine zwei €uro kostet der Spass mit dem Café con leche der besten Ehefrau von allen.
Am Strand krachen laut die Brecher auf das schwarze Lavagestein. Wenn es hier eine Flagge gäbe, wäre die dunkelrot und riesig. Das lässt für die Leuchttürme was erwarten.

Und richtig, am Faro Fuencaliente – eigentlich sind es zwei, ein alter, pensionierter und ein moderner Leuchtturm – sieht man schon die Gischt in der Luft, hört das Krachen der Brandung und sieht das kochende Meer an den Salinen. Hier setzt die Natur zu all der unwirklichen Mondlandschaft ringsum noch einen drauf.
Ich nehme nur das 100-400mm Zoom mit auf den Rundgang durch die Salinen, lese sogar aufmerksam die neuen Schautafeln, aber im Kern freue ich mich an den optimalen Bedingungen: Der Wind weht gegen die Wellen – das produziert Gischt von uns weg und die Sonne beleuchtet das mit wundervollem Gegenlicht.
Blau-grüne Giganten krachen auf die Felsen, es donnert und rauscht, die unwirkliche Vulkanlandschaft leuchtet in der Sonne und ich schieße meine 8GB-Karte voll. Schöner kann es einem Freund von Naturgewalt kaum aufgetischt werden. So muss Urlaub sein.

image

image

image

image

image

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

Mit ins Wasser

Geschrieben von Florian Seiffert am 29. Oktober 2011

Ich stehe mit den Füßen im Wasser. Der kühle Atlantik umspühlt mich. Die Wellen zerren an dem schwarzem Vulkansand unter mir. Das Meer ist blau, die Brandung gemächlich, die Sonne steht mir ins Gesicht.
Ich denke an abwesende Freunde, die ich alle im Herzen mit ins Wasser nehme. Der alte Pate hätte hier Spass, wir würden nach dem Atlantikbad noch zusammen in die Orinoco-Bar gehen, vielleicht die Calamaris  und ein, zwei Krüge Dorada nehmen und über den Baron und Mutter Theresa schwätzen.
Nicki würde sich sicher auch freuen, ihr feuerroter Kopf glänzte dann in der Spätnachmittagssonne im Kontrast zum dunklen Sand.
Auch Gika, Flora (gute Besserung), OE und B* habe ich in Gedanken dabei. Alle könnten wohl ein bisschen Sonne, Sand und Meer mal für ein paar Minütchen gebrauchen. Oder?
Tja. Geht leider nicht. So springen die beste Ehefrau von allen und ich allein in die Brandung, schaukeln auf den Wellen, schauen den kurvenden Gleitschirmfliegerinnen zu und genießen das Privileg hier zu sein.

Der Tag war bisher ruhig und gelungen und wird es sicher auch bleiben. Die VLF-1 wollten eine Wanderung im Süden machen, die beste Ehefrau von allen und ich wollten heute nicht so weit fahren und wir entschieden uns für die „Forstpiste“. Diese von uns so genannte Tour startet am Llanos del Jable, einem schwarzen Aschefeld und führt zu den Coladas de San Juan, einem Lavastrom, welcher sich 1949 aus dem Berg ergoß und bis zum Meer kam.
Wir wandern bei Sonne und ein paar Nebelfetzen, die der Passat immer wieder von den Wolken abreißt zum Lavastrom, machen auf den warmen Steinen eine Mittagsimbißpause, steigen dann steil den Berg hoch und von oberhalb der Austrittsöffnung geht es zum Mirador Llano del Jable. Von da über die Aschefelder zurück zum Auto. Über die Farben der Wanderung und über die Farben La Palmas muss ich doch nichts mehr sagen, gell?

image

image

image

Wir rufen die zurückgebliebene der VLF an, um sie zum Strand zu überreden. Statt dessen sitzen wir dann auf ihrer Terasse, trinken einen sensationellen Café cortado, knabbern Kekse und schauen dem Spiel des gelber werdenden Sonnenlichts und dem der Schatten auf den Hängen der Caldera zu. Das Leben ist schön.

Aber es treibt uns so gerade noch vor einem angenehmen Versacken zum Strand und ins Meer. Ein paar abwesende Freundinnen wollen doch mit uns Baden …

Der Tag endet diesmal nicht mit dem Sonnenuntergang, sondern mit einem Mondschauspiel. Da gestern Neumond war, steht der alte Erdbegleiter als scharfe Sichel am Himmel. ABER, weil hier die Luft so klar ist, kann man die dunkle Scheibe des Mondes, den bei uns immer unsichtbaren Teil gut erkennen. Das von der Erde reflektierte Sonnenlicht strahlt den Mond dazu hell genug an. Tele raus und noch ein Bild geschossen. Ich zeige euch davon den relevanten Ausschnitt. Das Bild ist sonst nicht weiter bearbeitet:

image

(Aufgenommen um 20:05 Uhr, mit meiner Canon 50D, 1/25 s, 400mm, Blende 5.6, ISO 3200. Der Stern links oben ist Antares im Skorpion)

Jetzt nun endet der Tag und ich nehme ein Bier auf abwesende Freunde.

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

Flugtag

Geschrieben von Florian Seiffert am 27. Oktober 2011

image

image

image

image

Heute ist Flugtag bei den VLF. Zwei Tandemsprünge mit dem Gleitschirm stehen auf dem Programm. Da heute bestes Flugwetter ist, kommen die Anmeldungen von vor ein paar Tagen zum Zug. Wir warten bis 14:30. Ein kerniger Flugmeister aus der Schweiz erklärt den Ablauf. Mutig schwingt sich Andrea ins Geländefahrzeug und mit Ausrüstung und Pilot geht es in den Hang, gleich über Puerto Naos. Nach ca. 30 Minuten taucht alles zusammen (ohne das Auto) in der Luft wieder auf. Majestätische Kreise in der Thermik drehen Meister und Andrea nach oben. Wir stehen unten, staunen, bewundern und lassen kleine und große Kameras ihre Pflicht tun. Nach 20 Minuten geht der Flug gerade raus aufs Meer, noch eine Kurve, dann eine saubere Landung am Strand. Glückliche Gesichter, Jubel, Beifall aus dem nahen Café.
Nun ist Barbara dran. Auch sie hat einen wunderbaren Flug, auch hier ein glückliches Lächeln Nach einer perfekten Landung.

Nun drängt es uns ins Meer und in die Brandung, die klar macht, dass die gelbe Flagge noch angemessen ist. Es gibt keine Pannen und alle die reinspringen, kommen auch heile wieder raus.

Ein weiterer Tag endet mit einem schönen Sonnenuntergang.

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

Pico de la Nieve

Geschrieben von Florian Seiffert am 27. Oktober 2011

image

image

image

Der Tag beginnt schon wieder mit einer Todesnachricht. Ein schlimmer Schicksalsschlag.
Nach längerem Mittrauern und aufs Meer starren, schüttel ich es ab, aber das Mitgefühl für einen Freund liegt über dem ganzen Tag.

Wir haben neue Nachbarn. Über die Straße wohnt jetzt ein junges Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Der ältere Junge so ca. 3-4 hat eine Stimme, wie eine Kreissäge. Die weckt mich auch. Oh Mann! (Aber der Kleen hat auch Urlaub und darf so laut sein! Aber ich darf das auch kräftig doof finden – und das tue ich!)
Beim Frühstück steckt der neue Nachbar in Primero B (wir sind Primero A) den Kopf um die Ecke, um Guten Morgen zu wünschen und ich falle vor Schreck fast vom Stuhl. Das war zu nah und zu unerwartet.

Der Tag wird aber nun besser, es ist allerschönstes Wetter. Sonnig, warm, blauer Himmel, tiefblaues Meer. Nach Bereicherung der hiesigen Telekommunikationsunternehmen, fahren wir rauf zu den VLF. Leider ohne eine der VLF brechen wir auf zum Pico de la Nieve. Wir müssen auf die Ostseite der Insel. Der Pico ist 17km Luftlinie entfernt, wir fahren aber gut 60km, bis wir nach gut 90 Minuten am Ausgangsparkplatz halten. Die Fahrt war lang, aber es gab viel zu sehen. Im Anstieg auf der LP-4 ging es durch die dicken Passatwolken, die sich immer an den Bergen stauen und für Feuchtigkeit sorgen.
Bei ca.1800 Meter Höhe gehts auf einer Forstpiste los. Wir schwelgen in den Farben der Lava, der Pinien, der Wolken, des Himmels und freuen uns über den klaren Blick nach Teneriffa rüber mit dem sehr markanten Teide (Spaniens höchster Berg). Je höher wir kommen, desto prächtiger wird es. Die Forstpiste ist nun ein Pfad, der ganz ordentlich anstrengend nach oben führt. Zum Teide kommen Ausblicke auf La Gomera und die Cumbre Nueva. Jeder Blick so schön, dass man niederknien könnte.
Wir erreichen den Rand der Caldera und können nun die Insel nach drei Himmelsrichtungen überblicken. Im Süden die Cumbre Nueva und Cumbre Vieja, dazu die Gipfel bis zum Roque de los Muchachos im Norden, dazu die Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Wir legen eine Pause ein, um die Schönheit abzuspeichern, die Ruhe zu genießen, ein paar Bilder zu machen und Brot, Gurke und weißen Käse zu kauen.
Dann gehts hoch zum Ziel, dem Pico de la Nieve, dem zweithöchsten Gipfel der Insel mit 2239m.

Kaum sind meine vier Frauen oben, die Gipfelkreuzbilder gemacht, höre ich Geschnatter und richtig, es nähert sich eine ca. 20köpfige Gruppe Spanier. Wir halten mit Gesang und Samba kurz dagegen, aber wer will schon so viel Krach in so herrlicher Natur?
Wir weichen. Ein steilen Pfad führt uns zu den Autos zurück.
Zu dritt öchel wir zur Hacienda der VLF, wo der Grill schon glüht, den mit prachtvollen und leckeren Würstchen zu bestücken, sich zwei der Gipfelgruppe in einen Supermarkt in Santa Cruz stürzen.
Als wir spät, müde und glücklich in Puerto Naos zurück sind, schläft die kleine Kreissäge schon und es bleibt mir eine Gute Nacht Geschichte für die beste Ehefrau von allen, diverse private Mails von Wichtigkeit, eine Dusche der Blog, die Bildverarbeitung und ein Bier. Nee, watt schön. Prost ihr Lieben!

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

El Pinar

Geschrieben von Florian Seiffert am 26. Oktober 2011

image

image

image

Jetzt ist aber Schluss mit der Gammelei sagt La Palma zu uns bei Frühstück. Es ist prächtigster Sonnenschein und das Meer so blau, wie der Himmel in der Dämmerung. Wir sind beim zweiten Kaffee und einem Brot mit Queso Blanko, als VLF/4 am Telefon ist: „Wir fahren jetzt los, wir treffen uns am Mirador el Thieme“ – oh man. Jetzt legen wir den Alarmstart hin. Zehn Minuten später hetzen wir los und erreichen den Aussichtspunkt El Thieme, der hoch am Ausgang der Caldera liegt und eine herrliche Sicht auf Los Llanos und das Aridane-Tal bietet. Die VLF sind parat, wir auch und so wir fahren zusammen noch ein Stück die Hauptstraße nach Norden, biegen dann ab ins Gebirge und parken so auf 1000m an zwei Heiligenhäuschen.

Wir wandern durch Weinterassen, die kanarischen Pinienwälder, schauen auf das tief unter uns blau und silbern glitzenderne Meer und freuen uns an dem Licht und der Farbenpracht. Wir kringeln uns durch Barancos, schleichen enge Pfade, mühen uns steil bergauf, achten auf die Kniee beim wieder hinab. Eine breite Forstpiste lässt Gedanken und Füßen Freiheit, man muss nicht auf jeden Schritt achten.
Nach 9,8km und 3:46h sind wir vergnügt zurück an den Autos. Wir fahren kurz nach Tijarafe, wo ich in einem Café, den Neid des Kellners auf mich ziehe – ein Mann, fünf Frauen, wie geht das denn? Ich nehme ein Bier und grinse dem Burschen fröhlich zu. Es geht Jung!

Zum Tagesabschluss treibt es uns noch ans Meer, wo Badepflichten für daheim gebliebene zu erfüllen sind.

Der Tag endet mit einem Bier auf einen am Samstag verstorbenen Freund. Gute Reise Jung.

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

Regentag

Geschrieben von Florian Seiffert am 25. Oktober 2011

image

image

Ein Regentag hält uns zunächst in Puerto Naos fest. Das Meer ist silbrig-grau, es nieselt und fette Wolken verhüllen die Insel. Offenbar bleiben an solch einem Tag einfach alle zu Hause. Alles leer, niemand am Strand oder auf der Straße. Selbst der Bademeister ist zu faul die grüne Flagge am Strand gegen eine dem Wellengang angemessene gelbe zu tauschen.
Später am Tag kommt die Sonne raus und ich lege mein eBook weg und die beste Ehefrau von allen und ich springen in die ganz muntere Brandung. Kaum sind wir heile raus, zieht sich wieder alles zu und der Strandtag ist vorüber.
Nach dem Abendessen zieht es uns hoch zu den VLF, bei denen gestern eingebrochen wurde – es fehlen eine Kamera und 75€. Sie sind schon wieder ganz gelassen und berichten von den Abenteuern der Vernehmung bei der Guardia civil und dem Mann mit Hund, der als Täter in Frage kommen könnte. Nach zwei Flaschen Wein entspannt sich die Lage und die Geschichten werden lustiger und das Lachen lauter.

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

Birigoyo

Geschrieben von Florian Seiffert am 23. Oktober 2011

image

image

image

Die VLF sind heute platt, ihre gestrigen Abenteuer stecken ihnen noch in den Knochen.
Da wir nicht so platt sind und das Wetter vielversprechend, machen die beste Ehefrau von allen und ich mich auf ins Gebirge. Wir fahren zum Refugio el Pilar, einer großen Wanderwegkreuzung und einem Grillplatz. Hier ist die Hölle los, es ist Sonntag und ganz Spanien grillt. Zum Glück lädt uns niemand ein und so starten wir zum Birigoyo, einem alten Krater am Rande der berühmten „Ruta de los Volcanes“. Bei 14 Grad (in Puerto Naos hats 26) stapfen wir durch den Grillgeruch aufwärts. Eine Gruppe Spanier ist kurz vor uns, sie schnattern unaufhörlich und laut. Wir überholen, aber obs vor oder hinter uns schnattert, ist eigentlich egal. Spanien will auch auf den Birigoyo – Mist. Sie wählen aber die Reiseführerroute, die heftig steil ist und auf der wir schon üble und sehr laute Beziehungskrisen eines Paares in gelben Jacken erleben mussten. Wir lassen Spanier und Erinnerungen an am Birigoyo gescheiterte Paare hinter uns und besteigen den Krater über einen geheimen Pfad der auch auf meiner OSM-Handykarte nicht vermerkt ist. Traumhafte Natur umgibt uns still. Wolkenfetzen, Sonnenstrahlen und intensive Farben der Lava und der Bäume umgibt uns.
Das Geschnattere ist wieder zu hören, wir nähern uns dem Gipfel. Spanien ist schon da und nicht am Anstieg gescheitert – schade. Wir genießen den Ausblick trotz vieler Wolken, kauen etwas palmerischen Queso Blanko und denken uns, als Spanien plappernd am Hang kleiner und leiser wird: Wir sehen uns bei der EM.
Wir steigen über die Ostflanke ab, tauchen durch den „Kinder das Fleisch ist soweit“-Geruch und nehmen unser kleines Autochen zwischen die Schenkel und brausen nach Hause, wo das Meer, die VLF und ein Bier wartet.

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

Los Llanes

Geschrieben von Florian Seiffert am 23. Oktober 2011

image

image

Die Lethargie zieht sich heute länger. Die VLF (vier lieben Freundinnen) wollen im Norden der Insel wandern und auf den Markt, die beste Ehefrau von allen und ich wollen ins Gebirge und wandern.
In Porto Naos ist bestes Wetter, im Gebirge hängen dicke Wolken. Das macht einen Strich durch unsere Pläne. Wir fahren kurz entschlossen nach Los Llanes und besichtigen den neuen Park, der sehenswert ist und sehr an den Plaza de La Glorieta (von Luis Morera) erinnert. Dann treibt es uns an die Kante der Caldera, wo wir die steilen und schroffen Felswände auf uns wirken lassen und in Ruhe einen Cortado genießen.
In Puerto de Tazacorte schauen wir noch, was die Flut von gestern für Spuren hinterlassen hat, bevor wir in Puerto Naos noch ins Meer springen, den Sonnenuntergang bewundern und den Abend mit den VLF in der Orinoco-Bar ausklingen lassen.

Schade, dass OE nicht mit gefahren ist, das alles hätte ihr sicher gefallen.

Veröffentlicht in La Palma | Kommentar schreiben »

 
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.